Dr. Samuel Sagan


Wesenheiten – Parasiten des Energiekörpers



Entities – Parasites of the Body of Energy / Entity Possession – Freeing the Energy Body of Negative Influences © 1994 / 1997 by Samuel Sagan
http://www.clairvision.org
Ins Deutsche übersetzt von Max Rothansl, Luzern, 2001
© 2003 by Clairvision School Foundation, Sydney
Dies ist eine vorläufige Fassung [v. 0.4] – Kommentare und Fehlerberichtigungen bitte an:
Hans Babendreyer, Glogauer Str. 31, 10999 Berlin – babendreyer@x-mail.net


Inhaltsverzeichnis:


Einführung

Der Begriff ›Wesenheit‹ bezieht sich auf nicht-physische Wesen, auf Präsenzen, die sich an Menschen anheften und als Parasiten agieren, wobei sie vielfältige Probleme emotionaler, mentaler und physischer Natur verursachen – angefangen bei Störungen im Essverhalten und unkontrollierbaren Emotionen bis hin zu äußerst schweren Erkrankungen.
Das Thema ist zugleich alt und neu. Alt deshalb, weil in allen Traditionen und im Brauchtum aller Völker der Erde Hinweise auf Geister und nicht-physische Wesenheiten zu finden sind, die menschliche Wesen beeinträchtigen können. So ist z.B. der Ayurveda, die traditionelle Medizin Indiens, in 8 Abschnitte gegliedert, wovon sich einer gänzlich dem Studium der bhutas oder Wesenheiten und ihrem Einfluss auf Gesundheit und Zurechnungsfähigkeit widmet und den Wegen, wie man diese Wesenheiten los wird. Dies platziert die Disziplin der bhuta-vidya oder die ›Wissenschaft von den Wesenheiten‹ auf den gleichen Rang wie Chirurgie oder Gynäkologie. Wenn wir die traditionelle chinesische Medizin betrachten, so sehen wir, dass in der Akupunktur unter den 361 Punkten der 14 Hauptmeridiane 17 die Bezeichnung kuei (nicht inkarnierter Geist) als einen Teil ihres Haupt- oder Sekundärnamens tragen.
Gleichzeitig kann das Thema der Wesenheiten in der westlichen Welt als gänzlich neu angesehen werden, weil es sehr selten ernsthaft studiert wurde. Obwohl Wesenheiten eine bemerkenswerte Rolle bei einer Anzahl von mentalen Störungen und physischen Erkrankungen größeren und kleineren Ausmaßes zu spielen scheinen, findet sich im Rahmen der zeitgenössischen Therapieformen kein systematischer Weg, mit ihnen umzugehen. Die Zahl fähiger Therapeuten, die in der Lage sind, angemessen mit Wesenheiten umzugehen, ist nicht der Rede wert.
Der Zweck dieses Buches ist es, gewisse grundlegende Fakten zu präsentieren, die sich auf Wesenheiten beziehen und die Mechanismen von Wesenheiten zu analysieren sowie ihre Motivationen und ihr Funktionieren. Über all die Jahre hinweg habe ich Wort für Wort notiert, was meine Klienten erzählten, wenn sie in Berührung mit Wesenheiten kamen und sie erforschten. Es sollte betont werden, dass es sich bei diesen Klienten um Personen aller Altersstufen (von Teenagern bis Achtzigjährigen) und der verschiedensten Berufsgruppen (von Hausfrauen über Studenten bis hin zu Politikern, Prostituierten und katholischen Nonnen) handelte. Das Einzige vielleicht, was all diese Menschen gemeinsam hatten, war die Tatsache, dass niemand von ihnen auch nur die entfernteste Kenntnis von Wesenheiten und ihren Mechanismen hatte. Darüber hinaus erzählte ich meinen Klienten niemals zu Beginn der Sitzung, dass ich vermutete, dass sie eine Wesenheit hätten. Ich ließ es sie durch Anwendung der ISIS-Technik selbst herausfinden, deren Hauptprinzipien im ersten Kapitel umrissen werden. Doch als wir das Material aus Hunderten von Fallstudien und darauf bezogenen Beobachtungen sichteten, tauchte ein bemerkenswert kohärentes Muster auf. Das Muster bezieht sich darauf, was Wesenheiten wollen, welche Störungen sie in ihren Wirten verursachen und warum und wie sie dazu kommen, in sie einzudringen. Mich erstaunten die Präzision, die Fülle der Details und die Tiefe des Gehalts, mit denen die Klienten ihre Wesenheiten beschrieben.
Es ist vor allem dieses Muster – oder ›Wesenheits-Syndrom‹ –, das ich mit dem Leser teilen möchte. In den ersten zwei Kapiteln werde ich ›die Tatsachen‹ in den Worten vorstellen, die meine Klienten gebrauchten, während sie ihre Wesenheiten entdeckten und erforschten.
Die Kapitel 3, 4 und 5 beschreiben ein Muster und zielen auf ein Verständnis dessen, worum es sich bei den meisten Wesenheiten handelt (wo ihre Ursprünge liegen und das Warum und Wie ihres Verhaltens).
Kapitel 6 und 7 sind dem außerordentlich wichtigen Thema des Einflusses gewidmet, den Wesenheiten in den Bereichen von Schwangerschaft und Gynäkologie ausüben. Ich habe unter anderem herausgefunden, dass Entbindung, Fehlgeburt und Schwangerschaftsabbruch hochgradige Risikosituationen dafür sind, von einer Wesenheit befallen zu werden, und einige Grundsatzinformationen zu diesem Thema können Frauen eine Menge an Problemen ersparen.
Kapitel 8 beschreibt die hauptsächlichen Umstände, in denen es möglich ist, sich eine Wesenheit einzufangen. Kapitel 9 präsentiert eine Bestandsaufnahme der Hauptkategorien dessen, was sich wie eine Wesenheit verhalten kann.
In den Kapiteln 10, 11 und 12 wird eine Anzahl von Begleitmechanismen beschrieben, die mit Wesenheiten in Verbindung stehen, insbesondere energetische Schnüre, die Eltern und Kinder verbinden und dabei für gestörte Beziehungsmuster sorgen.
Kapitel 13 erörtert das Thema der Besessenheit und präsentiert einige Beobachtungen über außergewöhnliche Wesenheiten. Es sollte jedoch klar sein, dass ich bei der Behandlung von Klienten mit Wesenheiten herausfand, dass sich die Klischees über Exorzismus und Besessenheit als irrelevant, unglücklich und kontraproduktiv erweisen, wenn es darum geht, einen nüchternen Zugang zu diesem Phänomen zu finden. Es ist Zeit, dass die Öffentlichkeit das Thema der Wesenheiten offen zur Kenntnis nimmt, anstatt sich durch all den Aberglauben, der diesem Bereich anhaftet, negativ beeinflussen und irreführen zu lassen. Absicht dieses Buches ist es daher, das Thema zu entdramatisieren und der Mystifikation zu entkleiden, indem wir die Wesenheiten eher vom Standpunkt der Erfahrung und ihrer Mechanismen betrachten als von religiös oder emotional gefärbten Perspektiven her.
In den Kapiteln 14 und 15 werden Hinweise auf die Prozedur gegeben, die wir an der Clairvision School in Sydney benützen, um Wesenheiten zu erforschen und zu entfernen. Eine Anzahl von Einschränkungen und möglichen Gefahren, die den Klärungsprozess betreffen, werden im Einzelnen behandelt.
In den vergangenen Jahren habe ich die Beobachtung gemacht, dass immer mehr Personen in der Lage sind, Wesenheiten wahrzunehmen. Aus diesem Grunde erscheint es mir wahrscheinlich, dass das in diesem Buch behandelte Thema in den kommenden Jahrzehnten eine stets wachsende Anzahl von Therapeuten und spirituellen Suchern betreffen wird.

Kapitel 1: Die Tatsachen

1.1 ISIS

Eine mächtige Technik der inneren Erforschung, ISIS genannt, wird in diesem Buch häufig erwähnt werden. Der Zweck von ISIS ist es, ein inneres ›Sehen‹ zu entwickeln, um die Wurzeln emotionaler Blockaden und psychologischer Dispositionen zu enthüllen. Durch ISIS werden die Wurzeln konditionierten Verhaltens erforscht und aufgelöst, um Klarheit und Spontaneität auf einem höheren Niveau zu erreichen.
Die ISIS-Technik basiert auf 3 Hauptprinzipien: Interaktion, Innerer Raum und Ergründen.
Interaktion: ISIS wird in Partnerarbeit praktiziert. Der Klient legt sich mit geschlossenen Augen hin, während sein Begleiter, ›Verbinder‹ genannt, neben ihm sitzt. Die Interaktion, die zwischen der Energie des Klienten und der des Verbinders stattfindet, ist ein wesentlicher Teil des Prozesses. Bei der Durchführung stellt der Verbinder dem Klienten gewisse Fragen, die helfen, bedeutsame Muster in der Psyche des Klienten aufzudecken.
Innerer Raum: Durch eine spezielle Methode, die das Energiezentrum zwischen den Augenbrauen aktiviert, werden die Klienten in Berührung mit dem inneren Raum des Bewusstseins gebracht. Sie werden sich eines violetten Lichtes oder einer violetten Ausdehnung bewusst, und häufig findet eine Öffnung der Wahrnehmung statt, in der eine Anzahl emotionaler Energien erkannt werden kann.
Ergründen: Die allgemeine Richtung der Technik geht dahin, die Ursprünge der Emotionen und Energien zu ergründen, die beim Betrachten des inneren Raumes angetroffen werden.
Die Anfangsbuchstaben dieser 3 Prinzipien fügen sich günstig zum Namen der ägyptischen Göttin Isis zusammen.
Ich werde hier auf die näheren Details der ISIS-Technik nicht eingehen, weil diese an anderer Stelle ausführlich von mir geschildert wurden.1 Ich muss jedoch betonen, dass dieser Prozess keinerlei Form von Hypnose, Suggestion, kreativer Visualisierung, geführter Imagination oder positiver Affirmation beinhaltet. Statt dessen werden die Klienten auf nicht-manipulativem Weg ermutigt, die inneren Bilder anzusehen, wobei es darum geht, nichts von dem, was erblickt wird, zu verändern. Darüber hinaus bleiben die Klienten im vollen Besitz ihres Bewusstseins und für die Gesamtdauer der Sitzung wach. Während eines ISIS-Zustands findet eine Erweiterung der Wahrnehmung statt, und die Klienten werden einer Anzahl von Bewegungen und Energien innerhalb ihrer selbst gewahr, die sie niemals zuvor zur Kenntnis genommen hatten.

1 Siehe Rückführung in frühere Leben – eine Therapie für Freiheit im Hier und Jetzt vom gleichen Verfasser.

1.2 Die Tatsachen

In den ersten beiden Kapiteln werde ich die ›Tatsachen‹ präsentieren – Beobachtungen, die von den Klienten selbst gemacht wurden, während sie eine Wesenheit durch die ISIS-Technik entdeckten. Hier sollte auch betont werden, dass ich den Klienten niemals davon erzähle, wenn ich bei ihnen eine Wesenheit entdecke. Die Absicht der Techniken der Clairvision School ist es, freien Willen zu entwickeln, und die Klienten und Schüler spielen eine so aktive Rolle wie möglich in jedem Prozess der Heilung oder Selbst-Transformation. Daher erklärt der Verbinder während ISIS niemals, dass eine Wesenheit existiert, bevor sie nicht vom Klienten selbst wahrgenommen wurde.

Lassen Sie uns nun einen Blick auf die am häufigsten vorkommenden Erfahrungen werfen, die Klienten gemacht haben, während sie eine Wesenheit durch die ISIS-Technik entdeckt und erforscht haben.

1.3 Präsenz

In den meisten Fällen sind Klienten in der Lage, eine Präsenz zu fühlen, die an ihnen hängt. Mit anderen Worten: Sie nehmen ein autonomes Bewusstsein wahr, das zusätzlich zu ihrem eigenen vorhanden und getrennt von dem ihren ist und das innerhalb ihrer oder um sie herum tätig ist.
Bevor sie den Erforschungsprozess unternommen haben, waren sich die meisten Klienten dieser Präsenz nicht gewahr. Wenn sie jedoch einmal durch den ISIS-Prozess identifiziert wurde, kommt die Präsenz den Klienten häufig vertraut vor. Sie erkennen plötzlich, dass sie unbewusst schon vorher darüber Bescheid wussten.
Ein gewisser Prozentsatz der Klienten war sich jedoch der Anwesenheit der Präsenz schon lange vor dem Durchlaufen des ISIS-Prozesses bewusst, doch waren sie unfähig, darüber mit Freunden oder Therapeuten zu sprechen, aus Angst, für geisteskrank gehalten zu werden oder auch nur deshalb, weil es sonderbar klingen mag und nicht in eines der üblichen verstandesmäßigen Schemata zu passen scheint.

1.4 Getrenntheit

In nahezu allen Fällen nehmen Klienten die Präsenz als getrennt von sich selbst wahr. Sie können ihre eigene Anwesenheit plus einer anderen Anwesenheit wahrnehmen, die ihnen anhängt, sich jedoch von ihnen selbst unterscheidet. Sie beschreiben diese Wahrnehmung mit Ausdrücken wie: »Etwas Fremdes«, »Es gehört nicht zu mir«, »Es ist kein Teil von mir«, »Es ist ein Parasit«, »Es war nicht immer schon bei mir«, »Es wurde hinzugefügt«, »Es hängte sich zu einem speziellen Zeitpunkt an mich an« (sogar wenn dieser Zeitpunkt schon lange zurückliegt), »Es sollte nicht hier sein«.

Fallstudie 1.1: 32jährige Frau, Sekretärin.
Was können Sie wahrnehmen? – Es ist rot und es ist ärgerlich. Es ist, als ob es von mir Besitz ergriffen hätte. Es ist etwas, das ich mein ganzes Leben lang bekämpft habe. Es ruft Hass hervor. Es ist Wut, aber keine Wut, die vom Körper stammt. Kann sein, dass es sich um meine dunkle Seite handelt. Aber es fühlt sich nicht an wie ich.
Wann haben Sie es zum ersten Mal gespürt? – Jetzt gerade. Aber ich habe immer schon von seiner Existenz gewusst. [Die Klientin weint mit geballten Fäusten.] Ich fühle, dass es mich zum Töten treiben kann, das ist mein Ernst. Es füllt meinen Körper mit Hass und es ist pure Zerstörung.2

2 Die in diesem Buch präsentierten Fallstudien haben die Form eines Dialogs zwischen dem Verbinder (Begleiter), der Fragen stellt und dem Klienten, der sie beantwortet oder seinerseits Bemerkungen macht. All diese Dialoge haben stattgefunden, während die Klienten im ISIS-Zustand waren. Der exakte Wortlaut der Klienten wurde beibehalten, abgesehen von sehr geringfügigen Veränderungen der Syntax und der Weglassung einiger Wiederholungen. Um zu erkennen, wer gerade spricht, wurden die Worte des Begleiters kursiv gedruckt und durch einen Gedankenstrich von den Aussagen des Klienten abgetrennt.

Wie wir in diesem Kapitel sehen, beschreiben Klienten diese fremden Präsenzen, als ob diese ihre eigenen Begehren, Emotionen und Gedanken hätten. Die Präsenzen werden wahrgenommen, als ob sie ein Eigenleben führten, sogar dann, wenn sie auf vielfältige Weise die psychologischen und vitalen Funktionen der Klienten stören.

1.5 Erscheinung, Lokalisation und Größe

In den meisten Fallen identifizieren Klienten eine Form, die mit der Präsenz verbunden ist. Diese Formen variieren von einfachen Schatten bis hin zu menschlichen Umrissen und umfassen einen weiten Bereich monströser Formen. Sogar dann, wenn Klienten es nicht klar formulieren können, nehmen sie die Form als Träger der Präsenz wahr, genau wie unser physischer Körper als Träger unseres Bewusstseins angesehen werden kann.
Die Form wird für gewöhnlich zuerst im ISIS-Zustand erkannt. Später dann sind sich die Klienten auch während ihrer alltäglichen Aktivitäten der Präsenz gewahr, die ihnen anhaftet. Werden sie später gefragt, ob diese Form ihnen bereits anhing, bevor sie sich ihrer im ISIS-Prozess bewusst wurden, so beantworten die Klienten diese Frage nahezu einheitlich mit »Ja«, doch mit dem Zusatz, dass sie sich der Präsenz nicht bewusst waren oder sie lediglich unbewusst wahrgenommen haben.
Die Identifikation der Form erfolgt oft schrittweise deutlicher werdend. So mag ein Klient zu Beginn der Sitzung nur eine verschwommene Wolke sehen und nur langsam mehr Einzelheiten wahrnehmen, bis die ganze Form enthüllt ist. Ist sie einmal voll erkannt, so pflegt die Form für gewöhnlich während des ganzen Erforschungsprozesses bis zur Klärung mehr oder weniger unverändert zu bleiben. Die Größe kann jedoch leicht schwanken. Insbesondere lassen gewisse Emotionen oder Nahrungsmittel die Wesenheit vorübergehend größer werden.
Meistenfalls berichten Klienten, dass sich diese Formen innerhalb ihrer Körper befinden oder direkt am Körper anhaften, indem sie z.B. an ihrem Rücken hängen oder auf ihrem Kopf sitzen. Daraus folgt, dass die Form bzw. Präsenz an einem speziellen Stelle ihres Körpers lokalisiert ist. Der Bereich, der sowohl von Männern wie von Frauen am meisten erwähnt wurde, ist die linke Seite der Hüfte, der Bereich des linken Darmbeins. Frauen identifizieren häufig auch Bereiche innerhalb und rund um Vagina, Uterus und Eierstöcke. Die Gründe dafür werden in Kapitel 6 erörtert; lassen Sie uns im Augenblick nur die Tatsachen betrachten, wie sie von den Klienten geschildert werden.
Wesenheiten können in nahezu jedem Körperteil lokalisiert sein, doch die Gliedmassen werden – im Vergleich zu Rumpf und Kopf – relativ selten genannt. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass Wesenheiten sich scheinbar nicht sehr im Körper des Klienten zu bewegen scheinen. Manchmal beziehen sich Klienten darauf, dass »das Ding« sich innerhalb seiner eigenen Sphäre leicht bewegt, doch es ist eher unüblich, dass Wesenheiten den Körperbereich wechseln. Wesenheiten scheinen äußerst fixiert und eigensinnig zu sein; sie sind nicht gewillt, ihre Position aufzugeben und zeigen sich jedem Versuch, sie daraus zu entfernen unzugänglich.
Die Größe der Wesenheiten, wie sie von Klienten beschrieben wird, variiert von einem halben Zentimeter bis zu zwei Metern. In der Mehrzahl der Fälle jedoch sind sie kleiner als 50 Zentimeter.

1.6 Die Lebenskraft der Klienten absaugen

In nahezu allen Fällen berichten Klienten, dass »das Ding« sie aussaugt, indem es ihre Lebenskraft anzapft. Es handelt sich dabei um ein relativ gleichbleibendes Merkmal, wie auch die weiteren Beispiele in diesem Buch zeigen.

Fallstudie 1.2: 43jährige Frau, Flugbegleiterin.
Wie sieht »es« aus? – Es hat Beine mit Saugnäpfen am Ende. Die zwei Vorderbeine liegen um meinem Nacken. Es ist groß. Es bedeckt meinen Rücken bis zur Mitte hinunter. Es ist grau. Es nährt sich von der Basis meines Gehirns. Es nimmt sich Lebensenergie, aber nicht die ganze Zeit über, bloß manchmal, wenn es Hunger hat. Wenn es an meiner Energie saugt, gerate ich durcheinander. Es macht, dass meine Gedanken immer im Kreis laufen, Gedanken, die keinen Sinn ergeben. Es beißt in meinen Kopf und mein Kopf tut weh.
Fühlt es sich wie ein Teil Ihrer selbst an oder wie etwas Fremdes? – Nein, es ist fremd.

Fallstudie 1.3: 29jährige Frau, Hausfrau.
Die Klientin litt an grundloser Müdigkeit, an Depression und Antriebsarmut. Zu Beginn der ISIS-Sitzung nahm die Klientin einen Schatten in ihrem linken Darmbeinbereich wahr.
Kann irgendeine Emotion dazu Bezug haben? – Es fühlt sich tot an. Kalt. Da ist nichts. Es möchte einfach in Ruhe gelassen werden.
Warum? – Es liebt die Dunkelheit. Wie in einer Höhle. Es mag es, ruhig zu bleiben und Sachen in sich hineinzuziehen.
Wie groß ist es? – Sie meinen dieses schwarze Ding... [Die Klientin deutet einen Bereich auf der linken Seite ihres Körpers von der Mitte des Oberschenkels bis zur Brust an.]
Haben Sie es jemals zuvor gesehen? – Nein.
Was will es? – Es will einfach hier sein. Es nimmt kleine Teile von meiner Energie. Es saugt die ganze Zeit über Energie. Nur kleine Mengen. Gerade was nötig ist.
Kann es sein, dass Sie bestimmte Nahrungsmittel essen, die »es« mag? – Käse. Und Tomaten. Brot.
Was passiert mit »ihm«, wenn Sie diese Speisen essen? – Es wird stärker. Und meine Energie wird ein wenig schwächer.
Welche Emotionen liebt »es« an Ihnen? – Negativität. Es ist wie ein Muster von Negativität. So in der Art von leerem Leben. Depression. Es mag meinen Ehemann. Mein Mann füttert es. Er macht es stärker.

Bald nachdem sie die Präsenz identifiziert haben, neigen die meisten Klienten dazu, sie als Parasit wahrzunehmen. Um sie zu beschreiben, benützen sie Ausdrücke wie: »Es saugt mich aus«, »Es lebt von meiner Energie«, »Es zapft meine Lebenskraft an«, »Es saugt meine Energie auf«, »Es nimmt mein Leben (oder meine Wärme)«, »Es frisst an mir«, »Ich bin sein Lebenserhaltungssystem«. Sie setzen die Präsenz häufig in Beziehung zu Symptomen wie Müdigkeit, Depression, Gefühlen von Leere und Mangel an Motivation.

1.7 Verlangen nach bestimmten Speisen, Heißhunger

In den meisten Fällen berichten Klienten, dass die Wesenheit darauf reagiert, wenn sie bestimmte Nahrungsmittel zu sich nehmen. Darüber hinaus kann die Wesenheit Heißhunger oder zwanghaftes Verlangen nach diesen speziellen Speisen hervorrufen. Die Substanz, die bei weitem am häufigsten erwähnt wird, ist Zucker. Wenn Klienten gefragt werden: »Kann es sein, dass es bestimmte Nahrungsmittel gibt, die »das Ding« gerne hat?«, so antwortet mehr als die Hälfte von ihnen unmittelbar mit »Zucker«, »Süßigkeiten« oder »Schokolade«.
Andere Nahrungsmittel, die häufig von Klienten erwähnt werden, sind »schwere Speisen«, Kuchen und Weißbrot (aus Hefeteig), gebratene Speisen und Fette, Käse und ganz allgemein ungesunde, kalorienreiche Nahrung. In anderen Fällen werden Fleisch und stark gewürzte oder gesalzene Speisen bevorzugt. Es ist nicht unüblich, dass Fleisch und stark gewürzte Speisen zusammen genannt werden. Ein Muster, das ich beobachten konnte, ist, dass Wesenheiten, die Begierde nach Fleisch haben, häufiger von Gewürzen, Wein und Alkohol angezogen werden als von Kuchen und Süßigkeiten und häufig mit Zorn und aggressiven Tendenzen zu tun haben.
Überraschenderweise wird von den Klienten häufig ein Gemüse erwähnt, nach dem Wesenheiten Heißhunger haben – Tomaten.
Sobald der Klient die Präsenz im Verlauf einer Sitzung identifiziert hat, findet er es für gewöhnlich sehr leicht, die Frage zu beantworten: »Könnte es sein, dass »es« einige Speisen genießt, die Sie essen?« Die Erwiderungen der Klienten geben Anlass zu der Annahme, dass Begierde nach bestimmten Speisen eines der augenfälligsten Kennzeichen in Bezug auf Wesenheiten ist. Nicht alle Präsenzen haben Gier nach Essbarem, doch bei einem Grossteil von ihnen trifft das zu, und in wenn dies der Fall ist, scheint das Verlangen ganz leicht identifizierbar zu sein.

Fallstudie 1.4: 37jährige Frau, Filmemacherin.
Wie sieht es aus? – Wie ein Stein in meinem Solarplexus. Es ist sehr alt. Es gibt nichts (von sich her) und ist ganz unversöhnlich.
Könnte es sein, dass »es« einige Speisen genießt, die Sie essen? – Es mag Fleisch und scharfe Speisen wie Rote Chilis, und Rotwein. Es ist alles rot: Rotwein, rotes Fleisch, rote Chilis, rote Paprika, Tomaten ... wie bizarr! Es ist sehr aggressiv. Es hat widerliche Zähne. Es ist gerne bei mir, weil ich es beschütze. Ich sorge dafür, dass es sich wohlfühlen kann. Es ist wie ein Saugnapf.

Im Umgang mit einer Wesenheit besteht die Vorgehensweise von Clairvision darin, eine oder mehrere Sitzungen der Identifikation der Wesenheit zu widmen. Dabei handelt es sich um den ersten Teil des Prozesses. Dann durchläuft der Klient eine zweite Phase, während der er diese Wesenheit während seiner alltäglichen Aktivitäten beobachtet, um selbst herauszufinden, welche Störungen in seinem Verhalten von ihr herrühren mögen. Während dieser Phase der Beobachtung, die zwei Wochen oder länger dauern kann, haben Klienten die Möglichkeit, die Mechanismen der Begierden zu studieren. Häufig beobachten sie, dass ein Impuls von der Präsenz auszugehen scheint, wenn eine Begierde auftritt. Die Begierde beginnt in der Wesenheit und teilt sich dem Klienten unvermerkt mit. Wenn der Klient unachtsam ist und auf die Wesenheit vergisst, wird die Begierde wie jedes andere Verlangen, das vom Klienten selbst stammt, wahrgenommen. Wenn er jedoch wachsam bleibt und die Präsenz beobachtet, kann festgestellt werden, wie dieselbe Begierde direkt von der Präsenz herkommt. Klienten kommen häufig zu dem Schluss, dass die Impulse der Präsenz schon seit Jahren ihr Bewusstsein überlagern; nur waren sie sich bis dahin dieser Mechanismen nicht bewusst.
Eine weitere wichtige Tatsache, die wiederholt von Klienten berichtet wird: Wenn sie einer Begierde, die von der Wesenheit stammt, nachgeben und die spezielle Speise essen, so scheint dies die Wesenheit zu verstärken. Dieser Effekt wird von allen Klienten in mehr oder weniger übereinstimmenden Ausdrücken beschrieben: »Die Wesenheit wird größer« (oder stärker), »Es findet mehr Halt an mir«, »Es kann mich mehr beeinflussen«, »Es gerät außer Kontrolle« und andere ähnliche Formulierungen.
Obgleich die meisten Wesenheiten Begierden erzeugen, muss betont werden, dass es sich keinesfalls jedes Mal um den Einfluss einer Wesenheit handelt, wenn Sie eine Begierde haben. Genauso wenig wie ein Kopfweh ein Hinweis auf einen Hirntumor sein muss, wäre es absurd anzunehmen, dass irgendein Symptom, das in diesem Kapitel Erwähnung findet, ein Anzeichen dafür ist, dass Sie eine Wesenheit haben.

1.8 Andere Begierden:

Abgesehen von Zucker und anderen Speisen berichten Klienten manchmal, dass die Wesenheiten auch für Begierden nach anderen Stoffen verantwortlich sind: nach Kaffee, Tabak, Alkohol und diversen andere Drogen. Nur ein kleiner Teil meiner Wesenheiten-Klienten sagt, dass die Präsenzen nach Alkohol oder narkotisierenden Drogen verlangen. Dies mag deshalb der Fall sein, weil die meisten Personen, die zu mir kommen, an der Arbeit der Selbsttransformation interessiert sind und in diesem Zusammenhang einen gesünderen Lebensstil als die Durchschnittsbevölkerung gewählt haben. Meine Erfahrung führt mich zu folgender Annahme: Wenn derselbe Prozess mit einer Gruppe von drogen- und alkoholabhängigen Personen durchgeführt würde, würde dieses Vorgehen wahrscheinlich eine überraschend hohe Anzahl von Wesenheiten enthüllen. Mit dieser Aussage soll jedoch keineswegs suggeriert werden, dass alle Süchte infolge von Wesenheiten auftreten. Eine Einstellung, die Wesenheiten für sämtliche menschlichen Probleme verantwortlich macht, wäre genauso kindisch wie eine Haltung, die auf einer totalen Verleugnung dieser Erfahrung gründet.
Ob Begierden nun mit Essen oder mit toxischen Substanzen zu tun haben: es stellt sich die Frage, wie sich Begierden, die mit der Präsenz einer Wesenheit verbunden sind, von herkömmlichen Äußerungen des Verlangens unterscheiden? Begierden, die von Wesenheiten verursacht werden, sind häufig zwingender Natur und fester eingeprägt als andere. Sie können Klienten zu Äußerungen führen wie: »Das fühlt sich nicht nach mir an«, »Das fühlt sich nicht wie meine üblichen Verlangen und Begierden an«. Sobald Klienten die Wesenheit einmal identifiziert haben, können sie die Begierden als direkt von ihr stammend wahrnehmen. Nach dieser Identifikation können sie zwischen Begierden, Verlangen und Wünschen unterscheiden, die aus ihnen selbst stammen und solchen, deren Ursprung in der Präsenz liegt. Dieses Vorgehen erfordert Unterscheidungskraft und Achtsamkeit, da Wesenheiten geschickt darin sind, ihre Bedürfnisse zu verschleiern und unbemerkt zu bleiben, so dass Klienten deren Begierden oder Verlangen als ihre eigenen interpretieren.
In vielen Fällen verschwinden die mit einer Wesenheit verbundenen Begierden oder lassen zumindest auf bemerkenswerte Weise nach, nachdem der Klärungsprozess durchgeführt wurde.

Fallstudie 1.5: 20jährige Frau, Studentin.
Was fühlen Sie? – Ich kann Bewegung spüren, wie die eines Tieres, das in meinem Solarplexus zappelt.
Was für eine Art von Tier? – Ein kleiner roter Affe. Er ist in mir.
Was macht er dort? – Er springt, bewegt sich ...
Was will er? – Er ist aufgeregt. Er will hinaus.
Ist er schon lange Zeit dort? – Oh ja! Ich bin sicher, dass er sich schon seit meiner Kindheit dort befindet. Es ist ein Gefühl der Einschnürung. Er ist sehr klein: fünf oder acht Zentimeter.
Bei welcher Art von Speisen mag es der Affe, wenn Sie sie essen? – Er macht mich aufgeregt, daher nehme ich Beruhigungsmittel. Er möchte heraus. Er mag es, wenn ich Beruhigungsmittel nehme oder sonst irgendwelche Drogen.
Haben Sie diesen Affen jemals zuvor gesehen? – Nein. Obwohl das Gefühl vertraut ist. Er mag Kaffee. Ich trinke eine Menge Kaffee. Er ist ein außerordentlicher Herumtreiber. Er geht gerne in Cafés mit vielen Leuten und viel Musik. Und dann noch irgendwohin und dann noch irgendwohin ... Er fühlt sich nicht gefährlich an, er fühlt sich gerissen an. Zuhause bringt er mich dazu, eine Menge Kaffee zu trinken, laute Musik zu hören und eine Menge Leute einzuladen. Wenn ich das nicht fertig bringe, versetzt er mich in Panik. Er hasst es, wenn ich meditieren. Wenn ich meditiere, verwandelt er sich in eine weiße Spirale und rotiert.
Spricht der Affe? – Nein, aber ich tue es. Er bringt mich dazu, den ganzen Tag zu reden und mich während meiner Arbeit unruhig zu verhalten. Er mag eine Menge Kaffee. Als ich meinen ersten Freund traf, ich erinnere ich mich an dieses neue Gefühl, wirbelig, ruhelos und getrieben und unsicher ... was bis zur Panik führte. Mein Vater war noch nicht lange gestorben. Vorher kann es nicht da gewesen sein, weil ich zu ernsthaft war, da hatte es keine Chance. Nachdem mein Vater starb, veränderte ich mich plötzlich.
War es (die Wesenheit) glücklich, als Sie einen Freund hatten? – Er ist niemals glücklich. Immer aufgeregt. Er ist in einem richtiggehenden Strudel und übertreibt es fortwährend. Er möchte hinaus oder wünscht Beachtung – sehr ungezogen. Als ich damit begann, Drogen zu nehmen [Kokain], wurde er sehr schlimm. Er wurde viel breiter und größer und geriet außer Kontrolle [die Klientin deutet dies mit den Händen an, indem sie auf ihren ganzen Brustkasten und ihren Unterleib zeigt].
Könnte es einen Teil Ihrer selbst geben, der von der Anwesenheit des Affen profitiert? – Mein geselliger Teil. Er spielt mit dem dunkleren Teil meiner selbst und mit meinen leichtfertigen Teilen. Ich bekomme durch ihn viel getan. Ich laufe viel herum und treffe eine Menge Leute und bleibe während der Nacht wach. Ich kann nicht lesen, aber ich kann reden, reden, reden ... Ich kann mit einem Fremden am Nebentisch ein Gespräch anfangen. Ein Teil von mir mag das. Aber manchmal verhält er sich so unwiderstehlich, dass ich aus einer Vorlesung laufe und eine Zigarette rauche. Er mag Kings Cross [den Rotlichtdistrikt von Sydney], und er frisst diese Energie, während ich herumlaufe und mit Leuten rede.
Wie reagiert er, wenn Sie Sex haben? – Er zieht sich zurück. Wenn ich die Person nicht kenne oder wenn es sich um mehr als eine Person handelt oder eine Menge Alkohol im Spiel ist, dann mag er das. Doch sobald es sich um jemand handelt, der mir wichtig ist, dann versetzt er mich in Panik und hält mich davon ab, Liebe zu machen. Ich kann es sehen, wann er hereinkam. Es war eine ... traurige Zeit. Lange her. Mein Vater starb, als ich in der Schule war. Ich lief und spürte, wie er starb. Ich war 13 Jahre alt. Mein Bruder und mein Onkel holten mich von der Schule ab. Und der Affe sprang in der darauffolgenden Zeit der Panik in mich hinein. Mein Vater hat stets viele Drogen genommen.
Nun ist der Affe außerordentlich ärgerlich. Er hasst Sie. Er möchte Sie auf die Hand schlagen. Er macht alles eng in mir und versucht, Sie wegzustoßen. Er will nicht, dass ich hier bin. Er versucht mich jedes Mal zu überzeugen, nicht hierher zur Sitzung zu kommen.

1.9 Wesenheiten sind gierig nach emotionaler Intensität

Wie wir gesehen haben, beschreiben Klienten, wie ihre Wesenheiten Verlangen nach Zucker, Junk-Food oder Genussgiften schaffen und dann durch das Vergnügen, das folgt, aufblühen. Die meisten Klienten berichten auch, dass die Wesenheit durch jede Form sinnlichen Vergnügens oder starker Emotionen (wie Zorn, Schrecken oder Bestürzung, Enttäuschung, jede Form emotionaler Schmerzen, Melancholie, Traurigkeit und Depression) stärker werden.

Fallstudie 1.6: 39jähriger Mann, öffentlicher Dienst.
Das dumme Ding gewinnt immer. Entweder rauche ich die Zigarette und es genießt den Tabak oder ich rauche nicht und es genießt meine Frustration!

Es scheint, dass weniger die Art als vielmehr die Intensität der Emotion die Wesenheit nährt. Sofern dies sexuelles Vergnügen betrifft, scheinen sich einige Wesenheiten von Sex besonders angezogen zu fühlen, und sie treiben die Klienten zu vielfältigen Erfahrungen oder zu zahlreichen Partnern. Andere scheinen sich durch den sexuellen Akt bedroht zu fühlen und sind unfähig, mit Nähe und Liebe umzugehen. Das allgemeine Muster zeigt, dass sich Wesenheiten mehr von Sex als von Liebe angezogen fühlen, wie es in Fallstudie 1.5 am Beispiel des kleinen roten Affen klar zum Ausdruck kommt.

Fallstudie 1.7: 24jährige Frau, Krankenschwester.
Was spüren Sie? – Ich kann etwas in meiner Brust und in meinem Unterleib spüren. Es sieht wie ein alter Mann aus, wie ein Skelett. Ich kann spüren, wie sein Brustkorb in meinen übergeht. Genauso kann ich seine Hüftknochen spüren.
Was will es? – Ich denke, es will mein Liebhaber sein. Es mag mich, weil ich jung bin. Es mag meine Kraft und meine Energie. Es versucht, Dinge zu verschleiern. Es veranlasst mich, meinen Körper zu spüren, speziell meine Hüften. Es lässt mich auf eine bestimmte Weise gehen, wobei ich an die sexuelle Bedeutung meiner Hüften denken muss.
Was springt für es dabei heraus? – Es bekommt das Gefühl, lebendig zu sein. Und es liebt dieses Wetter [es ist Frühling in Sydney], weil es für mehr Sinnlichkeit sorgt. Es lässt mich das Wetter fühlen. Es gibt einen Mann an meinem Arbeitsplatz ... Das Skelett versucht mich dahingehend zu manipulieren, dass ich Sex mit ihm habe. Jedes Mal, wenn ich mit diesem Mann spreche, verändert es meine Stimme, um sie attraktiver klingen zu lassen. Und gegen Abend gibt es mir erotische Szenen ein, die diesen Mann und mich zum Inhalt haben. Es treibt mich zu diesem Mann. Es möchte, dass ich mich von ihm berühren lasse. Wenn es dem Skelett gelänge, dass ich mit dem Mann Sex hätte, so wäre dies ein aufregendes Erlebnis für es. Es würde dadurch auch mehr Macht über mich bekommen. Es hat sich fixiert darauf, und wenn es dies erreichen würde, so würde das sein Ego stärken. Und es würde durch die sexuelle Energie Kraft empfangen. Es will vaginalen und analen Sex. Dies würde ihm das Gefühl vermitteln, sich selbst in meinem ganzen Körper auszudehnen. Bevor ich meinen ersten Freund hatte, brachte es das Wesen soweit, dass ich mich unsicher in Bezug auf mich selbst fühlte. Es ließ mich an meinen Körper denken. Und dann fühlte ich mich schuldig und das gab dem Wesen Macht über mich. Mit 15 Jahren hatte ich meinen ersten Freund. Ich sehe, dass das Skelett bereits da war, als ich Liebe machte, und dass es dies sehr genoss. Ich erinnere mich an eine Nacht, als ich fünf oder sechs Jahre alt war. Ich träumte von Zerstörung und hatte einen Orgasmus und wachte auf. Es war das Skelett, das den Orgasmus verursachte. Das Skelett lag auf meinem Körper, und der Traum war so gewaltig, dass das Skelett einen Orgasmus hatte.

Fallstudie 1.8: 33jährige Frau, Ladenbesitzerin.
Wie sieht es aus? – Es hat einen unförmigen Körper, mit Ausdehnungen, die in einer Art von Spitzen enden. Es ist dunkelbraun. Es reicht auf der rechten Körperseite von den Hüften bis zu meinen Schultern. Es nimmt meine Lebensenergie von hier [die Klientin zeigt auf den Bereich ihres Nabels]. Wenn ich Angst empfinde, kann es sich mehr Energie holen. Die Angst macht mich schwach, und das liebt es. Das macht es ihm leichter, stark zu werden. Es möchte wachsen, bis es mich übernehmen kann. Wenn ich einen Unfall hätte, wenn ich tot wäre, könnte es das Kommando übernehmen. Es könnte mich kontrollieren und Schaden anrichten.

Wie wir bald sehen werden, ist es für Wesenheiten üblich, hartnäckig einer speziellen Form von Verlangen oder Begehren anzuhangen.

Kapitel 2: Das Bild vervollständigen

2.1 Wesenheiten wollen etwas

Abgesehen von ihrer allgemeinen Neigung, durch emotionale Intensität und sinnliches Vergnügen zu gedeihen und aufzublühen, haben die meisten Wesenheiten einen spezifischen Fokus, eine spezielle Vorliebe, die sie auf repetitive und starre Weise zu befriedigen suchen.
Was wollen Wesenheiten?

Es mag weitere verschiedene Möglichkeiten geben, doch eines der häufigsten Merkmale von Wesenheiten ist ihre eingeschränkte Programmierung, als ob sie dieselbe Botschaft endlos wiederholten.

Fallstudie 2.1: 36jährige Frau, arbeitslos.
Gibt es bestimmte Speisen? – Zucker. Kohlehydrate. Es will, dass ich mich mit Brot und Butter voll stopfe. Es will, dass ich fett bin. Es will nicht, dass ich attraktiv aussehe. Es will verhindern, dass ich eine Beziehung habe. Es will, dass ich allein bleibe und immer masturbiere! Das ist alles, was es interessiert.
Was geschieht mit ihm, wenn Sie masturbieren? – Das lässt es sich voll fühlen. Es ist, als ob es Liebe mit mir machen würde. Aber es bekommt nie genug. Ich habe nun ein sehr klares Bild von seinem Gesicht. Es sieht gewalttätig aus. Eine ganz gewalttätige Person, richtig fies. Es sieht ein wenig wie mein Großvater aus, jedoch gewalttätig und dunkel.

Fallstudie 2.2: 49jährige Frau, Geschäftsführerin.
Wie sieht »es« aus? – Es ist, wie wenn etwas meinen Kiefer festhält; etwas, das mich zurückhält. Es ist dunkel und schwer. Wie eine Metallklammer um meinen Kopf, die ihn hält. Es ist schon lange dort. Als ich unter schrecklichem Kopfweh litt, war es die gleiche Schwingung. Es ist wie Traurigkeit und ich möchte sie nicht spüren. Es ist, wie wenn es mich niederhält, wie ein sehr großes Gewicht, das auf meinen Schultern lastet. Wie Dunkelheit.
Was will es? – Das weiß ich nicht. Es hängt an mir und ist sehr fordernd. Es will etwas. Es ist kalt und will Wärme. Es fühlt sich sehr kalt und klebrig an. Es ist seltsam, ich habe das früher gefühlt, das Ding ist so ähnlich wie ein Tintenfisch, wabblig. Es sitzt auf meiner Schulter. Es weiß, dass es hässlich ist, aber es will geliebt werden. Aber ich finde es scheußlich. Es hat lange Arme, die sich an mich klammern wie die Arme irgendeines dieser Meerestiere. Es ernährt sich von mir. Es hat einen Mund und es klebt an mir.
Essen Sie irgendwelche Nahrungsmittel, die das Wesen gerne hat? – Schokolade! [Die Klientin scheint von dieser Entdeckung sehr überrascht.]
Was passiert mit dem Wesen, wenn Sie Schokolade essen? – Schokolade macht, dass sich das Ding warm fühlt. Ist das nicht seltsam?
Nein! – Und es möchte, dass ich rauche, weil auch das dazu führt, dass es sich warm fühlt. Nun fällt mir auch ein, dass ich jedes Mal, wenn ich Wein trinke, genau denselben Schmerz im Kiefer fühle.
Was will es noch? – Es möchte einfach warmgehalten und geliebt werden. Es fühlt sich ganz deutlich wie etwas an, das kein Teil meiner selbst ist. Es ist etwas, das nicht zu mir gehört. Es hängt mir einfach an, wie eine großer dunkler Klops von Negativität. Ein flaches gallertartiges graugesprenkeltes Ding mit Saugarmen wie ein Tintenfisch: diese Beschreibung entspricht ihm am ehesten.
Was holt es sich von Ihnen? – Wärme oder etwas, das mit Wärme zu tun hat. Es scheint sie aus meinem Kopf herauszusaugen, an der Stelle, wo der Kopf mit der Wirbelsäule verbunden ist. Es klebt auf meinem Rücken und an meinen Schultern.

Fallstudie 2.3: 41jähriger Mann, Installateur.
Wie sieht es aus? – Ich will es nicht anschauen!
Wollen Sie es nicht ansehen oder will es nicht gesehen werden? – Es will nicht, dass Sie es ansehen.
Was will es? – Es macht es sich hier bequem. Es will einfach im Dunkeln alleingelassen werden. Es hat Angst. Es will das Licht nicht hereinlassen. Es ist wie ein schwarzer Kloß, der die Kraft meines Gehirns aussaugt. Es sagt einfach: »Geh weg, lass mich in Ruhe.« Aber ehrlich, das ist mir zu viel verlangt! Das hier ist schließlich mein Körper!
Könnte es sein, dass Sie bestimmte Dinge essen, die »es« mag? – Schokolade.
Was passiert mit ihm, wenn Sie Schokolade essen? – Es ist zufrieden. Es schläft dann. Es fühlt sich nicht bösartig an, einfach selbstsüchtig. Es verlangt von mir, dass ich nicht zuviel denke, damit ich es nicht aufwecke.

Fallstudie 2.4: 32jährige Frau, Ingenieurin.
Gibt es Speisen, die es gerne hat? – Nein, es scheint sich für Essen nicht zu interessieren.
Was hat es davon, wenn es sich in Ihrem Rücken aufhält? – Manchmal scheint es etwas aus meinen Gedanken zu ziehen. Wenn ich am Arbeiten bin, ernährt es sich von meiner Gehirnaktivität.
Wie reagiert es, wenn es durch Ihre Gedanken ernährt wird? – Das macht es rundum glücklich und aufgeregt, wie einen Hund, der gerade gefüttert wird.

2.2 Verwirrung

Wesenheiten sorgen nahezu immer für ein gewisses Maß an innerer Verwirrung, aus der sie verschiedene Vorteile zu ziehen scheinen. Die Verwirrung pflegt sich hauptsächlich auf zwei Arten zu manifestieren: Erstens neigen Wesenheiten dazu, alles zu fördern, was die geistige Klarheit der Klienten trübt. Klienten beschreiben oft, wie ihre Wesenheit sie dazu treibt, zuviel zu essen oder schwere, ungesunde Nahrung zu konsumieren, mehr Alkohol zu trinken oder Missbrauch mit diversen anderen toxischen Substanzen zu treiben, länger aufzubleiben anstatt schlafen zu gehen und ihre Zeit in lauter, chaotischer Umgebung zu verbringen etc. Alles, was geistige Zerstreutheit steigert und innere Verschwommenheit fördert, scheint von den Wesenheiten willkommen geheißen und gefördert zu werden. Gleichzeitig beschreiben viele Klienten, wie ihre Wesenheiten dazu neigen, überängstlich, aufgeregt und bedrohlich zu werden oder drohend zu reagieren, wenn die Klienten meditieren oder einfach versuchen, ruhig und bewegungslos zu sein.
Zweitens sind Wesenheiten Experten der Tarnung, indem sie die Klienten im Glauben lassen, dass sie selbst das wollen, was die Wesenheiten wünschen. Dies wird augenfällig, sobald die Wesenheit einmal identifiziert wurde: Klienten haben auf einmal das Gefühl, von etwas Fremdem ausgetrickst und manipuliert zu werden.

Fallstudie 2.5: 25jährige Frau.
Ist irgendetwas wie eine Anwesenheit damit verbunden? – Ja, eine Art von Gewahrsein, wie wenn mich etwas beobachten würde. Wie eine Stimme, die die ganze Zeit über Urteile fällt und Alles und Jedes kommentiert. Es versucht, die Dinge durcheinander zu bringen. Es versucht mich in Verlegenheit zu bringen, indem es mich dazu bringt, mich dumm zu fühlen und mir einredet, dass ich unbeholfen wirke. Aber es hat auch seine guten Seiten.
Was ist gut daran? – Es ist sehr aufgeweckt. Es sieht die Dinge, wie sie sind. Es versucht mich dazu zu bringen, dass ich über Dinge nachdenke, bevor ich sie tue. Aber dann veranlasst es mich, zuviel zu denken und ich handle dann überhaupt nicht mehr. Und es hält mich zurück, wenn ich versuche, mit Leuten zu reden. Ich fühle eine Art von Barriere. Es macht mich schwammig, wenn ich spreche. Es ist stark und schwach zugleich. Es ist stark, wenn es versucht, sich selbst zu erhalten, aber es versucht, mich zu schwächen.
Was ist denn dann für Sie das Gute an dem Ganzen? ... [Bei der Klientin zeigt sich Verwirrung.]
Wohin würde es sich begeben, wenn es Sie verlassen würde? – Es würde nicht weggehen! Es fühlt sich zwar ausgesprochen fremd an, aber es wohnt in mir. Und nun behauptet es, es sei ein Teil von mir geworden, ob ich das nun akzeptiere oder nicht.
Glauben Sie das wirklich? – Ja ... Nein!

Fallstudie 2.6: 30jähriger Mann, Koch.
Was will diese dunkle Wolke in Ihrer linken Hüfte? – Sie gibt mir einfach die ganze Zeit über ein Gefühl der Müdigkeit. Ich möchte einfach umfallen und tot sein. Und begraben werden. Die Wolke wäre glücklich, wenn sie ein Teil der Erde, des Bodens, werden könnte. Sie möchte keine Person sein.
Meinen Sie, dass Sie begraben werden wollen oder dass die Wolke beerdigt sein will? – Ich will das. Ich meine ... Nein, sie will es. Oder ich will es, weil sie es wünscht. Sie bringt mich dazu, das zu wünschen.

Fallstudie 2.7: 36jährige Frau, Schriftstellerin, die eine hexenähnliche Präsenz in der linken Seite ihrer Hüfte entdeckte.
Was will es? – Sie möchte einen Platz, wo sie existieren, wo sie leben kann.
Was bedeutet »leben« für sie? – Die Aufregung, sich heftig bewegen zu können und Dinge aufzuwühlen. Sie mag starke Emotionen.
Was geschieht mit ihr, wenn Sie starke Emotionen haben? – Sie fühlt sich wohl und lebendig. Meine Emotionen nähren sie, sie lebt von ihnen.
Gibt es Nahrungsmittel, die sie genießt? – Sie mag eine Menge scharf gewürzte Nahrung. Da wird mir schlecht davon. Eine Menge gewürzten Fleisches und eingelegtes Gemüse. Und sie mag es, wenn ich mich voll fresse, weil mich das schwer und träge macht.
Wie profitiert sie davon? – Sie ist glücklich, weil ich dann nicht geistig wach bin und sie dadurch die volle Freiheit hat. Wenn ich aufmerksam bin und weiß, was ich tue und was ich tun will, komme ich in kein emotionales Chaos. Aber wenn ich träge und unachtsam bin, dann passiert es mir wirklich schnell, dass sie die Kontrolle über mich hat. Bevor ich es richtig mitkriege, kann sie mich in ein gefühlsmäßiges Durcheinander manövrieren. Wenn ich zuviel esse, schwillt nicht nur mein Bauch an, es ist auch eine Blähung meiner Sinne. Ich bin dann weder klar noch scharf. Wenn ich klar im Kopf bin, dann kann ich – wenn ich merke, dass etwas schiefläuft – sagen, dass ich nicht daran interessiert bin, darauf einzusteigen. Wenn ich jedoch träge bin, bin ich nicht klar genug, um es kommen zu sehen und sie übernimmt die Kontrolle über mich.

2.3 Wesenheiten sind eine Vergiftung des Willens

Die Verwirrung oder Trübung zieht auch das Treffen von Entscheidungen in Mitleidenschaft, und zahlreiche Klienten beschreiben, wie ihre Wesenheit eine Hauptrolle bei ihrem Zögern spielen. Häufig lieben es Wesenheiten, sich Zweifel und Schuld zu Nutze zu machen. Wenn sie eine unverantwortliche Handlung herbeiführen können, dann profitieren sie von der Bestürzung der Klienten.

Fallstudie 2.8: 24jähriger Mann.
Es mag Zigaretten. Denn jedes Mal, wenn ich eine Zigarette rauchen möchte, entsteht ein Konflikt: Soll ich eine rauchen oder soll ich nicht? Es überkommt mich dann eine Welle des Zweifels, die mich schwach macht. Und das gibt ihm mehr Macht über mich.

Fallstudie 2.9: 47jähriger Mann, Gebrauchtwagenhändler mit einem schweren Alkoholproblem. Bei dieser Sitzung hatte er sich verspätet.
Als ich heute Abend hierher gefahren bin, erzeugte Harry [der Name, den der Klient seiner Wesenheit gegeben hatte] in mir den unwiderstehlichen Drang nach einem indischen Essen mit all seinen Gewürzen. Obwohl ich wusste, dass ich hier herkommen sollte, war das Verlangen stärker als ich. Ich musste bei einem indischen Restaurant anhalten. Und während ich bestellte, hörte ich mich selbst eine Flasche Wein bestellen, und ich wusste, dass es Harry war, der dies veranlasste. Und dann fiel mir während des Essens ein, dass wir die heutige Sitzung nicht durchführen können, weil ich getrunken habe. Ich war maßlos über mich selbst enttäuscht, und es ist nicht das erste Mal, dass mir so etwas passiert.

2.4 Wesenheiten möchten nicht gesehen werden

Wesenheiten reagieren für gewöhnlich negativ, wenn sie entdeckt und beobachtet werden. Wenn sie ihre Wesenheit zum ersten Mal ansehen, dann berichten viele Klienten, dass »das Ding« verlegen, verstört, bedroht oder sogar bedrohlich reagiert. Die Wesenheit hat lange viele Tricks benutzt, um unentdeckt zu bleiben und versucht mit allen Kräften verborgen zu bleiben. Wenn Wesenheiten Verwirrung und Trübung fördern, dann deshalb, um leichter unbemerkt zu bleiben.

Fallstudie 2.10: 31jährige Frau, Schauspielerin.
Was will es? – Es fürchtet sich sehr. Es möchte gar nichts spüren. Es hat Angst vor Menschen. Es fürchtet sich vor Ihnen. Es möchte unerkannt im Dunkeln leben. Es möchte unbewusst sein. Es will nicht gesehen werden. Und es will, dass ich mich nicht zeige.
Das muss für eine Schauspielerin ein Problem darstellen. – [Lachend:] Ja, das ist es! Es möchte verborgen bleiben und mich in einem dunklen Keller halten, wo es mich kontrollieren kann. Es ist schmutzig und möchte nicht allein sein. Es will, dass ich so bin wie es, nämlich schmutzig. Es mag es, wenn ich zu viel esse und Alkohol trinke und zu spät ins Bett gehe.

Fallstudie 2.11: 52jähriger Mann, im öffentlichen Dienst beschäftigt.
Wie reagiert »das Ding«, wenn wir es ansehen? – Es hasst es. Es sagt, wenn Sie es nicht in Ruhe lassen, wird es Sie angreifen und Sie krank machen, und Sie werden sterben.
Ist das alles? – Nein, es wird Sie nach Ihrem Tod verfolgen. Es ist wild.

2.5 Sekundärgewinne und geteilte Neigungen

Im Verlauf des Erforschungsprozesses wird es häufig augenscheinlich, dass der Klient auch gewisse Vorteile aus der Präsenz der Wesenheit bezieht, welche Probleme und Störungen eine Wesenheit auch immer schaffen mag . Diese Vorteile mögen von Klient zu Klient variieren, aber gewisse Themen pflegen sich regelmäßig zu wiederholen.
Der häufigste Vorteil, den Klienten beschreiben, ist der, dass die Wesenheiten sinnliche Genüsse verschiedenster Art intensivieren. Wie wir oben bemerkt haben, verlangen Wesenheiten in auffallender Weise nach sinnlichem Vergnügen und starken Emotionen, um daraus eine Art von Nervenkitzel zu beziehen. Dieser Kitzel findet im Klienten seinen Widerhall und wird als Steigerung der Lust oder der Emotion wahrgenommen. Der Genuss der Wesenheit und der des Wirts verstärken einander, so dass Schokoladeessen oder Selbstbefriedigung zu äußerst intensiven und süchtig machenden Erfahrungen werden. Diese Tatsache führt gewisse Klienten zu einer ambivalenten Haltung gegenüber ihrer Wesenheit. Sie erkennen »es« als etwas Fremdes, als einen Parasiten, der allerlei innere Probleme schafft, die sie nicht haben wollen. Gleichzeitig fühlen sie sich jedoch von der Lust, die die Wesenheit fördert und intensiviert, angezogen.
Ein weiterer Vorteil, von dem Klienten häufig berichten, besteht darin, dass die Wesenheit ihnen Gesellschaft leistet. Eine Reihe von Klienten hat beschrieben, wie die Wesenheit sich ihnen zuerst in ihrer Kindheit näherte, und zwar zu einer Zeit, als sie sich einsam fühlten und sich nach Kameradschaft sehnten. Die Wesenheit kam und füllte ein emotionales Vakuum. Die negativen Aspekte wie Energieentzug und parasitäre Emotionen wurden erst viele Jahre später erkannt.
Bei den meisten Fällen von Wesenheiten ist es nicht sehr schwierig, eine Art von Ähnlichkeit zwischen den Wünschen der Wesenheit und den Vorlieben des Klienten festzustellen. Die Wesenheit und der Klient teilen häufig bestimmte emotionale Neigungen, eine Sucht oder irgendwelche anderen Züge. Wie das Muster auch immer beschaffen sein mag: wenn man die Natur der Wesenheit mit der Psychologie des Klienten vergleicht, dann erscheint es als sehr plausibel, dass gerade so eine Wesenheit sich bei gerade diesem Klienten eingefunden hat.

Fallstudie 2.12: 49jährige Frau, arbeitet in einem Reisebüro.
Was macht es mit ihnen? – Es beisst in meinen Nacken ... in die Mitte meines Nackens. Es hat eine Menge Beine, an denen Saugnäpfe sind.
Welcher Teil von Ihnen könnte von der Anwesenheit dieses Dings profitieren? – Es braucht mich, um sich zu ernähren. Das macht mich zu etwas Nützlichem.
Fühlt es sich gut an, das Ding zu füttern? – Nein, das tut es nicht, aber es gibt mir das Gefühl, von jemandem gebraucht zu werden.

Fallstudie 2.13: 53jährige Frau, Musiklehrerin.
Was ist das für ein »Ding«? – Es lebt in meinem Bauch und es ist der Boss. Ich bin nicht der Boss. Das ist der Ort, von dem die Stimme herkommt. Ich habe keine Kontrolle darüber. Die Dinge geschehen außerhalb meiner Kontrolle ... und dann denke ich, dass Gott mich straft, weil ich etwas Hässliches getan habe.
Wie sieht es aus? – Es wirkt einfach wie ein großer schwarzer Klumpen. Es hat seine eigenen Methoden, es ist der Boss. Es treibt mich zum Essen. Es macht mich unersättlich. Das ist ein Kampf zwischen ihm und mir, aber ich bin schwach. Es ist stärker als ich. Es sagt, dass es mich bestrafen will.
Welcher Teil von Ihnen hat Vorteile von der Anwesenheit dieses Dings? – Es ist der Boss. Ich möchte nicht verantwortlich sein. Ich wünsche mir jemand, der für mich verantwortlich ist.

Fallstudie 2.14: 36jährige Frau, Modeschöpferin.
Was fühlen Sie? – Hm ... Ich kann etwas sehen, aber es wirkt lächerlich. Wie eine alte Hexe. So etwas wie eine ganz, ganz alte, hässliche Person, schwarz gekleidet. Dort in der Dunkelheit [die Klientin deutet auf ihre linke Leistengegend]. Aber sie möchte in mein Herz kommen.
Was will sie? – Ich denke, sie will etwas wegnehmen. Sie macht den Bereich schwach. Sie erzeugt Dunkelheit. Sie lebt irgendwo darinnen. Sie macht mich wütend und ich mache sie wütend. Sie ist ganz schön ekelhaft. Sie fühlt sich gerne bedauernswert und ist mürrisch.
Welche Dinge hat sie gern? – Das weiß ich nicht ... Vielleicht eine Art von Sex. Wirklich, hm ... ich nehme an, wir könnten es schmutzigen Sex nennen. Das amüsiert sie. Es ist eine Art von gemischten Gefühlen. Weil ich sie nicht mag. Aber gleichzeitig habe ich nichts gegen schmutzigen Sex. Auf eine Art verwirrt es mich. Sie ist ein wenig widerlich.
Ein wenig? – Ziemlich widerlich!
Was für ein Anteil an Ihrem sexuellen Begehren stammt von ihr? – Vielleicht 50 oder 60 Prozent. Ich glaube nicht, dass sie hundertprozentig daran beteiligt ist. Sie bringt mich dazu, Leute treffen zu wollen, von denen ich weiß, dass ich sie besser nicht treffen würde. Sie veranlasst mich, sehr verführerisch und attraktiv auf Leute zu wirken, mit denen ich nichts zu tun haben sollte. Wie dieser junge Mann. Sie hat ihn benützt. Ihm Angst gemacht. Ihn erschreckt. Sie trickst tatsächlich eine Menge Männer aus. Und sie kann sie auch erschrecken.
Lassen Sie sie manchmal in Ihrer Vorstellung spielen? – Mmm ... Ja! Natürlich. Das kann sehr aufregend sein. Und wenn ich Sex habe, nimmt sie Teil daran. Sie verändert ihr Aussehen. Sie kann unglaublich schön sein. Ein anderes Gesicht zeigen. Sie macht mich sehr verführerisch.
Welche Art von Essen mag sie? – Dieser Teil von mir isst nicht viel! Sie liebt Alkohol und Junk Food. Obwohl sie ganz kultiviertes Essen auch mag. Ja, ich denke, sie könnte sich ganz kultiviert verhalten.
Wie reagiert sie auf Ihre Kinder? – Sie erzeugt sexuelle Gefühle in mir, wenn ich mich mit ihnen beschäftige. Mein Sohn sagt mir dann schon Bescheid.
Mochte sie es, als Sie Ihren Gebärmutterkrebs hatten? – Ja, ziemlich. Es war, als ob sie Rache nahm, weil ich nicht getan hatte, was sie von mir wollte. Ich glaube tatsächlich, dass sie mich täuscht und mich denken lässt, dass ich sie mehr liebe als das wirklich der Fall ist. Ich bin ein wenig verwirrt ...

2.6 Stimmen

Gewisse Wesenheiten vermitteln Klienten die Wahrnehmung von Stimmen in ihren Köpfen. Im Gegensatz zu einigen Klischees trifft dies nicht auf alle Wesenheiten zu. Den Berichten von Klienten zufolge erzeugt nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Wesenheiten derartige Stimmen.

Fallstudie 2.15: 44jährige Frau, Schriftstellerin.
Wie fühlen Sie sich? – Da ist eine Art Verwirrung. Es fühlt sich nicht so an, als ob es meine Verwirrung wäre. Es ist sehr irritierend.
Was will es? – Es will, dass ich Dinge für es tue. Es will, dass ich die Dinge tue, die es sich wünscht und zu denen es nicht fähig ist. Es handelt sich um ein sehr altes Gefühl: auf gewisse Art gegängelt zu werden, in verschiedene Richtungen manipuliert zu werden, die nicht meinen Absichten entsprechen. Und ich empfinde eine Mischung von Bedauern und Gebundenheit.
Welche Art von Dingen will es? – Es will eine Art von Beifall, Erfolg, Lob. Es hungert nach diesen Dingen. Es sieht wie ein Gespenst aus: verhüllt, grau und elend. Ich scheine nicht fähig zu sein, mich von ihm abzuwenden. Es war sehr ehrgeizig, es wollte in großem Maßstab berühmt sein. Aber es hatte nicht die Fähigkeit, nicht die Begabung dafür. Aber es behauptet, ich hätte das Talent, über das es selbst nicht verfügt hat, und dass ich keinen Gebrauch davon machen würde, und dass dies ein Fehler von mir sei. Dieses Ding macht, dass ich mich getrieben fühle. Es ist ein solch bedauernswertes und einsames Ding. Es war stets ein Ausgestoßener, immer außen vor, aber nicht, weil es das so wollte, sondern weil es mit Menschen und Situationen nicht zurecht kommen konnte. Ich weiß nicht, woher es stammt. Es ist etwas, was sich mir angeschlossen hat, weil es merkte, dass ich so etwas kann.
Wie profitieren Sie durch seine Anwesenheit? – Gemeinsamkeit. Ich bin an es gewöhnt. Der Dialog mit ihm ist mir sehr vertraut. Und es ist beruhigend zu wissen, dass es immer da ist. Es leidet mit mir mit, als ob es sich bei uns um Leidensgenossen handeln würde.
Kann es sein, dass Sie bestimmte Nahrungsmittel konsumieren, die es zu genießen scheint? – Sehr salzige Sachen. Schinken und gesalzenes Fleisch und stark gewürzte Speisen. Es muss äußerst häufig gefüttert werden! Es wird niemals satt. Es möchte immer mehr. Es gibt niemals Ruhe.
Es hat mich hektisch zu schreiben veranlasst bis zu dem Punkt, wo ich nicht mehr schreiben konnte. Das Bedürfnis zu schreiben war außerordentlich stark. Ich fühlte mich getrieben. Derzeit fühle ich mich zu ängstlich, um überhaupt zu schreiben. Es ist, als ob ich begriffen hätte, dass ich aus den falschen Beweggründen geschrieben habe. Wenn ich jetzt ans Schreiben denke, verfällt mein Geist in einen Zustand totaler Angst. Das Gespenst sagt dann immer wieder: »Du hast das Talent dazu, du musst es tun.« Das blockiert mich noch mehr. Das Gespenst sagt: »Tu es, tu es.« Und dann: »Sieh doch, ich wusste, dass du es nicht kannst.« Dann ist es zufrieden.

2.7 Sich beobachtet fühlen

Fallstudie 2.16: 19jährige Frau, Studentin.
Wie verhält sich »das Ding«? – Es beobachtet mich die ganze Zeit über und kommentiert das, was ich tue. Wenn ich eine Sache beginne, erzählt es mir, dass ich keine Chance habe, dass es mir nicht gelingen wird. Wenn ich Erfolg habe, findet es alle möglichen Gründe, warum das eigentlich kein richtiger Erfolg war. Wenn ich versage, dann redet es mir ein, das sei normal, weil ich hässlich und dumm sei. Die Wesenheit hört nie damit auf, mich fertig zu machen.
Was für einen Gewinn zieht es daraus? – Es macht es aus irgendeinem Grunde glücklich. Es lässt es sich voll fühlen. Und es beobachtet mich ständig. Sie macht mich befangen, weil ich weiß, dass sie dauernd ein Auge auf mich hat, ob ich nun esse, mit Leuten spreche oder mich selbst befriedige.

2.8 Viele Wesenheiten sind stärker, wenn der Klient alleine ist

In einer Anzahl von Fällen konnte ich von Klienten hören, dass ihre Wesenheit mehr Einfluss auf sie hat, wenn sie alleine sind. Einige Wesenheiten warten sogar geduldig, bis der Klient allein ist, bevor sie sich bemerkbar machen.

Fallstudie 2.17: 41jähriger Mann.
Sobald die letzte Person gegangen ist und ich allein im Haus bin, kann ich spüren, wie »es« manisch wird. Sogar dann, wenn ich überhaupt nicht an es denke, überrascht es mich. Schon die Tatsache, dass ich alleine bin, macht es ganz aufgeregt. Es sendet mir Stimmen: »Leg dich hin, leg dich hin!« Es ist, als ob es meine Hände zu meinen Genitalien zöge. Das sexuelle Begehren ist außerordentlich verschärft.

2.9 Physische Störungen

Fallstudie 2.18: 48jährige Frau, Heilpraktikerin. Ein paar Stunden, nachdem sie beim Friseur gewesen war, begann eine qualvolle Migräneattacke, die acht Tage brauchte um nachzulassen. Dann hatte die Klientin Sex und die Migräne begann zum Zeitpunkt des Orgasmus erneut. Nichts – angefangen von Homöopathie bis Morphium – schien die Qual lindern zu können.
Wie sieht »es« aus? – Wie ein großes Insekt oder ähnlich wie eine Languste auf der linken Seite meines Schädels. Auf jeden Fall scheint es Beine zu haben, die sich in meinen Hinterkopf und meine Augenbrauen graben.
Was tut es dort? – Es ernährt sich. Es verfügt über eine kleine Röhre, die in meinen Schädel führt, und es frisst wie eine Zecke. Doch es saugt kein Blut, sondern eine Art von Energie. Es frisst meine Wut auf und wird größer, sobald es frisst.
Was will es? – Es ist da, um mich in Verwirrung zu stürzen. Es hält mich vom klaren Denken ab. Es kam, als ich im Friseursalon war, während der Friseur mein Haar schnitt. Die Migräne kommt aus der Zecke wie ein Gift. Sie kommt aus ihrem Bauch. Es scheint, als ob sie es unter meine Haut injizierte. Und dann ist der Schmerz fürchterlich.

Das Kopfweh der Klientin hörte sofort auf, nachdem diese Wesenheit geklärt wurde.
Es würde verschiedener Abhandlungen bedürfen, um das Thema physischer Störungen und Krankheiten, die mit Wesenheiten zu tun haben, erschöpfend zu behandeln. Ich will hier nur ein paar einfache Tatsachen anführen, wie ich sie bei meinen Klienten beobachten konnte.
Nicht alle Wesenheiten verursachen körperliche Probleme oder Krankheiten, und es wäre unrealistisch, sie für alle Beschwerden verantwortlich zu machen. Nichtsdestoweniger gelangt eine Anzahl von Klienten während des ISIS-Zustandes der erweiterten Wahrnehmung zu der absoluten Überzeugung, dass ihre Krankheit oder physische Störung einer Wesenheit zuzuschreiben ist, wie in dem oben gegebenen Beispiel.
Es gibt anscheinend nicht immer einen logischen Grund, weshalb gewisse Wesenheiten Beschwerden oder physische Störungen verursachen, und andere so etwas nicht hervorbringen.
Im Fall einer chronischen Krankheit, in dem eine Wesenheit identifiziert und als verantwortlich für die Krankheit befunden wurde, berichtet der Patient häufig, dass die Wesenheit schon sehr lange Zeit anwesend war, bevor die Krankheit auftauchte. Die Wesenheit verursachte zuerst eine Funktionsstörung, aus der sich im Verlauf der Jahre nach und nach die Krankheit herauskristallisierte. Klienten fügen häufig von sich aus hinzu, dass die Krankheit wahrscheinlich hätte vermieden werden können, wenn die Wesenheit schon zu Beginn geklärt worden wäre.
Ich habe auch herausgefunden, dass es zu spektakulären Ergebnissen führen kann, wenn eine Wesenheit, die hinter einer physischen Krankheit steckt, entdeckt und früh geklärt wurde. Wenn sich eine Krankheit jedoch schon einige Zeit lang entwickeln konnte, scheint sie eine Eigendynamik zu entwickeln. Das Klären der Wesenheit allein erweist sich dann häufig als unzureichend, um den Patienten zu heilen.

2.10 Latenz

Im ISIS-Zustand erkennen viele Klienten, dass ihre Wesenheit seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, in ihnen in einem Zustand der Verborgenheit wohnt. Die Wesenheit schlummerte wie eine Saat und wartete darauf, zu einer voll entwickelten Wesenheit aufzublühen.

Fallstudie 2.19: 62jähriger Mann, pensionierter Ingenieur. Er wurde vor einem Jahr wegen Darmkrebs operiert. Als er kam, um mich zu konsultieren, schienen die Beschwerden wieder mit massiven Schmerzen in der linken Leistengegend begonnen zu haben. Dieser Mann verfügte über einen streng rationalen intellektuellen Hintergrund, und es stellte für ihn eine große Überraschung dar, so ein »Ding« in seinen Eingeweiden zu entdecken. Das Folgende zeigt die Entwicklung unserer Sitzung.
Wie sieht das »Ding« aus? – Es ist lebendig, es bewegt sich. Es grinst mich an. Es hat kein menschliches Gesicht.
Wie sieht es aus? – Es grinst, zeigt seine Zähne und hält sich entfernt von mir; es lässt nicht zu, dass ich es berühre. Es hat keinen Körper, nur ein Gesicht und Zähne.
Ist es das erste Mal, dass Sie es sehen? – Ja, es ist das erste Mal, dass ich mir erlaube, es zu sehen.
Wie stellt sich die Verbindung (der Wesenheit) mit Ihrem Schmerz dar? – Das Gesicht verursacht den Schmerz. Es bestimmt darüber, ob ich den Schmerz habe oder nicht. Es schlägt mich.
Kann es sein, dass es bestimmte Speisen gibt, die es liebt? – Es mag Tomaten und ... Tomaten, Tomaten, Tomaten!
Was passiert, wenn Sie Tomaten essen? – Es lächelt, weil dies ihm eine Gelegenheit gibt, mich zu schlagen. Es war schon lange in mir, bevor ich krank wurde; und die Krankheit erlaubte es ihm auszubrechen. Es hat den Krebs nicht verursacht, aber es hat davon profitiert. Es wäre ohne den Krebs vielleicht niemals in der Lage gewesen, sich selbst auszudrücken.3

3 In der anthroposophischen Medizin sind Tomaten in Fällen von Krebs streng verboten.

2.11 Wesenheiten lieben Erdlinien

In zahlreichen Fällen habe ich eine Verbindung zwischen Wesenheiten und schädlichen Erdlinien beobachtet. Wenn sich eine schädigende Erdlinie an der Stelle befindet, wo das Bett eines Klienten mit einer Wesenheit steht, so befindet sich die Körperpartie, in der der Klient die Wesenheit ortet, während der Nacht häufig auf dieser Erdlinie. Darüber hinaus pflegen Personen, die ekelhafte oder gewalttätige Wesenheiten haben, häufig Häuser voller toxischer Erdlinien zu bewohnen.
Es passiert praktisch so gut wie nie, dass eine Wesenheit zurückkehrt, nachdem sie geklärt wurde. In einigen seltenen Fällen jedoch kann es geschehen, dass in den Wochen oder Monaten, die der Klärung folgen, eine andere Wesenheit den selben Körperteil befällt. Wenn dies eintritt, sollte man immer sogleich schädliche Erdlinien im Domizil des Klienten in Betracht ziehen.

2.12 Wesenheiten sind besonders hartnäckig

Wesenheiten verschwinden nicht, solange keine spezielle Klärungstechnik angewandt wurde. Man kann in solchen Fällen alle möglichen Formen von Psychotherapie durchführen, von der Psychoanalyse bis hin zu Rückführung, es ist jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass die Wesenheit dadurch zum Verschwinden gebracht wird. All diese Methoden psychologischer Untersuchung und Bewusstmachung mögen es den Klienten gestatten zu verstehen, warum und wie die Wesenheit auftauchte und dazu beitragen, dass die betroffene Person besser mit der Wesenheit leben kann. Meiner Erfahrung zufolge jedoch haben sich psychologische Methoden hinsichtlich der Hauptsache – nämlich die Wesenheit los zu werden – als ausgesprochen ineffektiv erwiesen. Diese Beobachtung habe ich nicht nur in meiner eigenen Praxis gewonnen, sie wird auch von einer Anzahl von Therapeuten, die der Clairvision School verbunden sind, bestätigt.
Unter Hunderten von Fällen von Klienten, die ähnliche Syndrome wie die in diesem Abschnitt beschriebenen Beispiele präsentierten, kann ich mir nur eine Handvoll Personen in Erinnerung rufen, deren Wesenheiten offenbar ohne angemessene Klärung verschwanden. Sogar unter jenen, bei denen sich dieses Phänomen ereignete, entstanden nahezu immer Zweifel darüber, ob in diesen Fällen eine echte Wesenheit eine Rolle spielte oder eine Einbildung, die vom Verstand der betreffenden Person geschaffen wurde.
Wenn andererseits eine angemessene Klärung zur Anwendung kommt, so pflegt in nahezu allen Fällen die Wesenheit unmittelbar zu verschwinden und kehrt auch nicht mehr zurück. Dies gilt für alle Klienten und für alle Wesenheiten, doch gibt es wichtige Einschränkungen, die sich auf jene Person beziehen, die fähig ist, die Klärungsarbeiten durchzuführen. Der Klärungsprozess erscheint mir als eine heikle und potentiell gefährliche Operation (sowohl für den Klärer wie auch für den Klienten). Er sollte deshalb nur von Personen durchgeführt werden, die über spezielle Fähigkeiten verfügen. Diese Angelegenheit wird in Abschnitt 15 näher behandelt.
Nichtsdestoweniger sind die Resultate einer Klärung, die von einem qualifizierten Klärer durchgeführt wurde, ausgezeichnet. Viele Klienten beschreiben, wie sie während des Klärungsprozesses sehen konnten, wie die Wesenheit aus ihren Körpern herausgehoben wurde. Sogar die meisten der Personen, die das nicht sehen können, haben das klare Gefühl, dass ›etwas‹ ihren Körper verlassen hat. Nach der Klärung können die Klienten die Präsenz der Wesenheit nicht mehr wahrnehmen, und die meisten der Symptome, die mit ihrer Anwesenheit verbunden waren, gehen zurück oder verschwinden sogar. Die Stimmen – sofern welche mit der Wesenheit assoziiert waren – hören auf. Die geistige Trübheit klärt sich nach und nach. Auch die Müdigkeit geht zurück. Klienten beschreiben, dass sie über mehr Energie und Begeisterung verfügen. Die heftigen Begierden verschwinden nicht unbedingt, doch verlieren sie etwas von ihrem zwanghaften Charakter.
Ich möchte hier nicht den Anschein erwecken, als ob alle Probleme eines Klienten durch das Klären einer Wesenheit gelöst würden! Einige der Symptome, die direkt mit der Anwesenheit der Wesenheit in Verbindung stehen, verschwinden. Andere psychologische Probleme werden jedoch auch nach erfolgter Klärung bestehen bleiben. Obwohl der Umgang mit ihnen vielleicht leichter fallen wird, müssen sich die Klienten weiterhin ihren eigenen problematischen Angelegenheiten stellen.

2.13 Wesenheiten und Persönlichkeitsteile

Wenn man sich mit dem Thema der Wesenheiten beschäftigt, stellt sich für gewöhnlich eine wichtige Frage: Sind diese Wesenheiten nicht einfach Teile der Psyche des Klienten? Handelt es sich bei ihnen nicht eher um ungelöste Komplexe, um Persönlichkeitsteile oder Teile des ›Schattens‹ des Klienten? Bevor wir weiterfahren, will ich hier die Hauptgründe anführen, weshalb ich nicht der Meinung bin, dass dies der Fall ist.
Das Klären von Wesenheiten repräsentiert nur einen Bruchteil meiner therapeutischen Praxis. In den vergangenen zehn Jahren habe ich einen weiten Bereich von Methoden psychotherapeutischer und psychologischer Untersuchung in meiner Arbeit mit Klienten angewendet, insbesondere die ISIS-Technik. Dies hat – unter anderem – eine intensive Arbeit an der Erkundung von Persönlichkeitsteilen und Verhaltensmustern beinhaltet. Meine Beobachtungen haben mich zu der Erkenntnis geführt, dass es einen grundlegenden Unterschied zwischen einem Persönlichkeitsteil und einer Wesenheit gibt: ein Persönlichkeitsteil ist selbst erschaffen, es handelt sich dabei um einen Teil der Psyche des Klienten, der im Verlauf der Jahre sukzessive herangebildet und entwickelt wurde. Eine Wesenheit ist hingegen etwas, das den Klienten plötzlich befallen hat. In zahlreichen Fällen können Klienten sich sogar an den Augenblick erinnern, als »das Ding« sie okkupierte. Sie können rückblickend sehen, wie es von außen kam, ihre Nähe suchte und den Weg nach innen fand.
Ein zweiter wichtiger Grund besteht darin, dass eine entdeckte Wesenheit von den Klienten auf eine ganz unterschiedliche Art wahrgenommen wird, als dies bei der Wahrnehmung von Persönlichkeitsteilen der Fall zu sein pflegt. In einigen Phasen des ISIS-Prozesses durchlaufen Klienten eine gründliche Erforschung ihrer Persönlichkeitsteile. Sie lernen es, diese systematisch zu identifizieren und sie in ihrem Lebensalltag zu beobachten. Dies gibt den Klienten eine gewisse Vertrautheit mit der Theorie und der Praxis von Teilpersönlichkeiten. Wenn sie es jedoch mit Wesenheiten zu tun bekommen, ist ihre subjektive Erfahrung eine andere. Insbesondere macht eine Wesenheit einen viel stärkeren Eindruck von Getrenntheit, als dies bei Persönlichkeitsteilen der Fall ist. Wenn sie eine Wesenheit ergründen, so begleiten die Klienten dies mit Kommentaren wie »Es fühlt sich nicht wie ich an«, »Es fühlt sich fremd an«, »Es ist ein Parasit«, »Es war nicht immer in mir«, »Es hat in mir Platz genommen, aber es gehört nicht hierher«. Darüber hinaus sind Persönlichkeitsteile bedeutend komplizierter als Wesenheiten. Bei einer Wesenheit handelt es sich üblicherweise um einen primitiven Energie- und Bewusstseinsklumpen mit einfachen und voraussagbaren Verhaltensmustern. Es gibt Ausnahmen von dieser Regel, doch sind diese relativ selten. Persönlichkeitsteile hingegen sind weitaus komplexere Teile der Psyche des Klienten mit vielfältigen Verästelungen in ihrer geistigen und emotionalen Struktur. Übrigens scheinen Anwender der ISIS-Technik stets eine klare Unterscheidung zwischen der Erfahrung von Wesenheiten und der Erfahrung von Persönlichkeitsteilen zu treffen. Nun mag man dagegen einwenden, dass es sich hierbei um subjektive Erfahrungen handelt – doch so ist das Gebiet der Psychologie nun einmal beschaffen.
Ein wesentliches Element dieses Prozesses ist die Klärung, die die Arbeit an einer Wesenheit abschließt. Während des Klärungsvorganges, der in Abschnitt 15 beschrieben wird, sehen Klienten häufig, wie die Wesenheit aus ihnen vertrieben und ins Licht gebracht wird. Sogar dann, wenn sie es nicht sehen können, fühlen sie oft, wie »das Ding« hochgezogen wird und sie verlässt. Danach können sie die Präsenz der Wesenheit nicht mehr spüren, und ein paar Tage später haben die mit der Wesenheit verbundenen Symptome bemerkenswert nachgelassen oder sind sogar ganz verschwunden. Daher hat sich – in meiner Erfahrung als Therapeut – die Arbeit mit Wesenheiten als ein bemerkenswert schneller und effizienter Weg erwiesen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden einer Anzahl von Klienten zu verbessern.
Nicht zuletzt können Wesenheiten auch in einer erweiterten Wahrnehmung gesehen werden. Wenn mich jemand fragen würde, warum ich an Wesenheiten ›glaube‹, dann würde meine Antwort einfach lauten: »Ich glaube an sie, weil ich sie sehen kann!« Darüber hinaus haben Klienten, Schüler und Instruktoren der Clairvision School in jahrelanger Praxis von Hunderten von ähnlichen Beobachtungen von Wesenheiten berichtet.

Kapitel 3: Taoistische Perspektiven auf Wesenheiten

Damit unser Untersuchung über Wesenheiten fruchtbar wird, ist es nötig, dass wir gewisse Begriffe einführen, die für das Verständnis der Materie notwendig sind. Ein Punkt muss absolut klargestellt werden: Ich behaupte nicht, dass diese Begriffe alles über Wesenheiten erklären und noch viel weniger, dass sie deren Existenz ›beweisen‹. Der Zweck der drei folgenden Kapitel ist ein anderer. Zuerst geht es darum zu untersuchen, wie Wesenheiten in anderen kulturellen Zusammenhängen verstanden wurden, wie z.B. im traditionellen chinesischen Denken und im Hinduismus. Zweitens werden wir sehen, wie einige dieser Sichtweisen zu unseren Fallstudien beitragen und helfen können, Muster im Verhalten von Wesenheiten zu erkennen.

3.1 Xie Qi, ›Perverse Energien‹

Beginnen wir mit dem Begriff Xie Qi oder der ›perversen Energie‹, wie er in der traditionellen chinesischen Medizin entwickelt wurde. [Anm. 4: Xie wird �ksiai� und Qi wird �tschi� ausgesprochen.] Um Verwirrung zu vermeiden, lassen Sie mich von Anfang an betonen, dass Wesenheiten und perverse Energien nicht das Gleiche sind. Doch die Begriffe Qi und Xie Qi sind es wert, näher betrachtet zu werden, da sie dazu beitragen, eine Anzahl von Punkten zu klären, die mit Wesenheiten zusammenhängen.
Weil hier unsere Absicht ist, das alte chinesische Gedankengut zu durchdringen, werde ich hier von der Akupunktur reden, wie sie aus einer taoistischen Perspektive verstanden wurde, und nicht aus der Sicht moderner Kommentatoren, die sie ›wissenschaftlich‹ zu erklären versuchen. Von einem traditionellen Blickpunkt her basiert Akupunktur auf dem Harmonisieren der Kreisläufe dessen, was die Chinesen Qi zu nennen pflegten. Die buchstäbliche Bedeutung des Wortes Qi ist ›Atem‹. Jedoch geht der Begriff ›Qi‹ weit über den Prozess der Atmung hinaus. In der Chinesischen Medizin bezieht sich Qi auf eine Energie, die nicht physisch ist, jedoch die Vitalität und das Funktionieren des physischen Körpers aufrecht erhält. Das Konzept des Qi ist dem des Prana (Lebenskraft) der Hindus sehr ähnlich. Das Sanskrit-Wort ›Prana‹ bedeutet, ähnlich wie das chinesische Wort Qi, ›Atem‹. Ebenso wie das Qi von den Chinesen als das Prinzip angesehen wird, das den physischen Körper am Leben erhält, so verhält es sich mit Prana in der indischen Tradition. So wie jede Störung des Qi Krankheit zur Folge haben kann, so ist dies auch bei Störungen des Prana der Fall. Ebenso wie das Qi beständig in den Meridianen durch den Körper zirkuliert, kreist das Prana in den Nadis.
Um das Konzept des Qi zu verstehen, müssen zwei Punkte betont werden. Erstens handelt es sich bei Qi nicht um eine physische Energie. Daher erscheinen die heutigen Versuche, die Wirkung von Akupunktur auf eine Art von Reflexhandlung des Nervensystems zu reduzieren, aus taoistischer Sicht nicht als sinnvoll. Die Nerven sind Teil des physischen Körpers, der aus Fleisch, Knochen, Blutgefässen usw. besteht. Gegenüber diese physischen Strukturen nahmen die Chinesen Qi als eine Energie feinstofflicher Natur wahr. Qi durchdringt alle Teile des physischen Körpers, spendet ihnen Leben und lässt sie funktionieren, aber es kann nicht auf irgendeine dieser Strukturen reduziert werden.
Der zweite wesentliche Punkt ist, dass nicht alles Qi oder alle ›Energien‹ von den Chinesen als gesundheitsförderlich angesehen wurden. Dieses Thema pflegt die Menschen manchmal zu verwirren, denn wenn das Wort ›Energie‹ fällt, denken die meisten: »Wenn es Energie ist, muss es gut für mich sein. Man kann niemals zuviel Energie haben.« Diese Annahme ignoriert total den qualitativen Aspekt des Qi. Es existiert eine große Vielfalt von Qi-Energien, von denen einige dem Körper gut tun und andere giftig auf den Körper wirken. Eine Haltung, die da lautet: »Jedes Qi ist gut für mich« könnte mit folgender Aussage verglichen werden: »Mein physischer Körper besteht aus physischer Substanz, deshalb ist jede physische Substanz gut für meinen Körper.« Wenn man beispielsweise nur ganz wenig des sehr wirkungsvollen Giftes Zyanid nimmt, wird man nicht umhin können, festzustellen, dass dies das Ende des physischen Körpers bedeutet. Ebenso wie zahlreiche physische Substanzen giftig wirken, wenn sie in den Körper eingeführt werden, können zahlreichen Varianten des Qi ebenfalls Gift sein. Xie Qi oder ›perverse Energien‹ lautet die Bezeichnung, die die Chinesen diesen toxischen Energien gegeben haben. Im Ausdruck Xie Qi bedeutet Qi ›Energie‹ oder ›Lebenskraft‹, während Xie die Bedeutung von ›fehlerhaft‹, ›verdorben‹, ›unregelmäßig‹, ›abweichend‹ hat. Xie Qi bezieht sich auf ungesunde Umgebungseinflüsse, die das System schwächen und Krankheiten entstehen lassen können.
Xie Qi oder perverse Energien sind natürlich nicht immer tödlich, ebenso wie nur gewisse giftige physische Substanzen tödlich sind. Über eine lange Zeit hinweg werden viele perverse Energien nicht einmal Krankheiten oder funktionale Störungen im physischen Körper verursachen. Sie führen jedoch zu einer funktionalen Störung im Qi des Körpers, zu einer Disharmonie, welche das Gleichgewicht der Qi-Schicht durcheinander bringt. Je früher man – den Chinesen zufolge – eine Korrektur gestörter Qi-Verhältnisse in die Wege leitet, desto sicherer beugt man Krankheiten vor. Denn in den meisten Fällen ist es so, dass – ehe eine Störung sich zur physischen Erkrankung herauskristallisiert – sie sich zuvor als eine Störung des Qi manifestiert. Indem man eine gestörte Balance des Qi erkennt und harmonisiert, kann man zahlreiche Krankheiten vermeiden. Dieser Schwerpunkt, der dem vorbeugenden Aspekt der Medizin beigemessen wurde, spiegelt sich in der Tatsache wider, dass die alten Chinesen die Leistungen ihrer Ärzte nur solange honorierten, solange sie gesund waren und die Zahlungen einstellten, sobald sie krank wurden – ein Konzept, das alle Gesundheitsminister zum Nachdenken anregen sollte!
Im Ausdruck ›perverse Energie‹ kann das Adjektiv ›pervers‹ Anlass zu Missverständnissen bieten, da es die Vorstellung von etwas an sich Falschem, oder sogar Bösem vermittelt. Auf perverse Energien trifft weder das eine noch das andere zu. Sie befinden sich einfach am falschen Ort, wenn sie sich im menschlichen Körper aufhalten. Eine weitaus bessere Bezeichnung wäre ›unangemessene Energien‹ oder ›fehlplatzierte Energien‹. Lassen Sie uns diesen Punkt durch zwei Beispiele illustrieren. Nehmen Sie an, Ihnen wird nur Kohlendioxyd zum Atmen gegeben und kein Sauerstoff – dann sterben Sie. Auf Sie hat Kohlendioxyd als tödlicher (physischer) ›perverser‹ Faktor gewirkt. Für die Atmung einer Pflanze jedoch eignet sich eben jenes Kohlendioxyd bestens. Wenn Sie andererseits der Pflanze nur Sauerstoff anstelle des Kohlendioxyds zuführen, wird die Pflanze ersticken. Was für gewisse Lebewesen unterstützend wirkt, ist giftig für andere.
Ein weiteres Beispiel ist das von Bakterien in einem Komposthaufen. Für Alchemisten war Kompost stets ein Wunder und Gegenstand tiefer Meditationen. Kompost gründet auf Verwesung und doch ist es die Basis für die Fruchtbarkeit der Natur. Rufen Sie sich all die Schönheiten der Natur in Erinnerung: Gras, Bäume, Blumen, Früchte – all dies beruht auf der Verwesung, die zuerst in der Erde stattfindet. Je stärker die Fäulnis, desto größer die Fruchtbarkeit des Erdbodens. Und je mehr Bakterien, desto mehr Fäulnis. Nun stellen Sie sich einmal vor, dass einige der Bakterien des Komposthaufens ihren Weg in Ihren Verdauungstrakt finden und Sie krank machen. Für Sie sind diese Bakterien plötzlich zu einem perversen Faktor geworden, obwohl es sich um dieselben Bakterien handelt, die im Komposthaufen eine derart schöne Rolle spielen. Es ist nichts Bösartiges oder Schlechtes an diesen Bakterien; sie befinden sich einfach am falschen Platz, wenn sie sich in Ihren Eingeweiden ausbreiten. Genau dasselbe trifft für perverse Energien zu. Es ist nicht notwendigerweise etwas wesentlich Falsches an ihnen. Sie halten sich einfach am falschen Ort auf, wenn sie Ihrem Qi anhaften.
Gewisse wässerige Arten von Qi zum Beispiel sind in einem Sumpf absolut normal. Wenn jedoch die gleiche Energie mit dem Qi Ihrer Leber vermischt wird und dort verankert bleibt, kann daraus ein unangenehmes Gefühl resultieren, möglicherweise auch begleitet von einer Trägheit der Verdauungsorgane und sogar von Müdigkeit. Du wirst nicht unbedingt ›krank‹ sein, doch Du wirst sehr wohl spüren, dass mit Deiner Leber ›etwas nicht in Ordnung‹ ist. Zahlreiche Menschen haben derzeit das Gefühl, dass etwas in ihrer Leber verstopft oder getrübt ist, ein verschwommenes Gefühl, das sie nicht klar definieren können. Sie konsultieren Arzt um Arzt, aber keiner der Mediziner kann irgendeine Störung entdecken, weil sie (noch) nicht auf der physischen Ebene angesiedelt ist. Es handelt sich lediglich um eine Disharmonie auf der Ebene des Qi.
Perverse Energien sind nicht dasselbe wie Wesenheiten, doch sie haben gewisse ähnliche Merkmale. So sind zum Beispiel perverse Energien und Wesenheiten fremde Elemente, die nicht angemessen verdaut und integriert werden können. Daher bleiben sie im menschlichen System als eine Art von fremder, nicht-physischer Präsenz. Auf weitere Gemeinsamkeiten werden wir später zu sprechen kommen. Wie wir sehen werden, besteht einer der Hauptunterschiede darin, dass Wesenheiten viel schwieriger zu entfernen sind, als dies bei perversen Energien der Fall zu ist.

3.2 Die Po und die Hun

Der hauptsächliche chinesische Ausdruck für Wesenheit ist Kuei. [Anm. 5: Kuei wird �kwai� ausgesprochen.] Um zu verstehen, wie die alten Chinesen die Natur und den Ursprung der Kuei zu betrachten pflegten, muss man zuerst nachvollziehen, wie sie sich die menschliche Psyche vorstellten. Diesen Vorstellungen gemäss haben menschliche Wesen nicht nur eine Seele, sondern 10 Seelen. In gewissen Texten ist die Anzahl der Seelen sogar noch höher – bis zu Bai Shen (›einhundert Seelen‹), was auch als eine unbegrenzte Anzahl von ›Seelenteilen‹ verstanden werden kann. Die meisten traditionellen Texte jedoch beschränken die Anzahl auf zehn Seelen oder ›Seelenteile‹: auf sieben Po und drei Hun.
Die Po werden manchmal auch als die sieben Emotionen bezeichnet: Ärger, Begehren, Furcht, Freude6, Kummer, Liebe und Hass.7 Mit anderen Worten, die Po beziehen sich auf den Teil der Psyche, in welchem bedingte Emotionen entstehen. Die Hun wiederum beziehen sich auf die eher spirituellen Teile menschlicher Sensitivität und menschlichen Intellekts. Daher werden die Po als grob, undurchsichtig und schwer geschildert, während die Hun als leicht, lichtdurchlässig und feinstofflich beschrieben werden.8 Damit ein menschliches Wesen das Licht der Welt erblicken kann, ist eine Kombination von Po und Hun erforderlich, wobei die Po zuerst auftreten. Man sagt, dass das erste Lächeln eines Säuglings das Indiz dafür ist, dass die Hun sich manifestiert haben. Jedoch ist die Entwicklung der Hun vor dem Alter von 30 Jahren nicht abgeschlossen. Emotionale Umwälzungen entsprechen einem Aufruhr der Po-Schicht, der umgekehrt die Hun negativ beeinflusst. Daher gibt es im Chinesischen eine poetische Art, große Angst auszudrücken: »Meine 3 Hun zappeln und meine 7 Po sind total durcheinander.«9 Das Leben des Individuums auf Erden dauert so lange an, wie die Po und die Hun im Körper zusammengehalten werden.

6 In der chinesischen Medizin wird Freude unter die potentiell gefährlichen Emotionen eingereiht, und zwar deshalb, weil Freude einen inneren Aufruhr schaffen kann, der für verschiedene Gesundheitsrisiken verantwortlich sein kann, wie z.B. für eine Herzattacke.
7 Interessanterweise wird im Chinesischen das Wort Po auch verwendet, um den dunklen Teil der Mondscheibe zu bezeichnen.
8 Im Pinyin wird Po mit einem abfallenden Akzent transkribiert und Hun mit einem aufsteigenden Akzent. Das Wort Po wird daher mit einem fallenden Tonfall ausgesprochen und Hun mit steigendem Tonfall.
9 Henri Maspero Le Taoïsme et les Religions Chinoises, Gallimard, Paris 1971, S. 206.

Die Lehre von Hun und Po bringt ein wesentliches Konzept ins Spiel: Das der Vielfalt der Psyche. In Sprachen westlicher Herkunft wird implizit anerkannt, dass die Psyche oder Seele eine Einheit ist. Dies spiegelt sich in Ausdrücken wie ›meine Seele‹, ›eine arme Seele‹, ›eine faule Seele‹, ›eine verlorene Seele‹ wider. Hier gibt es offensichtlich eine Seele pro Person – und mehr nicht. Um der großen Vielfalt menschlicher Reaktionen und Verhaltensmuster Rechnung zu tragen, wird manchmal zwischen verschiedenen Persönlichkeitsteilen oder Charakteren innerhalb desselben Individuums unterschieden. Diese Charaktere werden jedoch vorbehaltlos als verschiedene Aspekte ein- und derselben Psyche verstanden.
Die Chinesen hingegen hatten nicht nur ein System, in dem Persönlichkeitsteile in Betracht gezogen wurden; sie gingen einen Schritt weiter und nahmen an, dass zwischen diesen Persönlichkeitsteilen ein solcher Mangel an Einheit herrscht, der es unmöglich macht, sie alle einer einzelnen Seele zuzuordnen. Die Chinesen teilten die menschliche Psyche in sieben Po und drei Hun und anerkannten dabei, dass jeder dieser Teile eine unabhängige Existenz führt. Die Po und die Hun sind von radikal unterschiedlicher Natur. Sie stammen von verschiedenen Orten, und wie wir sehen werden haben sie nach dem Tod unterschiedliche Bestimmungen. Bei ihnen handelt es sich nicht um verschiedene Teile einer Seele, sondern um separate ›Dinge‹, die aus unterschiedlichen Sphären stammen. Solange das Individuum sich des Lebens erfreut, werden sie zusammengehalten, und zum Zeitpunkt des Todes trennen sie sich wieder.
Darüber hinaus wird die menschliche Existenz von den Chinesen als ein ständiger Antagonismus zwischen den Hun und den Po beschrieben, in dem die Po dauernd versuchen, die Hun zu unterdrücken. Die Verhältnisse sind klar angegeben (sieben gegen drei), was einen interessanten Weg darstellt, die menschliche Natur in Zahlen zu fassen. Es wäre jedoch viel zu einfach, den Antagonismus zwischen Hun und Po nur als einen Kampf zwischen ›guten‹ und ›bösen‹ psychologischen Tendenzen zu betrachten. Denn es sind nicht nur Hass und Zorn, die auf der Seite der Po stehen, sondern auch (bedingte) Freude und Liebe. Dies weist darauf hin, dass die Hun-Po-Perspektive nicht nur eine moralische ist, sondern auf einem tieferen Verständnis der Vielfalt der Teile beruht, die ein menschliches Wesen konstituieren.10 Damit ist nicht gesagt, dass es von der Warte der alten Chinesen aus nichts Dauerhaftes oder Ewiges in einem menschlichen Wesen gibt. In ihrem System kann das Shen als Äquivalent für das Höhere Selbst oder den Geist gelten. Jedoch hatten die Chinesen eine klare Wahrnehmung in bezug auf die Trennung zwischen Geist und Seele – oder vielmehr Geist und Seelen. Sie sahen ihre Seelen in der Weise als Teile ihrer selbst an, wie wir unsere Körperorgane zu betrachten pflegen: als zweifellos wichtig, jedoch separat, vergänglich und in gewissem Maße ersetzbar.

10 In dem Modell der feinstofflichen Körper, das ich in Rückführung in frühere Leben – eine Therapie für Freiheit im Hier und Jetzt benutze, entsprechen die Po-Emotionen den mechanischen Bewegungen im Astralkörper, das heißt, den abhängigen Emotionen des reagierenden Verstandes (in Sanskrit: manas). Die Hun entsprechen den ›Gefühlen‹ und dem transformierten Astralkörper (dem Geistselbst Rudolf Steiners).
In Steiners Schriften stellt das Wort ›Seele‹ ein striktes Äquivalent für ›Astralkörper‹ dar. Im erweiterten Sprachgebrauch jedoch könnte man Po als ›sterbliche Seele‹ und Hun als ›unsterbliche Seele‹ übersetzen. Ein Zitat aus Goethes Faust illustriert perfekt das Konzept von Po und Hun:
»Zwei Seelen weilen, ach, in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält, in derber Liebeslust,
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.«
(Faust, I.ii, Verse 1112-1117)
Ähnlich bleiben die Po nach dem Tod auf der Erde hängen und die Hun steigen in höhere spirituelle Regionen auf.

3.3 Kuei, oder Wesenheiten

Solange ein Individuum am Leben ist, werden die Hun und die Po zusammengehalten und ihre Interaktionen ergeben sich aus den verschiedenen Umständen des psychologischen Lebens. Zum Zeitpunkt des Todes jedoch trennen sich die Hun und die Po nach dieser Anschauung und zwar auf eine Art und Weise, die der astralen Zersplitterung gleicht, wie sie im nächsten Kapitel beschrieben wird. Im chinesischen Modell bleiben die Po, gemäss ihrer absteigenden Polarität, an die Erde gebunden, während die Hun, entsprechend ihrer aufwärts gerichteten Tendenz, in die spirituellen Welten aufsteigen, wobei sie dem Shen (ein Äquivalent für das Höhere Ego oder Selbst) folgen. Nach dem Tod, wenn die Trennung der verschiedenen Teile, aus denen sich ein menschliches Wesen zusammensetzt, stattgefunden hat, werden diese Teile nicht mehr länger Po und Hun genannt sondern Kuei und Shen.
Shen bezeichnet den Geist, den transzendenten Teil eines menschlichen Wesens.11 Das Wort kann auch ›Gott‹ bedeuten, den ›höchsten Geist‹, all die ›himmlischen Geister‹, und ebenso ›wunderbar‹ oder ›übernatürlich‹. Jedoch gemäss den laschen Sprachgewohnheiten kann Shen auch ›Seele‹ bedeuten, und zwar im verschwommensten Sinn des Wortes. Wenn z.B. von den zehn Seelen oder den hundert Seelen (Bai Shen) die Rede ist, wird das Wort Shen gebraucht.12 Man sagt, dass nach dem Tod alle Hun oder Teile der Hun dem Shen in seinem Aufstieg folgen.
Der Rest der Seelen, das sind die Po und möglicherweise gewisse Teile der Hun, verbleiben auf dem irdischen Plan und werden zum Kuei.13 Daher bleiben die Kuei oder Fragmente der Seele des Toten in der Sphäre der menschlichen Existenz oder dieser sehr nahe, während die Shen und die Hun zu spirituellen Welten aufbrechen, die vollkommen jenseits der Reichweite normaler menschlicher Wesen liegen. Die alten Chinesen sprachen von den Kuei als ›wandernden Seelen‹ oder Überresten der Toten – unbefriedigten, gierigen Geistern. Die Kuei müssen gefüttert und mit Opfern befriedet werden, sonst beginnen sie, die Lebenden zu schikanieren. Die chinesische Literatur quillt über von Geschichten über Kuei. Die folgende ist ein Beispiel dafür.

12 In der Pinyin-Transkription des Chinesischen wird Shen mit einen aufsteigenden Akzent geschrieben, ebenso wie Hun.
12 Ähnlich wird in den westlichen Sprachen häufig das Wort ›Seele‹ gebraucht, obwohl in Wirklichkeit das Höhere Selbst oder der unsterbliche Geist gemeint ist.
13 Kuei wird im Pinyin Gui transkribiert. Kuei bedeutet auch das 23. der 28 chinesischen Mondhäuser, einschließlich eta, theta, gamma und delta des Krebses. Vgl. Dictionnaire Française de la Langue Chinoise, Institut Ricci, Paris 1976, Ideogramm Nr. 2832.

Einst jagte ein Reiter der kaiserlichen Garde auf dem Lande, als er an einem Brunnen vorbeiritt, wo ein alter Mann Wasser schöpfte. Plötzlich wurde das Pferd des Reiters scheu und galoppierte wie kopflos dahin. Bevor der Gardist irgendetwas unternehmen konnte, traf das Pferd den alten Mann und schleuderte ihn in den Brunnen. Ein paar Sekunden später hatte der Gardist wieder Kontrolle über sein Tier gewonnen und raste davon.
Die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. In der Nacht darauf erschien der alte Mann als Gespenst im Haus des Gardisten und zerbrach das Geschirr, schlitzte die Papierfenster auf und beleidigte und terrorisierte die ganze Familie. Jeder wusste sofort, dass es sich um einen Kuei handelte. Der Gardist versuchte sich zu entschuldigen: »Ich bin nicht schuld. Mein Pferd hat dich in den Brunnen geworfen.«
Der Kuei antwortete: »Schande deinen Vorfahren, du dreckiger Schurke! Dein Pferd hat mich zwar ins Wasser gestoßen, doch du hast das Weite gesucht anstatt mir herauszuhelfen!« Und der Poltergeist-Kuei fuhr damit fort, alles zu zerstören, was ihm in die Hände fiel. Die ganze Familie warf sich vor dem Kuei nieder und versprach, dass ihm regelmäßig Opfer dargebracht würden, wenn er ihnen vergeben würde. »Das ist nicht genug,« erwiderte der Kuei, »Ich möchte, dass Ihr eine Tafel mit meinem Namen anfertigt und genau die gleichen Rituale durchführt, die Ihr Euren Vorfahren widmet.« Die Familie stimmte zu. Der Kuei nannte seinen Namen, der in eine kleine Tafel graviert wurde. Die Familie hielt jeden Tag ein Ritual ab und fütterte den Kuei mit Opfergaben. Und der Kuei verhielt sich ruhig.
In den darauffolgenden Jahren vermied der Gardist vorsichtig die Gegend des Brunnens. Eines Tages jedoch musste er den Herrscher begleiten und kam wieder an den Ort. Zu seinem großen Erstaunen hielt sich derselbe alte Mann in der Nähe desselben Brunnens auf. Der Gardist wurde von Panik ergriffen, aber seine Pflicht verbot ihm davonzulaufen. Der alte Mann erkannte ihn sofort wieder, eilte auf ihn zu und warf ihn vom Pferd. Der Gardist war derart in Furcht, dass er es nicht wagte, sich zu verteidigen. Der Greis schlug mit einem Stock auf ihn ein. »Da bist du ja, du rücksichtsloser Bandit!« rief der alte Mann. »Endlich habe ich dich gefunden!« Alle anderen Reiter lachten über ihren Kameraden, bei dem es sich um einen großen Mann handelte und der doch nicht imstande schien, zurückzuschlagen, während der altersschwache Greis ihn beschimpfte und verprügelte.
»Aber, aber ...« protestierte der Gardist, »Haben nicht ich und meine Familie dich täglich mit Opfergaben ernährt? Haben wir nicht eine Tafel mit deinem Namen angefertigt?«
»Opfergaben? Welche Opfergaben?« fragte der alte Mann, »Willst du mich schon wieder beleidigen, indem du so tust, als ob ich ein Kuei wäre?«
Auf einmal verstand der alte Mann, was sich ereignet hatte. Er wurde wieder still und ließ den Gardisten gehen. Einen Tag später besuchte er die Familie des Gardisten. Er fand den Ort ziemlich leicht, weil die ganze Stadt über das Missgeschick des Reiters lachte. Alle Familienmitglieder waren schockiert, als sie den alten Mann ankommen sahen. Er beruhigte sie jedoch: »Habt keine Angst. Ich bin kein Kuei! Zeigt mir die Tafel.« Nachdem er einen Blick auf die Tafel geworfen hatte, rief der alte Mann aus: »Das ist nicht mein Name!«
Der ganze Vorfall war durch einen böswilligen Kuei herbeigeführt worden. Zuerst hatte dieser Kuei das Pferd erschreckt und dann hatte er das äußere Erscheinungsbild des alten Mannes angenommen, um Verwüstungen im Haus der Gardistenfamilie anzurichten. Durch diese Vorgehensweise hatte der Kuei eine Heimstatt für sich selbst gefunden und wurde über Jahre hinaus täglich durch Opfergaben ernährt.
Der alte Mann, der sich in seiner Freizeit ein wenig mit Magie beschäftigte, sprach sofort eine Beschwörungsformel aus, um die Familie von dem Kuei zu befreien. Sogleich war ein fürchterliches Gebrüll zu hören, halb Gelächter, halb Todeskampf. Und der Kuei ward nie mehr gesehen.14

14 Dieses Märchen beinhaltet eine Moral, die auch für Wesenheiten-Klärer des 21. Jahrhunderts Gültigkeit besitzt: Man sollte niemals die Identität einer Wesenheit als erwiesen ansehen.

Im alten China waren die Kuei nicht nur Teil der Literatur und des Volkstums, sondern auch Teil des täglichen Lebens. In allen Lebensbereichen und Gewerben war es üblich, mit den Kuei zu rechnen und Rituale zu vollziehen, um sich gegen ihre schädlichen Aktionen zu schützen. Wie zuvor festgestellt, hat die medizinische Kunst zum Beispiel die Kuei als einen der krankheitsverursachenden Faktoren anerkannt. Deshalb tragen unter den 361 Punkten der 14 Hauptmeridiane der Akupunktur 17 das Wort ›Kuei‹ als Teil ihres Haupt- oder Sekundärnamens. Die Regierungen kümmerten sich ebenfalls sehr sorgfältig um Geister aller Arten und widmeten ihnen systematisch befriedende Rituale. Diese Rituale galten als unverzichtbar, um Friede und Gedeihen im Königreich zu sichern.
Was geschieht mit den Kuei auf lange Sicht gesehen? Den alten Chinesen zufolge sind die Kuei nicht unsterblich. Ihre Existenz ist begrenzt und dauert so lange, bis ihre Lebenskraft erschöpft ist. Danach lösen sie sich auf. Was zur Erde gehört, kehrt zur Erde zurück, fällt der Verwesung anheim und wird wieder in die universellen Energiekreisläufe integriert.

3.4 Feinstoffliche Körper im Abriss

Um Wesenheiten zum Thema einer fruchtbringenden Diskussion zu machen, müssen wir kurz ein paar Begriffe definieren.
Das Qi oder die Lebenskraft entspricht dem, was westliche Esoteriker ›das Ätherische‹ nennen. Der Ätherkörper ist infolgedessen die Hülle, die aus Lebenskraft besteht. Er ist das Äquivalent der ›Prana-Hülle‹ oder des ›prana-maya-kosha‹ der indischen Tradition. Wie das Qi – den alten Chinesen zufolge – den ganzen physischen Körper durchdringt, so verhält es sich auch mit dem Ätherkörper. Man könnte als Beispiel einen Schwamm am Meeresgrund nehmen (der physische Körper), der vom Wasser (dem Ätherkörper) durchdrungen wird. Der Ätherkörper dehnt sich jedoch auch ein wenig über die Grenzen des physischen Körpers hinweg aus. In der Tibetanischen Medizin werden manchmal bestimmte Punkte, die außerhalb der Hautgrenze liegen, mit Akupunktur behandelt, was tatsächlich eine schmerzlose Angelegenheit ist.
Die Seelen, die von den Chinesen Po und Hun genannt werden, stimmen mit dem überein, was westliche Esoteriker als ›Astralkörper‹ bezeichnen. Der Astralkörper kann kurz als die Schicht definiert werden, in der Gedanken und Emotionen stattfinden. Wir können ihn als den Träger unseres Verstandesbewusstseins bezeichnen, wobei unsere Emotionen mit eingeschlossen sind.
Der unsterbliche Teil menschlicher Wesen, das Höhere Selbst, wird von uns hier das Ego oder Höheres Ego genannt.
So stellen wir ein einfaches Modell vor, welches vier Teile in menschlichen Wesen unterscheidet: einen physischen Körper, einen Ätherkörper, einen Astralkörper und ein Ego. Für unsere Zwecke gebrauchen wir die Begriffe ›Ego‹, ›Höheres Ego‹, ›Selbst‹, ›Höheres Selbst‹ und ›Geist‹ synonym.
Zur Vorbereitung auf die Erörterungen, die Gegenstand der folgenden Kapitel sein werden, zeigen wir hier ein Diagramm, das die Natur der perversen Energien und der Wesenheiten in Begriffen der feinstofflichen Körper präsentiert.

15 Genaugenommen beziehen sich die Po auf den Astralkörper und die Hun auf das, was ich den ›transformierten Astralkörper‹ nenne).
16 In diesem Modell entspricht das kleine Ego, das aus Illusion, Konditionierung und infantilen Reaktionen besteht, dem Astralkörper.

Kapitel 4: Fragmente

4.1 Physischer Körper – Ätherkörper und Astralkörper – Ego

Im letzten Kapitel beschrieben wir in Kürze Menschen als in vierfacher Weise aufgebaut: aus

In der Praxis kann man diese vier Bestandteile in zwei Paare aufteilen: einerseits in den physischen Körper und Ätherkörper, andererseits in den Astralkörper und das Ego.
Solange Sie leben, bleiben physischer Körper und Ätherkörper eng miteinander verbunden. Das Ätherische ist das Leben des physischen Körpers und der physische Körpers kann ohne das Ätherische nicht überleben. Bei seltenen Anlässen, z.B. wenn Ihr Arm oder Ihr Bein ›einschläft‹, verlässt ein Teil Ihres Ätherkörpers den physischen Körper. Das schmerzhafte Prickeln, das folgt, wenn man versucht, das Glied wieder zu bewegen, zeigt an, dass das Ätherische wieder in den entsprechenden physischen Teil zurückkehrt. Eine derartige Trennung erfolgt natürlich nur teilweise und vorübergehend. Trennungen größeren Ausmaßes liegen natürlich nicht im Bereich des Unmöglichen, aber sie sind außerordentlich selten.
Es gibt jedoch eine Ausnahmesituation, in der angeblich ein sehr hoher Grad an Trennung des Ätherkörpers und des physischen Körpers stattfindet. Während spezieller Einweihungen – als Teil der esoterischen Ausbildung in alten Mysterienschulen – wurden die Aspiranten für eine gewisse Zeitdauer in todesähnliche Trance versetzt (klassischerweise drei Tage lang), während der sie auf Reisen in spirituelle Welten geführt wurden. Nach Vollendung der Drei-Tages-Reise wurden die Aspiranten in ihre Körper zurückgerufen. Aufgrund dessen, was sie in dieser Zeit gesehen hatten, wurden sie als Eingeweihte bezeichnet.
Von außergewöhnlichen Umständen dieser Art jedoch abgesehen, pflegen sich der physische Körper und der Ätherkörper während des Lebens niemals zu trennen. Nur nach dem physischen Tod (infolge der endgültigen Abreise des Astralkörpers und des Ego) beginnt sich der Ätherkörper in der ätherischen Welt aufzulösen, wobei er den physischen Körper verlässt, der zu verwesen beginnt. So ist nach dem Tod die Bestimmung dieser zwei Hüllen ziemlich ähnlich; jede von ihnen löst sich auf und wird von ihrer Umgebung absorbiert. Der physische Körper löst sich in der physischen Welt auf, während der Ätherkörper in die ätherische Welt zurückkehrt.
Genauso, wie sich der physische Körper und der Ätherkörper unter normalen Umständen niemals trennen, so sind der Astralkörper und das Ego auf komplizierte Weise ineinander verwoben. Wenn man das Thema von einem erfahrungsmäßigen Standpunkt aus betrachtet, entspricht dies der Tatsache, dass die meisten Personen nicht in der Lage sind, zwischen ihrem Höheren Selbst und ihren Gedanken zu unterscheiden. Das Ego oder das Höhere Selbst ist die Schicht des Selbst-Gewahrseins. Der Astralkörper ist die Schicht des Verstandesbewusstseins, d.h. der Gedanken und reaktiven Emotionen – und der Astralkörper umgibt das Ego wie ein Spinnennetz. Daher können Menschen, wenn sie ihre Augen schließen und versuchen ruhig zu werden, zu ihrem Selbst keinen Kontakt herstellen, sie sind unfähig etwas anderes außer Gedanken zu empfangen. Die fortwährenden Bewegungen innerhalb ihrer Astralkörper werden in dauernde geistige Aktivität übersetzt, die wie ein Schirm wirkt, der das Selbst verdeckt.
Hinsichtlich der feinstofflichen Körper kann spirituelle Entwicklung daher als Prozess gesehen werden, der zum Ziel hat, den Astralkörper vom Ego zu trennen, damit man des Selbst gewahr werden kann. Mit anderen Worten: Um das Selbst zu finden, muss man es aus dem Gewirr des Astralkörpers befreien. Oder, um ein vielzitiertes Beispiel aus der indischen Tradition zu nehmen: Solange Selbstverwirklichung nicht erreicht wurde, bleiben Selbst und Astralkörper vermischt wie Milch und Wasser in einem Glas.
Soweit es die üblichen Lebensumstände betrifft, ist es möglich, die vier Träger in zwei Gruppen zu teilen: in einen ›unteren Komplex‹, der aus dem physischen Körper und dem Ätherkörper besteht und in einen ›oberen Komplex‹, der sich aus dem Astralkörper und dem Ego zusammensetzt.

4.2 Schlaf, Tod und der Astralkörper:

Um einige der Schlüsselmechanismen zu verstehen, die sich auf Wesenheiten beziehen, ist es wesentlich, ein klares Bild davon zu bekommen, was dem Astralkörper während des Schlafes und nach dem Tod widerfährt. Die augenfälligste Tatsache beim Schlaf ist, dass er von einem Verlust des Bewusstseins begleitet wird. Das Bewusstsein entspricht den beiden oberen Bestandteilen: dem Astralkörper (Verstandesbewusstsein) und dem Ego (Selbst-Gewahrsein). In Begriffen der feinstofflichen Körper ausgedrückt, verlieren der Astralkörper und das Ego während des Schlafes ihr Interesse am physischen und am Ätherkörper und richten ihre Aktivitäten auf andere Sphären und Räume. In Wirklichkeit geht das Bewusstsein während des Schlafes nicht verloren, es ist einfach anderswohin ausgerichtet.
Während des Wachzustandes ist der obere Komplex (Astralkörper und Ego) mit dem unteren Komplex (dem physischen Körper und Ätherkörper) verbunden und kann dadurch die physische Welt wahrnehmen. Während des Schlafes wird der obere Komplex vom unteren abgetrennt und richtet seine Aktivität auf die astralen Welten.
Es sollte klar sein, dass die facettenreiche Realität von Schlaf und Traum durch solch einfache Diagramme lediglich grob umrissen werden kann. Verschiedene andere Mechanismen finden gleichzeitig statt. Es kann verschiedene Grade der Abtrennung zwischen dem oberen und dem unteren Komplex geben, was von der Tiefe des Schlafs und dem Niveau der individuellen Entwicklung der jeweiligen Person abhängt. Trennungen können auch zwischen den verschiedenen Unterschichten des Astralkörper stattfinden. Kurz gesagt: eine Landkarte kann keine volle Beschreibung eines Landes liefern.
Hinsichtlich der feinstofflichen Körper sind die Vorgänge, die mit dem Tod zu tun haben eine Ausweitung jener Mechanismen, die während des Schlafes stattfinden. Während des Schlafes findet eine vorübergehende Trennung des oberen Komplexes und des unteren Komplexes statt. Beim Tode ereignet sich die endgültige Trennung. Astralkörper und Ego trennen sich ab und geben den physischen Körper und den Ätherkörper frei. Wie beim Schlaf geht das Bewusstsein (das in unserem System dem Astralkörper und dem Ego entspricht) nicht verloren, es ist einfach ganz woanders. Anstatt mit der physischen Welt verbunden zu sein, beginnt es in die astralen Welten zu reisen und dann in die Welten des Geistes.

4.3 Funktionen und Strukturen in den feinstofflichen Körpern

Kurz nach dem Tod, vor dem Aufbruch in die astralen Welten, findet ein wesentlicher Prozess statt: das Zersplittern des Astralkörpers. Der Astralkörper zerfällt buchstäblich in Stücke, so, wie sich im chinesischen Modell die Po und die Hun trennen. Um diesen Prozess, der eine Schlüsselrolle bei der Entstehung zahlreicher Wesenheiten spielt, zu verstehen, verwenden wir noch etwas mehr Zeit darauf, die Struktur des Astralkörpers zu untersuchen.
Das Konzept der feinstofflichen Körper lädt uns dazu ein, die Art und Weise neu zu überdenken, in der wir verschiedene Funktionen, wie Denken, Fühlen und das emotionale Reagieren betrachten, die wir von früh bis spät entfalten. Von einem konventionellen Gesichtspunkt aus gibt es nichts Abstrakteres und Unbegreifbareres als einen Gedanken. Aus dem Blickwinkel der feinstofflichen Körper handelt es sich bei einem Gedanken um eine greifbare Form, die aus astraler Materie besteht. Ein Gedanke kann gesehen und sogar gespürt, ›ertastet‹, werden, vorausgesetzt, dass das entsprechende nicht-physische Wahrnehmungsorgan (das dritte Auge) entwickelt wurde. Aus dieser Perspektive zeigt die Tatsache, dass die meisten Leute ihre Gedanken für abstrakt und substanzlos halten, nur ihre Unfähigkeit, jenseits der physischen Sphäre wahrzunehmen.
Die Lehre von den feinstofflichen Körpern führt uns dazu, alles in Begriffen von Struktur und Materie zu betrachten; nicht nur physischer Materie, sondern auch feinstofflicher Materie, die ätherische und astrale Substanz umfasst sowie einen großen Bereich von noch feineren nicht-physischen Substanzen. Dieser Fokus auf Materie macht das System der feinstofflichen Körper zum Grundstein der inneren Alchemie, weil Alchemie grundsätzlich die Kunst ist, den Schwingungsbereich der Materie zu steigern. Innere Alchemie ist eine Form der Selbst-Transformationsarbeit, durch die man der feineren Frequenzen der Materie hinter allen Funktionen – ob nun physiologischer, psychologischer oder spiritueller Natur – gewahr wird.
Daher ist Leben unter dem Gesichtspunkt der feinstofflichen Körper kein abstraktes Prinzip, sondern die wesentliche Qualität der ätherischen Materie. Leben ist die Funktion und ätherische Materie ist die Struktur. Auf ähnliche Weise (auf einer höheren Oktave) kann das ganze Spektrum psychologischer Funktionen jeweils als Form oder Welle im Astralkörper angesehen werden. Was nehmen wir üblicherweise wahr, wenn wir eine Emotion erleben? Wir nehmen die Emotion an sich wahr, das ist Wut, Enttäuschung, Schreck und so weiter und wir nehmen auch verschiedene physische Änderungen, die die Emotion begleiten, wahr, wie z.B. Muskelspannung und schnelleren Herzschlag. Diese physiologischen Reaktionen sind offensichtlich die Folgen der Emotion.
Menschen begreifen für gewöhnlich nicht, dass die Emotion selbst eine Konsequenz darstellt. Die Emotionen, die Personen spüren, sind nicht ›ursprüngliche Emotionen‹, das heißt keine Wellen in ihren Astralkörper, sondern der physische Widerhall dieser Wellen. Die Emotion beginnt zuerst im Astralkörper und hallt dann als Echo im Nervensystem des physischen Körpers wider. Wenn Leute Emotionen erfahren, dann nehmen sie diesen physischen Widerhall wahr, nicht die ursprüngliche astrale Welle. Dieses Modell, welches insgesamt Platons Höhlengleichnis sehr ähnlich ist, gibt Aufschluss darüber, weshalb die meisten Menschen unfähig sind, mit ihren Emotionen umzugehen: sie nehmen ihre Emotionen einfach nicht wahr! Sie leben in einer Welt der Wirkungen und Konsequenzen – wenn nicht sogar in einer Welt der Schatten –, ohne irgendeinen Zugriff auf die wirklichen Ursachen ihrer inneren Bewegungen zu haben. Solange wir mit Konsequenzen und nicht mit Ursprüngen arbeiten, ist keine wahrhaftige Transformation möglich.
Wir sollten uns diesen Prozess des Widerhalls stets in Erinnerung rufen, wenn wir versuchen, den Astralkörper zu verstehen. Der Astralkörper ist die Schicht der Gedanken und Emotionen, der ›wirklichen‹ Gedanken und Emotionen, nicht derjenigen, die Menschen für gewöhnlich wahrnehmen. Was Menschen üblicherweise wahrnehmen, sind lediglich widerhallende Gedanken und Emotionen, das bedeutet: die Reflektion astraler Formen in ihrem Nervensystem. Wenn der Astralkörper die Schicht des geistigen Bewusstseins ist, so ist das, was Menschen während ihres gewöhnlichen Wachzustands wahrnehmen, nicht Verstandesbewusstsein, sondern ›physisches Verstandesbewusstsein‹, das heißt eine physische Reflektion des astralen geistigen Bewusstseins.

Es ist wichtig, über diesen Reflektionsprozess nachzudenken, weil in der Reflektion einige wichtige Verzerrungen stattfinden. Eine sehr augenfällige Verzerrung ist, dass der Astralkörper ein riesiges Lagerhaus an latenten Emotionen und Erinnerungen ist, während das physische Verstandesbewusstsein nur ein paar Gedanken und Emotionen auf einmal empfangen kann. Anders ausgedrückt reflektiert das physische Verstandesbewusstsein nur minimale Teile dessen, was im Astralkörper gespeichert ist.
Vom physischen Verstandesbewusstsein aus gesehen ist der Astralkörper wie ein Kaleidoskop, das ununterbrochen wechselnde Muster an Gedanken und Emotionen präsentiert, daher der dauernde Wechsel der Stimmungen und Gedanken bei den meisten Menschen. Aus der Sicht der Lehre von den feinstofflichen Körpern ist es leicht verständlich, weshalb es möglich ist, sich ohne äußeren Anlass plötzlich sehr glücklich oder sehr unglücklich zu fühlen. Der Kaleidoskop-Effekt ist derart, dass das physische Verstandesbewusstsein oft von einem Bereich des Astralkörpers zu einem anderen umgeleitet wird und deshalb total verschiedenartige Emotionen reflektiert.
Einige Leute sind tatsächlich sehr gut darin, diesen Effekt zu manipulieren. Wenn sie von einer gewissen Emotion oder Begierde gestört werden, schalten sie einfach ab. Sie drehen das Kaleidoskop und leiten ihr physisch-geistiges Bewusstsein in einen anderen Teil ihres Astralkörpers und vergessen das Problem. Tatsächlich tut die große Mehrheit derjenigen Personen, die von sich behaupten, dass sie ihre Begierden und Emotionen ›umwandeln‹ können, nichts anderes als einfach abzuschalten. Anstatt sie in Augenschein zu nehmen, unterbrechen sie einfach jede Verbindung zu ihnen, indem sie ihr physisches Verstandesbewusstsein in einen anderen, weniger belastenden Bereich ihres Astralkörpers umleiten. In Wirklichkeit hat dieses Vorgehen nichts mit Umwandlung zu tun, es handelt sich schlicht und einfach um Unterdrückung oder ›Verdrängung‹. Die Begierde oder Emotion bleibt unverändert in irgendeinem dunklen Winkel des Astralkörpers und wird durch die Unterdrückung wahrscheinlich noch verstärkt.
Solange man lebt, findet bewusstes Dasein hauptsächlich im physischen Bereich statt. Das bedeutet, dass wir uns lediglich des physischen Verstandesbewusstseins gewahr sind und dass zahlreiche verborgene Aspekte des Astralkörpers sich nur durch Träume oder unbewusste Vorgänge manifestieren. Zum Zeitpunkt des Todes jedoch stellt das physische Nervensystem sein Funktionieren ein. Die Fassade des physisch-geistigen Bewusstseins bricht daher zusammen und die bewusste Existenz wird in astrale Sphären projiziert. Sobald sie ihre beiden unteren Träger (den physischen Körper und den Ätherkörper) verloren haben, ziehen die Verstorbenen mit ihren Astralkörpern und ihren Egos durch die astralen Welten. Nun können sie nicht länger schwindeln, sie müssen sich dem Astralkörper vollumfänglich mit all seinen Eigenschaften stellen.
In der Praxis bedeutet das, dass alle Arten von unterdrückten Begierden und latenten Emotionen in das Bewusstsein des Verstorbenen strömen. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Personen, die sich einbildeten, sie hätten ihre Emotionen umgewandelt, zu der bitteren Einsicht kommen, dass sie in Wirklichkeit niemals mit ihnen gearbeitet haben, und dass sie ihre Emotionen durch Unterdrückung sogar noch verstärkt haben. Latente Emotionen und Begierden werden plötzlich augenfällig. Sie erscheinen vor dem Verstorbenen als ungestüme und schikanöse Gebilde. Sie machen die Erfahrung eines großen Schmerzes, indem sie brennendes Verlangen nach Dingen empfinden, die sie nicht mehr haben können. Viele esoterische Schulen sehen diese Phase der Reinigung des Astralkörpers als das Fegefeuer an, von dem in religiösen Schriften die Rede ist. Beachten Sie, dass wir mit diesem Ansatz weit entfernt vom Klischee der ewigen Hölle sind, die von kleinen Dämonen bewohnt werden, welche die Verstorbenen bestrafen. Zum Ersten ist die Phase der Reinigung vorübergehend, und sobald der Reinigungsprozess abgeschlossen ist, setzen die Verstorbenen ihre Reise in die freudvollen Welten des Geistes fort. Zweitens werden die Toten von nichts anderem als von ihren eigenen Begierden und verborgenen Emotionen geplagt. Der Prozess verläuft ganz mechanisch und ist frei von moralischen Bezügen. Kräfte (Emotionen und Begehren) wurden im Astralkörper unterdrückt und zusammengepresst. Sobald die Schale des physischen Verstandesbewusstseins sich zum Zeitpunkt des Todes auflöst, brechen die komprimierten Kräfte wie ein Schachtelteufel heraus.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Reinigungsphase kein Martyrium bedeuten muss. Sie wird nur dann qualvoll, wenn während des Lebens keine Arbeit am Astralkörper unternommen wurde und er vollgestopft ist mit brennenden verborgenen Begierden und Emotionen. Wenn jedoch schon zu Lebzeiten eine Katharsis erreicht wurde, wenn eine systematisch betriebene Selbsttransformation, die