Planetenkräfte, Alchemie und Heilen
Die Auszüge

von Samuel Sagan

Uebersetzt aus dem Englischen von Hans Babendreyer

Die Sprache hinter dem Körper, den Pflanzen, Metallen und Edelsteinen


Entdecken sie neue Wege, um sich selbst und die Welt zu sehen, indem sie die gesammelten astrologischen Symbole und Archetypen verwenden.

Der Verfasser, Samuel Sagan, ist Doktor der Medizin und Gewinner eines Fakultätspreises der Universität von Paris V. Akupunkturpraktiker, Homöopath, und seit langem Anwender alternativer medizinischer Verfahren, ist er nun Direktor der Clairvision School in Sydney, Australien.

Dieses Buch erkundet nicht nur Psychologie, Physiologie und Pathologie in Bezug auf die astrologischen Symbole, sondern auch den Gebrauch von Pflanzen, Blütenessenzen, Edelsteinen und homöopathischen Metallen. Einerseits ein praktisches und benutzerfreundliches Handbuch, zeigt es andererseits doch ein reiches Gewebe von Bedeutungen auf. Es gibt schwer zu findende Erklärungen und gewährt faszinierende Einsichten, wo andere Bücher einfach Symptome oder Pflanzen auflisten.

Dieses Buch ist ein Nachschlagewerk für alle, die sich für Symbole, ganzheitliche Medizin, Astrologie und die westliche esoterische Tradition interessieren, und ein zentrales Kapitel in den Kursen in Heilung und Astrologie, die von der Clairvision School in Sydney angeboten werden.

Die folgenden Abschnitte sind Auszüge aus dem Buch.



Die Auszüge

1.1 Astrologie als Symbolsprache
1.2 Vor allen Dingen: Kenne dich selbst!
1.3 Planetenkr�fte und Heilen
1.4 Clairvision Corpus
1.5 Sterngucken
1.6 Warum Sonne und Mond "Planeten" genannt werden
1.7 Die Hermetische Tradition
2.1 Piktogramme
2.2 Die drei Grundbausteine
2.3 Der Kreis = Geist
2.4 Halbmond = Seele
2.5 Quadrat = Materie
2.6 Kreuz = Inkarnation in die Materie
2.7 Das Piktogramm der Erde
2.8 Die Sonne
2.9 Der Mond
2.10 Die Venus
2.11 Der Mars
2.12 Antimon und pulvis
2.13 Merkur
2.13 Jupiter
2.15 Saturn
2.16 Uranus
2.17 Neptun
2.18 Pluto
2.19 Der n�rdliche und s�dliche Mondknoten



1 - Einleitung


1.1 Astrologie als Symbolsprache

Die meisten Menschen sind mit der Seite der Astrologie vertraut, die sich mit dem Wahrsagen beschäftigt, und die oft auf ganz billige Vorhersagen heruntergewirtschaftet wird. Doch diese Kunst enthält noch mehr als nur das. Astrologie ist eine hochentwickelte und umfassende Symbolsprache, die auf einer begrenzten Anzahl von Archetypen beruht. Sie kann nicht nur angewandt werden, um ein gründliches Verständnis der menschlichen Seele und ihrer Transformationen zu erlangen, sondern auch zum Verstehen der Physiologie, Pathologie, des Heilens und verschiedenster Erscheinungen in der Natur.

Der Zweck dieses Buches ist die Einführung in diese Symbolsprache. Es konzentriert sich auf den Symbolismus von körperlichen und seelischen Energien, zu deren Beschreibung es die Sprache der Planetenkräfte benutzt. Die Reise wird uns auch zu Pflanzen, Blütenessenzen, Metallen und verschiedenen Prinzipien der Alchemie und Esoterik führen.

Ich habe oft von Leuten gehört, dass sie die Welt vollkommen unterschiedlich gesehen haben, nachdem sie an Clairvision-Kursen über die Planetenkräfte teilgenommen haben. Allgemein bekannte Tatsachen können auf eine neue und faszinierende Weise wahrgenommen werden, die zeigt, wie archetypische Kräfte hinter dem Verhalten und den Beziehungen von Pflanzen, Dingen und Menschen am Werk sind.

1.2 Vor allen Dingen: Kenne dich selbst!

Auf dem Portal zum Orakel von Delphi, das dem Sonnengott Apollo geweiht war, stand das folgende Gebot geschrieben:

"Kenne Dich selbst, dann wirst Du das Universum und alle Götter kennen."

Ihre erste Aufgabe in dieser Untersuchung ist es, zu verstehen, welche Planetenkraft bzw. -kräfte für Ihre Persönlichkeit am stärksten charakteristisch ist bzw. sind. Das kann Licht auf viele Bestandteile Ihrer persönlichen Vergangenheit werfen, zum Beispiel darauf, warum sie es schwierig finden, mit bestimmten Arten von Leuten auszukommen, oder warum Sie bestimmte Tätigkeiten mehr anziehen als andere.

Um aus diesem astrologischen Abenteuer den meisten Nutzen zu ziehen empfiehlt es sich, dass Sie eine aktive Haltung gegenüber diesem Wissen einnehmen. Das Material ist nicht einfach dazu da, gelesen zu werden, sondern es will benutzt sein. Beginnen Sie, indem Sie Fragen an alles um sie herum stellen: an Leute, Tiere, Pflanzen, Nahrungsmittel, Kleider, Musik, Filme, Gemälde, an Dinge aller Art. Welche Planetenkraft entspricht jeweils ihrem Wesen am besten? In einer Reihe von Fällen werden Sie überrascht sein, wie konsistent einige Menschen die verschiedenen Facetten eines einzigen Planeten verkörpern.

Ein schöner Aspekt der Lehre von den Planetenkräften ist es, da� sie eine gro�artige Schule der Toleranz darstellt. Indem man das Wirken der Planetenkräfte erkennt, lernt man die Natur der Menschen besser zu verstehen und zu schätzen, und auch ihre individuellen Besonderheiten zu akzeptieren. Wo Sie sich früher über jemandes unorganisierte Arbeitsweise aufgeregt hätten, werden Sie lernen, sich über einen kraftvollen Mond-Archetypus zu freuen. Oder umgekehrt, anstatt sich von der steifen, methodischen Vorgehensweise einiger Ihrer Freunde unterdrückt zu fühlen, werden Sie deren anspruchsvollen Saturn zu würdigen wissen. Das Gesamtbild, das so entsteht, ist au�erordentlich reich und melodisch.

1.3 Planetenkr�fte und Heilen

Eine lange Reihe von Visionären, von Hippokrates über Paracelsus bis hin zu Rudolf Steiner, haben deutlich die Auffassung geäu�ert, da� niemand ein wirklicher Arzt sein kann, der sich nicht auf den Einflu� der Planetenkräfte versteht. Wie wir sehen werden, indem wir die Sprache der Astrologie gebrauchen, um die Geheimnisse des Körpers zu entziffern, führt das nicht nur zu Einsichten in die Physiologie und Pathologie, sondern auch zu praktischen Methoden, gegen Krankheiten zu kämpfen.
Das Symbol der medizinischen Berufe ist darum auch der Schlangenstab des Hermes (dies der griechische Name des Merkur), der auch der Patron der hermetischen Philosophie ist.
Therapeuten werden hier eine neue Dimension finden, die sie zu ihrer Kunst hinzufügen können, und ebenso Wege, um ihr eine stärker metaphysische Dimension zu geben.
Menschen ohne einen medizinischen Hintergrund, die jedoch ein Interesse am Heilen haben, werden in der Kenntnis der Planetenkräfte einen Königsweg zu diesem Thema finden. Wie ich später erläutern werde, waren meine Tage als Medizinstudent zum Schreien langweilig, bis ich irgendwann die symbolischen und metaphysischen Dimensionen hinter den groben körperlichen Daten zu erkennen begann. Dann tauchten plötzlich Zusammenhänge auf, und hinter der Unzahl scheinbar unzusammmenhängender Fakten offenbarte sich Harmonie. Die Medizin wurde magisch und faszinierend. Au�erdem blieb sie nicht mehr von meiner spirituellen Arbeit getrennt, insofern als jeder neue Patient eine Einladung zur Schau und zur symbolischen Unterscheidung darstellte.

Dieses Buch ist jedoch nicht in erster Linie für Therapeuten geschrieben, sondern für Menschen, die sich auf einer spirituellen Suche befinden. Die Sprache der Planetenkräfte ist bemerkenswert hilfreich, um eine ganze Reihe von subtilen Bewusstseinsphänomenen zu verstehen und zu beschreiben - und deshalb sollte man alle, die etwas über Esoterik lernen wollen, dazu ermutigen sich mit ihr vertraut zu machen. Hinzu kommt, da� man, ob man nun Therapeut ist oder nicht, eine spirituelle Arbeit ab einer gewissen Grö�enordnung nicht mehr ausführen kann, ohne ein gewisses Wissen über seinen Körper und die Energien zu besitzen, die darin wirken. Wir werden hier ein gewisses Ma� dieser fundamentalen Kenntnisse darstellen, zusammen mit einer Anzahl esoterischer Begriffe aus dem Clairvision Corpus.

1.4 Clairvision Corpus

Der Begriff 'Clairvision Corpus' (CC), der in diesem Buch häufig vorkommen wird, bezeichnet das gesammelte Wissen der Clairvision School in Sydney, Australien. Dieses Wissen bezieht sich auf eine innere alchemistische Arbeit und beinhaltet sowohl erfahrungsorientiertes wie theoretisches Wissen über das Bewu�tsein und die Geheimnisse der menschlichen Natur, mit einem besonderen Akzent auf Evolution.

Der vorliegende Band ist einer von mehreren Einführungen in den Clairvision Corpus. Er enthält grundlegende astrologische Information und führt dabei stärker esoterische Begriffe und Grundprinzipien aus dem Corpus ein, so wie das jing , die Quintessenz der Sexualenergie; die verwandelten Körper (die zu den Geistkörpern im selben Verhältnis stehen wie das alchemistische Gold zu den unedlen Metallen), und das geheimnisvolle Prinzip der Individuation hinter dem Höheren Selbst.
Auf drei meiner Bücher wird häufig verwiesen werden:
Awakening the Third Eye (deutsche Ausgabe in Vorbereitung) Regression, Past Life Therapy for Here and Now Freedom (abgekürzt Regression )
Entities, Parasites of the Body Energy (abgekürzt Entities )
Es werden jedoch keine Vorkenntnisse für Planetenkräfte, Alchemie und Heilung vorausgesetzt.

1.5 Sterngucken

Einer der wichtigsten Ratschläge, die man jemand geben kann, der die Planetenkräfte verstehen will, ist sich den Himmel anzuschauen. Verfallen Sie nicht in den weitverbreiteten Fehler, zu versuchen, Astrologie nur auf dem Papier zu lernen. Suchen Sie sich ein Lehrbuch für Hobbyastronomen und verbringen Sie einigen Zeit am Abend, auch wenn es nur ein paar Minuten sind, damit, sich auf Sterne und Planeten einzustimmen (wie es in Awakening of the Third Eye , Kapitel 11, erörtert wird). Betrachten Sie die feurige Röte des Mars, den bleichen Glanz des Saturn, und das gro�zügige Licht von Jupiter und Venus. Dies ist ein unverzichtbarer Teil des Studiums ihres Symbolismus. Es wird zu einer intuitiven Kenntnis der Planetenkräfte führen, die alle versäumen, die nie zum Himmel aufschauen.
Wenn Astrologie von der Astronomie getrennt wird, dann fehlt ihr normalerweise die Tiefe. In diesem Buch finden Sie daher einen Abschnitt "Astronomische Fakten - Same des Symbolismus" am Anfang jedes Kapitels über die einzelnen Planeten.

1.6 Warum Sonne und Mond "Planeten" genannt werden

Bevor wir beginnen, eine kleine Bemerkung über Sonne und Mond (die Himmelslichter , wie sie in manchen astrologischen Traditionen genannt werden). Sie mögen sich wundern, da� in der Astrologie Sonne und Mond als Planeten bezeichnet werden, genau wie Merkur oder Venus. Das kommt daher, dass das Wort 'Planet' von dem griechischen planetes herstammt, das 'Wanderer' bedeutet. Bei den Griechen bezeichnete der Begriff planetes diejenigen Himmelskörper, die keinen festen Ort haben, sondern die entlang des Tierkreises wandern - im Gegensatz zu den Fixsternen, deren relative Position sich nicht ändert (jedenfalls nicht im Zeitraum eines Menschenlebens).
Wenn wir diese Bedeutung 'Wanderer' (vgl. das altertümliche 'Wandelstern') im Auge behalten, dann können wir die Logik darin einsehen, dass man Sonne und Mond Planeten nennt.

1.7 Die Hermetische Tradition

Lassen Sie mich auch die Bedeutung des Wortes 'hermetisch' klären, das in diesem Buch immer wieder gebraucht wird. Die Hermetische Philosophie, die nur ein anderer Name für die Alchemie ist, wird so genannt, weil sie der Tradition zufolge mit Hermes Trismegistos begonnen haben soll, der von vielen auch mit dem ägyptischen Gott Thoth gleichgesetzt wird. Die Begriffe 'Hermetik', 'Hermetische Philosophie' und 'Hermetische Tradition' sind alle mehr oder weniger synonym mit Alchemie.
Hierbei mu� man auf zwei Punkte besonders hinweisen. Erstens machte die Hermetische Philosophie keine klare Trennung zwischen Alchemie und Astrologie - diese beiden Gebiete waren darauf angelegt, zusammenzuarbeiten. Zweitens war die Hermetik nicht nur die Kunst, Metalle zu verwandeln, sondern eine Gesamtschau der Welt und ein Schatz von Weisheit und Wissen, der eine der wesentlichen Grundlagen der westlichen esoterischen Tradition bildete.
Die Hermetische Philosophie lä�t sich ins alte ägypten zurückverfolgen (und hat vielleicht noch frühere Ursprünge). Sie blühte im antiken Griechenland, wo sie sich mit den grundlegenden Begriffen der griechischen Philosophie verband. Dann ging sie der westlichen Welt für mehrere Jahrhunderte verloren, doch sie wurde von den Arabern erhalten.
Eines der indirekten, und doch wesentlichen Ergebnisse der Kreuzzüge war es, dass die besiegten Kreuzritter alchemistische Abhandlungen mit zurück brachten. Sie brachten so ein Ferment in die Europäische Welt, das eine über Jahrhunderte anhaltende Leidenschaft für die Alchemie entzündete, und das auch den Weg zum gro�en übergang aus dem Mittelalter heraus zu bereiten half.

2 - Die Piktogramme der Planeten

2.1 Piktogramme

Jeder Planet wird durch ein besonderes Symbol bzw. Piktogramm dargestellt. Erinnern Sie sich, dass es einer der wesentlichen Gründe für das Studium der Astrologie ist, dass sie eine symbolische Sprache darstellt. Ob Sie nun Astrologe werden wollen oder nicht, auf jeden Fall wird es eine bereichernde Erfahrung sein, die astrologischen Symbole zu verstehen. Wir werden diesen Ausflug in den Symbolismus mit einer Meditation über die hauptsächlichen Piktogramme der Astrologie beginnen.

Um Nutzen aus Ihrer Reise in die astrologische überlieferung zu ziehen, ist es unbedingt notwendig, dass Sie sich mit den Piktogrammen der Planeten vollständig vertraut machen, genauso wie mit denen der zwölf Tierkreiszeichen, von Widder bis Fische, die sich in Abschnitt 14.5 finden. Dafür gibt es, abgesehen vom Verständnis ihres Symbolgehalts, eine ausgezeichnete Methode - kritzeln. Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und beginnen Sie gleich jetzt, während Sie dieses Kapitel lesen. Danach kritzeln sie weiter... - bis Ihre Hände die Symbole auswendig können.

2.2 Die drei Grundbausteine

Die Piktogramme der Planeten setzen sich aus drei Symbolen zusammen, die wie Bausteine zusammengesetzt werden:
dem Kreis
dem Halbmond
dem Kreuz.
So wird Venus dargestellt, indem ein Kreis auf ein Kreuz gezeichnet wird, Jupiter, indem man einen Halbmond auf die linke Seite eines Kreuzes setzt, Saturn, indem ein Halbmond unter ein Kreuz gesetzt wird.
Die Architektur dieser Zeichen ist keineswegs willkürlich. Sie enthalten einen Code, so dass man intuitiv eine Bedeutung in den Piktogrammen der Planeten finden kann, wenn man die Bedeutung jedes der drei Grundbausteine kennt.
Gibt es nur eine Art, diese Symbole zu interpretieren? Wahrscheinlich ist das nicht der Fall. Die unter dargestellten Elemente tragen eine Logik in sich, und sie sind in einer Anzahl von Traditionen verankert. Nachdem Sie eine Interpretation dieser Symbole kennengelernt und erwogen haben, mögen Sie vielleicht ein unterschiedliches Bezugssystem wählen. Es bleibt jedoch dabei, da� es das Wesen von Symbolen ist, dass man sie auf verschiedenen Ebenen verstehen kann.

2.3 Der Kreis = Geist

Verschiedene, sowohl westliche wie östliche Traditionen, haben den Kreis als Symbol für die Unendlichkeit angesehen. Wenn Sie einen Kreis abschreiten, dann können Sie sich endlos weiter fortbewegen. Das ruft ein Echo des unendliche Teils des Menschen wach - des Geistes nämlich.
Eine weitere Entsprechung des Kreises ist der Himmel. Wenn man auf See ist oder in offenem Gelände, wo der Horizont nicht von Bergen oder hohen Bäumen verstellt wird, dann scheint der Himmel sphärisch zu sein. Die scheinbare Position der Sterne lä�t an eine Sphäre (eine Kugeloberfläche) denken, daher auch die Begriffe 'sphärische Astronomie' und 'Himmelssphäre' (entlang derer die Planeten ihre Bahnen ziehen).
Im Englischen benutzen wir verschiedene Worte für 'sky' und 'heaven', für den "weltlichen" und den "geistlichen" Himmel. In dieser Hinsicht weicht Englisch von den meisten anderen Sprachen ab. So findet man im Sanskrit, im Hebräischen, Griechischen, Lateinischen, Französischen, Italienischen, Spanischen, Deutschen, Niederländischen und mehreren anderen Sprachen das gleiche Wort für beide Aspekte. Man kann nicht genug darauf hinweisen, da es den inneren symbolischen Zusammenhang zwischen beiden betont.
Au�erdem findet man in fast allen Traditionen eine Verbindung zwischen dem Himmel, Engeln, den Göttern und Gott. Deshalb gibt es neben der symbolischen Verbindung Kreis = Geist auch die weitere wichtige Entsprechung zwischen dem Kreis und der Gottheit, gestiftet durch die kreisförmige Symbolik des Himmels.
In der Alchemie ist der Symbolgehalt des Kreises die prima materia , die ursprüngliche Substanz oder das Chaos, aus dem die Schöpfung entstand. Sie ist identisch mit dem en to pan , 'dem einen, das das Ganze ist', der Uroburosschlange (bzw. - drachen), die sich in den Schwanz bei�t.

2.4 Halbmond = Seele

Der Halbmond, der wie eine Schale oder sonst ein Gefä� aussieht, symbolisiert das Empfangen und das empfangende Gefä�. Er ist ein offensichtliches Symbol für den Mond, der au�er bei Vollmond und bei Neumond in der Form eines Halbmonds zu sehen ist.
Um zu verstehen, wie es zu der symbolischen Beziehung zwischen Halbmond und Seele kommt, müssen wir uns zunächst daran erinnern, da� im griechischen Denken, das in vielerlei Weise den Hintergrund der Alchemie bildet, eine klare Unterscheidung getroffen wurde zwischen psyche und daimon , der Seele und dem Geist. Der Geist ist die unsterbliche und unveränderliche Flamme, die Seele ist seine veränderliche Widerspiegelung in der Natur. (Die indische Tradition gebraucht das Bild der Sonne, die für das Höhere Selbst steht, und die sich in einem See spiegelt.) Die Mondsichel, die eine ständig wechselnde Reflexion des Sonnenlichts ist, erscheint als perfekte Analogie der Seele.

2.5 Quadrat = Materie

Bevor wir über das Kreuz sprechen, müssen wir darüber nachdenken, warum das Quadrat und die Zahl vier die Materie bezeichnen. Im Altertum hatte man mehrere Erklärungen dafür. Die Alten sahen die materielle Welt als aus vier Elementen (der Erde, dem Wasser, der Luft und dem Feuer) gemacht an, und als aus vier "Reichen" bestehend (dem mineralischen, dem pflanzlichen, dem Tierreich und dem Reich des Menschen). Ein grundlegenderes Argument ist es, dass man mindestens vier Punkte braucht, um einen dreidimensionalen Raum (wie die physische Welt, in der wir leben) zu definieren, während zwei Punkte eine Linie bestimmen und drei eine Ebene. Es braucht vier Punkte, um einen Körper zu definieren, der nicht mehr in einer Ebene beschrieben werden kann. Daher kommt es, dass Pythagoras den Tetraeder als den ursprünglichen Körper ansah.


Ein Tetraeder sieht oberflächlich wie eine Pyramide aus, nur dass eine Pyramide fünf Flächen und einen quadratischen Grundri� hat. Ein Tetraeder hat nur 4 gleiche Flächen, wobei jede davon ein gleichseitiges Dreieck ist.

Ein weiteres Beispiel, wie die Zahl vier mit der Materie verbunden ist, kann man in der hinduistischen Tradition des Tantra finden, in der jedes der fünf unteren Chakren als Ausdruck eines der Elemente gilt. Das Basischakra, muladhara-chakra , ist der Ausdruck des Erdelements. Es hat vier Blütenblätter, und sein yantra , sein geometrisches Symbol, ist das Quadrat.

Zur übung im symbolischen Assoziieren können Sie sich vorstellen, was ein Kreis in einem Quadrat bedeuten könnte? In der Kabbala stellt es den Geist dar, wie er in der Materie verborgen ist, und dies entspricht dem, was wir bislang besprochen haben.

2.6 Kreuz = Inkarnation in die Materie

Ein Kreuz hat vier Zweige. Wenn Sie ein Kreuz in einen Kreis hineinzeichnen, wie es im Piktogramm der Erde geschieht, dann teilen Sie ihn in vier Quadranten. Die Verbindung des Kreuzes mit der Zahl vier macht es zu einem Symbol, das mit der Materie verbunden ist. Das Kreuz steht jedoch für etwas Dynamischeres als das Quadrat.
Nehmen sie zum Beispiel den Schmelztiegel (engl. crucible ). In der Alchemie ist ein Schmelztiegel ein Gefä�, in dem Metalle erhitzt, bearbeitet und verwandelt werden. Das Wort crucible kommt von dem lateinischen crux , Kreuz. Man hat dieses Wort gewählt, weil die Alchemisten in ihrer Arbeit an den Metallen einen Prozess spiritueller Entwicklung sahen, der parallel zur menschlichen Inkarnation (Verkörperung, Fleischwerdung) auf der Erde zu sehen ist. Daher bedeutet, aus der alchemistischen Perspektive, der Ausdruck "sein Kreuz tragen", sich auf der Erde zu inkarnieren und eine spirituelle Verwandlung durchzumachen. In mehreren Traditionen findet sich das gleiche Konzept - die Erde als eine Schule, wohin Menschen kommen, um bestimmte Lektionen zu lernen und sich dabei zu verwandeln. Das ist es, was das Kreuz bedeutet.
Es ist interessant darauf hinzuweisen, dass Tu , das chinesische Schriftzeichen für Erde (als Element) ebenfalls ein Kreuz zeigt.


2.7 Das Piktogramm der Erde

Das Piktogramm der Erde besteht aus einem Kreuz in einem Kreis. Dieses Piktogramm erscheint nicht in den Horoskopgraphiken, in denen die Erde implizit als Mittelpunkt des Tierkreises angesehen wird. Dennoch lohnt es sich, dabei zu verweilen, denn als Symbol ist es au�erordentlich bedeutsam. Hier haben wir ganz klar einen Schmelztiegel (crucible ) vor uns - aus der Sicht der Hermetischen bzw. alchemistischen Tradition erscheint es eminent sinnvoll, die Erde einen einzigen gro�en Schmelztiegel zu nennen.
Beachten Sie, dass wenn wir die Astrologie neu erfinden würden, es sicher logischer erscheinen würde, die Erde durch ein Kreuz innerhalb eines Quadrats darzustellen. Das hätte bedeutet, dass die Erde "Materie ist, in die man kommt, um sein Kreuz zu tragen". Doch so ist es nicht! Die Tradition hat den Kreis gewählt, um anzuzeigen, dass die Erde eben nicht nur ein Klumpen Erde ist, sondern vielmehr Geist. Dem Symbolgehalt dieses Piktogramms zufolge hat es mit der Erde mehr auf sich, als unsere physischen Augen sehen können.
In der Astrologie wird das gleiche Symbol auch für den Schicksalspunkt (part of fortune) benutzt. Der Schicksalspunkt ist ein abstrakter Punkt, der ebenso weit vom Aszendenten entfernt ist wie der Mond von der Sonne. Aus der arabischen Astrologie stammend, wurde er von den alten Astrologen sehr hoch bewertet, ist aber inzwischen aus der Mode gekommen.
Den universellen Charakter dieses Symbols der Erde kann man an dem chinesischen Schriftzeichen Tian erkennen, das "Stück Land" oder "Feld" bedeutet (so wie ja auch vom "Feld des Elixiers" gesprochen wird). Ursprünglich bestand es aus einem Kreuz in einem Kreis. Im Laufe der Zeit ist daraus ein Kreuz in einem Quadrat geworden - nicht wegen der Symbolik, sondern aus Gründen des bequemeren Schreibens.

2.8 Die Sonne

Wenn wir wiederum die Astrologie neu erfinden müssten, dann hätten wir vielleicht als Piktogramm für die Sonne an einen schlichten Kreis gedacht - Geist. Die Tradition hat sich jedoch entschieden, einen Punkt in der Mitte des Kreises einzuschlie�en, was dem Symbol eine schöpfungsbezogene Dynamik gibt. Der Kreis steht für die Unendlichkeit der Schöpfung. Der Punkt steht für die Quelle, aus der die Schöpfung entstanden ist und aus der sie erhalten wird, und in der sie am Ende der Zeit wieder aufgehen wird. Der Punkt ist wie das Zentrum aller Mandalas; ohne ihn würde der ganze Kreis unverzüglich in sich zusammenfallen.
In der Alchemie steht dieses Symbol auch für Gold, das Metall, das in der Hermetischen Tradition mit der Sonne in Zusammenhang gebracht wird.

Ein Hinweis zu den alchemistischen Piktogrammen der Metalle


Die Alchemisten benutzten das gleiche Piktogramm für einen Planeten und für das Metall, das zu ihm gehört. So bezeichnete ein Piktogramm die Sonne und das Gold, ein anderes Venus und Kupfer, und so fort. Das ist bedeutsam. Es zeigt, dass wenn sie an 'Venus' dachten, sie keine strenge Unterscheidung vornahmen zwischen dem Planeten Venus und Venus als Planetenkraft, von der Kupfer eine Manifestation auf der Erde ist. Genauer gesagt bezeichnete 'Venus' eine archetypische Energie, von der der Planet Venus eine Manifestation am Himmel war, Kupfer eine Manifestation auf der Erde, die Niere eine Manifestation im Körper, und der Rainfarn (Tanacetum vulgare) und die Birke Manifestationen im Pflanzenreich.

2.9 Der Mond

Das Piktogramm des Mondes erklärt sich von selbst. In der Alchemie steht es auch für Silber, das Metall, das zum Mond gehört.
Wenn Sie Canopus , die Astrologiesoftware des Clairvision Corpus benutzen, dann haben sie vielleicht auf einigen Graphiken ein weiteres, kleineres Mondpiktogramm entdeckt. Dies steht für den "schwarzen Mond", den zweiten Brennpunkt der elliptischen Bahn des Mondes um die Erde. Seit den achtziger Jahren dieses Jahrhunderts haben europäische Astrologen diesem Punkt sehr viel Beachtung geschenkt, den sie für einen wichtigen metaphysischen Brennpunkt in einem Horoskop halten. Sie haben diesem Punkt auch manchmal den Namen 'Lilith' gegeben, doch führt dies leicht zu Verwechslungen, da bereits ein Asteroid diesen Namen trägt.

2.10 Die Venus

Wenn wir uns an die Grundbausteine erinnern, was ist dann die Bedeutung, die aus dem Piktogramm der Venus hervorgeht? Geist, der Kreis, über der Materie, dem Kreuz. Das ist genau, was der höhere Symbolgehalt der Venus besagen will - sich über die Materie erheben und zum Geist aufsteigen. Venus ist der Planet der Liebe, Harmonie und Inspiration (Begeisterung). Sie bezieht sich auf ein Stadium der Existenz, in dem man sich über die Mentalität des "Kampfes ums überleben" erheben kann, die herrscht, wenn Menschen in ihre physischen Bedürfnisse verstrickt sind und den Bezug zum Geist verloren haben.
In alchemistischen Texten wird dieses Symbol benützt, um das Kupfer, das Venus-Metall, zu bezeichnen.

2.11 Der Mars

In alten Texten wird das Piktogramm des Mars oft genauso wie das der Venus dargestellt, jedoch um etwa 140� gegen den Uhrzeigersinn gedreht, so dass das Kreuz auf dem Kreis steht - die Materie über dem Geist. Mars ist der Gott es Krieges, der immer Freude an Gewalt und Blutvergie�en hat. Gerade so, wie Venus den Aufstieg in die Sphären des Geistes symbolisiert, so entspricht Mars einem Abstieg in die Materie. So können Menschen, denen die Marsenergie fehlt, leicht �freischwebende" Geister sein, denen es schwerfällt, sich ganz und gar auf ihre physische Umgebung einzulassen. Eine Methode, dieses Problem zu beheben, kann die Einnahme von homöopathischem Eisen sein - des Metalls, das zum Mars gehört - das so die Zugehörigkeit (qua Verkörperung) zu physischen Welt stärken kann.
Das moderne Piktogramm für den Mars ist leicht zu merken. Manche erklären es als Darstellung von Schild und Speer des Mars. Es hat die Form eines Pfeils oder einer Schneide, wie man sie an vielen Werkzeugen und Waffen findet, die ja für gewöhnlich aus Eisen gemacht werden.

2.12 Antimon und pulvis

Machen wir eine weitere Abschweifung in die Alchemie und ihren Gebrauch der Piktogramme, um Substanzen symbolisch darzustellen. Schon wenn Sie sich das Piktogramm für Antimon (Abbildung links) ansehen, können Sie vermuten, da� eine symbolische Beziehung mit Mars und Venus bestehen muss. Antimon ist ein starkes Gift, eine widrige, aber äu�erst kraftvolle Substanz. Die Alchemisten schrieben ihm au�erordentliche Heilungskräfte zu und führten es auch in verschiedenen Rezepten für den Stein der Weisen auf.
Im Clairvision-System der inneren Alchemie wird dieses Symbol manchmal benutzt, um das 'Venom' (Gift) darzustellen, das hei�t, die auf den Mars bezogene Astralenergie, die den Astralkörper für emotionale Reaktionen anfällig macht.
Sehen wir uns nun ein weiteres alchemistisches Piktogramm an, das für pulvis . Wofür benutzt man Messer? Dazu, Dinge in stücke zu schneiden. Was wäre wohl ein gutes Piktogramm für etwas, das geschnitten und wieder geschnitten wurde, bis es sich schlie�lich in Pulver oder Staub verwandelt hat (beide werden von dem lateinischen Wort pulvis bezeichnet)? Das Piktogramm für pulvis sehen Sie rechts.
Genau wie die Symbolik der Venus eine der Einheit ist, so drückt die des Mars Teilung und Trennung aus. Venus steht für hohe Stufen des Bewu�tseins der geistigen Welt, in denen alles vom Standpunkt der Einheit her gesehen wird - wie könnten Menschen Krieg untereinander führen, wenn alle eins sind? Mars bezieht sich auf das vereinzelte, getrennte Bewu�tsein der Menschen, so, wie sie es erleben, wenn sie auf der Erde verkörpert sind.
Das Piktogramm für pulvis birgt eine Warnung in sich. Besonders in Zukunft werden die, die das trennende Bewu�tsein des Mars über seine Grenzen hinaus drängen, anstatt es mit der vereinigenden Kraft der Venus zu integrieren, als Staub enden.

2.13 Merkur

Die ähnlichkeit zwischen den Piktogrammen von Merkur und Venus lässt daran denken, dass die beiden Planten bestimmte symbolische Eigenschaften gemeinsam haben - was auch gewiss so ist. Beide sind näher an der Sonne als die Erde, was symbolisch auf eine engere Verbindung zu den Kräften des solaren Logos schlie�en lässt. Beide beziehen sich auf Wertsysteme, in denen der Geist über die Materie herrscht.
Das Piktogramm des Merkur (und des Quecksilbers, im Englischen das gleiche Wort, mercury , A. d. ü.) ist leicht zu merken, weil der Halbmond an der Spitze auch als ein Flügelpaar gesehen werden kann. Merkur, der Gott der Reisenden, hat Flügel nicht nur an seinen Fü�en und Schultern, sondern auch auf seinem Schild und auf seiner Kopfbedeckung.

2.14 Jupiter

Die Piktogramme für Jupiter und Saturn sind beide aus Halbmond und Kreuz zusammengesetzt, die für die Seele und die Materie stehen. Die Werte von Jupiter und Saturn legen fest, wie die Seele sich zur materiellen Welt verhält. Wenn die Seele über der Materie steht, wie es im Piktogramm des Jupiter der Fall ist, dann hat die Person ein gutmütiges und optimistisches Temperament ("jovial" von lat. Jovis , Jupiter), einen guten Sinn für Humor, und eine positive Haltung zum Leben im Allgemeinen.
Manche sehen in dem Piktogramm auch eine Analogie zum Buchstaben Z, nach Zeus, was der griechische Name für Jupiter ist. Andere sehen in dem Zeichen ein Symbol für Jupiters Blitz.
In der Alchemie steht das Piktogramm für Zinn, das Metall, das zum Jupiter gehört.

2.15 Saturn

Wenn das Kreuz der Materie über der Seele steht, dann kann das Wertsystem der Person pessimistisch eingefärbt sein, und sie mag wohl von Zeit zu Zeit deprimiert sein. Diejenigen Menschen, die glauben, dass das Leben auf der Erde darin besteht, sein Kreuz zu tragen, haben für gewöhnlich stark saturnische Werte. Auf jeden Fall wird solch eine Person vorsichtig und anspruchsvoll sein und kein Detail übersehen.
Wenn Sie den unteren Teil des Piktogramms betrachten, sehen Sie die Form einer Sichel. Das ist die Sichel des Knochenmanns. Saturn (griechisch Kronos ) symbolisiert die Zeit (chronos ), die alle Dinge zerstört, die sie hervorgebracht hat - genauso wie Saturn in der griechischen Mythologie seine Kinder fra�.
In alchemistischen Texten steht das Piktogramm auch für Blei, das Metall des Saturn.

2.16 Uranus

Der Merkur hat einen Kreis, ein Kreuz, und einen Halbmond. Das Piktogramm des Uranus besteht aus einem Kreis, einem Kreuz, und zwei Halbmonden. Wie wir sehen werden, ist der Uranus ein über-Merkur, der viele ähnliche Eigenschaften zeigt, doch in einer höheren Art und Weise.
Sie werden leicht den Buchstaben H im Piktogramm erkennen, der davon herrührt, dass der Entdecker des Planeten Uranus Herschel hie�.
Das Gesamtbild des Uranus ist das einer Antenne, was gut zu den vielfachen symbolischen Bezügen dieses Planeten zu Wellen, zur Elektrizität, Elektronik und insgesamt zur modernen Technologie passt. Uranus, was auf Griechisch 'Himmel' bedeutet, ist auch der Planet der Luftfahrt und des Fliegens, und der Raumfahrt.

2.17 Neptun

Ob man nun zwei Halbmonde oder nur ein Gefä� in diesem Piktogramm sehen will, immer ist der symbolische Eindruck einer von extremer Empfindlichkeit und Empfänglichkeit. Neptun ist der Planet des Flie�ens der Inspiration und der Mystik.
Die Analogie mit dem Dreizack des Meeresgottes Poseidon / Neptun macht das Piktogramm einprägsam.
Das Piktogramm ähnelt auch dem griechischen Buchstaben (psi ), dür die Seele steht (psyche , daher auch Psychologie usw.). Neptun ist der am stärksten auf die Seele bezogene der Planeten.

2.18 Pluto

Pluto zeigt einen kleinen Kreis, der geheimnisvoll halb innerhalb und halb au�erhalb einer Schale schwimmt. Dieses Grals-Symbol passt gut zu dem Planeten des Todes und der Auferstehung, und der alchemistischen Verwandlung der Materie.

2.19 Der n�rdliche und s�dliche Mondknoten

Auch wenn sie nicht unter die Planeten zählen, so werden doch der nördliche und der südliche Mondknoten meistens in Horoskopzeichnungen eingetragen, und sie spielen eine gro�e Rolle bei der Deutung.

Astronomisch sind diese Knoten die Schnittpunkte der Umlaufbahn des Mondes mit der Ekliptik. Die Ekliptik ist der scheinbare Weg der Sonne entlang der Himmelssphäre, der identisch ist mit dem Weg der Erde um die Sonne.

Sonnen- und Mondfinsternisse (engl. eclipses) treten nur dann ein, wenn Sonne und Mond während eines Vollmonds oder Neumonds nahe an diesen Knoten sind. Symbolisch stellt eine Verfinsterung eine Trennung vom Licht des Geistes dar, und so sind die Mondknoten oft mit finsteren und unheilverkündenden astrologischen Merkmalen und ihnen entsprechenden Ereignissen in Verbindung gebracht worden.
Der nördliche Knoten wird auch "Kopf des Drachen" genannt, während der südliche "Schwanz des Drachen" genannt wird. In einer Horoskopzeichnung stehen sie sich gegenüber, mit genau 180� Abstand zwischen ihnen. Deshalb können sie auch als eine Achse gedeutet werden - als die Achse des Schicksals. Der nördliche Knoten steht für das Schicksal, das vor Ihnen liegt, Ihre Zukunft, auf die Sie sich zubewegen. Der südliche Knoten steht für die Vergangenheit, die Eigenschaften, die Sie mit in diese Inkarnation gebracht haben, und auch für Ihr Karma (daher haben die früheren Astrologen diesen Punkt auch gar keine gute Bedeutung in einem Horoskop beigemessen).
Astrologen der vergangenen Jahrhunderte, ob chinesische, hinduistische oder europäische, neigten zu einem schwarz-wei�-Denken, und schrieben jedem der Planeten eine feste Bedeutung zu. In einem Horoskop gab es die Guten, voran den Jupiter, und die Bösen, ganz besonders den Saturn und die Mondknoten. Moderne Astrologen haben eine flexiblere Sicht entwickelt, in der jeder Planet sowohl positive wie negative Eigenschaften aufweist. Das führt auf natürliche Weise zu Konzepten einer Verwandlung des Selbst, in der die Werte jedes Planten gereinigt und verwandelt werden.
Die Form des Piktogramms des nördlichen Mondknotens kann man mit einem Kopf zusammenbringen, während das des südlichen eher an einen Schwanz erinnert. Es ist leicht, sich in beiden einen Drachen oder eine Schlange vorzustellen. Mythologisch und symbolisch ist ja auch der Unterschied zwischen Drachen und Schlangen oft unklar.

© Samuel Sagan 1999, 2004