Dr. Samuel Sagan


Wesenheiten – Parasiten des Energiekörpers



Entities – Parasites of the Body of Energy / Entity Possession – Freeing the Energy Body of Negative Influences © 1994 / 1997 by Samuel Sagan
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Ins Deutsche übersetzt von Max Rothansl, Luzern, 2001
© 2003 by Clairvision School Foundation, Sydney
Dies ist eine vorläufige Fassung [v. 0.4] – Kommentare und Fehlerberichtigungen bitte an:
Hans Babendreyer, Glogauer Str. 31, 10999 Berlin – babendreyer@x-mail.net


Inhaltsverzeichnis:


Einführung

Der Begriff ›Wesenheit‹ bezieht sich auf nicht-physische Wesen, auf Präsenzen, die sich an Menschen anheften und als Parasiten agieren, wobei sie vielfältige Probleme emotionaler, mentaler und physischer Natur verursachen – angefangen bei Störungen im Essverhalten und unkontrollierbaren Emotionen bis hin zu äußerst schweren Erkrankungen.
Das Thema ist zugleich alt und neu. Alt deshalb, weil in allen Traditionen und im Brauchtum aller Völker der Erde Hinweise auf Geister und nicht-physische Wesenheiten zu finden sind, die menschliche Wesen beeinträchtigen können. So ist z.B. der Ayurveda, die traditionelle Medizin Indiens, in 8 Abschnitte gegliedert, wovon sich einer gänzlich dem Studium der bhutas oder Wesenheiten und ihrem Einfluss auf Gesundheit und Zurechnungsfähigkeit widmet und den Wegen, wie man diese Wesenheiten los wird. Dies platziert die Disziplin der bhuta-vidya oder die ›Wissenschaft von den Wesenheiten‹ auf den gleichen Rang wie Chirurgie oder Gynäkologie. Wenn wir die traditionelle chinesische Medizin betrachten, so sehen wir, dass in der Akupunktur unter den 361 Punkten der 14 Hauptmeridiane 17 die Bezeichnung kuei (nicht inkarnierter Geist) als einen Teil ihres Haupt- oder Sekundärnamens tragen.
Gleichzeitig kann das Thema der Wesenheiten in der westlichen Welt als gänzlich neu angesehen werden, weil es sehr selten ernsthaft studiert wurde. Obwohl Wesenheiten eine bemerkenswerte Rolle bei einer Anzahl von mentalen Störungen und physischen Erkrankungen größeren und kleineren Ausmaßes zu spielen scheinen, findet sich im Rahmen der zeitgenössischen Therapieformen kein systematischer Weg, mit ihnen umzugehen. Die Zahl fähiger Therapeuten, die in der Lage sind, angemessen mit Wesenheiten umzugehen, ist nicht der Rede wert.
Der Zweck dieses Buches ist es, gewisse grundlegende Fakten zu präsentieren, die sich auf Wesenheiten beziehen und die Mechanismen von Wesenheiten zu analysieren sowie ihre Motivationen und ihr Funktionieren. Über all die Jahre hinweg habe ich Wort für Wort notiert, was meine Klienten erzählten, wenn sie in Berührung mit Wesenheiten kamen und sie erforschten. Es sollte betont werden, dass es sich bei diesen Klienten um Personen aller Altersstufen (von Teenagern bis Achtzigjährigen) und der verschiedensten Berufsgruppen (von Hausfrauen über Studenten bis hin zu Politikern, Prostituierten und katholischen Nonnen) handelte. Das Einzige vielleicht, was all diese Menschen gemeinsam hatten, war die Tatsache, dass niemand von ihnen auch nur die entfernteste Kenntnis von Wesenheiten und ihren Mechanismen hatte. Darüber hinaus erzählte ich meinen Klienten niemals zu Beginn der Sitzung, dass ich vermutete, dass sie eine Wesenheit hätten. Ich ließ es sie durch Anwendung der IST-Technik selbst herausfinden, deren Hauptprinzipien im ersten Kapitel umrissen werden. Doch als wir das Material aus Hunderten von Fallstudien und darauf bezogenen Beobachtungen sichteten, tauchte ein bemerkenswert kohärentes Muster auf. Das Muster bezieht sich darauf, was Wesenheiten wollen, welche Störungen sie in ihren Wirten verursachen und warum und wie sie dazu kommen, in sie einzudringen. Mich erstaunten die Präzision, die Fülle der Details und die Tiefe des Gehalts, mit denen die Klienten ihre Wesenheiten beschrieben.
Es ist vor allem dieses Muster – oder ›Wesenheits-Syndrom‹ –, das ich mit dem Leser teilen möchte. In den ersten zwei Kapiteln werde ich ›die Tatsachen‹ in den Worten vorstellen, die meine Klienten gebrauchten, während sie ihre Wesenheiten entdeckten und erforschten.
Die Kapitel 3, 4 und 5 beschreiben ein Muster und zielen auf ein Verständnis dessen, worum es sich bei den meisten Wesenheiten handelt (wo ihre Ursprünge liegen und das Warum und Wie ihres Verhaltens).
Kapitel 6 und 7 sind dem außerordentlich wichtigen Thema des Einflusses gewidmet, den Wesenheiten in den Bereichen von Schwangerschaft und Gynäkologie ausüben. Ich habe unter anderem herausgefunden, dass Entbindung, Fehlgeburt und Schwangerschaftsabbruch hochgradige Risikosituationen dafür sind, von einer Wesenheit befallen zu werden, und einige Grundsatzinformationen zu diesem Thema können Frauen eine Menge an Problemen ersparen.
Kapitel 8 beschreibt die hauptsächlichen Umstände, in denen es möglich ist, sich eine Wesenheit einzufangen. Kapitel 9 präsentiert eine Bestandsaufnahme der Hauptkategorien dessen, was sich wie eine Wesenheit verhalten kann.
In den Kapiteln 10, 11 und 12 wird eine Anzahl von Begleitmechanismen beschrieben, die mit Wesenheiten in Verbindung stehen, insbesondere energetische Schnüre, die Eltern und Kinder verbinden und dabei für gestörte Beziehungsmuster sorgen.
Kapitel 13 erörtert das Thema der Besessenheit und präsentiert einige Beobachtungen über außergewöhnliche Wesenheiten. Es sollte jedoch klar sein, dass ich bei der Behandlung von Klienten mit Wesenheiten herausfand, dass sich die Klischees über Exorzismus und Besessenheit als irrelevant, unglücklich und kontraproduktiv erweisen, wenn es darum geht, einen nüchternen Zugang zu diesem Phänomen zu finden. Es ist Zeit, dass die Öffentlichkeit das Thema der Wesenheiten offen zur Kenntnis nimmt, anstatt sich durch all den Aberglauben, der diesem Bereich anhaftet, negativ beeinflussen und irreführen zu lassen. Absicht dieses Buches ist es daher, das Thema zu entdramatisieren und der Mystifikation zu entkleiden, indem wir die Wesenheiten eher vom Standpunkt der Erfahrung und ihrer Mechanismen betrachten als von religiös oder emotional gefärbten Perspektiven her.
In den Kapiteln 14 und 15 werden Hinweise auf die Prozedur gegeben, die wir an der Clairvision School in Sydney benützen, um Wesenheiten zu erforschen und zu entfernen. Eine Anzahl von Einschränkungen und möglichen Gefahren, die den Klärungsprozess betreffen, werden im Einzelnen behandelt.
In den vergangenen Jahren habe ich die Beobachtung gemacht, dass immer mehr Personen in der Lage sind, Wesenheiten wahrzunehmen. Aus diesem Grunde erscheint es mir wahrscheinlich, dass das in diesem Buch behandelte Thema in den kommenden Jahrzehnten eine stets wachsende Anzahl von Therapeuten und spirituellen Suchern betreffen wird.

Kapitel 1: Die Tatsachen

1.1 IST

Eine mächtige Technik der inneren Erforschung, IST genannt, wird in diesem Buch häufig erwähnt werden. Der Zweck von IST ist es, ein inneres ›Sehen‹ zu entwickeln, um die Wurzeln emotionaler Blockaden und psychologischer Dispositionen zu enthüllen. Durch IST werden die Wurzeln konditionierten Verhaltens erforscht und aufgelöst, um Klarheit und Spontaneität auf einem höheren Niveau zu erreichen.
Die IST-Technik basiert auf 3 Hauptprinzipien: Interaktion, Innerer Raum und Ergründen.
Interaktion: IST wird in Partnerarbeit praktiziert. Der Klient legt sich mit geschlossenen Augen hin, während sein Begleiter, ›Verbinder‹ genannt, neben ihm sitzt. Die Interaktion, die zwischen der Energie des Klienten und der des Verbinders stattfindet, ist ein wesentlicher Teil des Prozesses. Bei der Durchführung stellt der Verbinder dem Klienten gewisse Fragen, die helfen, bedeutsame Muster in der Psyche des Klienten aufzudecken.
Innerer Raum: Durch eine spezielle Methode, die das Energiezentrum zwischen den Augenbrauen aktiviert, werden die Klienten in Berührung mit dem inneren Raum des Bewusstseins gebracht. Sie werden sich eines violetten Lichtes oder einer violetten Ausdehnung bewusst, und häufig findet eine Öffnung der Wahrnehmung statt, in der eine Anzahl emotionaler Energien erkannt werden kann.
Ergründen: Die allgemeine Richtung der Technik geht dahin, die Ursprünge der Emotionen und Energien zu ergründen, die beim Betrachten des inneren Raumes angetroffen werden.
Die Anfangsbuchstaben dieser 3 Prinzipien fügen sich günstig zum Namen der ägyptischen Göttin IST zusammen.
Ich werde hier auf die näheren Details der IST-Technik nicht eingehen, weil diese an anderer Stelle ausführlich von mir geschildert wurden.1 Ich muss jedoch betonen, dass dieser Prozess keinerlei Form von Hypnose, Suggestion, kreativer Visualisierung, geführter Imagination oder positiver Affirmation beinhaltet. Statt dessen werden die Klienten auf nicht-manipulativem Weg ermutigt, die inneren Bilder anzusehen, wobei es darum geht, nichts von dem, was erblickt wird, zu verändern. Darüber hinaus bleiben die Klienten im vollen Besitz ihres Bewusstseins und für die Gesamtdauer der Sitzung wach. Während eines IST-Zustands findet eine Erweiterung der Wahrnehmung statt, und die Klienten werden einer Anzahl von Bewegungen und Energien innerhalb ihrer selbst gewahr, die sie niemals zuvor zur Kenntnis genommen hatten.

1 Siehe Rückführung in frühere Leben – eine Therapie für Freiheit im Hier und Jetzt vom gleichen Verfasser.

1.2 Die Tatsachen

In den ersten beiden Kapiteln werde ich die ›Tatsachen‹ präsentieren – Beobachtungen, die von den Klienten selbst gemacht wurden, während sie eine Wesenheit durch die IST-Technik entdeckten. Hier sollte auch betont werden, dass ich den Klienten niemals davon erzähle, wenn ich bei ihnen eine Wesenheit entdecke. Die Absicht der Techniken der Clairvision School ist es, freien Willen zu entwickeln, und die Klienten und Schüler spielen eine so aktive Rolle wie möglich in jedem Prozess der Heilung oder Selbst-Transformation. Daher erklärt der Verbinder während IST niemals, dass eine Wesenheit existiert, bevor sie nicht vom Klienten selbst wahrgenommen wurde.

Lassen Sie uns nun einen Blick auf die am häufigsten vorkommenden Erfahrungen werfen, die Klienten gemacht haben, während sie eine Wesenheit durch die IST-Technik entdeckt und erforscht haben.

1.3 Präsenz

In den meisten Fällen sind Klienten in der Lage, eine Präsenz zu fühlen, die an ihnen hängt. Mit anderen Worten: Sie nehmen ein autonomes Bewusstsein wahr, das zusätzlich zu ihrem eigenen vorhanden und getrennt von dem ihren ist und das innerhalb ihrer oder um sie herum tätig ist.
Bevor sie den Erforschungsprozess unternommen haben, waren sich die meisten Klienten dieser Präsenz nicht gewahr. Wenn sie jedoch einmal durch den IST-Prozess identifiziert wurde, kommt die Präsenz den Klienten häufig vertraut vor. Sie erkennen plötzlich, dass sie unbewusst schon vorher darüber Bescheid wussten.
Ein gewisser Prozentsatz der Klienten war sich jedoch der Anwesenheit der Präsenz schon lange vor dem Durchlaufen des IST-Prozesses bewusst, doch waren sie unfähig, darüber mit Freunden oder Therapeuten zu sprechen, aus Angst, für geisteskrank gehalten zu werden oder auch nur deshalb, weil es sonderbar klingen mag und nicht in eines der üblichen verstandesmäßigen Schemata zu passen scheint.

1.4 Getrenntheit

In nahezu allen Fällen nehmen Klienten die Präsenz als getrennt von sich selbst wahr. Sie können ihre eigene Anwesenheit plus einer anderen Anwesenheit wahrnehmen, die ihnen anhängt, sich jedoch von ihnen selbst unterscheidet. Sie beschreiben diese Wahrnehmung mit Ausdrücken wie: »Etwas Fremdes«, »Es gehört nicht zu mir«, »Es ist kein Teil von mir«, »Es ist ein Parasit«, »Es war nicht immer schon bei mir«, »Es wurde hinzugefügt«, »Es hängte sich zu einem speziellen Zeitpunkt an mich an« (sogar wenn dieser Zeitpunkt schon lange zurückliegt), »Es sollte nicht hier sein«.

Fallstudie 1.1: 32jährige Frau, Sekretärin.
Was können Sie wahrnehmen? – Es ist rot und es ist ärgerlich. Es ist, als ob es von mir Besitz ergriffen hätte. Es ist etwas, das ich mein ganzes Leben lang bekämpft habe. Es ruft Hass hervor. Es ist Wut, aber keine Wut, die vom Körper stammt. Kann sein, dass es sich um meine dunkle Seite handelt. Aber es fühlt sich nicht an wie ich.
Wann haben Sie es zum ersten Mal gespürt? – Jetzt gerade. Aber ich habe immer schon von seiner Existenz gewusst. [Die Klientin weint mit geballten Fäusten.] Ich fühle, dass es mich zum Töten treiben kann, das ist mein Ernst. Es füllt meinen Körper mit Hass und es ist pure Zerstörung.2

2 Die in diesem Buch präsentierten Fallstudien haben die Form eines Dialogs zwischen dem Verbinder (Begleiter), der Fragen stellt und dem Klienten, der sie beantwortet oder seinerseits Bemerkungen macht. All diese Dialoge haben stattgefunden, während die Klienten im IST-Zustand waren. Der exakte Wortlaut der Klienten wurde beibehalten, abgesehen von sehr geringfügigen Veränderungen der Syntax und der Weglassung einiger Wiederholungen. Um zu erkennen, wer gerade spricht, wurden die Worte des Begleiters kursiv gedruckt und durch einen Gedankenstrich von den Aussagen des Klienten abgetrennt.

Wie wir in diesem Kapitel sehen, beschreiben Klienten diese fremden Präsenzen, als ob diese ihre eigenen Begehren, Emotionen und Gedanken hätten. Die Präsenzen werden wahrgenommen, als ob sie ein Eigenleben führten, sogar dann, wenn sie auf vielfältige Weise die psychologischen und vitalen Funktionen der Klienten stören.

1.5 Erscheinung, Lokalisation und Größe

In den meisten Fallen identifizieren Klienten eine Form, die mit der Präsenz verbunden ist. Diese Formen variieren von einfachen Schatten bis hin zu menschlichen Umrissen und umfassen einen weiten Bereich monströser Formen. Sogar dann, wenn Klienten es nicht klar formulieren können, nehmen sie die Form als Träger der Präsenz wahr, genau wie unser physischer Körper als Träger unseres Bewusstseins angesehen werden kann.
Die Form wird für gewöhnlich zuerst im IST-Zustand erkannt. Später dann sind sich die Klienten auch während ihrer alltäglichen Aktivitäten der Präsenz gewahr, die ihnen anhaftet. Werden sie später gefragt, ob diese Form ihnen bereits anhing, bevor sie sich ihrer im IST-Prozess bewusst wurden, so beantworten die Klienten diese Frage nahezu einheitlich mit »Ja«, doch mit dem Zusatz, dass sie sich der Präsenz nicht bewusst waren oder sie lediglich unbewusst wahrgenommen haben.
Die Identifikation der Form erfolgt oft schrittweise deutlicher werdend. So mag ein Klient zu Beginn der Sitzung nur eine verschwommene Wolke sehen und nur langsam mehr Einzelheiten wahrnehmen, bis die ganze Form enthüllt ist. Ist sie einmal voll erkannt, so pflegt die Form für gewöhnlich während des ganzen Erforschungsprozesses bis zur Klärung mehr oder weniger unverändert zu bleiben. Die Größe kann jedoch leicht schwanken. Insbesondere lassen gewisse Emotionen oder Nahrungsmittel die Wesenheit vorübergehend größer werden.
Meistenfalls berichten Klienten, dass sich diese Formen innerhalb ihrer Körper befinden oder direkt am Körper anhaften, indem sie z.B. an ihrem Rücken hängen oder auf ihrem Kopf sitzen. Daraus folgt, dass die Form bzw. Präsenz an einem speziellen Stelle ihres Körpers lokalisiert ist. Der Bereich, der sowohl von Männern wie von Frauen am meisten erwähnt wurde, ist die linke Seite der Hüfte, der Bereich des linken Darmbeins. Frauen identifizieren häufig auch Bereiche innerhalb und rund um Vagina, Uterus und Eierstöcke. Die Gründe dafür werden in Kapitel 6 erörtert; lassen Sie uns im Augenblick nur die Tatsachen betrachten, wie sie von den Klienten geschildert werden.
Wesenheiten können in nahezu jedem Körperteil lokalisiert sein, doch die Gliedmassen werden – im Vergleich zu Rumpf und Kopf – relativ selten genannt. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass Wesenheiten sich scheinbar nicht sehr im Körper des Klienten zu bewegen scheinen. Manchmal beziehen sich Klienten darauf, dass »das Ding« sich innerhalb seiner eigenen Sphäre leicht bewegt, doch es ist eher unüblich, dass Wesenheiten den Körperbereich wechseln. Wesenheiten scheinen äußerst fixiert und eigensinnig zu sein; sie sind nicht gewillt, ihre Position aufzugeben und zeigen sich jedem Versuch, sie daraus zu entfernen unzugänglich.
Die Größe der Wesenheiten, wie sie von Klienten beschrieben wird, variiert von einem halben Zentimeter bis zu zwei Metern. In der Mehrzahl der Fälle jedoch sind sie kleiner als 50 Zentimeter.

1.6 Die Lebenskraft der Klienten absaugen

In nahezu allen Fällen berichten Klienten, dass »das Ding« sie aussaugt, indem es ihre Lebenskraft anzapft. Es handelt sich dabei um ein relativ gleichbleibendes Merkmal, wie auch die weiteren Beispiele in diesem Buch zeigen.

Fallstudie 1.2: 43jährige Frau, Flugbegleiterin.
Wie sieht »es« aus? – Es hat Beine mit Saugnäpfen am Ende. Die zwei Vorderbeine liegen um meinem Nacken. Es ist groß. Es bedeckt meinen Rücken bis zur Mitte hinunter. Es ist grau. Es nährt sich von der Basis meines Gehirns. Es nimmt sich Lebensenergie, aber nicht die ganze Zeit über, bloß manchmal, wenn es Hunger hat. Wenn es an meiner Energie saugt, gerate ich durcheinander. Es macht, dass meine Gedanken immer im Kreis laufen, Gedanken, die keinen Sinn ergeben. Es beißt in meinen Kopf und mein Kopf tut weh.
Fühlt es sich wie ein Teil Ihrer selbst an oder wie etwas Fremdes? – Nein, es ist fremd.

Fallstudie 1.3: 29jährige Frau, Hausfrau.
Die Klientin litt an grundloser Müdigkeit, an Depression und Antriebsarmut. Zu Beginn der IST-Sitzung nahm die Klientin einen Schatten in ihrem linken Darmbeinbereich wahr.
Kann irgendeine Emotion dazu Bezug haben? – Es fühlt sich tot an. Kalt. Da ist nichts. Es möchte einfach in Ruhe gelassen werden.
Warum? – Es liebt die Dunkelheit. Wie in einer Höhle. Es mag es, ruhig zu bleiben und Sachen in sich hineinzuziehen.
Wie groß ist es? – Sie meinen dieses schwarze Ding... [Die Klientin deutet einen Bereich auf der linken Seite ihres Körpers von der Mitte des Oberschenkels bis zur Brust an.]
Haben Sie es jemals zuvor gesehen? – Nein.
Was will es? – Es will einfach hier sein. Es nimmt kleine Teile von meiner Energie. Es saugt die ganze Zeit über Energie. Nur kleine Mengen. Gerade was nötig ist.
Kann es sein, dass Sie bestimmte Nahrungsmittel essen, die »es« mag? – Käse. Und Tomaten. Brot.
Was passiert mit »ihm«, wenn Sie diese Speisen essen? – Es wird stärker. Und meine Energie wird ein wenig schwächer.
Welche Emotionen liebt »es« an Ihnen? – Negativität. Es ist wie ein Muster von Negativität. So in der Art von leerem Leben. Depression. Es mag meinen Ehemann. Mein Mann füttert es. Er macht es stärker.

Bald nachdem sie die Präsenz identifiziert haben, neigen die meisten Klienten dazu, sie als Parasit wahrzunehmen. Um sie zu beschreiben, benützen sie Ausdrücke wie: »Es saugt mich aus«, »Es lebt von meiner Energie«, »Es zapft meine Lebenskraft an«, »Es saugt meine Energie auf«, »Es nimmt mein Leben (oder meine Wärme)«, »Es frisst an mir«, »Ich bin sein Lebenserhaltungssystem«. Sie setzen die Präsenz häufig in Beziehung zu Symptomen wie Müdigkeit, Depression, Gefühlen von Leere und Mangel an Motivation.

1.7 Verlangen nach bestimmten Speisen, Heißhunger

In den meisten Fällen berichten Klienten, dass die Wesenheit darauf reagiert, wenn sie bestimmte Nahrungsmittel zu sich nehmen. Darüber hinaus kann die Wesenheit Heißhunger oder zwanghaftes Verlangen nach diesen speziellen Speisen hervorrufen. Die Substanz, die bei weitem am häufigsten erwähnt wird, ist Zucker. Wenn Klienten gefragt werden: »Kann es sein, dass es bestimmte Nahrungsmittel gibt, die »das Ding« gerne hat?«, so antwortet mehr als die Hälfte von ihnen unmittelbar mit »Zucker«, »Süßigkeiten« oder »Schokolade«.
Andere Nahrungsmittel, die häufig von Klienten erwähnt werden, sind »schwere Speisen«, Kuchen und Weißbrot (aus Hefeteig), gebratene Speisen und Fette, Käse und ganz allgemein ungesunde, kalorienreiche Nahrung. In anderen Fällen werden Fleisch und stark gewürzte oder gesalzene Speisen bevorzugt. Es ist nicht unüblich, dass Fleisch und stark gewürzte Speisen zusammen genannt werden. Ein Muster, das ich beobachten konnte, ist, dass Wesenheiten, die Begierde nach Fleisch haben, häufiger von Gewürzen, Wein und Alkohol angezogen werden als von Kuchen und Süßigkeiten und häufig mit Zorn und aggressiven Tendenzen zu tun haben.
Überraschenderweise wird von den Klienten häufig ein Gemüse erwähnt, nach dem Wesenheiten Heißhunger haben – Tomaten.
Sobald der Klient die Präsenz im Verlauf einer Sitzung identifiziert hat, findet er es für gewöhnlich sehr leicht, die Frage zu beantworten: »Könnte es sein, dass »es« einige Speisen genießt, die Sie essen?« Die Erwiderungen der Klienten geben Anlass zu der Annahme, dass Begierde nach bestimmten Speisen eines der augenfälligsten Kennzeichen in Bezug auf Wesenheiten ist. Nicht alle Präsenzen haben Gier nach Essbarem, doch bei einem Grossteil von ihnen trifft das zu, und in wenn dies der Fall ist, scheint das Verlangen ganz leicht identifizierbar zu sein.

Fallstudie 1.4: 37jährige Frau, Filmemacherin.
Wie sieht es aus? – Wie ein Stein in meinem Solarplexus. Es ist sehr alt. Es gibt nichts (von sich her) und ist ganz unversöhnlich.
Könnte es sein, dass »es« einige Speisen genießt, die Sie essen? – Es mag Fleisch und scharfe Speisen wie Rote Chilis, und Rotwein. Es ist alles rot: Rotwein, rotes Fleisch, rote Chilis, rote Paprika, Tomaten ... wie bizarr! Es ist sehr aggressiv. Es hat widerliche Zähne. Es ist gerne bei mir, weil ich es beschütze. Ich sorge dafür, dass es sich wohlfühlen kann. Es ist wie ein Saugnapf.

Im Umgang mit einer Wesenheit besteht die Vorgehensweise von Clairvision darin, eine oder mehrere Sitzungen der Identifikation der Wesenheit zu widmen. Dabei handelt es sich um den ersten Teil des Prozesses. Dann durchläuft der Klient eine zweite Phase, während der er diese Wesenheit während seiner alltäglichen Aktivitäten beobachtet, um selbst herauszufinden, welche Störungen in seinem Verhalten von ihr herrühren mögen. Während dieser Phase der Beobachtung, die zwei Wochen oder länger dauern kann, haben Klienten die Möglichkeit, die Mechanismen der Begierden zu studieren. Häufig beobachten sie, dass ein Impuls von der Präsenz auszugehen scheint, wenn eine Begierde auftritt. Die Begierde beginnt in der Wesenheit und teilt sich dem Klienten unvermerkt mit. Wenn der Klient unachtsam ist und auf die Wesenheit vergisst, wird die Begierde wie jedes andere Verlangen, das vom Klienten selbst stammt, wahrgenommen. Wenn er jedoch wachsam bleibt und die Präsenz beobachtet, kann festgestellt werden, wie dieselbe Begierde direkt von der Präsenz herkommt. Klienten kommen häufig zu dem Schluss, dass die Impulse der Präsenz schon seit Jahren ihr Bewusstsein überlagern; nur waren sie sich bis dahin dieser Mechanismen nicht bewusst.
Eine weitere wichtige Tatsache, die wiederholt von Klienten berichtet wird: Wenn sie einer Begierde, die von der Wesenheit stammt, nachgeben und die spezielle Speise essen, so scheint dies die Wesenheit zu verstärken. Dieser Effekt wird von allen Klienten in mehr oder weniger übereinstimmenden Ausdrücken beschrieben: »Die Wesenheit wird größer« (oder stärker), »Es findet mehr Halt an mir«, »Es kann mich mehr beeinflussen«, »Es gerät außer Kontrolle« und andere ähnliche Formulierungen.
Obgleich die meisten Wesenheiten Begierden erzeugen, muss betont werden, dass es sich keinesfalls jedes Mal um den Einfluss einer Wesenheit handelt, wenn Sie eine Begierde haben. Genauso wenig wie ein Kopfweh ein Hinweis auf einen Hirntumor sein muss, wäre es absurd anzunehmen, dass irgendein Symptom, das in diesem Kapitel Erwähnung findet, ein Anzeichen dafür ist, dass Sie eine Wesenheit haben.

1.8 Andere Begierden:

Abgesehen von Zucker und anderen Speisen berichten Klienten manchmal, dass die Wesenheiten auch für Begierden nach anderen Stoffen verantwortlich sind: nach Kaffee, Tabak, Alkohol und diversen andere Drogen. Nur ein kleiner Teil meiner Wesenheiten-Klienten sagt, dass die Präsenzen nach Alkohol oder narkotisierenden Drogen verlangen. Dies mag deshalb der Fall sein, weil die meisten Personen, die zu mir kommen, an der Arbeit der Selbsttransformation interessiert sind und in diesem Zusammenhang einen gesünderen Lebensstil als die Durchschnittsbevölkerung gewählt haben. Meine Erfahrung führt mich zu folgender Annahme: Wenn derselbe Prozess mit einer Gruppe von drogen- und alkoholabhängigen Personen durchgeführt würde, würde dieses Vorgehen wahrscheinlich eine überraschend hohe Anzahl von Wesenheiten enthüllen. Mit dieser Aussage soll jedoch keineswegs suggeriert werden, dass alle Süchte infolge von Wesenheiten auftreten. Eine Einstellung, die Wesenheiten für sämtliche menschlichen Probleme verantwortlich macht, wäre genauso kindisch wie eine Haltung, die auf einer totalen Verleugnung dieser Erfahrung gründet.
Ob Begierden nun mit Essen oder mit toxischen Substanzen zu tun haben: es stellt sich die Frage, wie sich Begierden, die mit der Präsenz einer Wesenheit verbunden sind, von herkömmlichen Äußerungen des Verlangens unterscheiden? Begierden, die von Wesenheiten verursacht werden, sind häufig zwingender Natur und fester eingeprägt als andere. Sie können Klienten zu Äußerungen führen wie: »Das fühlt sich nicht nach mir an«, »Das fühlt sich nicht wie meine üblichen Verlangen und Begierden an«. Sobald Klienten die Wesenheit einmal identifiziert haben, können sie die Begierden als direkt von ihr stammend wahrnehmen. Nach dieser Identifikation können sie zwischen Begierden, Verlangen und Wünschen unterscheiden, die aus ihnen selbst stammen und solchen, deren Ursprung in der Präsenz liegt. Dieses Vorgehen erfordert Unterscheidungskraft und Achtsamkeit, da Wesenheiten geschickt darin sind, ihre Bedürfnisse zu verschleiern und unbemerkt zu bleiben, so dass Klienten deren Begierden oder Verlangen als ihre eigenen interpretieren.
In vielen Fällen verschwinden die mit einer Wesenheit verbundenen Begierden oder lassen zumindest auf bemerkenswerte Weise nach, nachdem der Klärungsprozess durchgeführt wurde.

Fallstudie 1.5: 20jährige Frau, Studentin.
Was fühlen Sie? – Ich kann Bewegung spüren, wie die eines Tieres, das in meinem Solarplexus zappelt.
Was für eine Art von Tier? – Ein kleiner roter Affe. Er ist in mir.
Was macht er dort? – Er springt, bewegt sich ...
Was will er? – Er ist aufgeregt. Er will hinaus.
Ist er schon lange Zeit dort? – Oh ja! Ich bin sicher, dass er sich schon seit meiner Kindheit dort befindet. Es ist ein Gefühl der Einschnürung. Er ist sehr klein: fünf oder acht Zentimeter.
Bei welcher Art von Speisen mag es der Affe, wenn Sie sie essen? – Er macht mich aufgeregt, daher nehme ich Beruhigungsmittel. Er möchte heraus. Er mag es, wenn ich Beruhigungsmittel nehme oder sonst irgendwelche Drogen.
Haben Sie diesen Affen jemals zuvor gesehen? – Nein. Obwohl das Gefühl vertraut ist. Er mag Kaffee. Ich trinke eine Menge Kaffee. Er ist ein außerordentlicher Herumtreiber. Er geht gerne in Cafés mit vielen Leuten und viel Musik. Und dann noch irgendwohin und dann noch irgendwohin ... Er fühlt sich nicht gefährlich an, er fühlt sich gerissen an. Zuhause bringt er mich dazu, eine Menge Kaffee zu trinken, laute Musik zu hören und eine Menge Leute einzuladen. Wenn ich das nicht fertig bringe, versetzt er mich in Panik. Er hasst es, wenn ich meditieren. Wenn ich meditiere, verwandelt er sich in eine weiße Spirale und rotiert.
Spricht der Affe? – Nein, aber ich tue es. Er bringt mich dazu, den ganzen Tag zu reden und mich während meiner Arbeit unruhig zu verhalten. Er mag eine Menge Kaffee. Als ich meinen ersten Freund traf, ich erinnere ich mich an dieses neue Gefühl, wirbelig, ruhelos und getrieben und unsicher ... was bis zur Panik führte. Mein Vater war noch nicht lange gestorben. Vorher kann es nicht da gewesen sein, weil ich zu ernsthaft war, da hatte es keine Chance. Nachdem mein Vater starb, veränderte ich mich plötzlich.
War es (die Wesenheit) glücklich, als Sie einen Freund hatten? – Er ist niemals glücklich. Immer aufgeregt. Er ist in einem richtiggehenden Strudel und übertreibt es fortwährend. Er möchte hinaus oder wünscht Beachtung – sehr ungezogen. Als ich damit begann, Drogen zu nehmen [Kokain], wurde er sehr schlimm. Er wurde viel breiter und größer und geriet außer Kontrolle [die Klientin deutet dies mit den Händen an, indem sie auf ihren ganzen Brustkasten und ihren Unterleib zeigt].
Könnte es einen Teil Ihrer selbst geben, der von der Anwesenheit des Affen profitiert? – Mein geselliger Teil. Er spielt mit dem dunkleren Teil meiner selbst und mit meinen leichtfertigen Teilen. Ich bekomme durch ihn viel getan. Ich laufe viel herum und treffe eine Menge Leute und bleibe während der Nacht wach. Ich kann nicht lesen, aber ich kann reden, reden, reden ... Ich kann mit einem Fremden am Nebentisch ein Gespräch anfangen. Ein Teil von mir mag das. Aber manchmal verhält er sich so unwiderstehlich, dass ich aus einer Vorlesung laufe und eine Zigarette rauche. Er mag Kings Cross [den Rotlichtdistrikt von Sydney], und er frisst diese Energie, während ich herumlaufe und mit Leuten rede.
Wie reagiert er, wenn Sie Sex haben? – Er zieht sich zurück. Wenn ich die Person nicht kenne oder wenn es sich um mehr als eine Person handelt oder eine Menge Alkohol im Spiel ist, dann mag er das. Doch sobald es sich um jemand handelt, der mir wichtig ist, dann versetzt er mich in Panik und hält mich davon ab, Liebe zu machen. Ich kann es sehen, wann er hereinkam. Es war eine ... traurige Zeit. Lange her. Mein Vater starb, als ich in der Schule war. Ich lief und spürte, wie er starb. Ich war 13 Jahre alt. Mein Bruder und mein Onkel holten mich von der Schule ab. Und der Affe sprang in der darauffolgenden Zeit der Panik in mich hinein. Mein Vater hat stets viele Drogen genommen.
Nun ist der Affe außerordentlich ärgerlich. Er hasst Sie. Er möchte Sie auf die Hand schlagen. Er macht alles eng in mir und versucht, Sie wegzustoßen. Er will nicht, dass ich hier bin. Er versucht mich jedes Mal zu überzeugen, nicht hierher zur Sitzung zu kommen.

1.9 Wesenheiten sind gierig nach emotionaler Intensität

Wie wir gesehen haben, beschreiben Klienten, wie ihre Wesenheiten Verlangen nach Zucker, Junk-Food oder Genussgiften schaffen und dann durch das Vergnügen, das folgt, aufblühen. Die meisten Klienten berichten auch, dass die Wesenheit durch jede Form sinnlichen Vergnügens oder starker Emotionen (wie Zorn, Schrecken oder Bestürzung, Enttäuschung, jede Form emotionaler Schmerzen, Melancholie, Traurigkeit und Depression) stärker werden.

Fallstudie 1.6: 39jähriger Mann, öffentlicher Dienst.
Das dumme Ding gewinnt immer. Entweder rauche ich die Zigarette und es genießt den Tabak oder ich rauche nicht und es genießt meine Frustration!

Es scheint, dass weniger die Art als vielmehr die Intensität der Emotion die Wesenheit nährt. Sofern dies sexuelles Vergnügen betrifft, scheinen sich einige Wesenheiten von Sex besonders angezogen zu fühlen, und sie treiben die Klienten zu vielfältigen Erfahrungen oder zu zahlreichen Partnern. Andere scheinen sich durch den sexuellen Akt bedroht zu fühlen und sind unfähig, mit Nähe und Liebe umzugehen. Das allgemeine Muster zeigt, dass sich Wesenheiten mehr von Sex als von Liebe angezogen fühlen, wie es in Fallstudie 1.5 am Beispiel des kleinen roten Affen klar zum Ausdruck kommt.

Fallstudie 1.7: 24jährige Frau, Krankenschwester.
Was spüren Sie? – Ich kann etwas in meiner Brust und in meinem Unterleib spüren. Es sieht wie ein alter Mann aus, wie ein Skelett. Ich kann spüren, wie sein Brustkorb in meinen übergeht. Genauso kann ich seine Hüftknochen spüren.
Was will es? – Ich denke, es will mein Liebhaber sein. Es mag mich, weil ich jung bin. Es mag meine Kraft und meine Energie. Es versucht, Dinge zu verschleiern. Es veranlasst mich, meinen Körper zu spüren, speziell meine Hüften. Es lässt mich auf eine bestimmte Weise gehen, wobei ich an die sexuelle Bedeutung meiner Hüften denken muss.
Was springt für es dabei heraus? – Es bekommt das Gefühl, lebendig zu sein. Und es liebt dieses Wetter [es ist Frühling in Sydney], weil es für mehr Sinnlichkeit sorgt. Es lässt mich das Wetter fühlen. Es gibt einen Mann an meinem Arbeitsplatz ... Das Skelett versucht mich dahingehend zu manipulieren, dass ich Sex mit ihm habe. Jedes Mal, wenn ich mit diesem Mann spreche, verändert es meine Stimme, um sie attraktiver klingen zu lassen. Und gegen Abend gibt es mir erotische Szenen ein, die diesen Mann und mich zum Inhalt haben. Es treibt mich zu diesem Mann. Es möchte, dass ich mich von ihm berühren lasse. Wenn es dem Skelett gelänge, dass ich mit dem Mann Sex hätte, so wäre dies ein aufregendes Erlebnis für es. Es würde dadurch auch mehr Macht über mich bekommen. Es hat sich fixiert darauf, und wenn es dies erreichen würde, so würde das sein Ego stärken. Und es würde durch die sexuelle Energie Kraft empfangen. Es will vaginalen und analen Sex. Dies würde ihm das Gefühl vermitteln, sich selbst in meinem ganzen Körper auszudehnen. Bevor ich meinen ersten Freund hatte, brachte es das Wesen soweit, dass ich mich unsicher in Bezug auf mich selbst fühlte. Es ließ mich an meinen Körper denken. Und dann fühlte ich mich schuldig und das gab dem Wesen Macht über mich. Mit 15 Jahren hatte ich meinen ersten Freund. Ich sehe, dass das Skelett bereits da war, als ich Liebe machte, und dass es dies sehr genoss. Ich erinnere mich an eine Nacht, als ich fünf oder sechs Jahre alt war. Ich träumte von Zerstörung und hatte einen Orgasmus und wachte auf. Es war das Skelett, das den Orgasmus verursachte. Das Skelett lag auf meinem Körper, und der Traum war so gewaltig, dass das Skelett einen Orgasmus hatte.

Fallstudie 1.8: 33jährige Frau, Ladenbesitzerin.
Wie sieht es aus? – Es hat einen unförmigen Körper, mit Ausdehnungen, die in einer Art von Spitzen enden. Es ist dunkelbraun. Es reicht auf der rechten Körperseite von den Hüften bis zu meinen Schultern. Es nimmt meine Lebensenergie von hier [die Klientin zeigt auf den Bereich ihres Nabels]. Wenn ich Angst empfinde, kann es sich mehr Energie holen. Die Angst macht mich schwach, und das liebt es. Das macht es ihm leichter, stark zu werden. Es möchte wachsen, bis es mich übernehmen kann. Wenn ich einen Unfall hätte, wenn ich tot wäre, könnte es das Kommando übernehmen. Es könnte mich kontrollieren und Schaden anrichten.

Wie wir bald sehen werden, ist es für Wesenheiten üblich, hartnäckig einer speziellen Form von Verlangen oder Begehren anzuhangen.

Kapitel 2: Das Bild vervollständigen

2.1 Wesenheiten wollen etwas

Abgesehen von ihrer allgemeinen Neigung, durch emotionale Intensität und sinnliches Vergnügen zu gedeihen und aufzublühen, haben die meisten Wesenheiten einen spezifischen Fokus, eine spezielle Vorliebe, die sie auf repetitive und starre Weise zu befriedigen suchen.
Was wollen Wesenheiten?

Es mag weitere verschiedene Möglichkeiten geben, doch eines der häufigsten Merkmale von Wesenheiten ist ihre eingeschränkte Programmierung, als ob sie dieselbe Botschaft endlos wiederholten.

Fallstudie 2.1: 36jährige Frau, arbeitslos.
Gibt es bestimmte Speisen? – Zucker. Kohlehydrate. Es will, dass ich mich mit Brot und Butter voll stopfe. Es will, dass ich fett bin. Es will nicht, dass ich attraktiv aussehe. Es will verhindern, dass ich eine Beziehung habe. Es will, dass ich allein bleibe und immer masturbiere! Das ist alles, was es interessiert.
Was geschieht mit ihm, wenn Sie masturbieren? – Das lässt es sich voll fühlen. Es ist, als ob es Liebe mit mir machen würde. Aber es bekommt nie genug. Ich habe nun ein sehr klares Bild von seinem Gesicht. Es sieht gewalttätig aus. Eine ganz gewalttätige Person, richtig fies. Es sieht ein wenig wie mein Großvater aus, jedoch gewalttätig und dunkel.

Fallstudie 2.2: 49jährige Frau, Geschäftsführerin.
Wie sieht »es« aus? – Es ist, wie wenn etwas meinen Kiefer festhält; etwas, das mich zurückhält. Es ist dunkel und schwer. Wie eine Metallklammer um meinen Kopf, die ihn hält. Es ist schon lange dort. Als ich unter schrecklichem Kopfweh litt, war es die gleiche Schwingung. Es ist wie Traurigkeit und ich möchte sie nicht spüren. Es ist, wie wenn es mich niederhält, wie ein sehr großes Gewicht, das auf meinen Schultern lastet. Wie Dunkelheit.
Was will es? – Das weiß ich nicht. Es hängt an mir und ist sehr fordernd. Es will etwas. Es ist kalt und will Wärme. Es fühlt sich sehr kalt und klebrig an. Es ist seltsam, ich habe das früher gefühlt, das Ding ist so ähnlich wie ein Tintenfisch, wabblig. Es sitzt auf meiner Schulter. Es weiß, dass es hässlich ist, aber es will geliebt werden. Aber ich finde es scheußlich. Es hat lange Arme, die sich an mich klammern wie die Arme irgendeines dieser Meerestiere. Es ernährt sich von mir. Es hat einen Mund und es klebt an mir.
Essen Sie irgendwelche Nahrungsmittel, die das Wesen gerne hat? – Schokolade! [Die Klientin scheint von dieser Entdeckung sehr überrascht.]
Was passiert mit dem Wesen, wenn Sie Schokolade essen? – Schokolade macht, dass sich das Ding warm fühlt. Ist das nicht seltsam?
Nein! – Und es möchte, dass ich rauche, weil auch das dazu führt, dass es sich warm fühlt. Nun fällt mir auch ein, dass ich jedes Mal, wenn ich Wein trinke, genau denselben Schmerz im Kiefer fühle.
Was will es noch? – Es möchte einfach warmgehalten und geliebt werden. Es fühlt sich ganz deutlich wie etwas an, das kein Teil meiner selbst ist. Es ist etwas, das nicht zu mir gehört. Es hängt mir einfach an, wie eine großer dunkler Klops von Negativität. Ein flaches gallertartiges graugesprenkeltes Ding mit Saugarmen wie ein Tintenfisch: diese Beschreibung entspricht ihm am ehesten.
Was holt es sich von Ihnen? – Wärme oder etwas, das mit Wärme zu tun hat. Es scheint sie aus meinem Kopf herauszusaugen, an der Stelle, wo der Kopf mit der Wirbelsäule verbunden ist. Es klebt auf meinem Rücken und an meinen Schultern.

Fallstudie 2.3: 41jähriger Mann, Installateur.
Wie sieht es aus? – Ich will es nicht anschauen!
Wollen Sie es nicht ansehen oder will es nicht gesehen werden? – Es will nicht, dass Sie es ansehen.
Was will es? – Es macht es sich hier bequem. Es will einfach im Dunkeln alleingelassen werden. Es hat Angst. Es will das Licht nicht hereinlassen. Es ist wie ein schwarzer Kloß, der die Kraft meines Gehirns aussaugt. Es sagt einfach: »Geh weg, lass mich in Ruhe.« Aber ehrlich, das ist mir zu viel verlangt! Das hier ist schließlich mein Körper!
Könnte es sein, dass Sie bestimmte Dinge essen, die »es« mag? – Schokolade.
Was passiert mit ihm, wenn Sie Schokolade essen? – Es ist zufrieden. Es schläft dann. Es fühlt sich nicht bösartig an, einfach selbstsüchtig. Es verlangt von mir, dass ich nicht zuviel denke, damit ich es nicht aufwecke.

Fallstudie 2.4: 32jährige Frau, Ingenieurin.
Gibt es Speisen, die es gerne hat? – Nein, es scheint sich für Essen nicht zu interessieren.
Was hat es davon, wenn es sich in Ihrem Rücken aufhält? – Manchmal scheint es etwas aus meinen Gedanken zu ziehen. Wenn ich am Arbeiten bin, ernährt es sich von meiner Gehirnaktivität.
Wie reagiert es, wenn es durch Ihre Gedanken ernährt wird? – Das macht es rundum glücklich und aufgeregt, wie einen Hund, der gerade gefüttert wird.

2.2 Verwirrung

Wesenheiten sorgen nahezu immer für ein gewisses Maß an innerer Verwirrung, aus der sie verschiedene Vorteile zu ziehen scheinen. Die Verwirrung pflegt sich hauptsächlich auf zwei Arten zu manifestieren: Erstens neigen Wesenheiten dazu, alles zu fördern, was die geistige Klarheit der Klienten trübt. Klienten beschreiben oft, wie ihre Wesenheit sie dazu treibt, zuviel zu essen oder schwere, ungesunde Nahrung zu konsumieren, mehr Alkohol zu trinken oder Missbrauch mit diversen anderen toxischen Substanzen zu treiben, länger aufzubleiben anstatt schlafen zu gehen und ihre Zeit in lauter, chaotischer Umgebung zu verbringen etc. Alles, was geistige Zerstreutheit steigert und innere Verschwommenheit fördert, scheint von den Wesenheiten willkommen geheißen und gefördert zu werden. Gleichzeitig beschreiben viele Klienten, wie ihre Wesenheiten dazu neigen, überängstlich, aufgeregt und bedrohlich zu werden oder drohend zu reagieren, wenn die Klienten meditieren oder einfach versuchen, ruhig und bewegungslos zu sein.
Zweitens sind Wesenheiten Experten der Tarnung, indem sie die Klienten im Glauben lassen, dass sie selbst das wollen, was die Wesenheiten wünschen. Dies wird augenfällig, sobald die Wesenheit einmal identifiziert wurde: Klienten haben auf einmal das Gefühl, von etwas Fremdem ausgetrickst und manipuliert zu werden.

Fallstudie 2.5: 25jährige Frau.
Ist irgendetwas wie eine Anwesenheit damit verbunden? – Ja, eine Art von Gewahrsein, wie wenn mich etwas beobachten würde. Wie eine Stimme, die die ganze Zeit über Urteile fällt und Alles und Jedes kommentiert. Es versucht, die Dinge durcheinander zu bringen. Es versucht mich in Verlegenheit zu bringen, indem es mich dazu bringt, mich dumm zu fühlen und mir einredet, dass ich unbeholfen wirke. Aber es hat auch seine guten Seiten.
Was ist gut daran? – Es ist sehr aufgeweckt. Es sieht die Dinge, wie sie sind. Es versucht mich dazu zu bringen, dass ich über Dinge nachdenke, bevor ich sie tue. Aber dann veranlasst es mich, zuviel zu denken und ich handle dann überhaupt nicht mehr. Und es hält mich zurück, wenn ich versuche, mit Leuten zu reden. Ich fühle eine Art von Barriere. Es macht mich schwammig, wenn ich spreche. Es ist stark und schwach zugleich. Es ist stark, wenn es versucht, sich selbst zu erhalten, aber es versucht, mich zu schwächen.
Was ist denn dann für Sie das Gute an dem Ganzen? ... [Bei der Klientin zeigt sich Verwirrung.]
Wohin würde es sich begeben, wenn es Sie verlassen würde? – Es würde nicht weggehen! Es fühlt sich zwar ausgesprochen fremd an, aber es wohnt in mir. Und nun behauptet es, es sei ein Teil von mir geworden, ob ich das nun akzeptiere oder nicht.
Glauben Sie das wirklich? – Ja ... Nein!

Fallstudie 2.6: 30jähriger Mann, Koch.
Was will diese dunkle Wolke in Ihrer linken Hüfte? – Sie gibt mir einfach die ganze Zeit über ein Gefühl der Müdigkeit. Ich möchte einfach umfallen und tot sein. Und begraben werden. Die Wolke wäre glücklich, wenn sie ein Teil der Erde, des Bodens, werden könnte. Sie möchte keine Person sein.
Meinen Sie, dass Sie begraben werden wollen oder dass die Wolke beerdigt sein will? – Ich will das. Ich meine ... Nein, sie will es. Oder ich will es, weil sie es wünscht. Sie bringt mich dazu, das zu wünschen.

Fallstudie 2.7: 36jährige Frau, Schriftstellerin, die eine hexenähnliche Präsenz in der linken Seite ihrer Hüfte entdeckte.
Was will es? – Sie möchte einen Platz, wo sie existieren, wo sie leben kann.
Was bedeutet »leben« für sie? – Die Aufregung, sich heftig bewegen zu können und Dinge aufzuwühlen. Sie mag starke Emotionen.
Was geschieht mit ihr, wenn Sie starke Emotionen haben? – Sie fühlt sich wohl und lebendig. Meine Emotionen nähren sie, sie lebt von ihnen.
Gibt es Nahrungsmittel, die sie genießt? – Sie mag eine Menge scharf gewürzte Nahrung. Da wird mir schlecht davon. Eine Menge gewürzten Fleisches und eingelegtes Gemüse. Und sie mag es, wenn ich mich voll fresse, weil mich das schwer und träge macht.
Wie profitiert sie davon? – Sie ist glücklich, weil ich dann nicht geistig wach bin und sie dadurch die volle Freiheit hat. Wenn ich aufmerksam bin und weiß, was ich tue und was ich tun will, komme ich in kein emotionales Chaos. Aber wenn ich träge und unachtsam bin, dann passiert es mir wirklich schnell, dass sie die Kontrolle über mich hat. Bevor ich es richtig mitkriege, kann sie mich in ein gefühlsmäßiges Durcheinander manövrieren. Wenn ich zuviel esse, schwillt nicht nur mein Bauch an, es ist auch eine Blähung meiner Sinne. Ich bin dann weder klar noch scharf. Wenn ich klar im Kopf bin, dann kann ich – wenn ich merke, dass etwas schiefläuft – sagen, dass ich nicht daran interessiert bin, darauf einzusteigen. Wenn ich jedoch träge bin, bin ich nicht klar genug, um es kommen zu sehen und sie übernimmt die Kontrolle über mich.

2.3 Wesenheiten sind eine Vergiftung des Willens

Die Verwirrung oder Trübung zieht auch das Treffen von Entscheidungen in Mitleidenschaft, und zahlreiche Klienten beschreiben, wie ihre Wesenheit eine Hauptrolle bei ihrem Zögern spielen. Häufig lieben es Wesenheiten, sich Zweifel und Schuld zu Nutze zu machen. Wenn sie eine unverantwortliche Handlung herbeiführen können, dann profitieren sie von der Bestürzung der Klienten.

Fallstudie 2.8: 24jähriger Mann.
Es mag Zigaretten. Denn jedes Mal, wenn ich eine Zigarette rauchen möchte, entsteht ein Konflikt: Soll ich eine rauchen oder soll ich nicht? Es überkommt mich dann eine Welle des Zweifels, die mich schwach macht. Und das gibt ihm mehr Macht über mich.

Fallstudie 2.9: 47jähriger Mann, Gebrauchtwagenhändler mit einem schweren Alkoholproblem. Bei dieser Sitzung hatte er sich verspätet.
Als ich heute Abend hierher gefahren bin, erzeugte Harry [der Name, den der Klient seiner Wesenheit gegeben hatte] in mir den unwiderstehlichen Drang nach einem indischen Essen mit all seinen Gewürzen. Obwohl ich wusste, dass ich hier herkommen sollte, war das Verlangen stärker als ich. Ich musste bei einem indischen Restaurant anhalten. Und während ich bestellte, hörte ich mich selbst eine Flasche Wein bestellen, und ich wusste, dass es Harry war, der dies veranlasste. Und dann fiel mir während des Essens ein, dass wir die heutige Sitzung nicht durchführen können, weil ich getrunken habe. Ich war maßlos über mich selbst enttäuscht, und es ist nicht das erste Mal, dass mir so etwas passiert.

2.4 Wesenheiten möchten nicht gesehen werden

Wesenheiten reagieren für gewöhnlich negativ, wenn sie entdeckt und beobachtet werden. Wenn sie ihre Wesenheit zum ersten Mal ansehen, dann berichten viele Klienten, dass »das Ding« verlegen, verstört, bedroht oder sogar bedrohlich reagiert. Die Wesenheit hat lange viele Tricks benutzt, um unentdeckt zu bleiben und versucht mit allen Kräften verborgen zu bleiben. Wenn Wesenheiten Verwirrung und Trübung fördern, dann deshalb, um leichter unbemerkt zu bleiben.

Fallstudie 2.10: 31jährige Frau, Schauspielerin.
Was will es? – Es fürchtet sich sehr. Es möchte gar nichts spüren. Es hat Angst vor Menschen. Es fürchtet sich vor Ihnen. Es möchte unerkannt im Dunkeln leben. Es möchte unbewusst sein. Es will nicht gesehen werden. Und es will, dass ich mich nicht zeige.
Das muss für eine Schauspielerin ein Problem darstellen. – [Lachend:] Ja, das ist es! Es möchte verborgen bleiben und mich in einem dunklen Keller halten, wo es mich kontrollieren kann. Es ist schmutzig und möchte nicht allein sein. Es will, dass ich so bin wie es, nämlich schmutzig. Es mag es, wenn ich zu viel esse und Alkohol trinke und zu spät ins Bett gehe.

Fallstudie 2.11: 52jähriger Mann, im öffentlichen Dienst beschäftigt.
Wie reagiert »das Ding«, wenn wir es ansehen? – Es hasst es. Es sagt, wenn Sie es nicht in Ruhe lassen, wird es Sie angreifen und Sie krank machen, und Sie werden sterben.
Ist das alles? – Nein, es wird Sie nach Ihrem Tod verfolgen. Es ist wild.

2.5 Sekundärgewinne und geteilte Neigungen

Im Verlauf des Erforschungsprozesses wird es häufig augenscheinlich, dass der Klient auch gewisse Vorteile aus der Präsenz der Wesenheit bezieht, welche Probleme und Störungen eine Wesenheit auch immer schaffen mag . Diese Vorteile mögen von Klient zu Klient variieren, aber gewisse Themen pflegen sich regelmäßig zu wiederholen.
Der häufigste Vorteil, den Klienten beschreiben, ist der, dass die Wesenheiten sinnliche Genüsse verschiedenster Art intensivieren. Wie wir oben bemerkt haben, verlangen Wesenheiten in auffallender Weise nach sinnlichem Vergnügen und starken Emotionen, um daraus eine Art von Nervenkitzel zu beziehen. Dieser Kitzel findet im Klienten seinen Widerhall und wird als Steigerung der Lust oder der Emotion wahrgenommen. Der Genuss der Wesenheit und der des Wirts verstärken einander, so dass Schokoladeessen oder Selbstbefriedigung zu äußerst intensiven und süchtig machenden Erfahrungen werden. Diese Tatsache führt gewisse Klienten zu einer ambivalenten Haltung gegenüber ihrer Wesenheit. Sie erkennen »es« als etwas Fremdes, als einen Parasiten, der allerlei innere Probleme schafft, die sie nicht haben wollen. Gleichzeitig fühlen sie sich jedoch von der Lust, die die Wesenheit fördert und intensiviert, angezogen.
Ein weiterer Vorteil, von dem Klienten häufig berichten, besteht darin, dass die Wesenheit ihnen Gesellschaft leistet. Eine Reihe von Klienten hat beschrieben, wie die Wesenheit sich ihnen zuerst in ihrer Kindheit näherte, und zwar zu einer Zeit, als sie sich einsam fühlten und sich nach Kameradschaft sehnten. Die Wesenheit kam und füllte ein emotionales Vakuum. Die negativen Aspekte wie Energieentzug und parasitäre Emotionen wurden erst viele Jahre später erkannt.
Bei den meisten Fällen von Wesenheiten ist es nicht sehr schwierig, eine Art von Ähnlichkeit zwischen den Wünschen der Wesenheit und den Vorlieben des Klienten festzustellen. Die Wesenheit und der Klient teilen häufig bestimmte emotionale Neigungen, eine Sucht oder irgendwelche anderen Züge. Wie das Muster auch immer beschaffen sein mag: wenn man die Natur der Wesenheit mit der Psychologie des Klienten vergleicht, dann erscheint es als sehr plausibel, dass gerade so eine Wesenheit sich bei gerade diesem Klienten eingefunden hat.

Fallstudie 2.12: 49jährige Frau, arbeitet in einem Reisebüro.
Was macht es mit ihnen? – Es beisst in meinen Nacken ... in die Mitte meines Nackens. Es hat eine Menge Beine, an denen Saugnäpfe sind.
Welcher Teil von Ihnen könnte von der Anwesenheit dieses Dings profitieren? – Es braucht mich, um sich zu ernähren. Das macht mich zu etwas Nützlichem.
Fühlt es sich gut an, das Ding zu füttern? – Nein, das tut es nicht, aber es gibt mir das Gefühl, von jemandem gebraucht zu werden.

Fallstudie 2.13: 53jährige Frau, Musiklehrerin.
Was ist das für ein »Ding«? – Es lebt in meinem Bauch und es ist der Boss. Ich bin nicht der Boss. Das ist der Ort, von dem die Stimme herkommt. Ich habe keine Kontrolle darüber. Die Dinge geschehen außerhalb meiner Kontrolle ... und dann denke ich, dass Gott mich straft, weil ich etwas Hässliches getan habe.
Wie sieht es aus? – Es wirkt einfach wie ein großer schwarzer Klumpen. Es hat seine eigenen Methoden, es ist der Boss. Es treibt mich zum Essen. Es macht mich unersättlich. Das ist ein Kampf zwischen ihm und mir, aber ich bin schwach. Es ist stärker als ich. Es sagt, dass es mich bestrafen will.
Welcher Teil von Ihnen hat Vorteile von der Anwesenheit dieses Dings? – Es ist der Boss. Ich möchte nicht verantwortlich sein. Ich wünsche mir jemand, der für mich verantwortlich ist.

Fallstudie 2.14: 36jährige Frau, Modeschöpferin.
Was fühlen Sie? – Hm ... Ich kann etwas sehen, aber es wirkt lächerlich. Wie eine alte Hexe. So etwas wie eine ganz, ganz alte, hässliche Person, schwarz gekleidet. Dort in der Dunkelheit [die Klientin deutet auf ihre linke Leistengegend]. Aber sie möchte in mein Herz kommen.
Was will sie? – Ich denke, sie will etwas wegnehmen. Sie macht den Bereich schwach. Sie erzeugt Dunkelheit. Sie lebt irgendwo darinnen. Sie macht mich wütend und ich mache sie wütend. Sie ist ganz schön ekelhaft. Sie fühlt sich gerne bedauernswert und ist mürrisch.
Welche Dinge hat sie gern? – Das weiß ich nicht ... Vielleicht eine Art von Sex. Wirklich, hm ... ich nehme an, wir könnten es schmutzigen Sex nennen. Das amüsiert sie. Es ist eine Art von gemischten Gefühlen. Weil ich sie nicht mag. Aber gleichzeitig habe ich nichts gegen schmutzigen Sex. Auf eine Art verwirrt es mich. Sie ist ein wenig widerlich.
Ein wenig? – Ziemlich widerlich!
Was für ein Anteil an Ihrem sexuellen Begehren stammt von ihr? – Vielleicht 50 oder 60 Prozent. Ich glaube nicht, dass sie hundertprozentig daran beteiligt ist. Sie bringt mich dazu, Leute treffen zu wollen, von denen ich weiß, dass ich sie besser nicht treffen würde. Sie veranlasst mich, sehr verführerisch und attraktiv auf Leute zu wirken, mit denen ich nichts zu tun haben sollte. Wie dieser junge Mann. Sie hat ihn benützt. Ihm Angst gemacht. Ihn erschreckt. Sie trickst tatsächlich eine Menge Männer aus. Und sie kann sie auch erschrecken.
Lassen Sie sie manchmal in Ihrer Vorstellung spielen? – Mmm ... Ja! Natürlich. Das kann sehr aufregend sein. Und wenn ich Sex habe, nimmt sie Teil daran. Sie verändert ihr Aussehen. Sie kann unglaublich schön sein. Ein anderes Gesicht zeigen. Sie macht mich sehr verführerisch.
Welche Art von Essen mag sie? – Dieser Teil von mir isst nicht viel! Sie liebt Alkohol und Junk Food. Obwohl sie ganz kultiviertes Essen auch mag. Ja, ich denke, sie könnte sich ganz kultiviert verhalten.
Wie reagiert sie auf Ihre Kinder? – Sie erzeugt sexuelle Gefühle in mir, wenn ich mich mit ihnen beschäftige. Mein Sohn sagt mir dann schon Bescheid.
Mochte sie es, als Sie Ihren Gebärmutterkrebs hatten? – Ja, ziemlich. Es war, als ob sie Rache nahm, weil ich nicht getan hatte, was sie von mir wollte. Ich glaube tatsächlich, dass sie mich täuscht und mich denken lässt, dass ich sie mehr liebe als das wirklich der Fall ist. Ich bin ein wenig verwirrt ...

2.6 Stimmen

Gewisse Wesenheiten vermitteln Klienten die Wahrnehmung von Stimmen in ihren Köpfen. Im Gegensatz zu einigen Klischees trifft dies nicht auf alle Wesenheiten zu. Den Berichten von Klienten zufolge erzeugt nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Wesenheiten derartige Stimmen.

Fallstudie 2.15: 44jährige Frau, Schriftstellerin.
Wie fühlen Sie sich? – Da ist eine Art Verwirrung. Es fühlt sich nicht so an, als ob es meine Verwirrung wäre. Es ist sehr irritierend.
Was will es? – Es will, dass ich Dinge für es tue. Es will, dass ich die Dinge tue, die es sich wünscht und zu denen es nicht fähig ist. Es handelt sich um ein sehr altes Gefühl: auf gewisse Art gegängelt zu werden, in verschiedene Richtungen manipuliert zu werden, die nicht meinen Absichten entsprechen. Und ich empfinde eine Mischung von Bedauern und Gebundenheit.
Welche Art von Dingen will es? – Es will eine Art von Beifall, Erfolg, Lob. Es hungert nach diesen Dingen. Es sieht wie ein Gespenst aus: verhüllt, grau und elend. Ich scheine nicht fähig zu sein, mich von ihm abzuwenden. Es war sehr ehrgeizig, es wollte in großem Maßstab berühmt sein. Aber es hatte nicht die Fähigkeit, nicht die Begabung dafür. Aber es behauptet, ich hätte das Talent, über das es selbst nicht verfügt hat, und dass ich keinen Gebrauch davon machen würde, und dass dies ein Fehler von mir sei. Dieses Ding macht, dass ich mich getrieben fühle. Es ist ein solch bedauernswertes und einsames Ding. Es war stets ein Ausgestoßener, immer außen vor, aber nicht, weil es das so wollte, sondern weil es mit Menschen und Situationen nicht zurecht kommen konnte. Ich weiß nicht, woher es stammt. Es ist etwas, was sich mir angeschlossen hat, weil es merkte, dass ich so etwas kann.
Wie profitieren Sie durch seine Anwesenheit? – Gemeinsamkeit. Ich bin an es gewöhnt. Der Dialog mit ihm ist mir sehr vertraut. Und es ist beruhigend zu wissen, dass es immer da ist. Es leidet mit mir mit, als ob es sich bei uns um Leidensgenossen handeln würde.
Kann es sein, dass Sie bestimmte Nahrungsmittel konsumieren, die es zu genießen scheint? – Sehr salzige Sachen. Schinken und gesalzenes Fleisch und stark gewürzte Speisen. Es muss äußerst häufig gefüttert werden! Es wird niemals satt. Es möchte immer mehr. Es gibt niemals Ruhe.
Es hat mich hektisch zu schreiben veranlasst bis zu dem Punkt, wo ich nicht mehr schreiben konnte. Das Bedürfnis zu schreiben war außerordentlich stark. Ich fühlte mich getrieben. Derzeit fühle ich mich zu ängstlich, um überhaupt zu schreiben. Es ist, als ob ich begriffen hätte, dass ich aus den falschen Beweggründen geschrieben habe. Wenn ich jetzt ans Schreiben denke, verfällt mein Geist in einen Zustand totaler Angst. Das Gespenst sagt dann immer wieder: »Du hast das Talent dazu, du musst es tun.« Das blockiert mich noch mehr. Das Gespenst sagt: »Tu es, tu es.« Und dann: »Sieh doch, ich wusste, dass du es nicht kannst.« Dann ist es zufrieden.

2.7 Sich beobachtet fühlen

Fallstudie 2.16: 19jährige Frau, Studentin.
Wie verhält sich »das Ding«? – Es beobachtet mich die ganze Zeit über und kommentiert das, was ich tue. Wenn ich eine Sache beginne, erzählt es mir, dass ich keine Chance habe, dass es mir nicht gelingen wird. Wenn ich Erfolg habe, findet es alle möglichen Gründe, warum das eigentlich kein richtiger Erfolg war. Wenn ich versage, dann redet es mir ein, das sei normal, weil ich hässlich und dumm sei. Die Wesenheit hört nie damit auf, mich fertig zu machen.
Was für einen Gewinn zieht es daraus? – Es macht es aus irgendeinem Grunde glücklich. Es lässt es sich voll fühlen. Und es beobachtet mich ständig. Sie macht mich befangen, weil ich weiß, dass sie dauernd ein Auge auf mich hat, ob ich nun esse, mit Leuten spreche oder mich selbst befriedige.

2.8 Viele Wesenheiten sind stärker, wenn der Klient alleine ist

In einer Anzahl von Fällen konnte ich von Klienten hören, dass ihre Wesenheit mehr Einfluss auf sie hat, wenn sie alleine sind. Einige Wesenheiten warten sogar geduldig, bis der Klient allein ist, bevor sie sich bemerkbar machen.

Fallstudie 2.17: 41jähriger Mann.
Sobald die letzte Person gegangen ist und ich allein im Haus bin, kann ich spüren, wie »es« manisch wird. Sogar dann, wenn ich überhaupt nicht an es denke, überrascht es mich. Schon die Tatsache, dass ich alleine bin, macht es ganz aufgeregt. Es sendet mir Stimmen: »Leg dich hin, leg dich hin!« Es ist, als ob es meine Hände zu meinen Genitalien zöge. Das sexuelle Begehren ist außerordentlich verschärft.

2.9 Physische Störungen

Fallstudie 2.18: 48jährige Frau, Heilpraktikerin. Ein paar Stunden, nachdem sie beim Friseur gewesen war, begann eine qualvolle Migräneattacke, die acht Tage brauchte um nachzulassen. Dann hatte die Klientin Sex und die Migräne begann zum Zeitpunkt des Orgasmus erneut. Nichts – angefangen von Homöopathie bis Morphium – schien die Qual lindern zu können.
Wie sieht »es« aus? – Wie ein großes Insekt oder ähnlich wie eine Languste auf der linken Seite meines Schädels. Auf jeden Fall scheint es Beine zu haben, die sich in meinen Hinterkopf und meine Augenbrauen graben.
Was tut es dort? – Es ernährt sich. Es verfügt über eine kleine Röhre, die in meinen Schädel führt, und es frisst wie eine Zecke. Doch es saugt kein Blut, sondern eine Art von Energie. Es frisst meine Wut auf und wird größer, sobald es frisst.
Was will es? – Es ist da, um mich in Verwirrung zu stürzen. Es hält mich vom klaren Denken ab. Es kam, als ich im Friseursalon war, während der Friseur mein Haar schnitt. Die Migräne kommt aus der Zecke wie ein Gift. Sie kommt aus ihrem Bauch. Es scheint, als ob sie es unter meine Haut injizierte. Und dann ist der Schmerz fürchterlich.

Das Kopfweh der Klientin hörte sofort auf, nachdem diese Wesenheit geklärt wurde.
Es würde verschiedener Abhandlungen bedürfen, um das Thema physischer Störungen und Krankheiten, die mit Wesenheiten zu tun haben, erschöpfend zu behandeln. Ich will hier nur ein paar einfache Tatsachen anführen, wie ich sie bei meinen Klienten beobachten konnte.
Nicht alle Wesenheiten verursachen körperliche Probleme oder Krankheiten, und es wäre unrealistisch, sie für alle Beschwerden verantwortlich zu machen. Nichtsdestoweniger gelangt eine Anzahl von Klienten während des IST-Zustandes der erweiterten Wahrnehmung zu der absoluten Überzeugung, dass ihre Krankheit oder physische Störung einer Wesenheit zuzuschreiben ist, wie in dem oben gegebenen Beispiel.
Es gibt anscheinend nicht immer einen logischen Grund, weshalb gewisse Wesenheiten Beschwerden oder physische Störungen verursachen, und andere so etwas nicht hervorbringen.
Im Fall einer chronischen Krankheit, in dem eine Wesenheit identifiziert und als verantwortlich für die Krankheit befunden wurde, berichtet der Patient häufig, dass die Wesenheit schon sehr lange Zeit anwesend war, bevor die Krankheit auftauchte. Die Wesenheit verursachte zuerst eine Funktionsstörung, aus der sich im Verlauf der Jahre nach und nach die Krankheit herauskristallisierte. Klienten fügen häufig von sich aus hinzu, dass die Krankheit wahrscheinlich hätte vermieden werden können, wenn die Wesenheit schon zu Beginn geklärt worden wäre.
Ich habe auch herausgefunden, dass es zu spektakulären Ergebnissen führen kann, wenn eine Wesenheit, die hinter einer physischen Krankheit steckt, entdeckt und früh geklärt wurde. Wenn sich eine Krankheit jedoch schon einige Zeit lang entwickeln konnte, scheint sie eine Eigendynamik zu entwickeln. Das Klären der Wesenheit allein erweist sich dann häufig als unzureichend, um den Patienten zu heilen.

2.10 Latenz

Im IST-Zustand erkennen viele Klienten, dass ihre Wesenheit seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, in ihnen in einem Zustand der Verborgenheit wohnt. Die Wesenheit schlummerte wie eine Saat und wartete darauf, zu einer voll entwickelten Wesenheit aufzublühen.

Fallstudie 2.19: 62jähriger Mann, pensionierter Ingenieur. Er wurde vor einem Jahr wegen Darmkrebs operiert. Als er kam, um mich zu konsultieren, schienen die Beschwerden wieder mit massiven Schmerzen in der linken Leistengegend begonnen zu haben. Dieser Mann verfügte über einen streng rationalen intellektuellen Hintergrund, und es stellte für ihn eine große Überraschung dar, so ein »Ding« in seinen Eingeweiden zu entdecken. Das Folgende zeigt die Entwicklung unserer Sitzung.
Wie sieht das »Ding« aus? – Es ist lebendig, es bewegt sich. Es grinst mich an. Es hat kein menschliches Gesicht.
Wie sieht es aus? – Es grinst, zeigt seine Zähne und hält sich entfernt von mir; es lässt nicht zu, dass ich es berühre. Es hat keinen Körper, nur ein Gesicht und Zähne.
Ist es das erste Mal, dass Sie es sehen? – Ja, es ist das erste Mal, dass ich mir erlaube, es zu sehen.
Wie stellt sich die Verbindung (der Wesenheit) mit Ihrem Schmerz dar? – Das Gesicht verursacht den Schmerz. Es bestimmt darüber, ob ich den Schmerz habe oder nicht. Es schlägt mich.
Kann es sein, dass es bestimmte Speisen gibt, die es liebt? – Es mag Tomaten und ... Tomaten, Tomaten, Tomaten!
Was passiert, wenn Sie Tomaten essen? – Es lächelt, weil dies ihm eine Gelegenheit gibt, mich zu schlagen. Es war schon lange in mir, bevor ich krank wurde; und die Krankheit erlaubte es ihm auszubrechen. Es hat den Krebs nicht verursacht, aber es hat davon profitiert. Es wäre ohne den Krebs vielleicht niemals in der Lage gewesen, sich selbst auszudrücken.3

3 In der anthroposophischen Medizin sind Tomaten in Fällen von Krebs streng verboten.

2.11 Wesenheiten lieben Erdlinien

In zahlreichen Fällen habe ich eine Verbindung zwischen Wesenheiten und schädlichen Erdlinien beobachtet. Wenn sich eine schädigende Erdlinie an der Stelle befindet, wo das Bett eines Klienten mit einer Wesenheit steht, so befindet sich die Körperpartie, in der der Klient die Wesenheit ortet, während der Nacht häufig auf dieser Erdlinie. Darüber hinaus pflegen Personen, die ekelhafte oder gewalttätige Wesenheiten haben, häufig Häuser voller toxischer Erdlinien zu bewohnen.
Es passiert praktisch so gut wie nie, dass eine Wesenheit zurückkehrt, nachdem sie geklärt wurde. In einigen seltenen Fällen jedoch kann es geschehen, dass in den Wochen oder Monaten, die der Klärung folgen, eine andere Wesenheit den selben Körperteil befällt. Wenn dies eintritt, sollte man immer sogleich schädliche Erdlinien im Domizil des Klienten in Betracht ziehen.

2.12 Wesenheiten sind besonders hartnäckig

Wesenheiten verschwinden nicht, solange keine spezielle Klärungstechnik angewandt wurde. Man kann in solchen Fällen alle möglichen Formen von Psychotherapie durchführen, von der Psychoanalyse bis hin zu Rückführung, es ist jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass die Wesenheit dadurch zum Verschwinden gebracht wird. All diese Methoden psychologischer Untersuchung und Bewusstmachung mögen es den Klienten gestatten zu verstehen, warum und wie die Wesenheit auftauchte und dazu beitragen, dass die betroffene Person besser mit der Wesenheit leben kann. Meiner Erfahrung zufolge jedoch haben sich psychologische Methoden hinsichtlich der Hauptsache – nämlich die Wesenheit los zu werden – als ausgesprochen ineffektiv erwiesen. Diese Beobachtung habe ich nicht nur in meiner eigenen Praxis gewonnen, sie wird auch von einer Anzahl von Therapeuten, die der Clairvision School verbunden sind, bestätigt.
Unter Hunderten von Fällen von Klienten, die ähnliche Syndrome wie die in diesem Abschnitt beschriebenen Beispiele präsentierten, kann ich mir nur eine Handvoll Personen in Erinnerung rufen, deren Wesenheiten offenbar ohne angemessene Klärung verschwanden. Sogar unter jenen, bei denen sich dieses Phänomen ereignete, entstanden nahezu immer Zweifel darüber, ob in diesen Fällen eine echte Wesenheit eine Rolle spielte oder eine Einbildung, die vom Verstand der betreffenden Person geschaffen wurde.
Wenn andererseits eine angemessene Klärung zur Anwendung kommt, so pflegt in nahezu allen Fällen die Wesenheit unmittelbar zu verschwinden und kehrt auch nicht mehr zurück. Dies gilt für alle Klienten und für alle Wesenheiten, doch gibt es wichtige Einschränkungen, die sich auf jene Person beziehen, die fähig ist, die Klärungsarbeiten durchzuführen. Der Klärungsprozess erscheint mir als eine heikle und potentiell gefährliche Operation (sowohl für den Klärer wie auch für den Klienten). Er sollte deshalb nur von Personen durchgeführt werden, die über spezielle Fähigkeiten verfügen. Diese Angelegenheit wird in Abschnitt 15 näher behandelt.
Nichtsdestoweniger sind die Resultate einer Klärung, die von einem qualifizierten Klärer durchgeführt wurde, ausgezeichnet. Viele Klienten beschreiben, wie sie während des Klärungsprozesses sehen konnten, wie die Wesenheit aus ihren Körpern herausgehoben wurde. Sogar die meisten der Personen, die das nicht sehen können, haben das klare Gefühl, dass ›etwas‹ ihren Körper verlassen hat. Nach der Klärung können die Klienten die Präsenz der Wesenheit nicht mehr wahrnehmen, und die meisten der Symptome, die mit ihrer Anwesenheit verbunden waren, gehen zurück oder verschwinden sogar. Die Stimmen – sofern welche mit der Wesenheit assoziiert waren – hören auf. Die geistige Trübheit klärt sich nach und nach. Auch die Müdigkeit geht zurück. Klienten beschreiben, dass sie über mehr Energie und Begeisterung verfügen. Die heftigen Begierden verschwinden nicht unbedingt, doch verlieren sie etwas von ihrem zwanghaften Charakter.
Ich möchte hier nicht den Anschein erwecken, als ob alle Probleme eines Klienten durch das Klären einer Wesenheit gelöst würden! Einige der Symptome, die direkt mit der Anwesenheit der Wesenheit in Verbindung stehen, verschwinden. Andere psychologische Probleme werden jedoch auch nach erfolgter Klärung bestehen bleiben. Obwohl der Umgang mit ihnen vielleicht leichter fallen wird, müssen sich die Klienten weiterhin ihren eigenen problematischen Angelegenheiten stellen.

2.13 Wesenheiten und Persönlichkeitsteile

Wenn man sich mit dem Thema der Wesenheiten beschäftigt, stellt sich für gewöhnlich eine wichtige Frage: Sind diese Wesenheiten nicht einfach Teile der Psyche des Klienten? Handelt es sich bei ihnen nicht eher um ungelöste Komplexe, um Persönlichkeitsteile oder Teile des ›Schattens‹ des Klienten? Bevor wir weiterfahren, will ich hier die Hauptgründe anführen, weshalb ich nicht der Meinung bin, dass dies der Fall ist.
Das Klären von Wesenheiten repräsentiert nur einen Bruchteil meiner therapeutischen Praxis. In den vergangenen zehn Jahren habe ich einen weiten Bereich von Methoden psychotherapeutischer und psychologischer Untersuchung in meiner Arbeit mit Klienten angewendet, insbesondere die IST-Technik. Dies hat – unter anderem – eine intensive Arbeit an der Erkundung von Persönlichkeitsteilen und Verhaltensmustern beinhaltet. Meine Beobachtungen haben mich zu der Erkenntnis geführt, dass es einen grundlegenden Unterschied zwischen einem Persönlichkeitsteil und einer Wesenheit gibt: ein Persönlichkeitsteil ist selbst erschaffen, es handelt sich dabei um einen Teil der Psyche des Klienten, der im Verlauf der Jahre sukzessive herangebildet und entwickelt wurde. Eine Wesenheit ist hingegen etwas, das den Klienten plötzlich befallen hat. In zahlreichen Fällen können Klienten sich sogar an den Augenblick erinnern, als »das Ding« sie okkupierte. Sie können rückblickend sehen, wie es von außen kam, ihre Nähe suchte und den Weg nach innen fand.
Ein zweiter wichtiger Grund besteht darin, dass eine entdeckte Wesenheit von den Klienten auf eine ganz unterschiedliche Art wahrgenommen wird, als dies bei der Wahrnehmung von Persönlichkeitsteilen der Fall zu sein pflegt. In einigen Phasen des IST-Prozesses durchlaufen Klienten eine gründliche Erforschung ihrer Persönlichkeitsteile. Sie lernen es, diese systematisch zu identifizieren und sie in ihrem Lebensalltag zu beobachten. Dies gibt den Klienten eine gewisse Vertrautheit mit der Theorie und der Praxis von Teilpersönlichkeiten. Wenn sie es jedoch mit Wesenheiten zu tun bekommen, ist ihre subjektive Erfahrung eine andere. Insbesondere macht eine Wesenheit einen viel stärkeren Eindruck von Getrenntheit, als dies bei Persönlichkeitsteilen der Fall ist. Wenn sie eine Wesenheit ergründen, so begleiten die Klienten dies mit Kommentaren wie »Es fühlt sich nicht wie ich an«, »Es fühlt sich fremd an«, »Es ist ein Parasit«, »Es war nicht immer in mir«, »Es hat in mir Platz genommen, aber es gehört nicht hierher«. Darüber hinaus sind Persönlichkeitsteile bedeutend komplizierter als Wesenheiten. Bei einer Wesenheit handelt es sich üblicherweise um einen primitiven Energie- und Bewusstseinsklumpen mit einfachen und voraussagbaren Verhaltensmustern. Es gibt Ausnahmen von dieser Regel, doch sind diese relativ selten. Persönlichkeitsteile hingegen sind weitaus komplexere Teile der Psyche des Klienten mit vielfältigen Verästelungen in ihrer geistigen und emotionalen Struktur. Übrigens scheinen Anwender der IST-Technik stets eine klare Unterscheidung zwischen der Erfahrung von Wesenheiten und der Erfahrung von Persönlichkeitsteilen zu treffen. Nun mag man dagegen einwenden, dass es sich hierbei um subjektive Erfahrungen handelt – doch so ist das Gebiet der Psychologie nun einmal beschaffen.
Ein wesentliches Element dieses Prozesses ist die Klärung, die die Arbeit an einer Wesenheit abschließt. Während des Klärungsvorganges, der in Abschnitt 15 beschrieben wird, sehen Klienten häufig, wie die Wesenheit aus ihnen vertrieben und ins Licht gebracht wird. Sogar dann, wenn sie es nicht sehen können, fühlen sie oft, wie »das Ding« hochgezogen wird und sie verlässt. Danach können sie die Präsenz der Wesenheit nicht mehr spüren, und ein paar Tage später haben die mit der Wesenheit verbundenen Symptome bemerkenswert nachgelassen oder sind sogar ganz verschwunden. Daher hat sich – in meiner Erfahrung als Therapeut – die Arbeit mit Wesenheiten als ein bemerkenswert schneller und effizienter Weg erwiesen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden einer Anzahl von Klienten zu verbessern.
Nicht zuletzt können Wesenheiten auch in einer erweiterten Wahrnehmung gesehen werden. Wenn mich jemand fragen würde, warum ich an Wesenheiten ›glaube‹, dann würde meine Antwort einfach lauten: »Ich glaube an sie, weil ich sie sehen kann!« Darüber hinaus haben Klienten, Schüler und Instruktoren der Clairvision School in jahrelanger Praxis von Hunderten von ähnlichen Beobachtungen von Wesenheiten berichtet.

Kapitel 3: Taoistische Perspektiven auf Wesenheiten

Damit unser Untersuchung über Wesenheiten fruchtbar wird, ist es nötig, dass wir gewisse Begriffe einführen, die für das Verständnis der Materie notwendig sind. Ein Punkt muss absolut klargestellt werden: Ich behaupte nicht, dass diese Begriffe alles über Wesenheiten erklären und noch viel weniger, dass sie deren Existenz ›beweisen‹. Der Zweck der drei folgenden Kapitel ist ein anderer. Zuerst geht es darum zu untersuchen, wie Wesenheiten in anderen kulturellen Zusammenhängen verstanden wurden, wie z.B. im traditionellen chinesischen Denken und im Hinduismus. Zweitens werden wir sehen, wie einige dieser Sichtweisen zu unseren Fallstudien beitragen und helfen können, Muster im Verhalten von Wesenheiten zu erkennen.

3.1 Xie Qi, ›Perverse Energien‹

Beginnen wir mit dem Begriff Xie Qi oder der ›perversen Energie‹, wie er in der traditionellen chinesischen Medizin entwickelt wurde. [Anm. 4: Xie wird �ksiai� und Qi wird �tschi� ausgesprochen.] Um Verwirrung zu vermeiden, lassen Sie mich von Anfang an betonen, dass Wesenheiten und perverse Energien nicht das Gleiche sind. Doch die Begriffe Qi und Xie Qi sind es wert, näher betrachtet zu werden, da sie dazu beitragen, eine Anzahl von Punkten zu klären, die mit Wesenheiten zusammenhängen.
Weil hier unsere Absicht ist, das alte chinesische Gedankengut zu durchdringen, werde ich hier von der Akupunktur reden, wie sie aus einer taoistischen Perspektive verstanden wurde, und nicht aus der Sicht moderner Kommentatoren, die sie ›wissenschaftlich‹ zu erklären versuchen. Von einem traditionellen Blickpunkt her basiert Akupunktur auf dem Harmonisieren der Kreisläufe dessen, was die Chinesen Qi zu nennen pflegten. Die buchstäbliche Bedeutung des Wortes Qi ist ›Atem‹. Jedoch geht der Begriff ›Qi‹ weit über den Prozess der Atmung hinaus. In der Chinesischen Medizin bezieht sich Qi auf eine Energie, die nicht physisch ist, jedoch die Vitalität und das Funktionieren des physischen Körpers aufrecht erhält. Das Konzept des Qi ist dem des Prana (Lebenskraft) der Hindus sehr ähnlich. Das Sanskrit-Wort ›Prana‹ bedeutet, ähnlich wie das chinesische Wort Qi, ›Atem‹. Ebenso wie das Qi von den Chinesen als das Prinzip angesehen wird, das den physischen Körper am Leben erhält, so verhält es sich mit Prana in der indischen Tradition. So wie jede Störung des Qi Krankheit zur Folge haben kann, so ist dies auch bei Störungen des Prana der Fall. Ebenso wie das Qi beständig in den Meridianen durch den Körper zirkuliert, kreist das Prana in den Nadis.
Um das Konzept des Qi zu verstehen, müssen zwei Punkte betont werden. Erstens handelt es sich bei Qi nicht um eine physische Energie. Daher erscheinen die heutigen Versuche, die Wirkung von Akupunktur auf eine Art von Reflexhandlung des Nervensystems zu reduzieren, aus taoistischer Sicht nicht als sinnvoll. Die Nerven sind Teil des physischen Körpers, der aus Fleisch, Knochen, Blutgefässen usw. besteht. Gegenüber diese physischen Strukturen nahmen die Chinesen Qi als eine Energie feinstofflicher Natur wahr. Qi durchdringt alle Teile des physischen Körpers, spendet ihnen Leben und lässt sie funktionieren, aber es kann nicht auf irgendeine dieser Strukturen reduziert werden.
Der zweite wesentliche Punkt ist, dass nicht alles Qi oder alle ›Energien‹ von den Chinesen als gesundheitsförderlich angesehen wurden. Dieses Thema pflegt die Menschen manchmal zu verwirren, denn wenn das Wort ›Energie‹ fällt, denken die meisten: »Wenn es Energie ist, muss es gut für mich sein. Man kann niemals zuviel Energie haben.« Diese Annahme ignoriert total den qualitativen Aspekt des Qi. Es existiert eine große Vielfalt von Qi-Energien, von denen einige dem Körper gut tun und andere giftig auf den Körper wirken. Eine Haltung, die da lautet: »Jedes Qi ist gut für mich« könnte mit folgender Aussage verglichen werden: »Mein physischer Körper besteht aus physischer Substanz, deshalb ist jede physische Substanz gut für meinen Körper.« Wenn man beispielsweise nur ganz wenig des sehr wirkungsvollen Giftes Zyanid nimmt, wird man nicht umhin können, festzustellen, dass dies das Ende des physischen Körpers bedeutet. Ebenso wie zahlreiche physische Substanzen giftig wirken, wenn sie in den Körper eingeführt werden, können zahlreichen Varianten des Qi ebenfalls Gift sein. Xie Qi oder ›perverse Energien‹ lautet die Bezeichnung, die die Chinesen diesen toxischen Energien gegeben haben. Im Ausdruck Xie Qi bedeutet Qi ›Energie‹ oder ›Lebenskraft‹, während Xie die Bedeutung von ›fehlerhaft‹, ›verdorben‹, ›unregelmäßig‹, ›abweichend‹ hat. Xie Qi bezieht sich auf ungesunde Umgebungseinflüsse, die das System schwächen und Krankheiten entstehen lassen können.
Xie Qi oder perverse Energien sind natürlich nicht immer tödlich, ebenso wie nur gewisse giftige physische Substanzen tödlich sind. Über eine lange Zeit hinweg werden viele perverse Energien nicht einmal Krankheiten oder funktionale Störungen im physischen Körper verursachen. Sie führen jedoch zu einer funktionalen Störung im Qi des Körpers, zu einer Disharmonie, welche das Gleichgewicht der Qi-Schicht durcheinander bringt. Je früher man – den Chinesen zufolge – eine Korrektur gestörter Qi-Verhältnisse in die Wege leitet, desto sicherer beugt man Krankheiten vor. Denn in den meisten Fällen ist es so, dass – ehe eine Störung sich zur physischen Erkrankung herauskristallisiert – sie sich zuvor als eine Störung des Qi manifestiert. Indem man eine gestörte Balance des Qi erkennt und harmonisiert, kann man zahlreiche Krankheiten vermeiden. Dieser Schwerpunkt, der dem vorbeugenden Aspekt der Medizin beigemessen wurde, spiegelt sich in der Tatsache wider, dass die alten Chinesen die Leistungen ihrer Ärzte nur solange honorierten, solange sie gesund waren und die Zahlungen einstellten, sobald sie krank wurden – ein Konzept, das alle Gesundheitsminister zum Nachdenken anregen sollte!
Im Ausdruck ›perverse Energie‹ kann das Adjektiv ›pervers‹ Anlass zu Missverständnissen bieten, da es die Vorstellung von etwas an sich Falschem, oder sogar Bösem vermittelt. Auf perverse Energien trifft weder das eine noch das andere zu. Sie befinden sich einfach am falschen Ort, wenn sie sich im menschlichen Körper aufhalten. Eine weitaus bessere Bezeichnung wäre ›unangemessene Energien‹ oder ›fehlplatzierte Energien‹. Lassen Sie uns diesen Punkt durch zwei Beispiele illustrieren. Nehmen Sie an, Ihnen wird nur Kohlendioxyd zum Atmen gegeben und kein Sauerstoff – dann sterben Sie. Auf Sie hat Kohlendioxyd als tödlicher (physischer) ›perverser‹ Faktor gewirkt. Für die Atmung einer Pflanze jedoch eignet sich eben jenes Kohlendioxyd bestens. Wenn Sie andererseits der Pflanze nur Sauerstoff anstelle des Kohlendioxyds zuführen, wird die Pflanze ersticken. Was für gewisse Lebewesen unterstützend wirkt, ist giftig für andere.
Ein weiteres Beispiel ist das von Bakterien in einem Komposthaufen. Für Alchemisten war Kompost stets ein Wunder und Gegenstand tiefer Meditationen. Kompost gründet auf Verwesung und doch ist es die Basis für die Fruchtbarkeit der Natur. Rufen Sie sich all die Schönheiten der Natur in Erinnerung: Gras, Bäume, Blumen, Früchte – all dies beruht auf der Verwesung, die zuerst in der Erde stattfindet. Je stärker die Fäulnis, desto größer die Fruchtbarkeit des Erdbodens. Und je mehr Bakterien, desto mehr Fäulnis. Nun stellen Sie sich einmal vor, dass einige der Bakterien des Komposthaufens ihren Weg in Ihren Verdauungstrakt finden und Sie krank machen. Für Sie sind diese Bakterien plötzlich zu einem perversen Faktor geworden, obwohl es sich um dieselben Bakterien handelt, die im Komposthaufen eine derart schöne Rolle spielen. Es ist nichts Bösartiges oder Schlechtes an diesen Bakterien; sie befinden sich einfach am falschen Platz, wenn sie sich in Ihren Eingeweiden ausbreiten. Genau dasselbe trifft für perverse Energien zu. Es ist nicht notwendigerweise etwas wesentlich Falsches an ihnen. Sie halten sich einfach am falschen Ort auf, wenn sie Ihrem Qi anhaften.
Gewisse wässerige Arten von Qi zum Beispiel sind in einem Sumpf absolut normal. Wenn jedoch die gleiche Energie mit dem Qi Ihrer Leber vermischt wird und dort verankert bleibt, kann daraus ein unangenehmes Gefühl resultieren, möglicherweise auch begleitet von einer Trägheit der Verdauungsorgane und sogar von Müdigkeit. Du wirst nicht unbedingt ›krank‹ sein, doch Du wirst sehr wohl spüren, dass mit Deiner Leber ›etwas nicht in Ordnung‹ ist. Zahlreiche Menschen haben derzeit das Gefühl, dass etwas in ihrer Leber verstopft oder getrübt ist, ein verschwommenes Gefühl, das sie nicht klar definieren können. Sie konsultieren Arzt um Arzt, aber keiner der Mediziner kann irgendeine Störung entdecken, weil sie (noch) nicht auf der physischen Ebene angesiedelt ist. Es handelt sich lediglich um eine Disharmonie auf der Ebene des Qi.
Perverse Energien sind nicht dasselbe wie Wesenheiten, doch sie haben gewisse ähnliche Merkmale. So sind zum Beispiel perverse Energien und Wesenheiten fremde Elemente, die nicht angemessen verdaut und integriert werden können. Daher bleiben sie im menschlichen System als eine Art von fremder, nicht-physischer Präsenz. Auf weitere Gemeinsamkeiten werden wir später zu sprechen kommen. Wie wir sehen werden, besteht einer der Hauptunterschiede darin, dass Wesenheiten viel schwieriger zu entfernen sind, als dies bei perversen Energien der Fall zu ist.

3.2 Die Po und die Hun

Der hauptsächliche chinesische Ausdruck für Wesenheit ist Kuei. [Anm. 5: Kuei wird �kwai� ausgesprochen.] Um zu verstehen, wie die alten Chinesen die Natur und den Ursprung der Kuei zu betrachten pflegten, muss man zuerst nachvollziehen, wie sie sich die menschliche Psyche vorstellten. Diesen Vorstellungen gemäss haben menschliche Wesen nicht nur eine Seele, sondern 10 Seelen. In gewissen Texten ist die Anzahl der Seelen sogar noch höher – bis zu Bai Shen (›einhundert Seelen‹), was auch als eine unbegrenzte Anzahl von ›Seelenteilen‹ verstanden werden kann. Die meisten traditionellen Texte jedoch beschränken die Anzahl auf zehn Seelen oder ›Seelenteile‹: auf sieben Po und drei Hun.
Die Po werden manchmal auch als die sieben Emotionen bezeichnet: Ärger, Begehren, Furcht, Freude6, Kummer, Liebe und Hass.7 Mit anderen Worten, die Po beziehen sich auf den Teil der Psyche, in welchem bedingte Emotionen entstehen. Die Hun wiederum beziehen sich auf die eher spirituellen Teile menschlicher Sensitivität und menschlichen Intellekts. Daher werden die Po als grob, undurchsichtig und schwer geschildert, während die Hun als leicht, lichtdurchlässig und feinstofflich beschrieben werden.8 Damit ein menschliches Wesen das Licht der Welt erblicken kann, ist eine Kombination von Po und Hun erforderlich, wobei die Po zuerst auftreten. Man sagt, dass das erste Lächeln eines Säuglings das Indiz dafür ist, dass die Hun sich manifestiert haben. Jedoch ist die Entwicklung der Hun vor dem Alter von 30 Jahren nicht abgeschlossen. Emotionale Umwälzungen entsprechen einem Aufruhr der Po-Schicht, der umgekehrt die Hun negativ beeinflusst. Daher gibt es im Chinesischen eine poetische Art, große Angst auszudrücken: »Meine 3 Hun zappeln und meine 7 Po sind total durcheinander.«9 Das Leben des Individuums auf Erden dauert so lange an, wie die Po und die Hun im Körper zusammengehalten werden.

6 In der chinesischen Medizin wird Freude unter die potentiell gefährlichen Emotionen eingereiht, und zwar deshalb, weil Freude einen inneren Aufruhr schaffen kann, der für verschiedene Gesundheitsrisiken verantwortlich sein kann, wie z.B. für eine Herzattacke.
7 Interessanterweise wird im Chinesischen das Wort Po auch verwendet, um den dunklen Teil der Mondscheibe zu bezeichnen.
8 Im Pinyin wird Po mit einem abfallenden Akzent transkribiert und Hun mit einem aufsteigenden Akzent. Das Wort Po wird daher mit einem fallenden Tonfall ausgesprochen und Hun mit steigendem Tonfall.
9 Henri Maspero Le Taoïsme et les Religions Chinoises, Gallimard, Paris 1971, S. 206.

Die Lehre von Hun und Po bringt ein wesentliches Konzept ins Spiel: Das der Vielfalt der Psyche. In Sprachen westlicher Herkunft wird implizit anerkannt, dass die Psyche oder Seele eine Einheit ist. Dies spiegelt sich in Ausdrücken wie ›meine Seele‹, ›eine arme Seele‹, ›eine faule Seele‹, ›eine verlorene Seele‹ wider. Hier gibt es offensichtlich eine Seele pro Person – und mehr nicht. Um der großen Vielfalt menschlicher Reaktionen und Verhaltensmuster Rechnung zu tragen, wird manchmal zwischen verschiedenen Persönlichkeitsteilen oder Charakteren innerhalb desselben Individuums unterschieden. Diese Charaktere werden jedoch vorbehaltlos als verschiedene Aspekte ein- und derselben Psyche verstanden.
Die Chinesen hingegen hatten nicht nur ein System, in dem Persönlichkeitsteile in Betracht gezogen wurden; sie gingen einen Schritt weiter und nahmen an, dass zwischen diesen Persönlichkeitsteilen ein solcher Mangel an Einheit herrscht, der es unmöglich macht, sie alle einer einzelnen Seele zuzuordnen. Die Chinesen teilten die menschliche Psyche in sieben Po und drei Hun und anerkannten dabei, dass jeder dieser Teile eine unabhängige Existenz führt. Die Po und die Hun sind von radikal unterschiedlicher Natur. Sie stammen von verschiedenen Orten, und wie wir sehen werden haben sie nach dem Tod unterschiedliche Bestimmungen. Bei ihnen handelt es sich nicht um verschiedene Teile einer Seele, sondern um separate ›Dinge‹, die aus unterschiedlichen Sphären stammen. Solange das Individuum sich des Lebens erfreut, werden sie zusammengehalten, und zum Zeitpunkt des Todes trennen sie sich wieder.
Darüber hinaus wird die menschliche Existenz von den Chinesen als ein ständiger Antagonismus zwischen den Hun und den Po beschrieben, in dem die Po dauernd versuchen, die Hun zu unterdrücken. Die Verhältnisse sind klar angegeben (sieben gegen drei), was einen interessanten Weg darstellt, die menschliche Natur in Zahlen zu fassen. Es wäre jedoch viel zu einfach, den Antagonismus zwischen Hun und Po nur als einen Kampf zwischen ›guten‹ und ›bösen‹ psychologischen Tendenzen zu betrachten. Denn es sind nicht nur Hass und Zorn, die auf der Seite der Po stehen, sondern auch (bedingte) Freude und Liebe. Dies weist darauf hin, dass die Hun-Po-Perspektive nicht nur eine moralische ist, sondern auf einem tieferen Verständnis der Vielfalt der Teile beruht, die ein menschliches Wesen konstituieren.10 Damit ist nicht gesagt, dass es von der Warte der alten Chinesen aus nichts Dauerhaftes oder Ewiges in einem menschlichen Wesen gibt. In ihrem System kann das Shen als Äquivalent für das Höhere Selbst oder den Geist gelten. Jedoch hatten die Chinesen eine klare Wahrnehmung in bezug auf die Trennung zwischen Geist und Seele – oder vielmehr Geist und Seelen. Sie sahen ihre Seelen in der Weise als Teile ihrer selbst an, wie wir unsere Körperorgane zu betrachten pflegen: als zweifellos wichtig, jedoch separat, vergänglich und in gewissem Maße ersetzbar.

10 In dem Modell der feinstofflichen Körper, das ich in Rückführung in frühere Leben – eine Therapie für Freiheit im Hier und Jetzt benutze, entsprechen die Po-Emotionen den mechanischen Bewegungen im Astralkörper, das heißt, den abhängigen Emotionen des reagierenden Verstandes (in Sanskrit: manas). Die Hun entsprechen den ›Gefühlen‹ und dem transformierten Astralkörper (dem Geistselbst Rudolf Steiners).
In Steiners Schriften stellt das Wort ›Seele‹ ein striktes Äquivalent für ›Astralkörper‹ dar. Im erweiterten Sprachgebrauch jedoch könnte man Po als ›sterbliche Seele‹ und Hun als ›unsterbliche Seele‹ übersetzen. Ein Zitat aus Goethes Faust illustriert perfekt das Konzept von Po und Hun:
»Zwei Seelen weilen, ach, in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält, in derber Liebeslust,
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.«
(Faust, I.ii, Verse 1112-1117)
Ähnlich bleiben die Po nach dem Tod auf der Erde hängen und die Hun steigen in höhere spirituelle Regionen auf.

3.3 Kuei, oder Wesenheiten

Solange ein Individuum am Leben ist, werden die Hun und die Po zusammengehalten und ihre Interaktionen ergeben sich aus den verschiedenen Umständen des psychologischen Lebens. Zum Zeitpunkt des Todes jedoch trennen sich die Hun und die Po nach dieser Anschauung und zwar auf eine Art und Weise, die der astralen Zersplitterung gleicht, wie sie im nächsten Kapitel beschrieben wird. Im chinesischen Modell bleiben die Po, gemäss ihrer absteigenden Polarität, an die Erde gebunden, während die Hun, entsprechend ihrer aufwärts gerichteten Tendenz, in die spirituellen Welten aufsteigen, wobei sie dem Shen (ein Äquivalent für das Höhere Ego oder Selbst) folgen. Nach dem Tod, wenn die Trennung der verschiedenen Teile, aus denen sich ein menschliches Wesen zusammensetzt, stattgefunden hat, werden diese Teile nicht mehr länger Po und Hun genannt sondern Kuei und Shen.
Shen bezeichnet den Geist, den transzendenten Teil eines menschlichen Wesens.11 Das Wort kann auch ›Gott‹ bedeuten, den ›höchsten Geist‹, all die ›himmlischen Geister‹, und ebenso ›wunderbar‹ oder ›übernatürlich‹. Jedoch gemäss den laschen Sprachgewohnheiten kann Shen auch ›Seele‹ bedeuten, und zwar im verschwommensten Sinn des Wortes. Wenn z.B. von den zehn Seelen oder den hundert Seelen (Bai Shen) die Rede ist, wird das Wort Shen gebraucht.12 Man sagt, dass nach dem Tod alle Hun oder Teile der Hun dem Shen in seinem Aufstieg folgen.
Der Rest der Seelen, das sind die Po und möglicherweise gewisse Teile der Hun, verbleiben auf dem irdischen Plan und werden zum Kuei.13 Daher bleiben die Kuei oder Fragmente der Seele des Toten in der Sphäre der menschlichen Existenz oder dieser sehr nahe, während die Shen und die Hun zu spirituellen Welten aufbrechen, die vollkommen jenseits der Reichweite normaler menschlicher Wesen liegen. Die alten Chinesen sprachen von den Kuei als ›wandernden Seelen‹ oder Überresten der Toten – unbefriedigten, gierigen Geistern. Die Kuei müssen gefüttert und mit Opfern befriedet werden, sonst beginnen sie, die Lebenden zu schikanieren. Die chinesische Literatur quillt über von Geschichten über Kuei. Die folgende ist ein Beispiel dafür.

12 In der Pinyin-Transkription des Chinesischen wird Shen mit einen aufsteigenden Akzent geschrieben, ebenso wie Hun.
12 Ähnlich wird in den westlichen Sprachen häufig das Wort ›Seele‹ gebraucht, obwohl in Wirklichkeit das Höhere Selbst oder der unsterbliche Geist gemeint ist.
13 Kuei wird im Pinyin Gui transkribiert. Kuei bedeutet auch das 23. der 28 chinesischen Mondhäuser, einschließlich eta, theta, gamma und delta des Krebses. Vgl. Dictionnaire Française de la Langue Chinoise, Institut Ricci, Paris 1976, Ideogramm Nr. 2832.

Einst jagte ein Reiter der kaiserlichen Garde auf dem Lande, als er an einem Brunnen vorbeiritt, wo ein alter Mann Wasser schöpfte. Plötzlich wurde das Pferd des Reiters scheu und galoppierte wie kopflos dahin. Bevor der Gardist irgendetwas unternehmen konnte, traf das Pferd den alten Mann und schleuderte ihn in den Brunnen. Ein paar Sekunden später hatte der Gardist wieder Kontrolle über sein Tier gewonnen und raste davon.
Die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. In der Nacht darauf erschien der alte Mann als Gespenst im Haus des Gardisten und zerbrach das Geschirr, schlitzte die Papierfenster auf und beleidigte und terrorisierte die ganze Familie. Jeder wusste sofort, dass es sich um einen Kuei handelte. Der Gardist versuchte sich zu entschuldigen: »Ich bin nicht schuld. Mein Pferd hat dich in den Brunnen geworfen.«
Der Kuei antwortete: »Schande deinen Vorfahren, du dreckiger Schurke! Dein Pferd hat mich zwar ins Wasser gestoßen, doch du hast das Weite gesucht anstatt mir herauszuhelfen!« Und der Poltergeist-Kuei fuhr damit fort, alles zu zerstören, was ihm in die Hände fiel. Die ganze Familie warf sich vor dem Kuei nieder und versprach, dass ihm regelmäßig Opfer dargebracht würden, wenn er ihnen vergeben würde. »Das ist nicht genug,« erwiderte der Kuei, »Ich möchte, dass Ihr eine Tafel mit meinem Namen anfertigt und genau die gleichen Rituale durchführt, die Ihr Euren Vorfahren widmet.« Die Familie stimmte zu. Der Kuei nannte seinen Namen, der in eine kleine Tafel graviert wurde. Die Familie hielt jeden Tag ein Ritual ab und fütterte den Kuei mit Opfergaben. Und der Kuei verhielt sich ruhig.
In den darauffolgenden Jahren vermied der Gardist vorsichtig die Gegend des Brunnens. Eines Tages jedoch musste er den Herrscher begleiten und kam wieder an den Ort. Zu seinem großen Erstaunen hielt sich derselbe alte Mann in der Nähe desselben Brunnens auf. Der Gardist wurde von Panik ergriffen, aber seine Pflicht verbot ihm davonzulaufen. Der alte Mann erkannte ihn sofort wieder, eilte auf ihn zu und warf ihn vom Pferd. Der Gardist war derart in Furcht, dass er es nicht wagte, sich zu verteidigen. Der Greis schlug mit einem Stock auf ihn ein. »Da bist du ja, du rücksichtsloser Bandit!« rief der alte Mann. »Endlich habe ich dich gefunden!« Alle anderen Reiter lachten über ihren Kameraden, bei dem es sich um einen großen Mann handelte und der doch nicht imstande schien, zurückzuschlagen, während der altersschwache Greis ihn beschimpfte und verprügelte.
»Aber, aber ...« protestierte der Gardist, »Haben nicht ich und meine Familie dich täglich mit Opfergaben ernährt? Haben wir nicht eine Tafel mit deinem Namen angefertigt?«
»Opfergaben? Welche Opfergaben?« fragte der alte Mann, »Willst du mich schon wieder beleidigen, indem du so tust, als ob ich ein Kuei wäre?«
Auf einmal verstand der alte Mann, was sich ereignet hatte. Er wurde wieder still und ließ den Gardisten gehen. Einen Tag später besuchte er die Familie des Gardisten. Er fand den Ort ziemlich leicht, weil die ganze Stadt über das Missgeschick des Reiters lachte. Alle Familienmitglieder waren schockiert, als sie den alten Mann ankommen sahen. Er beruhigte sie jedoch: »Habt keine Angst. Ich bin kein Kuei! Zeigt mir die Tafel.« Nachdem er einen Blick auf die Tafel geworfen hatte, rief der alte Mann aus: »Das ist nicht mein Name!«
Der ganze Vorfall war durch einen böswilligen Kuei herbeigeführt worden. Zuerst hatte dieser Kuei das Pferd erschreckt und dann hatte er das äußere Erscheinungsbild des alten Mannes angenommen, um Verwüstungen im Haus der Gardistenfamilie anzurichten. Durch diese Vorgehensweise hatte der Kuei eine Heimstatt für sich selbst gefunden und wurde über Jahre hinaus täglich durch Opfergaben ernährt.
Der alte Mann, der sich in seiner Freizeit ein wenig mit Magie beschäftigte, sprach sofort eine Beschwörungsformel aus, um die Familie von dem Kuei zu befreien. Sogleich war ein fürchterliches Gebrüll zu hören, halb Gelächter, halb Todeskampf. Und der Kuei ward nie mehr gesehen.14

14 Dieses Märchen beinhaltet eine Moral, die auch für Wesenheiten-Klärer des 21. Jahrhunderts Gültigkeit besitzt: Man sollte niemals die Identität einer Wesenheit als erwiesen ansehen.

Im alten China waren die Kuei nicht nur Teil der Literatur und des Volkstums, sondern auch Teil des täglichen Lebens. In allen Lebensbereichen und Gewerben war es üblich, mit den Kuei zu rechnen und Rituale zu vollziehen, um sich gegen ihre schädlichen Aktionen zu schützen. Wie zuvor festgestellt, hat die medizinische Kunst zum Beispiel die Kuei als einen der krankheitsverursachenden Faktoren anerkannt. Deshalb tragen unter den 361 Punkten der 14 Hauptmeridiane der Akupunktur 17 das Wort ›Kuei‹ als Teil ihres Haupt- oder Sekundärnamens. Die Regierungen kümmerten sich ebenfalls sehr sorgfältig um Geister aller Arten und widmeten ihnen systematisch befriedende Rituale. Diese Rituale galten als unverzichtbar, um Friede und Gedeihen im Königreich zu sichern.
Was geschieht mit den Kuei auf lange Sicht gesehen? Den alten Chinesen zufolge sind die Kuei nicht unsterblich. Ihre Existenz ist begrenzt und dauert so lange, bis ihre Lebenskraft erschöpft ist. Danach lösen sie sich auf. Was zur Erde gehört, kehrt zur Erde zurück, fällt der Verwesung anheim und wird wieder in die universellen Energiekreisläufe integriert.

3.4 Feinstoffliche Körper im Abriss

Um Wesenheiten zum Thema einer fruchtbringenden Diskussion zu machen, müssen wir kurz ein paar Begriffe definieren.
Das Qi oder die Lebenskraft entspricht dem, was westliche Esoteriker ›das Ätherische‹ nennen. Der Ätherkörper ist infolgedessen die Hülle, die aus Lebenskraft besteht. Er ist das Äquivalent der ›Prana-Hülle‹ oder des ›prana-maya-kosha‹ der indischen Tradition. Wie das Qi – den alten Chinesen zufolge – den ganzen physischen Körper durchdringt, so verhält es sich auch mit dem Ätherkörper. Man könnte als Beispiel einen Schwamm am Meeresgrund nehmen (der physische Körper), der vom Wasser (dem Ätherkörper) durchdrungen wird. Der Ätherkörper dehnt sich jedoch auch ein wenig über die Grenzen des physischen Körpers hinweg aus. In der Tibetanischen Medizin werden manchmal bestimmte Punkte, die außerhalb der Hautgrenze liegen, mit Akupunktur behandelt, was tatsächlich eine schmerzlose Angelegenheit ist.
Die Seelen, die von den Chinesen Po und Hun genannt werden, stimmen mit dem überein, was westliche Esoteriker als ›Astralkörper‹ bezeichnen. Der Astralkörper kann kurz als die Schicht definiert werden, in der Gedanken und Emotionen stattfinden. Wir können ihn als den Träger unseres Verstandesbewusstseins bezeichnen, wobei unsere Emotionen mit eingeschlossen sind.
Der unsterbliche Teil menschlicher Wesen, das Höhere Selbst, wird von uns hier das Ego oder Höheres Ego genannt.
So stellen wir ein einfaches Modell vor, welches vier Teile in menschlichen Wesen unterscheidet: einen physischen Körper, einen Ätherkörper, einen Astralkörper und ein Ego. Für unsere Zwecke gebrauchen wir die Begriffe ›Ego‹, ›Höheres Ego‹, ›Selbst‹, ›Höheres Selbst‹ und ›Geist‹ synonym.
Zur Vorbereitung auf die Erörterungen, die Gegenstand der folgenden Kapitel sein werden, zeigen wir hier ein Diagramm, das die Natur der perversen Energien und der Wesenheiten in Begriffen der feinstofflichen Körper präsentiert.

15 Genaugenommen beziehen sich die Po auf den Astralkörper und die Hun auf das, was ich den ›transformierten Astralkörper‹ nenne).
16 In diesem Modell entspricht das kleine Ego, das aus Illusion, Konditionierung und infantilen Reaktionen besteht, dem Astralkörper.

Kapitel 4: Fragmente

4.1 Physischer Körper – Ätherkörper und Astralkörper – Ego

Im letzten Kapitel beschrieben wir in Kürze Menschen als in vierfacher Weise aufgebaut: aus

In der Praxis kann man diese vier Bestandteile in zwei Paare aufteilen: einerseits in den physischen Körper und Ätherkörper, andererseits in den Astralkörper und das Ego.
Solange Sie leben, bleiben physischer Körper und Ätherkörper eng miteinander verbunden. Das Ätherische ist das Leben des physischen Körpers und der physische Körpers kann ohne das Ätherische nicht überleben. Bei seltenen Anlässen, z.B. wenn Ihr Arm oder Ihr Bein ›einschläft‹, verlässt ein Teil Ihres Ätherkörpers den physischen Körper. Das schmerzhafte Prickeln, das folgt, wenn man versucht, das Glied wieder zu bewegen, zeigt an, dass das Ätherische wieder in den entsprechenden physischen Teil zurückkehrt. Eine derartige Trennung erfolgt natürlich nur teilweise und vorübergehend. Trennungen größeren Ausmaßes liegen natürlich nicht im Bereich des Unmöglichen, aber sie sind außerordentlich selten.
Es gibt jedoch eine Ausnahmesituation, in der angeblich ein sehr hoher Grad an Trennung des Ätherkörpers und des physischen Körpers stattfindet. Während spezieller Einweihungen – als Teil der esoterischen Ausbildung in alten Mysterienschulen – wurden die Aspiranten für eine gewisse Zeitdauer in todesähnliche Trance versetzt (klassischerweise drei Tage lang), während der sie auf Reisen in spirituelle Welten geführt wurden. Nach Vollendung der Drei-Tages-Reise wurden die Aspiranten in ihre Körper zurückgerufen. Aufgrund dessen, was sie in dieser Zeit gesehen hatten, wurden sie als Eingeweihte bezeichnet.
Von außergewöhnlichen Umständen dieser Art jedoch abgesehen, pflegen sich der physische Körper und der Ätherkörper während des Lebens niemals zu trennen. Nur nach dem physischen Tod (infolge der endgültigen Abreise des Astralkörpers und des Ego) beginnt sich der Ätherkörper in der ätherischen Welt aufzulösen, wobei er den physischen Körper verlässt, der zu verwesen beginnt. So ist nach dem Tod die Bestimmung dieser zwei Hüllen ziemlich ähnlich; jede von ihnen löst sich auf und wird von ihrer Umgebung absorbiert. Der physische Körper löst sich in der physischen Welt auf, während der Ätherkörper in die ätherische Welt zurückkehrt.
Genauso, wie sich der physische Körper und der Ätherkörper unter normalen Umständen niemals trennen, so sind der Astralkörper und das Ego auf komplizierte Weise ineinander verwoben. Wenn man das Thema von einem erfahrungsmäßigen Standpunkt aus betrachtet, entspricht dies der Tatsache, dass die meisten Personen nicht in der Lage sind, zwischen ihrem Höheren Selbst und ihren Gedanken zu unterscheiden. Das Ego oder das Höhere Selbst ist die Schicht des Selbst-Gewahrseins. Der Astralkörper ist die Schicht des Verstandesbewusstseins, d.h. der Gedanken und reaktiven Emotionen – und der Astralkörper umgibt das Ego wie ein Spinnennetz. Daher können Menschen, wenn sie ihre Augen schließen und versuchen ruhig zu werden, zu ihrem Selbst keinen Kontakt herstellen, sie sind unfähig etwas anderes außer Gedanken zu empfangen. Die fortwährenden Bewegungen innerhalb ihrer Astralkörper werden in dauernde geistige Aktivität übersetzt, die wie ein Schirm wirkt, der das Selbst verdeckt.
Hinsichtlich der feinstofflichen Körper kann spirituelle Entwicklung daher als Prozess gesehen werden, der zum Ziel hat, den Astralkörper vom Ego zu trennen, damit man des Selbst gewahr werden kann. Mit anderen Worten: Um das Selbst zu finden, muss man es aus dem Gewirr des Astralkörpers befreien. Oder, um ein vielzitiertes Beispiel aus der indischen Tradition zu nehmen: Solange Selbstverwirklichung nicht erreicht wurde, bleiben Selbst und Astralkörper vermischt wie Milch und Wasser in einem Glas.
Soweit es die üblichen Lebensumstände betrifft, ist es möglich, die vier Träger in zwei Gruppen zu teilen: in einen ›unteren Komplex‹, der aus dem physischen Körper und dem Ätherkörper besteht und in einen ›oberen Komplex‹, der sich aus dem Astralkörper und dem Ego zusammensetzt.

4.2 Schlaf, Tod und der Astralkörper:

Um einige der Schlüsselmechanismen zu verstehen, die sich auf Wesenheiten beziehen, ist es wesentlich, ein klares Bild davon zu bekommen, was dem Astralkörper während des Schlafes und nach dem Tod widerfährt. Die augenfälligste Tatsache beim Schlaf ist, dass er von einem Verlust des Bewusstseins begleitet wird. Das Bewusstsein entspricht den beiden oberen Bestandteilen: dem Astralkörper (Verstandesbewusstsein) und dem Ego (Selbst-Gewahrsein). In Begriffen der feinstofflichen Körper ausgedrückt, verlieren der Astralkörper und das Ego während des Schlafes ihr Interesse am physischen und am Ätherkörper und richten ihre Aktivitäten auf andere Sphären und Räume. In Wirklichkeit geht das Bewusstsein während des Schlafes nicht verloren, es ist einfach anderswohin ausgerichtet.
Während des Wachzustandes ist der obere Komplex (Astralkörper und Ego) mit dem unteren Komplex (dem physischen Körper und Ätherkörper) verbunden und kann dadurch die physische Welt wahrnehmen. Während des Schlafes wird der obere Komplex vom unteren abgetrennt und richtet seine Aktivität auf die astralen Welten.
Es sollte klar sein, dass die facettenreiche Realität von Schlaf und Traum durch solch einfache Diagramme lediglich grob umrissen werden kann. Verschiedene andere Mechanismen finden gleichzeitig statt. Es kann verschiedene Grade der Abtrennung zwischen dem oberen und dem unteren Komplex geben, was von der Tiefe des Schlafs und dem Niveau der individuellen Entwicklung der jeweiligen Person abhängt. Trennungen können auch zwischen den verschiedenen Unterschichten des Astralkörper stattfinden. Kurz gesagt: eine Landkarte kann keine volle Beschreibung eines Landes liefern.
Hinsichtlich der feinstofflichen Körper sind die Vorgänge, die mit dem Tod zu tun haben eine Ausweitung jener Mechanismen, die während des Schlafes stattfinden. Während des Schlafes findet eine vorübergehende Trennung des oberen Komplexes und des unteren Komplexes statt. Beim Tode ereignet sich die endgültige Trennung. Astralkörper und Ego trennen sich ab und geben den physischen Körper und den Ätherkörper frei. Wie beim Schlaf geht das Bewusstsein (das in unserem System dem Astralkörper und dem Ego entspricht) nicht verloren, es ist einfach ganz woanders. Anstatt mit der physischen Welt verbunden zu sein, beginnt es in die astralen Welten zu reisen und dann in die Welten des Geistes.

4.3 Funktionen und Strukturen in den feinstofflichen Körpern

Kurz nach dem Tod, vor dem Aufbruch in die astralen Welten, findet ein wesentlicher Prozess statt: das Zersplittern des Astralkörpers. Der Astralkörper zerfällt buchstäblich in Stücke, so, wie sich im chinesischen Modell die Po und die Hun trennen. Um diesen Prozess, der eine Schlüsselrolle bei der Entstehung zahlreicher Wesenheiten spielt, zu verstehen, verwenden wir noch etwas mehr Zeit darauf, die Struktur des Astralkörpers zu untersuchen.
Das Konzept der feinstofflichen Körper lädt uns dazu ein, die Art und Weise neu zu überdenken, in der wir verschiedene Funktionen, wie Denken, Fühlen und das emotionale Reagieren betrachten, die wir von früh bis spät entfalten. Von einem konventionellen Gesichtspunkt aus gibt es nichts Abstrakteres und Unbegreifbareres als einen Gedanken. Aus dem Blickwinkel der feinstofflichen Körper handelt es sich bei einem Gedanken um eine greifbare Form, die aus astraler Materie besteht. Ein Gedanke kann gesehen und sogar gespürt, ›ertastet‹, werden, vorausgesetzt, dass das entsprechende nicht-physische Wahrnehmungsorgan (das dritte Auge) entwickelt wurde. Aus dieser Perspektive zeigt die Tatsache, dass die meisten Leute ihre Gedanken für abstrakt und substanzlos halten, nur ihre Unfähigkeit, jenseits der physischen Sphäre wahrzunehmen.
Die Lehre von den feinstofflichen Körpern führt uns dazu, alles in Begriffen von Struktur und Materie zu betrachten; nicht nur physischer Materie, sondern auch feinstofflicher Materie, die ätherische und astrale Substanz umfasst sowie einen großen Bereich von noch feineren nicht-physischen Substanzen. Dieser Fokus auf Materie macht das System der feinstofflichen Körper zum Grundstein der inneren Alchemie, weil Alchemie grundsätzlich die Kunst ist, den Schwingungsbereich der Materie zu steigern. Innere Alchemie ist eine Form der Selbst-Transformationsarbeit, durch die man der feineren Frequenzen der Materie hinter allen Funktionen – ob nun physiologischer, psychologischer oder spiritueller Natur – gewahr wird.
Daher ist Leben unter dem Gesichtspunkt der feinstofflichen Körper kein abstraktes Prinzip, sondern die wesentliche Qualität der ätherischen Materie. Leben ist die Funktion und ätherische Materie ist die Struktur. Auf ähnliche Weise (auf einer höheren Oktave) kann das ganze Spektrum psychologischer Funktionen jeweils als Form oder Welle im Astralkörper angesehen werden. Was nehmen wir üblicherweise wahr, wenn wir eine Emotion erleben? Wir nehmen die Emotion an sich wahr, das ist Wut, Enttäuschung, Schreck und so weiter und wir nehmen auch verschiedene physische Änderungen, die die Emotion begleiten, wahr, wie z.B. Muskelspannung und schnelleren Herzschlag. Diese physiologischen Reaktionen sind offensichtlich die Folgen der Emotion.
Menschen begreifen für gewöhnlich nicht, dass die Emotion selbst eine Konsequenz darstellt. Die Emotionen, die Personen spüren, sind nicht ›ursprüngliche Emotionen‹, das heißt keine Wellen in ihren Astralkörper, sondern der physische Widerhall dieser Wellen. Die Emotion beginnt zuerst im Astralkörper und hallt dann als Echo im Nervensystem des physischen Körpers wider. Wenn Leute Emotionen erfahren, dann nehmen sie diesen physischen Widerhall wahr, nicht die ursprüngliche astrale Welle. Dieses Modell, welches insgesamt Platons Höhlengleichnis sehr ähnlich ist, gibt Aufschluss darüber, weshalb die meisten Menschen unfähig sind, mit ihren Emotionen umzugehen: sie nehmen ihre Emotionen einfach nicht wahr! Sie leben in einer Welt der Wirkungen und Konsequenzen – wenn nicht sogar in einer Welt der Schatten –, ohne irgendeinen Zugriff auf die wirklichen Ursachen ihrer inneren Bewegungen zu haben. Solange wir mit Konsequenzen und nicht mit Ursprüngen arbeiten, ist keine wahrhaftige Transformation möglich.
Wir sollten uns diesen Prozess des Widerhalls stets in Erinnerung rufen, wenn wir versuchen, den Astralkörper zu verstehen. Der Astralkörper ist die Schicht der Gedanken und Emotionen, der ›wirklichen‹ Gedanken und Emotionen, nicht derjenigen, die Menschen für gewöhnlich wahrnehmen. Was Menschen üblicherweise wahrnehmen, sind lediglich widerhallende Gedanken und Emotionen, das bedeutet: die Reflektion astraler Formen in ihrem Nervensystem. Wenn der Astralkörper die Schicht des geistigen Bewusstseins ist, so ist das, was Menschen während ihres gewöhnlichen Wachzustands wahrnehmen, nicht Verstandesbewusstsein, sondern ›physisches Verstandesbewusstsein‹, das heißt eine physische Reflektion des astralen geistigen Bewusstseins.

Es ist wichtig, über diesen Reflektionsprozess nachzudenken, weil in der Reflektion einige wichtige Verzerrungen stattfinden. Eine sehr augenfällige Verzerrung ist, dass der Astralkörper ein riesiges Lagerhaus an latenten Emotionen und Erinnerungen ist, während das physische Verstandesbewusstsein nur ein paar Gedanken und Emotionen auf einmal empfangen kann. Anders ausgedrückt reflektiert das physische Verstandesbewusstsein nur minimale Teile dessen, was im Astralkörper gespeichert ist.
Vom physischen Verstandesbewusstsein aus gesehen ist der Astralkörper wie ein Kaleidoskop, das ununterbrochen wechselnde Muster an Gedanken und Emotionen präsentiert, daher der dauernde Wechsel der Stimmungen und Gedanken bei den meisten Menschen. Aus der Sicht der Lehre von den feinstofflichen Körpern ist es leicht verständlich, weshalb es möglich ist, sich ohne äußeren Anlass plötzlich sehr glücklich oder sehr unglücklich zu fühlen. Der Kaleidoskop-Effekt ist derart, dass das physische Verstandesbewusstsein oft von einem Bereich des Astralkörpers zu einem anderen umgeleitet wird und deshalb total verschiedenartige Emotionen reflektiert.
Einige Leute sind tatsächlich sehr gut darin, diesen Effekt zu manipulieren. Wenn sie von einer gewissen Emotion oder Begierde gestört werden, schalten sie einfach ab. Sie drehen das Kaleidoskop und leiten ihr physisch-geistiges Bewusstsein in einen anderen Teil ihres Astralkörpers und vergessen das Problem. Tatsächlich tut die große Mehrheit derjenigen Personen, die von sich behaupten, dass sie ihre Begierden und Emotionen ›umwandeln‹ können, nichts anderes als einfach abzuschalten. Anstatt sie in Augenschein zu nehmen, unterbrechen sie einfach jede Verbindung zu ihnen, indem sie ihr physisches Verstandesbewusstsein in einen anderen, weniger belastenden Bereich ihres Astralkörpers umleiten. In Wirklichkeit hat dieses Vorgehen nichts mit Umwandlung zu tun, es handelt sich schlicht und einfach um Unterdrückung oder ›Verdrängung‹. Die Begierde oder Emotion bleibt unverändert in irgendeinem dunklen Winkel des Astralkörpers und wird durch die Unterdrückung wahrscheinlich noch verstärkt.
Solange man lebt, findet bewusstes Dasein hauptsächlich im physischen Bereich statt. Das bedeutet, dass wir uns lediglich des physischen Verstandesbewusstseins gewahr sind und dass zahlreiche verborgene Aspekte des Astralkörpers sich nur durch Träume oder unbewusste Vorgänge manifestieren. Zum Zeitpunkt des Todes jedoch stellt das physische Nervensystem sein Funktionieren ein. Die Fassade des physisch-geistigen Bewusstseins bricht daher zusammen und die bewusste Existenz wird in astrale Sphären projiziert. Sobald sie ihre beiden unteren Träger (den physischen Körper und den Ätherkörper) verloren haben, ziehen die Verstorbenen mit ihren Astralkörpern und ihren Egos durch die astralen Welten. Nun können sie nicht länger schwindeln, sie müssen sich dem Astralkörper vollumfänglich mit all seinen Eigenschaften stellen.
In der Praxis bedeutet das, dass alle Arten von unterdrückten Begierden und latenten Emotionen in das Bewusstsein des Verstorbenen strömen. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Personen, die sich einbildeten, sie hätten ihre Emotionen umgewandelt, zu der bitteren Einsicht kommen, dass sie in Wirklichkeit niemals mit ihnen gearbeitet haben, und dass sie ihre Emotionen durch Unterdrückung sogar noch verstärkt haben. Latente Emotionen und Begierden werden plötzlich augenfällig. Sie erscheinen vor dem Verstorbenen als ungestüme und schikanöse Gebilde. Sie machen die Erfahrung eines großen Schmerzes, indem sie brennendes Verlangen nach Dingen empfinden, die sie nicht mehr haben können. Viele esoterische Schulen sehen diese Phase der Reinigung des Astralkörpers als das Fegefeuer an, von dem in religiösen Schriften die Rede ist. Beachten Sie, dass wir mit diesem Ansatz weit entfernt vom Klischee der ewigen Hölle sind, die von kleinen Dämonen bewohnt werden, welche die Verstorbenen bestrafen. Zum Ersten ist die Phase der Reinigung vorübergehend, und sobald der Reinigungsprozess abgeschlossen ist, setzen die Verstorbenen ihre Reise in die freudvollen Welten des Geistes fort. Zweitens werden die Toten von nichts anderem als von ihren eigenen Begierden und verborgenen Emotionen geplagt. Der Prozess verläuft ganz mechanisch und ist frei von moralischen Bezügen. Kräfte (Emotionen und Begehren) wurden im Astralkörper unterdrückt und zusammengepresst. Sobald die Schale des physischen Verstandesbewusstseins sich zum Zeitpunkt des Todes auflöst, brechen die komprimierten Kräfte wie ein Schachtelteufel heraus.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Reinigungsphase kein Martyrium bedeuten muss. Sie wird nur dann qualvoll, wenn während des Lebens keine Arbeit am Astralkörper unternommen wurde und er vollgestopft ist mit brennenden verborgenen Begierden und Emotionen. Wenn jedoch schon zu Lebzeiten eine Katharsis erreicht wurde, wenn eine systematisch betriebene Selbsttransformation, die eine Erforschung der Emotionen einschließt, erfolgreich durchgeführt wurde, wird die Phase der Reinigung schnell und untraumatisch verlaufen. Wurde eine gewisse Ebene der Transformation erreicht, ist außerdem einfach gar keine weitere Reinigungsphase nach dem Tod erforderlich. Astrale Komplexe wurden bereits aufgearbeitet, und daher ist der Übergang in die Welten des Geistes sanft und ungehindert.
Im Sanskrit lautet die Bezeichnung für die verborgenen Tendenzen des Astralkörper ›Samskara‹.17

17 Eine systematische Analyse der Mechanismen der Samskaras und Wege, mit ihnen umzugehen, bilden das zentrale Thema von Rückführung in frühere Leben – eine Therapie für Freiheit im Hier und Jetzt vom gleichen Verfasser.

4.4 Auf der astralen Ebene bist du keine Person, sondern eine Horde

Eine weitere starke Verzerrung, die der Reflektion des Verstandesbewusstseins des Astralkörpers in das physische Verstandesbewusstsein entspringt, besteht darin, dass das Letztere ein falsches Gefühl der Einheit vortäuscht. Die meisten Menschen neigen dazu, sich selbst für eine Person zu halten, mit ihren Zu- und Abneigungen, ihren Begierden und Ängsten und ihren verschiedenartigen Emotionen. Jedoch beruht dieser Eindruck, eine einzige Person zu sein, nicht auf einer Wahrnehmung ihres wahren Selbst, dessen sie sich für gewöhnlich nicht gewahr sind, denn um das Selbst zu finden, bedarf es einer langen Bemühung. Für die meisten Leute bedeutet Selbstwahrnehmung in Wirklichkeit die Wahrnehmung ihres Astralkörpers oder präziser die Wahrnehmung der Widerspiegelung des Astralkörpers in ihrem physischen Verstandesbewusstsein.
Dabei tritt ein großes Missverständnis auf. Wenn sie ihre Astralkörper so sehen könnten, wie sie wirklich sind, dann würden sie nicht eine Person, sondern viele Personen sehen, die wir als Persönlichkeitsteile oder Charaktere bezeichnen können. Das Wort ›Persönlichkeitsteile‹ kann irreführend wirken, da es die Idee einer einzigen Persönlichkeit suggeriert, die sich in verschiedene Bestandteile verzweigt. In Wirklichkeit handelt es sich bei diesen Persönlichkeitsteilen eher um eine Horde von Personen, die wenn überhaupt, dann nur sehr wenig miteinander zu tun haben. Sie verhalten sich nicht wie die verschiedenen Provinzen, die zusammen einen Staat ausmachen, sondern mehr wie Vögel verschiedener Arten, die künstlich in einem Käfig zusammen gehalten werden und die die ganze Zeit konkurrieren und gegeneinander kämpfen.
Bei einem derartigen Charakter mag es sich um einen Liebhaber des Schönen und der Künste handeln, den ein Museumsbesuch oder der Anblick einer pittoresken Landschaft in Ekstase versetzen kann. Ein anderer Charakter mag machthungrig sein und dich dazu treiben, bei der Arbeit Überstunden zu machen und jede günstige Gelegenheit zu nützen, um deinen Ehrgeiz zu befriedigen. Ein weiterer Charakter könnte ein Einsiedler sein, der sich nach ›spiritueller‹ Abgeschiedenheit in einem Kloster sehnt. Doch ein weiterer Charakter liebt leidenschaftlich Sex und würde sich in einem Kloster total unterdrückt fühlen. Jeder Charakter hat seine eigenen Sehnsüchte und Abneigungen und zielt darauf ab, die Kontrolle über das Leben der Person zu übernehmen.
Von einer strukturellen Warte aus gesehen – von der Lehre von den feinstofflichen Körpern her – entspricht diese Vielfalt an Charakteren einem Mosaik astraler Teile. Der Astralkörper besteht aus ›Stücken‹, er verfügt über keine richtige Einheit. Im antiken Griechenland hatte das Wort ›Charakter‹ die Bedeutung von ›Stempel‹, einem Zeichen, das eingraviert, aufgedrückt wurde. Jeder Charakter ist einem speziellen Teil des Astralkörper eingeprägt, und es besteht kaum Kommunikation und noch weniger Zusammenhalt zwischen den verschiedenen ›Stücken‹.
Wenn Sie sich z.B. dafür entscheiden, Buchhaltung und Japanisch zu lernen, um den machthungrigen Charakter in Ihnen zu stärken, so sind die Informationen, die Sie sich einprägen, in Ihrem Astralkörper in einem Bereich gespeichert, der sich auf diesen Charakter bezieht. Wenn Sie lernen, Oboe zu spielen und Ihre Ferien in Florenz verbringen, wird die Lebenserfahrung, die aus dem Besuch all der Museen und aus den musikalischen Aktivitäten herrührt, in einem Teil gespeichert, der mit dem Liebhaber-des-Schönen-Bereich in Ihrem Astralkörper zu tun hat, und so weiter. Sie mögen annehmen, dass es sich um ein- und dieselbe Person handelt, die Buchhaltung lernt und italienische Museen besucht, aber das ist reine Illusion. In Wirklichkeit handelt es sich um zwei verschiedene Personen, die in Ihrer astralen Umgebung zusammenleben. Es ist einzig die Tatsache, dass diese zwei Personen im gleichen physischen Verstandesbewusstsein widergespiegelt werden, die die Illusion erzeugt, eine einzelne Person zu sein. Auf der astralen Ebene sind Sie keine Person, sondern eine Horde.
Einigen Menschen gelingt es, im Leben ganz erfolgreich zu sein, indem sie einen speziellen Charakter auf Kosten aller anderen Charaktere entwickeln. Einer ihrer Charaktere zwingt seine eigenen Begierden den anderen auf und regiert wie ein Diktator, und das ganze Leben dieser Menschen nimmt die Richtung an, die dieser dominante Charakter vorgibt. Wenn z.B. der machthungrige Charakter die Kontrolle übernimmt, dann gibt es keine Ferien mehr, die in europäische Museen führen und es existieren keine Pläne für klösterliche Klausuren – nur noch Arbeit. Je mehr Erfolg der jeweilige Charakter hat, desto mehr kann er seine Position verstärken und konsolidieren. Von außen betrachtet, wirken solche Menschen zentriert und klar ausgerichtet; sie scheinen genau zu wissen, was sie wollen und sie benutzen all ihre inneren Ressourcen, um es zu bekommen. Jedoch auf der Ebene der feinstofflichen Körper bedeutet das nicht, dass eine Einheit erreicht wurde. Der Astralkörper ist noch immer ein Mosaik von Stücken. Ein spezielles astrales Teil hat im Vergleich zu den anderen überproportionales Wachstum erfahren. Die restlichen Teile sind nicht in Harmonie mit dem diktatorischen Teil; sie werden einfach unterdrückt und ausgehungert.
Wenn es einen Regenten gibt, der die Horde der Charaktere harmonisieren und einigen kann, dann ist es das Ego (oder Höhere Selbst). Je stärker das Ego wie eine Sonne im Zentrum der Schwerkraft des Astralkörpers strahlt, desto mehr beginnen die verschiedenen Charaktere, es zu umkreisen. Anstatt nur zu arbeiten, um jeweils ihre eigennützigen Bedürfnisse und Begierden zu befriedigen, beginnen die Charaktere die Zwecke und das Licht des Geistes zu manifestieren. Anstatt nur auf den Erfolg ihrer eigenen Bestrebungen bedacht zu sein, fangen sie an, die Arbeit des Höheren Selbst zu verrichten. Dieser Prozess geht auch mit strukturellen Veränderungen im Astralkörper einher. Die Enthüllung des Selbst setzt einen Prozess der Einigung in Gang. Langsam entwickelt sich ein neuer Astralkörper. In diesem neuen oder transformierten Astralkörper werden die verschiedenen Teile vom Licht des Selbst durchdrungen. Daher sind sie nicht nur rund um das Selbst vereint, sondern auch dauerhaft daran gebunden.
Diese Überlegungen zu den feinstofflichen Körpern führen uns dazu, zwei Arten der Einheit in einem menschlichen Wesen zu unterscheiden. Bei der einen handelt es sich um Täuschung – nicht mehr als eine Erscheinung –, nämlich die Illusion, ›eine Person‹ zu sein, weil der facettenreiche Astralkörper in einem physisch-geistigen Bewusstsein gespiegelt wird. Der andere ist die wahre Einheit, die sich graduell mit der Verwirklichung des Selbst vollzieht und die Durchdringung aller Teile des Astralkörpers mit dem Licht des Selbst.
Wenn man Begriffe der Hermetik verwendet, so steht die Sonne für das Ego. Das der Sonne zugeordnete Metall ist Gold. Die alchemistische Arbeit, Metalle in Gold zu verwandeln, kann mit der Durchdringung und Vereinigung des Astralkörpers (und später aller anderen Körper) durch das Licht des Ego verglichen werden.

4.5 Die Zerbrechen des Astralkörpers während des Todes:

Was geschieht beim Tod? Eine endgültige Trennung des Oberen Komplexes (Astralkörper und Ego) vom Unteren Komplex (physischer Körper und Ätherkörper) findet statt. Der Ätherkörper löst sich im universalen Äther auf. Auf ähnliche Weise beginnt der physische Körper zu verwesen.
Das Nervensystem – und daher auch das physische Verstandesbewusstsein – stellt seine Arbeit ein. Und mit dem Ende des physischen Verstandesbewusstseins kommt auch das Ende der Illusion, eine einzelne Person zu sein. Die Verstorbenen erkennen plötzlich ihre wahre astrale Natur – eine Horde von Charakteren zu sein. Die illusorische Hülle des physischen Verstandesbewusstseins existiert nicht länger, um die astralen Teile künstlich zusammenzuhalten. Der einzige Kitt, der übrigbleibt, um die astralen Teile zusammenzuhalten, ist das Ego. Die einzigen astralen Teile, die daher beieinander bleiben können, sind diejenigen, die zu Lebzeiten vom Licht des Ego durchdrungen worden sind. Bei den meisten Menschen sind das nicht viele, weil sie darauf vergessen haben, nach ihrem Selbst zu suchen. Als sie noch lebten, verblieb ihr Selbst wie eine schlafende Prinzessin im Hintergrund ihrer Persönlichkeit – oder besser: im Hintergrund ihrer Horde von Persönlichkeiten. Ihr Selbst wurde nicht eingeladen, am Leben der Charaktere teilzunehmen und die alchemistische Hochzeit zwischen dem Astralkörper und dem Selbst hat nicht stattgefunden. Unerbittlich läutet die Totenglocke: Der größte Teil des Astralkörpers zerfällt in Stücke. Das Mosaik der astralen Teile zerbröckelt zu astralem Staub und in Fragmente, die im astralen Raum davontreiben.
Diese Zersplitterung des Astralkörpers nach dem Tode ist eine wahrhaft dramatische Erfahrung: Hier treiben Sie im astralen Raum und werden nach und nach Ihrer astralen Substanz entkleidet. Sie sehen den Teil von sich, der Japanisch sprechen konnte, hinunterfallen und in der einen Richtung davontreiben. Dann bemerken Sie, wie der Teil von Ihnen, der gerne Oboe spielte, Sie verlässt und woanders hin treibt. Und dann fällt der Teil von Ihnen, der Sex leidenschaftlich mochte, heraus und verschwindet in einer anderen Richtung. All diese Teile sind wie Glieder Ihres Astralkörpers, die abfallen und im Raum treiben. Abgesehen von diesen Hauptfragmenten zerfällt ein bemerkenswerter Bruchteil Ihrer selbst einfach zu Staub, der sich über den allgemeinen Astralraum verteilt.
Warum zerbröckeln gewisse Teile, während andere mehr oder weniger intakt bleiben und als astrale Fragmente im Raum treiben? Das hat mit dem Aufbau und der Kristallisation der zusammenhängenden Charaktere zu tun, das heißt, mit der Intensität, mit der sie in die astrale Substanz eingeprägt waren. Wenn du zum Beispiel eines schönen Tages daran dachtest, Klavier spielen zu lernen und dann eines kauftest und ein paar Wochen lang gelegentlich versuchtest, darauf zu spielen, bevor du es wieder aufgegeben hast, dann ist die damit zusammenhängende Einprägung in deine feinstofflichen Körper schwach. Mit der Zersplitterung des Astralkörpers nach dem Tode löst sich der ›Pianisten-Teil‹ sofort auf und fällt in den undifferenzierten astralen Staub zurück. Wenn du dich hingegen jahrelang danach gesehnt hast, Besitzer eines Klaviers zu werden und hart gearbeitet hast, um eines zu erwerben und das Klavierspiel dann leidenschaftlich praktiziertest – oder wenn du im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspielen begonnen und das Instrument täglich stundenlang bearbeitet hast, ist die Situation eine ganz andere. Deine Entscheidung und deine Intensität haben in der astralen Substanz eine tiefe Einprägung geschaffen. Ein strukturiertes, zusammenhängendes und kristallisiertes astrales Fragment ist erschaffen worden. Nach dem Tod wird dieses Fragment, wenn es von dir getrennt wird, nicht in den astralen Staub fallen. Es wird als das astrale Fragment eines Pianisten erhalten bleiben und im Raum treiben.
Aus dem eben Gesagten wird verständlich, dass bestimmte Emotionen und Verhaltensmuster dazu führen, Fragmente zu schaffen, die stärker zusammenhängen und widerstandsfähiger sind als andere. Die Hauptkriterien für die Kristallisation sind Wiederholung und Intensität. Alles, was sich auf grundlegende Lebensfunktionen wie z.B. Sex und Ernährung bezieht oder auf Süchte aller Art, führt zu wiederholter und intensiver Aktivierung bestimmter Teile des Astralkörpers. Diese tiefen astralen Einprägungen tendieren dazu, nach dem Tod als feste, zusammenhängende Fragmente zu verbleiben.
Nehmen Sie an, Sie seien ein Alkoholiker oder ein Heroinsüchtiger. Nach Ihrem Tode kann der Teil Ihres Astralkörpers, der drogensüchtig war, sehr wohl der allgemeinen astralen Auflösung entgehen. Je intensiver die Sucht ist, desto solider und widerstandsfähiger wird das zurückbleibende astrale Fragment sein. Oder wenn es sich bei Ihnen um eine Person handelt, die nicht ohne Sex leben konnte (und das sind heutzutage sehr viele Menschen), dann ist es nicht so, dass die damit verbundene Sehnsucht nach dem Tod in Ihrem Astralkörper erlischt. Das astrale Fragment oder die Fragmente, die sich auf Ihre Sexualität beziehen, fallen von Ihrer Struktur ab, werden sich jedoch weiterhin nach Sex sehnen, während sie im Raum dahintreiben.
Wie wir oben erörtert haben, verhält es sich so, dass starke Begierden, die zu Lebzeiten unterdrückt und tief im Astralkörper begraben wurden, zum Zeitpunkt des Todes wie ein Schachtelmännchen wieder in Erscheinung treten. Infolgedessen sind es nicht nur Menschen mit ausschweifendem Lebenswandel, Alkoholiker und Drogensüchtige, die Fragmente mit höchst gewalttätigen Begierden und Leidenschaften freisetzen, sondern auch viele sogenannte ›gute‹ Menschen, deren Leben sich darauf gründete, ihre Begierden zu unterdrücken. Etwas wundervolles am Tod liegt darin, dass man ihm gegenüber nicht schummeln kann. Wenn sie sterben, verlieren die Individuen ihre Fassade, und ihr weiteres Schicksal hängt davon ab, was sie in Wahrheit sind, und nicht von irgendeinem Anschein, den sie vielleicht zeit ihres Lebens aufrecht erhalten haben.
Natürlich haben nicht alle astralen Fragmente, die nach dem Tod freigesetzt werden, mit Sexualität, Nahrung oder Sucht zu tun. Jede starke geistige oder emotionale Disposition kann ein Fragment erschaffen, ist es doch die astrale Intensität, die die astralen Teile kristallisiert. Werfen Sie einen gründlichen Blick auf die ›astralen Intensitäten‹ (Emotionen, Begierden usw.) der Personen, mit denen Sie zu tun haben, und Sie werden ganz leicht herausfinden, was die damit in Beziehung stehenden Fragmente nach dem Tod für Bedürfnisse haben werden.
Wenn wir zusammenfassend das allgemeine Schicksal des Astralkörpers nach dem Tod ansehen, können wir drei Teile unterscheiden:


4.6 Ein kleiner Exkurs über Reinkarnation

Das Zerbrechen des Astralkörpers nach dem Tod stimmt mit der Tatsache überein, dass die große Mehrheit der Menschen unter normalen Umständen unfähig ist, sich an ihre vergangenen Leben zu erinnern. Wenn man gestorben ist, gehen die meisten Erinnerungen in Fragmenten oder Staub verloren. Was wiedergeboren wird, ist das Ego mit den wenigen Fetzen des Astralkörpers, die – dem Ego anhaftend – übrig geblieben sind. Bevor es in einem neuen physischen Körper inkarniert, wird das Ego frische astrale Materie um sich versammeln, um einen neuen Astralkörper zu erschaffen.
Eine Erinnerung bleibt im Ego erhalten sowie in den wenigen astralen Teilen aus dem vergangenen Leben, die es geschafft haben, am Ego haften zu bleiben. Die meisten Menschen werden es jedoch im darauf folgenden Leben nicht schaffen, Zugang zu diesen Erinnerungen zu bekommen. Abgesehen von einigen wenigen außergewöhnlichen Fällen gelingt es nur durch Arbeit an sich selbst, dass man tief genug gelangt, um das Gewahrsein des Ego und der Erinnerungen in seiner engeren Umgebung zu erreichen. Ansonsten ist man sich nur der oberflächlichen Teile des Astralkörpers bewusst – das sind jene, die kurz vor der Inkarnation gesammelt und im neuen Leben entwickelt wurden.
Wenn nun die meisten unserer Charaktere nach dem Tod als Fragmente abfallen, so stellt sich die Frage, weshalb wir so zahlreiche Charaktere von einer Inkarnation in die nächste transportieren? Strukturell betrachtet, wird ein Charakter einem Stück des Astralkörpers eingeprägt. Der Charakter entwickelt sich nach und nach, indem die Eindrücke von immer mehr Lebenserfahrungen einem zentralen Kern hinzugefügt werden. Auf eine sehr vereinfachende Weise können wir einen Charakter verbildlichen, indem wir uns einen zentralen Kern vorstellen, der nahe am Ego existiert und aus zusammengeballter astraler Materie besteht.

Beim Tode fallen die Fragmente ab, während der Charakterkern dem Selbst anhaftet, mit gewissen intensiven Eindrücken, die in diesem Leben gesammelt wurden. In der darauffolgenden Existenz beginnt der Kern des Charakters einen vollen Charakter um sich her zu erschaffen, wenn die Lebensumstände dies gestatten. Dies trifft für alle Charaktere zu.
Natürlich werden diese Sachverhalte hier lediglich stark vereinfacht wiedergegeben. In Wirklichkeit spielen zahlreiche andere subtile Mechanismen eine Rolle bei der faszinierenden Reise, die vom Tod zu einer neuen Geburt führt.

Kapitel 5: Fragmente (Fortsetzung)

5.1 Astrale Fragmente

Wenn wir mit der Beschreibung der Zersplitterung des Astralkörpers nach dem Tod weiter fortfahren, besteht der nächste Schritt darin zu verstehen, was mit den astralen Fragmenten nach ihrer Freisetzung passiert. Der wichtigste Hinweis dabei liegt darin, dass eine Anzahl dieser Fragmente mit einer starken Dynamik ausgestattet sind.
Nehmen wir als Beispiel einen Teil des Astralkörpers, der mit sexuellen Aktivitäten zu tun hatte. Nach dem Tod bricht das astrale Stück weg und wird zu einem Fragment, das weiterhin Sex haben möchte. Es kümmert sich nicht darum, dass Sie tot sind. Es weiß nicht einmal, dass Sie tot sind. Solange Sie am Leben waren, war es sich kaum Ihrer anderen Teile bewusst. Wir erinnern uns daran, dass in Wirklichkeit sehr wenig Kommunikation zwischen den verschiedenen Teilen des Astralkörpers stattfindet. Es kann auch sein, dass die Hauptaktivität der anderen Teile darin bestand, das sexuelle Begehren zu begrenzen und zu unterdrücken. Das sexuell orientierte astrale Fragment befindet sich aktuell in einer Lage, in der es einerseits nicht mehr unterdrückt wird, aber andererseits auch nicht befriedigt wird, weil es durch Sie keinen Sex mehr genießen kann, weil es keinen physischen Körper mehr gibt. Daher treibt dieses Fragment im astralen Raum umher, nicht unterdrückt zwar, doch zugleich einem starken Bedürfnis nach Befriedigung unterworfen.
Dasselbe widerfährt dem Pianisten-Fragment. Alles, was es will, ist Klavierspielen, aber es existiert kein Klavier mehr und es gibt keine Hände mehr, mit deren Hilfe man spielen könnte. Das Fragment wandert im astralen Raum umher und hält nach etwas Ausschau, das sein Bedürfnis befriedigen könnte. Derselbe Mechanismus kann auf alle Fragmente ausgedehnt werden: jedes sehnt sich nach dem, was es gekannt und genossen hat während Sie am Leben waren. Jedes Fragment wandert im Raum umher und hält nach jener Befriedigung Ausschau, die ihm durch die lebende Person nicht mehr erfüllt werden kann.
Nehmen Sie einmal an, dass es einen Teil Ihrer selbst gibt, der intensiv dem Biergenuss frönt. Nach Ihrem Tod treibt das entsprechende astrale Fragment im Raum, dessen beraubt was es sich wünscht, doch in verzweifeltem Verlangen nach dem Objekt seiner Begierde. In den astralen Welten zieht Gleiches Gleiches an. Infolgedessen wird das Bier-Trinker-Fragment natürlich von lebenden Personen angezogen, die Alkohol konsumieren. Das Bier-Trinker-Fragment wird zum Beispiel leicht seinen Weg in eine Kneipe finden oder an einen anderen Ort, wo eine Gruppe von Personen am Trinken ist. Während die Leute trinken, findet in deren Astralkörper ein gewisser Kitzel statt. Der Teil von ihnen, der nach Alkohol dürstet, wird aufgeregt und vibriert, sobald die feurige Flüssigkeit ihre Kehlen hinabrinnt. Diese Vibration kann auch weit weg im astralen Raum wahrgenommen werden und zieht das umhertreibende Bier-Trinker-Fragment wie durch eine Art von Magnetismus an.
Sobald das Bier-Trinker-Fragment den trinkenden Personen näher rückt, erkennt es deren Vergnügen und nimmt sogar Anteil daran. In der astralen Schicht sind Dinge und Kräfte nicht so getrennt voneinander, wie dies in der physischen Welt der Fall ist. Zum Beispiel braucht eine Person nicht hellsichtig zu sein, um zu wissen, dass Emotionen von einem Menschen zu einem anderen sogar ohne Worte kommuniziert werden können. Man braucht sich nur in der Nähe einer überängstlichen oder furchtsamen Person aufzuhalten, um dann manchmal selbst dieselbe Emotion zu empfinden. Hinsichtlich der feinstofflichen Körper hat dies mit einer direkten Kommunikation der astralen Welle von Astralkörper zu Astralkörper zu tun. In ähnlicher Weise teilt sich die Vibration des Vergnügens, die durch die Trinker erzeugt wird, dem Bier-Trinker-Fragment durch eine Art von Resonanz mit. Je näher dieses Fragment einem Trinker kommen kann, desto intimer wird es an dessen Genuss-Vibrationen teilhaben.
Beachten Sie, dass es mit diesem Bier-Trinker-Fragment nichts Schlechtes oder Dämonisches auf sich hat. Der Vorgang, der hier beschrieben wird, verläuft ganz mechanisch und hat wenig bis gar nichts mit moralischen Vorstellungen zu tun. Das Fragment wird nicht durch irgendein bewusstes Verlangen nach Schädigung vorangetrieben. Es handelt sich dabei einfach um ein typisches Stück astraler Materie, das endlos zu wiederholen sucht, wozu es konditioniert wurde. Daher wird es naturgemäß versuchen, einem Ort anzuhaften, wo viele Personen Bier trinken oder einer bestimmten einzelnen Person, die viel Bier konsumiert. Nehmen Sie weiter an, dieses Fragment könnte einen Weg finden, eine ständige Residenz in der Nähe oder innerhalb des Astralkörpers eines starken Trinkers zu finden – das wäre aus der Perspektive des Fragments natürlich ideal! Aus der Perspektive der betroffenen Person würde es bedeuten, dass sie sich eine Wesenheit eingefangen hat.
Das ist der erste Typ einer Wesenheit: ein Fragment, das aus dem zersplitterten Astralkörper einer toten Person stammt. Nicht alle Wesenheiten sind Fragmente, wie wir später noch sehen werden; doch bei einen Großteil von ihnen handelt es sich darum.
Ihre Mechanismen sind einfach. Jedes astrale Fragment ist sehr stark in eine bestimmte Richtung polarisiert. Sein gesamtes Verlangen richtet sich auf die Wiederholung dessen, was ihm eingeprägt wurde. Wenn sie im Raum dahintreiben, halten Fragmente Ausschau nach Schwingungen, die ihnen ähnlich und vertraut sind. Infolgedessen werden sie häufig von Plätzen angezogen, an denen der Verstorbene lebte oder arbeitete, und von Angehörigen aus der Familie des Toten. Wenn zum Beispiel ein Mann über Jahre hinaus Liebhaber einer Frau war, scheint es ganz logisch, dass nach seinem Tod sein sexuell geprägtes astrales Fragment oder die entsprechenden Fragmente von gerade dieser selben Frau angezogen werden. Sogar dann, wenn eine derart einfache und direkte Verbindung nicht stattfindet, werden die verschiedenen Fragmente häufig eine Art von vertrauter Schwingung unter den Angehörigen derselben Familie – wie eine einladende Atmosphäre – wiedererkennen. Daraus folgt, dass die näheren Angehörigen einer verstorbenen Person am meisten Gefahr laufen, sich eines der Fragmente einzufangen.
Nehmen wir den Fall einer Mutter, die vorzeitig stirbt und ein kleines Kind hinterlässt. Die Liebe zu einem Kind ist eine der intensivsten Emotionen, deren ein Mann oder eine Frau fähig ist. Diese Liebe involviert daher große Bereiche der elterlichen Astralkörper. Wenn man sich nun in der verzweifelten Lage befindet, sterben zu müssen und das Kind mutter- oder vaterlos zurückzulassen, so kann dies den astralen Einprägungen nur noch Intensität hinzufügen. Wenn daher die Mutter tot und ihr Astralkörper zerbrochen ist, wo sonst sollten die entsprechenden astralen Fragmente hingehen, wenn nicht zu dem Kind?
Natürlich sind Lebensumstände nicht immer derart tragisch. Trotzdem ist es allgemein üblich, dass Eltern oder Großeltern einen hohes Maß an Emotionalität in ihre Kinder bzw. Enkel investieren. Dies macht die Nachkommen speziell anfällig, beim Tod eines Verwandten von einem astralen Fragment des oder der Verstorbenen befallen zu werden, unabhängig davon, in welchem Alter die betreffende Person gestorben ist.

5.2 Eine ätherische Schicht um bestimmte astrale Fragmente

Viele der astralen Fragmente, die nach dem Tod freigesetzt werden, sind tatsächlich von einer Schicht ätherischer Energie umhüllt. Die Zersplitterung des Astralkörpers findet in den Tagen nach dem Tod statt, in denen der Astralkörper noch immer eng mit dem sich auflösenden Ätherkörper liiert ist. Denn nach dem Todeszeitpunkt brechen die Verstorbenen noch nicht sofort nach entlegenen astralen Räumen auf. Sie verweilen ein paar Tage lang in der Nähe ihrer physischen Körper und entschwinden dann nach und nach. Die Auflösung des Ätherkörpers findet nicht gleich in den Stunden statt, die dem Zeitpunkt des Todes folgen; auch dieser Prozess braucht ein paar Tage Zeit. Während daher der physische Körper in den Tagen, die dem Tod folgen, zu verwesen beginnt, beginnt auch der Auflösungsprozess des Ätherkörpers und der Astralkörper zerbricht.
Während des Lebens sind der Ätherkörper und der Astralkörper innig miteinander verwoben. Der Astralkörper durchdringt den Ätherkörper wie eine Hand in einem Handschuh, aber er dehnt sich auch über die Grenzen des Ätherkörpers hinweg aus. Die verschiedenen Teile des Astralkörpers sind mit einem speziellen Bereich des Ätherkörpers verbunden. So hat zum Beispiel der astrale Teil des Pianisten eine enge Verbindung mit der ätherischen Substanz der Hände. Die astralen Teile, die sich auf sexuelles Vergnügen beziehen, haben eine direkte Verbindung mit der ätherischen Substanz der Genitalien usw.
Die Auflösung des Ätherkörpers findet mehr oder weniger gleichzeitig mit dem Zerbrechen des Astralkörper statt. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass astrale Fragmente – einmal freigesetzt – den ätherischen Teil, mit dem sie verbunden waren, um sich sammeln und an sich halten können. Daher kann das astrale Fragment des Pianisten zu den Händen gehörige ätherische Substanz um sich herum behalten und sie mit sich nehmen, wenn es in den Raum hinaus treibt. Ohne das astrale Fragment des Pianisten würde die ätherischen Substanz der Hände einfach zu ätherischem Staub zerfallen. So gesehen fungiert das astrale Fragment als ein Rückgrat, um das herum sich Teile des Ätherkörpers zusammenballen können.
Gemäss diesem Mechanismus werden viele der astralen Fragmente, speziell diejenigen, die über mehr Struktur verfügen, von einer Schicht ätherischer Substanz umhüllt. Dies hat eine Anzahl wichtiger Konsequenzen.
Erstens ›verdichtet‹ die ätherische Substanz das astrale Fragment, sie fügt ihm ›Substanz‹ und Struktur hinzu. Anstatt nur ein astrales Stück zu sein, wird das Fragment ein eher komplexes zweifach geschichtetes ›Ding‹ (ätherisch-astral), mit einem ständigen Austausch, der zwischen beiden Schichten stattfindet. Der zunehmende Grad an Organisation verstärkt das Fragment erheblich. Er trägt zu seinem Zusammenhalt bei und macht es viel widerstandsfähiger.
Zweitens kann das Fragment seine ätherische Umhüllung als eine Art Leim gebrauchen, um sich selbst an Personen oder andere Lebewesen (Pflanzen und Tiere verfügen ebenfalls über einen Ätherkörper) zu heften.
Eine weitere wichtige Konsequenz besteht darin, dass das Fragment seine ätherische Schicht ernähren muss. Der Ätherkörper ist die Schicht der Lebenskraft und muss genährt werden, um überleben zu können. Insgesamt können wir solch ein Fragment demzufolge als eine Art zweifach geschichtete autonome Kreatur ansehen, die über ihre eigenen Begierden und Emotionen verfügt, und ihre eigenen Bewegungen im astralen Raum vollführt. Dennoch sind Fragmente keine voll entwickelten Geschöpfe; sie verfügen nicht über alles, was es braucht, um ein unabhängiges Leben zu beginnen. Speziell die Struktur ihrer Ätherkörper ist derart unzureichend, so dass sie nicht in der Lage sind, sich selbst zu erhalten. Daher sind Fragmente lediglich halb-autonom. Sie sind gezwungen, als Parasiten eines anderen lebendigen Systems zu fungieren, um sich mit Lebenskraft zu versorgen. Das ist auch der Grund, weshalb zahlreiche Klienten, die von einer Wesenheit heimgesucht werden, berichten, dass diese ihre Energie (ab)sauge, von ihrer Lebenskraft zehre usw.
Beachten Sie, dass dieser Mechanismus nicht notwendigerweise bei allen Wesenheiten so abläuft. Wie wir schon oben sagten, handelt es sich nicht bei allen Wesenheiten um Fragmente, die aus den Astralkörper verstorbener Personen stammen. Darüber hinaus verfügen nicht alle astralen Fragmente über eine Ätherhülle um sich herum, und jene, die über eine Ätherschicht verfügen, haben nicht alle dieselben Anforderungen und Bedürfnisse an Lebenskraft.

5.3 Für und Wider der Feuerbestattung

Das Konzept, dass Fragmente verstorbener Personen am Leben bleiben und die Lebenden anzapfen, wird in verschiedenen Kulturen vertreten. In Indien wird zum Beispiel der Brauch, die Körper Verstorbener zu verbrennen, als eine Methode erklärt, um sich solcher Fragmente zu entledigen.18

18 Feuerbestattung ist nicht nur in der hinduistischen Tradition anzutreffen. Die einzige von Homer erwähnte Art, sich der Toten zu entledigen besteht darin, sie zu verbrennen. Man findet die Sitte der Feuerbestattung auch in alten persischen, germanischen und slawischen Kulturen.

Diese Vorstellung mag zunächst widersinnig scheinen, da doch das Feuer scheinbar der physischen Welt angehört und daher den Fragmenten, die aus astraler Substanz bestehen, nichts anhaben zu können scheint. Der indische Standpunkt beruht auf einer anderen Wahrnehmungsweise, welche Feuer nicht nur als physischen Prozess ansieht, sondern auch als einen, der intensive ätherische Kräfte beinhaltet. Wenn man physische Substanzen verbrennt, so verwandeln sich diese nicht nur in Asche, sondern es werden auch die ihnen anhaftenden ätherischen Schichten aufgelöst. Wenn daher ein Leichnam verbrannt wird, so erreicht man dadurch einen gewissen Grad an Reinigung des Ätherkörpers der verstorbenen Person, der sich in eine Art von ätherischem Äquivalent von physischer Asche verwandelt. Eine derartige Zerstörung des Ätherkörpers durch Feuer ist nicht unbedingt vollständig, dennoch pflegt man dem Feuer eine entscheidende reinigende Wirkung zuzuschreiben. Die Fragmente des Astralkörpers können sich nicht mehr mit Teilen des Ätherkörpers umgeben, da dieser mehr oder weniger zu ätherischem Staub zerfallen ist. Die Folge davon ist, dass astrale Fragmente sich nicht mehr verfestigen können. Sie können ihre Struktur nicht mehr durch eine Umhüllung mit astraler Schicht konsolidieren, und dadurch verbleiben sie in einer weitaus schwächeren Verfassung. Dieser Sachverhalt reduziert ihre Chancen ganz erheblich, als zusammenhängende astrale Teile weiterzubestehen, anstatt in undifferenzierten Astralstaub zu zerfallen. Sogar dann, wenn sie ihre astrale Struktur aufrechterhalten können, erschwert ihnen der Verlust ihrer ätherischen Schicht das Anhängen an Lebewesen und nimmt ihnen die Möglichkeit, sich von ihnen parasitär zu ernähren.
Feuerbestattung hat jedoch auch ihre Nachteile. Wenn sie – wie es in Indien der Fall ist – kurz nach dem Ableben praktiziert wird, so hat dies eine höchst traumatische Auswirkung auf die Seelen der Verstorbenen. Unmittelbar nach ihrem Tod verweilen die Verstorbenen in nächster Nähe ihrer physischen Körper. Es ist dies eine kritische Phase, während der außerordentlich wichtige Prozesse stattfinden. Die Verstorbenen erleben ihr Erdendasein in einer Art von Panoramafilm wieder. Im Verlauf dieser Phase ist die Qualität ihrer Bewusstseins-Energie von wesentlicher Bedeutung, um die Art der astralen Ebene zu bestimmen, von der sie angezogen werden. Denn in den astralen Welten pflegt Gleiches Gleiches anzuziehen. Wenn Dein Bewusstsein (Ego und Astralkörper) ruhig und frei von Furcht ist, wirst Du angenehm und in erfreulichen oder neutralen Schichten reisen. Wenn Du durch Emotionen aufgewühlt wirst, so wirst Du zur Beute schikanöser Gewalten und driftest in unruhige astrale Welten ab.
In unserer Zivilisation ist der Tod zu einem Tabu geworden, das die meisten Menschen nur widerwillig erörtern. Darüber hinaus bereitet unsere materiell orientierte Kultur ihre Individuen überhaupt nicht auf das Sterben vor, weil wir in dem Glauben leben, dass mit dem Ende des physischen Körpers alle Existenz ein Ende hat. Infolgedessen verstehen die meisten Verstorbenen überhaupt nicht, was ihnen widerfährt. Viele von ihnen begreifen nicht einmal, dass sie gestorben sind! Stellen wir uns Menschen vor, die gerade gestorben sind und immer noch an ihrem Körper hängen, und die darüber verunsichert sind, was jetzt mit ihnen vor sich geht. Wenn sie innerhalb weniger Stunden in ein Krematorium gebracht und ihre Leichname verbrannt werden, werden sie wahrscheinlich panisch reagieren. Die Verstorbenen fühlen sich gewaltsam aus ihrem physischen Körper entfernt, sind verängstigt durch das Feuer und haben das Empfinden einer Schnecke, die aus ihrem Gehäuse gezogen wurde. Dies alles ereignet sich exakt zu dem Zeitpunkt, während dem sie des Friedens und der Ruhe bedürfen, um ihr Lebenspanorama zu integrieren und den richtigen Ausgangspunkt zu finden, damit sie ihre Reise in die astralen Welten antreten können.
So betrachtet hat Feuerbestattung ihr Für und Wider. Einerseits eliminiert die Verbrennung große Mengen an Wesenheiten, was eine unkalkulierbare Zahl an Krankheiten und verschiedenen anderen Problemen unter der Bevölkerung zu vermeiden hilft; andererseits ist eine zu frühe Feuerbestattung ein dramatisches Trauma für die Verstorbenen und beeinflusst wahrscheinlich die kritischen frühen Phasen ihrer weiteren Reise negativ.
Es wäre wahrscheinlich eine Lösung, wenn der Leichnam erst dann verbrannt würde, sobald das Lebenspanorama vollendet ist, sobald die tote Person beginnt, sich davonzubewegen. Die Dauer des Lebenspanoramas wird von Okkultisten sehr häufig auf drei bis dreieinhalb Tage geschätzt. Es kann jedoch sein, dass nach dreieinhalb Tagen bereits verschiedene ätherische Teile in die Atmosphäre entlassen worden sind. Ich bin mir nicht sicher, ob die Frage, einen idealen Zeitpunkt für Feuerbestattung zu finden, leicht zu beantworten ist. Besser, als eine festgelegte Zeit anzugeben, scheint es, auf hellsichtigem Weg in Kontakt mit dem Verstorbenen zu bleiben und den günstigsten Zeitpunkt jeweils individuell zu bestimmen. Diesen Prozess begleitend sollte auch ein qualifizierter Wesenheiten-Klärer anwesend sein, um astralen ›Fallout‹ zu entdecken und zu eliminieren.

5.4 Trauerriten in der indischen Kultur

Viele der traditionellen Trauerbräuche und –riten der indischen Brahmanen waren von einem Verständnis des Mechanismus astralen Zerfalls bestimmt und zielten darauf ab, sowohl die Familie des Verstorbenen wie auch den Rest der Gemeinschaft davor zu schützen, von Wesenheiten befallen zu werden.
Der erste beachtenswerte Punkt ist, dass in Indien die Farbe, die an Beerdigungen getragen wird, Weiß und nicht Schwarz ist. Wenn eine blaue Oberfläche unseren Augen blau erscheint, dann deshalb, weil sie eine spezielle Frequenz des sichtbaren Spektrums reflektiert. Im Gegensatz dazu reflektiert Schwarz nichts; bei der ›Farbe‹ Schwarz handelt es sich um ein absorbierendes Prinzip. Weiß reflektiert alle sichtbaren Schwingungen, daher steht Weiß als Symbol für Reinheit; Weiß ist ein Prinzip, das alles zurücksendet, nichts bleibt an ihm haften. Wenn ein naher Angehöriger soeben verstorben ist und das große Risiko besteht, von einem astralen Fragment kontaminiert zu werden, neigen traditionell erzogene Inder instinktiv dazu, sich in Weiß zu kleiden, um dadurch die Chance zu minimieren, sich negative Energien einzufangen. Man kann auch die Tatsache, dass Angehörige medizinischer Berufe in Spitälern Weiß tragen oder dass Kühlschränke üblicherweise weiß gestrichen sind, als eine Erweiterung derselben atavistischen Weisheit ansehen.
Von diesem Blickwinkel her betrachtet ist Schwarz augenscheinlich keine sichere Farbe, um sie bei Begräbnissen oder Trauerfeierlichkeiten zu tragen. Da Schwarz Schwingungen aller Art absorbiert, maximiert es die Chance, negative Energien, die vom Verstorbenen freigesetzt wurden, einzufangen – ganz zu schweigen von all den Emotionen, die von der Trauergemeinde ausgehen.
Wenn in einer traditionellen indischen Familie eine Person verstorben ist, gelten alle Angehörigen für einen Zeitraum von 13 Tagen als unrein. In Sanskrit wird dieser Zustand der Unreinheit mrtaka sutaka genannt. Interessanterweise wird auch eine Geburt mit einer Periode von sutaka – oder ritueller Unreinheit – in Verbindung gebracht (was wir in den Kapiteln 6 und 7 erörtern). Jedoch ist die sutaka des Todes weitaus intensiver als die der Geburt. Sie wird von diversen Riten und Reinigungspraktiken begleitet, in der Absicht, sowohl die Familienangehörigen wie auch die Gemeinschaft vor dem astralen ›Fallout‹ der verstorbenen Person zu schützen. Der Grad der Unreinheit variiert und hängt davon ab, wie eng der Dahingeschiedene mit der Familie verwandt war. Eine 13tägige Phase (ritueller) Unreinheit betrifft direkt verwandte Familienmitglieder, wie z.B. Kinder und Enkel. Für eher entferntere Verwandte, bis hinauf zum siebten Grad gilt eine Phase der Unreinheit bis zu nur zehn Tagen, und für Verwandte bis zum 16. Verwandtschaftsgrad eine Dauer von drei Tagen.
Wenn ein naher Angehöriger gestorben ist, muss ein Brahmane seine Arbeit und seine Aktivitäten für einige Tage einstellen. Familienmitgliedern ist es nicht gestattet, an den üblichen rituellen Aktivitäten und Zeremonien ihrer Kaste teilzunehmen. Darüber hinaus muss die Statue des ishta devata (jener Gottheit, mit der die Familie eine spezielle Verbindung eingegangen ist) aus dem Haus entfernt werden. Am Tag des Todes kommt ein Freund, der nicht zu den Familienangehörigen zählt und deshalb nicht von der sutaka, der Unreinheit betroffen ist, und trägt die Statue fort, die erst wieder am 13. Tag zurück gebracht wird, nachdem sich die Familienmitglieder einer Anzahl von Reinigungsritualen und Waschungen unterzogen hat. Um diese Einschränkungen voll verstehen zu können, muss man wissen, dass Hindus annehmen, dass die Verehrung und Anbetung einer Gottheit in unreinem Zustand eher einen Fluch als einen Segen zur Folge haben kann.
Der Leichnam wird zum Verbrennungsplatz gebraucht und so bald als möglich verbrannt. Leichname werden niemals in der Nacht transportiert, weil man annimmt, dass zu dieser Zeit ein höheres Risiko herrscht, von Elementarenergien oder Geistern negativ beeinflusst zu werden. Vor der Verbrennung und in den darauffolgenden Tagen werden regelmäßig Klöße aus Weizenmehl und Wasser (pinda genannt) der verstorbenen Person rituell dargebracht. Nach der Verbrennung werden pindas sogar den nicht vollständig verbrannten Knochenstücken geopfert.
Wie wir bei den Kuei und den Gebräuchen der alten Chinesen schon gesehen haben, ist es nicht nur bei den Hindus Tradition, dass disinkarnierten Wesenheiten rituelle Speiseopfer dargebracht werden. Auch die Tibeter haben verschiedene Riten, in deren Verlauf Speisen und Alkohol dargebracht werden, die auf Tellern und in Schüsseln unbeaufsichtigt gelassen werden, in der Absicht, die ›wandernden Seelen‹ zu befriedigen. Ähnlich war es im alten Griechenland üblich, den Seelen der Verstorbenen Wein, Öl und Honig darzubringen. Ich werde darauf in Kapitel 15 zurückkommen, wenn es um das Klären von Wesenheiten geht. Aus dem bisher Beschriebenen können wir leicht die Überlegungen verstehen, die hinter solchen Praktiken stehen: Hunger und Durst sind mit die häufigsten Begierden astraler Fragmente.
Während der 13tägigen Periode der mrtaka sutaka oder der rituellen Unreinheit erwartet man von den Familienangehörigen, dass sie diverse Arten von Speisen vermeiden: Brot aus Weizenmehl (und daher auch Hefe), Milch, geklärte Butter, verschiedene Arten von Körnern, Tee, Süßigkeiten und ihre Lieblingsgerichte. Die Frage des Verzichtes auf Fleisch kommt gar nicht erst auf, weil es sich bei traditionellen Brahmanen um strikte Vegetarier handelt, doch ist die Verringerung der Proteinzufuhr scheinbar ein Hauptbestandteil dieser Diätempfehlungen. Darüber hinaus ist es während der sutaka der Familie untersagt, Besucher zu bewirten.
Diese Einschränkungen des Speiseplans können leicht mit dem in Verbindung gebracht werden, was wir zuvor bezüglich astraler Fragmente beschrieben haben. Keine leckeren oder schweren Speisen zu sich zu nehmen reduziert die Chancen, dass Resonanzen zwischen astralen Fragmenten und Familienangehörigen stattfinden. Zahlreiche Fragmente würden automatisch angezogen, wenn Familienmitglieder sich irgendeiner Art von Schwelgerei hingeben würden. Abgesehen von den Nahrungsvorschriften gibt es auch Einschränkungen, die Sinnesvergnügungen der verschiedensten Art betreffen. So ist es zum Beispiel Familienangehörigen nicht gestattet, Musik zu hören. Das Hören von Musik an sich würde nicht viele Fragmente anlocken. Hindus nehmen jedoch an, dass jede Form von Vergnügung im gesamten Astralkörper einen Zustand von Erregung hervorruft, der seinerseits wiederum alle Emotionen und Begierden verstärken kann. Daher kann die Regelung, keine Musik zu hören, als weitere Maßnahme verstanden werden, den Astralkörper so ruhig wie möglich zu halten, was derselben Logik folgt wie die Einhaltung der einfachen, langweiligen Diät.
Am zehnten Tag wird alles und jeder im Haus der Trauerfamilie gewaschen. Männer rasieren ihre Schnurrbärte, und die Mauern des Hauses werden mit Kuhdung versehen. In Indien werden Kühe als ein höchst reinigendes Mittel angesehen. So versuchen alle Ashrams beispielsweise, mindestens eine Kuh zu halten. Kühe sind nicht nur ein spiritueller Segen (Krishnas Paradies ist voll von Kühen), sie saugen angeblich auch negative Energien auf. Negative Energien werden angeblich von Kühen neutralisiert, so wie Schneeflocken in einem Kessel mit kochendem Wasser schmelzen. Darum ist es leicht zu verstehen, warum traditionelle indische Familien – vorausgesetzt sie konnten sich die Haltung einer Kuh leisten – das Tier 13 Tage lang am dem Ort, wo der Leichnam verbrannt wurde, zu melken pflegten. Je mehr bhutas (ätherische und astrale Fragmente) durch die Kuh absorbiert werden, desto besser für die Familie.19
In Indien werden berühmte Yogis nicht verbrannt, sondern begraben. Der Grund hierfür besteht in der Annahme, dass ein erleuchteter Yogi seinen Astralkörper gereinigt und so konsolidiert hat, dass keine Leidenschaften oder Begierden in ihm zurückbleiben. Im Idealfall zerbricht so ein Astralkörper nach dem Tode nicht, und er wird vom Yogi mit in die spirituellen Welten genommen. Es besteht kein Grund für Feuerbestattung, weil keine astralen Fragmente freigesetzt werden. Im Gegenteil: Weil man so viel wie möglich von den positiven Schwingungen, die im Körper eines erleuchteten Yogi angesammelt sind, profitieren möchte, wird solch ein Leichnam traditionellerweise in vertikaler Position bestattet und das Grab dient als Platz der Inspiration.
Interessanterweise werden auch Kinder, die unter 18 Monate alt sterben, nicht verbrannt sondern begraben. 18 Monate ist ungefähr das Alter, in dem ein Kind gewöhnlich seine ersten Worte spricht, und sich so mit verschiedenen Aspekten des Verstandes verbindet. Es ist dies auch die Phase, in der kleine Kinder einen Grossteil ihrer hellsichtigen Fähigkeiten verlieren.20
Bevor wir die Gebräuche der Hindus hinter uns lassen, muss ich noch betonen, dass die Dauer der traditionellen 13 Tage (der mrtaka sutaka) nicht wörtlich genommen werden sollte. Wenn man in einer westlichen Abhandlung des 20. Jahrhunderts über Physiologie »13 Tage« liest, dann bedeutet dies auch 13 Tage oder 312 Stunden und nichts anderes. Wenn man in einer Sanskrit-Abhandlung, die vor Hunderten oder gar Tausenden von Jahren verfasst wurde, »13 Tage« liest, dann bedeutet das »eine gewisse Anzahl von Tagen, bezogen auf die symbolische Bedeutung der Zahl 13«.21 Es kann zu großen Missverständnissen führen und zeugt von einem Mangel an Vertrautheit mit der indischen Kultur, wenn man Zahlen aus den Sanskrit-Texten des Altertums zu wörtlich nimmt.

19 Das Wort bhuta ist der allgemeine Sanskrit-Ausdruck für Wesenheit. Interessanterweise wird es auf die gleiche Weise wie das Wort ›Wesenheit‹ konstruiert. ›Wesenheit‹ (›Entität‹) kommt vom Lateinischen ›ens‹ und dem Verb ›esse‹. Im Sanskrit stammt bhuta vom Verb bu, sein. Wie das lateinische Wort ens, bedeutet bhuta ›das, was ist‹, etwas Seiendes. Die Tatsache, dass bhuta im Sanskrit gemeinhin gebraucht wird, um einen disinkarnierten Geist zu bezeichnen, ist ein weiterer guter Grund, die Worte ›entity‹ / ›Wesenheit‹ usw. mit der selben Bedeutung in europäischen Sprachen zu verwenden.
20 Siehe auch das Kapitel 19, ›Dein Baby als Meditationslehrer‹ in Tor zu inneren Welten vom selben Verfasser.
21 Auch in der westlichen Tradition findet man viele Verbindungen zwischen der Zahl 13 und dem Tod, wie im dreizehnten Arkanum des Tarot zum Beispiel.

5.5 Trauervorschriften in der jüdischen Tradition

Das Wissen über Fragmente wirft ein anderes Licht auf eine Anzahl von Einschränkungen, die Trauernden durch das jüdische Gesetz auferlegt werden.
In der ersten Periode von sieben Tagen, die shiva genannt wird, ist es Trauernden nicht gestattet, die Torah zu studieren, was der Einschränkung gleicht, die die Hindus einhalten müssen, indem sie keine Gottesverehrung durchführen dürfen. Während der ersten Woche ist den Hinterbliebenen auch jede Form von Arbeit untersagt. Auch Geschlechtsverkehr, Küssen oder Umarmen ist nicht erlaubt. Die Betroffenen dürfen auch keine Bänke und Kissen zum Sitzen und Schlafen benutzen; sie müssen auf dem Fußboden sitzen und schlafen.
Eine zweite Gruppe von Einschränkungen wird sheloshim genannt und betrifft einen längeren Zeitraum. Die sheloshim dauert 30 Tage, wenn ein Verwandter gestorben ist und 12 Monate, wenn es sich um den Tod von Vater oder Mutter handelt. Während dieser Periode dürfen die Trauernden keine Partys oder festlichen Veranstaltungen besuchen. Sie dürfen keine Freunde einladen und auch keine Einladungen annehmen und weder Geschenke machen noch empfangen. Haareschneiden, Rasieren und Nägelschneiden ist verboten. Darüber hinaus müssen die Trauernden ihren Sitzplatz in der Synagoge wechseln (wie um zu vermeiden, von einem Fragment lokalisiert zu werden).

5.6 Eine Bemerkung über Alzheimer und Schizophrenie

In Bezug auf die Erörterung des Themas der Fragmente mag es interessant sein, einige Beobachtungen mitzuteilen, die ich an Patienten gemacht habe, die an der Alzheimer'schen Krankheit und an Schizophrenie litten.
Die Alzheimer'sche Krankheit ist eine furchtbare degenerative Erkrankung des Nervensystems: Das Gehirn des Patienten schrumpft und bildet sich zurück. Diese Krankheit beginnt für gewöhnlich in den letzten Lebensjahrzehnten mit kleinen und heimtückischen Problemen wie Erinnerungsverlusten oder Änderungen des Verhaltens und führt schrittweise zu einem vorzeitigen Zustand seniler Demenz, oder mit anderen Worten: geistiger Auflösung.
Ich hatte mit Klienten zu tun, von denen ein Elternteil an Alzheimer in fortgeschrittenem Stadium litt. In einigen Fällen konnte ich zweifelsfrei beobachten, dass diese Klienten Fragmente von ihrer erkrankten Mutter oder ihrem kranken Vater eingefangen hatten, obwohl jene damals noch am Leben waren. Die Klienten wurden von Fragmenten befallen, die sich von den Astralkörpern der Eltern gelöst hatten. Das hat mich zu der Ansicht geführt, dass die Zersplitterung des Astralkörpers in Fällen von Alzheimer schon beginnt, bevor der Patient gestorben ist, nämlich während der Phase der geistigen Auflösung.
Schizophrenie, eine nicht weniger furchtbare Krankheit, betrifft häufig junge Menschen. Als ich mit schizophrenen Patienten zu tun hatte, stellten sich einige ihrer sogenannten ›Halluzinationen‹ als authentische nicht-physische Wahrnehmungen heraus. Diese finden jedoch auf eine hektische und unkontrollierte Weise statt, die bei den Betroffenen große Angst auslöst, und im Zusammenhang mit einer tiefgehenden Desorganisation der Persönlichkeit.
Wir haben oben zuvor darüber diskutiert, wie das Bewusstsein des Astralkörpers seinen Widerhall im physischen Körper in Form des physischen Verstandesbewusstseins findet. Wir sahen, wie das physische Verstandesbewusstsein den Eindruck vermittelt, eine einzige Person zu sein anstatt eine astrale Horde. Im Fall von schizophrenen Menschen ist das physische Verstandesbewusstsein zutiefst verändert. Schizophrene Menschen werden gegen ihren Willen in eine panoramaähnliche Sicht ihres Astralkörpers projiziert. Sie beginnen sich selbst als eine Horde wahrzunehmen, was man einerseits für eine spirituelle Errungenschaft halten könnte. Doch diese Erfahrung kommt für schizophrene Menschen zu früh, ohne das Licht des Selbst und im Zusammenhang mit gewaltigen psychischen Störungen.
Wie im Zusammenhang mit der Alzheimer'schen Krankheit habe ich auch gewisse Klienten beobachten können, die nahe Verwandte hatten, die an Schizophrenie litten, und die von Fragmenten befallen waren, die von ihren Verwandten stammten. Dies hat mich zu der Annahme geführt, dass die Desintegration der Persönlichkeit, die in den fortgeschrittenen Stadien der Schizophrenie stattfindet, von einem vorzeitigen Zerfall des Astralkörpers begleitet wird oder vielleicht eine Folge seines vorzeitigen Zerfalls darstellt.

Kapitel 6: Wesenheiten, Schwangerschaft und Gynäkologie

6.1 Wesenheiten und weibliche Fortpflanzungsorgane

Zu den am meisten befallenen Körperstellen, die weibliche Klienten beschreiben, wenn sie Wesenheiten ergründen, gehört der Bereich innerhalb und rund um die Eierstöcke, die Gebärmutter und die Vagina. In speziellen Fällen wird die Anwesenheit von Wesenheiten mit einer Skala gynäkologischen Störungen in Verbindung gebracht, die von prämenstrueller Spannung und unregelmäßiger Menstruation bis hin zu bösartigen Tumoren reicht. Jedoch ist in zahlreichen anderen Fällen weder eine physische Erkrankung noch ein Symptom feststellbar, weil sich einfach eine Wesenheit an die Fortpflanzungsorgane angeheftet hat und das übliche Syndrom erschafft, welches aus starkem Verlangen, Energieverlust und verschiedenen psychologischen Problemen zusammengesetzt ist, wie sie in den Kapiteln 1 und 2 beschrieben wurden.
Diese örtliche Konzentration von Wesenheiten im Bereich der Fortpflanzungsorgane hat bei männlichen Klienten keine Parallele. Obwohl Wesenheiten häufig mit sexuellem Begehren und Libido im allgemeinen zu tun haben, ist es bei Männern ziemlich selten der Fall, dass sie eine Wesenheit im Bereich ihrer Sexualorgane lokalisieren.
Warum werden Wesenheiten derart häufig von weiblichen Sexualorganen angezogen?
Ein Grund hierfür könnte einfach eine Frage des Raumes sein. Wesenheiten sind natürlich nicht-physischer Natur, aber viele von ihnen sind von einer Schicht ätherischer Energie umhüllt. Wenn wir uns vor Augen halten, wie der Ätherkörper den physischen Körper durchdringt, stellen wir fest, dass die dichtesten physischen Gewebe weitaus weniger vom Ätherischen durchdrungen werden als dies bei wässrigen Geweben der Fall ist. So durchdringt zum Beispiel der Ätherkörper das Knochengewebe kaum. Physische Dichte scheint ätherischen Energien ein Durchdringen erheblich zu erschweren. Daraus folgt, dass es für fremde ätherische Energien leichter ist, sich in leeren Körperteilen wie den natürlichen Hohlräumen einzunisten.
Wenn wir die verschiedenen Körperhöhlungen betrachten, so sehen wir, dass die Herzkammern und die Blutgefässe geschlossen und vor Einflüssen der Außenwelt außerordentlich gut geschützt sind. Der Verdauungstrakt hingegen ist vom Mund und vom Anus her offen, und es ist durchaus denkbar, dass es sich beim Magen um ein Organ handelt, in welchem sich Wesenheiten einzunisten versuchen könnten. Jedoch bieten die intensiven chemischen Verdauungsprozesse, die in Mund, Magen und im Bereich der kleineren Gedärme stattfinden, denkbar schlechte Voraussetzungen für einen für Wesenheiten geeigneten Existenzbereich. Während des Verdauungsprozesses werden ja nicht nur materielle Nährstoffe zerlegt, sondern auch deren ätherischen Anteile. Wenn eine Wesenheit zufällig in den gastro-intestinalen Trakt geraten sollte, so ist es daher sehr wahrscheinlich, dass die Wesenheit ebenfalls ›verdaut‹ wird. Nachdem der Ätherkörper der Wesenheit im Verdauungsfeuer zersetzt ist, hat der astrale Anteil wenig Chancen, sich in der Person zu erhalten – er wird entweder auf natürlichem Wege ausgeschieden oder zu astralem Staub zerfallen.
Von dieser Regel gibt es Ausnahmen. Insbesondere allerlei ›perversen‹ Energien kann es gelingen, einen Weg in unser System zu finden, und zwar auf dem Weg über unsaubere Nahrungsmittel (vor allem Fett und Fleisch). Jedoch sind ›perverse‹ Energien und Wesenheiten verschiedene Dinge, und die Wahrscheinlichkeit, sich eine Wesenheit durch den Verzehr von Speisen einzufangen, ist äußerst gering. Der für Wesenheiten zerstörerische Effekt des Verdauungsprozesses wird sogar manchmal von Schamanen genutzt, die, um ihren Klienten von einer Wesenheit zu befreien, diese in den eigenen Mund einsaugen und verschlucken! Diese Vorgehensweise ist sicherlich nicht allgemein zu empfehlen, weil nicht jeder Heiler die Fähigkeiten besitzt, eine Wesenheit über den eigenen Magen zu ›entsorgen‹, noch stellt diese Methode den elegantesten Weg dar, Wesenheiten zu klären. Aber die Tatsache, dass dies möglich ist, hat interessante Folgerungen hinsichtlich dessen, wie wir Wesenheiten verstehen. Insbesondere beweist sie, dass der Magen kein passender Lebensraum für Wesenheiten ist.
Im Bereich des Enddarmes sieht die Lage schon wieder ganz anders aus. Soweit es die Verdauung betrifft, ereignet sich in diesem Darmbereich nicht mehr viel Dramatisches, abgesehen von der Reabsorption von Wasser. Hier werden keine enzymreichen Verdauungssäfte mehr freigesetzt, finden keine aggressiven Verdauungsprozesse mehr statt. Daher haben wir im Bereich des Enddarms weitere natürliche Hohlräume, die dafür geeignet scheinen, Wesenheiten Zuflucht zu bieten. Dies könnte auch eine Erklärung dafür sein, weshalb so viele Klienten – Männer wie Frauen – auf den linken Bereich des Unterleibs zeigen, um den Aufenthaltsort ihrer Wesenheit anzugeben.
Vom Faktor des Platzes mal abgesehen: Welche andere Gründe gibt es, dass sich Wesenheiten im Bereich weiblicher Fortpflanzungsorgane ansiedeln? Die Tatsache, dass die Vagina sich nach außen öffnet, erleichtert fremden Energien, einschließlich Wesenheiten, wahrscheinlich das Eindringen. Darüber hinaus fühlen sich viele Wesenheiten wegen der konzentrierten Lebenskraft, die mit der Fortpflanzung zusammenhängt, von diesem Körperbereich angezogen. Wie wir schon oben erörterten, verlangen die meisten Wesenheiten heftig nach Lebensenergien. Eine gewisse Quintessenz an Lebenskraft wird in den Sexualdrüsen gespeichert.
Der linke Unterleibsbereich ist nicht allzu weit entfernt von den weiblichen Fortpflanzungsorganen, was wahrscheinlich ein weiterer Grund ist, weshalb es sich hierbei um einen der beliebtesten Aufenthaltsorte von Wesenheiten zu handeln scheint. In der traditionellen chinesischen Medizin liegt dort ein Akupunkturpunkt, der Qi Hai genannt wird (Konzeption 6). Dieser Punkt liegt ungefähr zwei bis drei Zentimeter unterhalb des Nabels – im selben Bereich, wo der Hara sich befindet, in welchem die Schüler fernöstlicher Kampfkünste Energie zu konzentrieren lernen. Hai bedeutet Meer und Qi ist das chinesische Wort für ätherische Energie oder Lebenskraft (›Meer der Kraft‹). Der Bereich von Qi Hai oder Hara kann als Kraftwerk der Lebensenergie im menschlichen Körper angesehen werden. Da die meisten Wesenheiten nach Lebenskraft verlangen, ist es verständlich, dass sie sich häufig im Bereich des Unterbauches ansiedeln, sowohl bei Männern wie auch bei Frauen.
Ein weiteres Motiv für Wesenheiten, sich im Bereich weiblicher Sexualorgane anzusiedeln, ist das augenfällige Interesse, welches zahlreiche Wesenheiten an Sex haben. Klienten beschreiben häufig, dass ihre Wesenheiten aus der emotionalen Intensität und der damit verbundenen Freisetzung von Lebenskraft während des Geschlechtsverkehrs eine starke Sensation erfahren, sowie aus dem Zusammenhang, der mit der im Samen und in den Eierstöcken konzentrierten Lebensenergie existiert. Die ätherischen Energien, die während des Geschlechtsverkehrs ausgetauscht und freigesetzt werden, machen die Sexualorgane zu einem Ort der Wahl für Wesenheiten, weil sie hier Lebensenergie genießen und absaugen können.
Es hat auch den Anschein, dass viele Wesenheiten ein Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz empfinden. Wie in einigen der nachfolgenden Fallbeispiele ersichtlich wird, ist es nicht selten, dass Frauen, die eine Wesenheit in diesem Körperbereich beherbergen, unbewusst eine fürsorgliche und pflegliche Einstellung entwickeln, so als ob es sich bei der Wesenheit um ihr Baby handeln würde. Diese mütterlich-nährende Einstellung ihrer Wirtin veranlasst die Wesenheit, sich geborgen, sicher und umsorgt zu fühlen. Eine Situation wie diese ist speziell für Wesenheiten zufriedenstellend, die einfach nur in Dunkelheit schlummern und nicht gestört sein wollen, gleich einem Embryo, das für immer und ewig im Mutterleib bleiben möchte, anstatt mit den schmerzlichen Komplikationen konfrontiert zu werden, die mit dem Weg nach Draußen verbunden sind.
Es gibt einen weiteren Faktor, der vielleicht Psychoanalytiker besonders ansprechen mag: Im Astralraum wandernden Seelen, ob nun menschlicher oder tierischer Natur, ist eine Faszination für den Mutterleib eigen. Während sie zwischen zwei Inkarnationen in astralen Sphären reisen, gibt es Zeiten, da die Seelen ein äußerst starkes Verlangen nach der Sicherheit und all den anderen Wohltaten, die mit dem Aufenthalt in der Gebärmutter verbunden sind, empfinden. Diese Seelen werden von dem brennenden Verlangen, einem intensiven Drang geplagt, der ihrem Astralkörper eingeprägt ist, und der sie dazu treibt, in eine Mutter einzufahren. Stell dir mal den Durst von Menschen vor, die tagelang ohne Wasser durch eine Wüste wandern mussten und plötzlich vor einem Teich stehen. Was bleibt ihnen anderes übrig als loszurennen und zu trinken? Eine ähnlich verrückte Intensität des Begehrens treibt die meisten Seelen in die Leiber ihrer Mütter.
Wie wir später sehen werden, handelt es sich bei Wesenheiten – von sehr seltenen Fällen vielleicht abgesehen – nicht um voll entwickelte Geister, die ihren Weg verloren haben, sondern lediglich um ätherische und astrale Fragmente oder Energien. Ein Teil von ihnen besteht jedoch aus astraler Substanz, ähnlich den Astralkörpern von Seelen, die zwischen zwei Inkarnationen wandern. Das heftige Verlangen nach einer Inkarnation in einem Mutterleib ist dieser Substanz tief eingeprägt, ebenso wie sexuelles Begehren inkarnierten menschlichen und tierischen Wesen eingeprägt ist. Diese archetypische Faszination, die ein Mutterleib ausüben kann, ist eine mächtige Antriebskraft und somit einer der Gründe, warum so zahlreiche Wesenheiten Gefallen an weiblichen Genitalien finden.
Bevor wir uns einige Beispiele ansehen, will ich noch einmal feststellen, dass sich nicht überall Wesenheiten befinden! Kein Mensch muss im Falle eines einfachen Durchfalls Angst haben, von Cholera befallen zu sein oder bei gewöhnlichem Kopfweh befürchten, unter einem Gehirntumor zu leiden. So betrachtet wäre es absurd, wenn eine Frau jedes Mal beginnt sich Sorgen zu machen, von einer Wesenheit heimgesucht zu werden, sobald eine prämenstruelle Spannung einsetzt. Nur weil es eine Anzahl weiblicher Klienten gibt, die eine Wesenheit in ihren oder im Bereich um ihrer Genitalien entdecken, heißt das noch lange nicht, dass alle Frauen Wesenheiten beherbergen! Diese Tatsache kann nicht häufig genug betont werden, weil es immer ein paar Personen gibt, die – sobald sie von Wesenheiten hören – dazu neigen, diese überall um sich her wahrzunehmen und eine Art von ›Gespenster-Phobie‹ entwickeln, die vollständig ungerechtfertigt ist.

Fallstudie 6.1: 42jährige Frau. Sie konsultierte mich wegen einer Bindegewebsgeschwulst des Uterus. Das Myom war vor 5 Jahren entdeckt worden und hatte zum Zeitpunkt der Konsultation die Größe eines 18 Wochen alten Embryos. Weil die Geschwulst zu immer stärkeren Blutungen führte, hatte der Arzt der Patientin entschieden, einen operativen Eingriff, eine Hysterektomie vorzunehmen.
Zu Beginn der IST-Sitzung hatte die Klientin Kontakt zu einem dunkleren und dichteren Fleck in ihrer Energie aufgenommen, und zwar in dem Bereich, wo sie das Myom spüren konnte.

Gibt es da irgendeine Emotion oder ein Gefühl, das sich darauf bezieht? – Angst, Kummer.
Hat es eine Form? – Ja, es gleicht einer Birne, wobei der schmalere Teil Richtung Boden weist. Da befindet sich etwas auf seiner Außenseite, wie ein Gewächs, etwas Hartes. Die harte Stelle befindet sich dicht unter der Haut. Das Ganze gleicht einer dieser längeren Birnen, die ganz gertenschlank und wunderschön geformt sind.
Was will »es«? – Trost. Es hat mit Gewalt und Verlust und Missbrauch zu tun.
Welche Art von Gewalt? – Vergewaltigung, als ich 10 Jahre alt war. Der Mann ging dabei nicht unfreundlich vor, aber ich war zu jung. Es handelte sich um meinen Stiefvater. Er hatte ein 5 Jahre dauerndes Verhältnis mit mir. Er hätte mir das nicht antun dürfen; aber nichtsdestoweniger liebte ich ihn sehr. Als ich zur Internatsschule ging, erzählte ich einer der Nonnen davon. Dann erfuhr meine Mutter davon und verließ ihn. Und er beging Selbstmord. Ich liebte ihn sehr. Es hat ihn sehr gequält. Er war von Beruf Arzt. Als er starb, fing für mich eine Zeit des Chaos an. Vor den Augen meiner Mutter durfte ich nicht weinen, weil sie ihn hasste und froh war, dass er tot war. Ich fühlte mich wie eine Verbündete meines Stiefvaters. Zu Lebzeiten war er brutal und gewalttätig meiner Mutter gegenüber, und sie machte sich selbst zu seinem Opfer. Aber mir gegenüber hat er sich stets nett verhalten, abgesehen von dem sexuellen Missbrauch.
Besteht irgendeine Verbindung zwischen ihm und der Geschwulst? – Ja. Seine Verzweiflung. Es ist einfach Wut und Verzweiflung. Nun kann ich seine Präsenz in der Geschwulst spüren. [Weinend:] Ich dachte, ich hätte mit alledem abgeschlossen.
Was wünscht »es«? – Trost. Es ist wie während meiner Kindheit, als er [der Stiefvater] versuchte, Trost bei mir zu finden. »Es« will, dass ich ihm Leben spende, und ich mache das auch, indem ich »es« dort, bei mir, habe.
Gibt es bestimmte Speisen, die »es« gerne mag? – Fleisch, Blut. Es liebt Fleisch.
Was geschieht mit der Präsenz, wenn Sie Fleisch essen? – Sie wird stärker. Ich nehme äußerst selten Fleisch zu mir, aber manchmal entwickle ich ein so starkes Verlangen danach, dass ich sofort etwas davon haben muss. Er [die Präsenz] will Fleisch. Es gibt da auch einen Zusammenhang mit meinen eigenen Blutungen; es ist wie ein Teufelskreis: Wenn ich diese blutige Mahlzeit zu mir nehme, fällt es der Präsenz leichter, bei mir Blutungen hervorzurufen.
Was geschieht mit der Präsenz, wenn Sie Blutungen haben? – Ich habe das Gefühl einer gewissen Böswilligkeit. »Es« hat Vergnügen an meinen Blutungen. Es ist so, als ob das Sperma meines Stiefvaters sich dort befände und aus meinen Blutungen erwächst.

Wenn wir das Muster, das wir in den letzten Kapiteln diskutiert haben, auf diese Fallstudie anwenden, können wir diese Wesenheit als astrales Fragment des Stiefvaters verstehen. Die Tatsache, dass die Klientin die Präsenz ihres Stiefvaters im Myom wiedererkennt, ist natürlich der erste wichtige Faktor, der uns annehmen lässt, dass es sich um die Präsenz eines Fragments handelt. Darüber hinaus führen die tragischen Umstände, unter denen der Tod des Stiefvaters stattfand, zu der Annahme, dass die Fragmente, die zum Todeszeitpunkt aus seinem Astralkörper austraten, mit einer besonders starken Dynamik ausgestattet gewesen sein mussten. Die »Zeit des Chaos«, die das junge Mädchen – unfähig, seine Emotionen offen auszudrücken – durchmachte, machte es dem Fragment gewiss leichter, in sie einzudringen. Die Liebe, die sie zu ihrem Stiefvater empfand, war ebenfalls ein für das Eindringen des Fragments förderlicher Faktor.
Sobald die Wesenheit geklärt war, begann die Geschwulst an Größe zu verlieren. Nach wenigen Tagen konnte sie während des Geschlechtsverkehrs nicht mehr gespürt werden. Unter Einsatz einiger ergänzender Heilungstechniken setzte der Rückbildungsprozess der Geschwulst sich fort. Ein operativer Eingriff wurde vermieden, und die Klientin konnte ihre Gebärmutter retten.

6.2 Wann inkarniert die Seele eines Babys im Mutterleib?

Beim Erforschen von Wesenheiten habe ich herausgefunden, dass eine bemerkenswerte Anzahl weiblicher Klienten ihre Wesenheiten als ›Fortsetzung‹ oder Weiterdauer von Embryos betrachten, die sie durch Schwangerschaftsabbruch verloren hatten. Bei manchen Fällen lag der Abort schon 50 Jahre zurück. Von einem materialistischen Gesichtspunkt aus gesehen, ist der Abort mit der Entfernung des Embryos abgeschlossen. Jedoch besteht ein Embryo – wenn man die feinstofflichen Körper in Betracht zieht – nicht einzig und allein aus physischer Materie. Der physische Embryo ist – so gesehen – nur ein Teil des ganzen Embryos, der sich auch aus feinstofflichen Anteilen zusammensetzt. Wenn man den physischen Teil des Fötus entfernt, heißt das noch nicht, dass seine feinstofflichen Teile gleichfalls eliminiert wurden. Was alles an ätherischen wie astralen Energien nach einem Abbruch zurückbleibt, kann sehr wohl in der Lage sein, eine Wesenheit zu bilden.
Woraus besteht ein Embryo tatsächlich, wenn man ihn im Hinblick auf die feinstofflichen Bestandteile betrachtet? Die Antwort hängt vom Stadium der Schwangerschaft ab. In dem Augenblick, in dem das Samenfaden in das Ei eindringt, besteht das Ei aus physischen Zellen sowie aus außerordentlich konzentrierter ätherischer Energie. Im letzten Schwangerschaftsabschnitt besteht der Fötus aus den vier Schichten: der physischen, der astralen, der ätherischen Schicht und dem Ego. Diese vier Hüllen funktionieren nicht in derselben Weise wie bei einem erwachsenen Menschen, aber sie sind vorhanden. Die kritische Frage ist natürlich, wann die Seele des Babys im Mutterleib inkarniert (oder präziser: der Astralkörper und das Höhere Selbst des Babys).22
Verschiedene spirituelle Traditionen haben unterschiedliche Antworten auf diese Frage geliefert. Die hinduistische Tradition z.B. nimmt an, dass das Baby im vierten Schwangerschaftsmonat inkarniert, was bedeutet, dass der Astralkörper und das Höhere Selbst in der Mutter ›eintreffen‹ und am physischen wie am astralen Embryo anzuhaften beginnen.23 Dem Ayurveda oder der traditionellen indischen Medizin zufolge ist im vierten Monat das Herz des Fötus komplett entwickelt, was es dem Höheren Selbst des Babys gestattet, sich darin einzufinden. Von diesem Zeitpunkt an wird die Mutter dauhridini genannt, ›die eine mit den zwei Herzen‹, und auf Grund der Begierden des Babys beginnt die ›werdende‹ Mutter spezielle Verlangen oder Heißhunger zu empfinden.
Es scheint, dass die obigen Ausführungen eine leichte Antwort auf das Problem des Schwangerschaftsabbruches bieten: Aus der Sicht des Ayurveda ist das Embryo vor dem vierten Monat lediglich ein Stück Fleisch mit ein wenig Prana (Lebenskraft) darin, genau wie ein Gemüse. Es besteht daher keine spirituelle Kontraindikation hinsichtlich eines Schwangerschaftsabbruchs und kein Verstoß gegen eine höhere Form von Leben.
In bezug auf den Einwand: »Aber dieses Embryo lebt. Wenn du es tötest, zerstörst du ein Leben,« erinnere ich mich, einen berühmten indischen Meister sagen gehört zu haben: »Bis zum vierten Monat ist das Embryo nicht lebendiger als eine Tomate. Wenn du so denkst, dann solltest du aufhören, Tomaten zu essen, denn durch das Essen von Gemüse zerstörst du ein Leben in genau der selben Weise.«24
Diese Meinung wird von einer großen Anzahl indischer spiritueller Meister vertreten und hat ihren Hintergrund in der Autorität alter Sanskrit-Texte. Ich erwähne diese Meinung daher stets, wenn ich es mit einer Patientin zu tun habe, die sich entschlossen hat, einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen. Eine Schwangerschaft abzubrechen bereitet einer davon betroffenen Frau häufig starke Sorgen und Schuldgefühle, manchmal mit verheerenden und langanhaltenden psychologischen Folgen. Weil ich derart tiefe Schuldgefühle und Kummer nicht als förderlich ansehe, heiße ich alles willkommen, das dabei Erleichterung schaffen kann. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass eine Anzahl von Frauen bemerkenswerte Erleichterung spüren, wenn man die Tatsache überlegt, dass aus der Perspektive indischer Weisheit kein Leben getötet wird, vorausgesetzt der Schwangerschaftsabbruch findet vor dem vierten Monat der Schwangerschaft statt.
Ob die Dinge wirklich so einfach liegen oder nicht, ist wiederum eine andere Frage. Die verschiedenen esoterischen Traditionen sind weit davon entfernt, in diesem Punkt übereinzustimmen; einige von ihnen setzen den Zeitpunkt der Ankunft der Seele des Babys viel früher als im vierten Monat an. Was auch immer vor 2000 Jahren in Indien der Fall gewesen sein mag – wir wissen sehr gut, dass Frauen von heute nicht bis zum vierten Monat der Schwangerschaft damit warten, schwangerschaftsbedingte Gelüste zu haben. Wenn wir daher den Beginn solcher Verlangen als Indikator nehmen, wie es der Ayurveda tut, so würde dies bedeuten, dass die Seele des Babys manchmal schon im ersten Monat im Mutterleib eintrifft.
Wenn man es mit feinstofflichen Körpern zu tun hat, ist es angebracht, nicht allzu mechanisch eingestellt zu sein. Insbesondere wäre es ganz illusorisch, die vier Schichten (physische, ätherische, astrale, Ego) mit einer russischen Puppe zu vergleichen, wo eine Puppe in der anderen steckt. Dies gilt besonders bei einem Baby, auch nach der Geburt: sein Astralkörper und Ego sind noch weit davon entfernt, fest ›innerhalb‹ des physischen Körpers und des Ätherkörpers ›verankert‹ zu sein. Ein Neugeborenes kann kaum länger als ein paar Stunden wach bleiben. Während des Schlafes treiben der Astralkörper und das Ego vom physischen Körper und vom Ätherkörper weg. Die Tatsache, dass Neugeborene immer wieder einschlafen, zeigt an, dass ihre Astralkörper und ihre Egos große Schwierigkeiten haben, innerhalb der physischen Körper und Ätherkörper zu bleiben. Mit anderen Worten: Ein gutes Jahr lang nach ihrer Geburt sind Neugeborene fantastische Astralreisende und verbringen die meiste Zeit außerhalb ihrer Körper, indem sie in hohen astralen Sphären treiben – daher auch die starke spirituelle Inspiration, die gewonnen werden kann, wenn man einem Neugeborenen Gesellschaft leistet.25
Wenn Babys sogar nach der Geburt kaum in ihrem Körper anwesend sind, dann ist dies noch weniger während der Phase der Schwangerschaft der Fall. Hinsichtlich der feinstofflichen Körper geschieht Inkarnation nicht einfach über Nacht. Es gibt während der Schwangerschaft keinen bestimmten Tag, an dem eine werdende Mutter behaupten kann: »Das war's! Das Baby ist in mir angekommen!« Die Inkarnation des Astralkörpers und des Egos in den physischen Körper und in den Ätherkörper ist ein ausgesprochen graduell erfolgender Prozess. Erst etwa zum Zeitpunkt der Adoleszenz beginnt der Astralkörper seine endgültige Position innerhalb des physischen Körpers einzunehmen, und dieser Prozess ist nicht vor dem Erwachsenenalter abgeschlossen! Wenn Esoteriker behaupten, dass astrologische Reife ungefähr mit dem 28. Lebensjahr erreicht wird, so beziehen sie sich auf die Tatsache, dass es bei den meisten Menschen so lange dauert, bis ihr Ego komplett die Erde erreicht. Natürlich gibt es dafür in Wirklichkeit keinen festen Zeitpunkt. Gewisse starke spirituelle Seelen sind schon während der Pubertät voll inkarniert oder sogar schon früher. Auf der anderen Seite der Skala stehen Milliarden von Menschen auf diesem Planeten, die niemals viel von ihren Egos inkarnieren. Sie vollführen vielleicht all ihre alltäglichen Aktivitäten in hektischer Manier und präsentieren eine Fassade verantwortungsvoller Präsenz, aber ihr Höheres Selbst ist Tausende von astralen Lichtjahren entfernt. All dies zeigt, dass man flexibles Denken kultivieren sollte, wenn man Wert darauf legt, die Lebensgesetze zu verstehen und vor allem dann, wenn es um die Lebensgesetze im Bereich der feinstofflichen Körper geht.
Wenn jemand zusieht, wie ein Baby während der Schwangerschaft in seiner Mutter ›inkarniert‹: Was gibt es da hinsichtlich der feinstofflichen Körper zu sehen? Ganz am Anfang handelt es sich bei einem Embryo einfach um ein Stück physischer Substanz, welches von äußerst prachtvollen, goldenen und herzerwärmenden ätherischen Energien durchdrungen ist. Dies ist der Vorläufer des unteren Komplexes des Babys, das heißt seines physischen Körpers und seines Ätherkörpers.
Im weiteren Verlauf der Entwicklung einer Schwangerschaft erscheint eine Seele (Astralkörper und Ego). Zu Beginn handelt es sich um eine Art von Nähe, die kaum wahrgenommen werden kann, weder auf hellsichtigem noch auf intuitivem Weg. In ihrer Entwicklung fortschreitend, verankert sich die Seele im unteren Komplex (physischer Körper und Ätherkörper). Dies ist ein sukzessiver Prozess, der sich über Wochen, wenn nicht Monate, hinzieht. Darüber hinaus verläuft er nicht bei allen Müttern gleich. Daher erscheint es mir gewissermaßen künstlich, einen fixen ›Inkarnations-Termin‹ zu etablieren und zu behaupten: Vor diesem Zeitpunkt existiert das Baby noch nicht, und ab diesem Zeitpunkt befindet es sich im Mutterleib. Speziell in den frühen Phasen ist die Verbindung zwischen der Mutter und der Seele des Babys fragil und kann leicht unterbrochen werden. Das Resultat solch einer Unterbrechung bestünde darin, dass das Baby davontreiben und die Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt enden würde.
Es wäre daher absolut unrealistisch anzunehmen, dass nach einem Schwangerschaftsabbruch die ganze Seele des Babys im Mutterleib gefangen bleibt. Wenn das Baby ein Jahr nach seiner Geburt kaum fähig ist, seinen Astralkörper innerhalb des physischen Körpers zu halten, wie könnte es dann während der Schwangerschaft geschehen, dass der Astralkörper im Mutterleib gefangen bliebe? Sobald ein Schwangerschaftsabbruch oder eine Fehlgeburt stattfindet, wird die Verbindung zwischen Mutter und Baby unterbrochen und die Seele des Kindes treibt davon in astrale Sphären.

22 Aus Gründen, die anderenorts diskutiert werden, ziehe ich es vor, den Gebrauch des Wortes ›Seele‹ auf den Astralkörper zu beschränken.
23 Vergleiche z.B. in der Susruta-Samhita, Sarirasthana, Kapitel III, Verse 14-30. Eine Übersetzung dieser Passage samt Kommentar findet man in den Abschnitten über den Tod in Tantra, Körper und Welten vom selben Verfasser. [Noch nicht veröffentlicht.]
24 Swami Satyananda Saraswati in einem 1978 abgehaltenen Satsang in seinem Ashram in Monghyr, Bihar, Indien. Wie interessant, dass er Tomaten als Beispiel wählte!
25 Siehe auch Kapitel 19 in Tor zu inneren Welten vom gleichen Verfasser.

6.3 Wesenheiten nach Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüchen

Das Problem besteht darin, dass während dieser Zeit der Nähe, während das Baby die Verbindung mit seiner Mutter nach und nach aufbaut, Teile des Astralkörpers des Babys sich mit dem Embryo im Mutterleib verbinden, das bedeutet, mit dem physischen und dem ätherischen Körper, die durch die Mutter für das Kind vorbereitet wurden. Wenn ein Schwangerschaftsabbruch stattfindet, brechen Fragmente vom Astralkörpers des Babys ab. Dieser Vorgang ist nicht annähernd so drastisch wie das Zerbrechen des Astralkörpers nach dem Tod. Es fallen lediglich ein paar astrale Teilchen ab. Wenn nun ein Schwangerschaftsabbruch oder eine Fehlgeburt stattfindet und wenn man sich nur des physischen Aspekts der Sache annimmt, wobei eventuell ätherische Teile des Embryos innerhalb des Mutterleibs verbleiben, wohin können sich astrale Fragmente dann wenden? Die Antwort liegt auf der Hand: sie werden an ihren entsprechenden ätherischen Teilen im Mutterleib kleben bleiben, und die betreffende Frau wird eine Wesenheit erworben haben.
Eine Anzahl von Faktoren verstärkt die Anziehungskraft, die der Mutterleib auf astrale Fragmente auszuüben pflegt. Die ungeheuer starke emotionale Verbundenheit, die eine Mutter zu ihrem Kind empfindet, spielt offensichtlich die Hauptrolle. Darüber hinaus ist es kein purer Zufall, dass ein spezielles Baby eine spezielle Mutter bekommt: Es muss eine Affinität, eine irgendwie geartete Polarität zwischen ihnen existieren. All dies trägt dazu bei, dass sich die Fragmente im Mutterleib festsetzen, und es lässt jeden Schwangerschaftsabbruch zu einer höchst riskanten Gelegenheit werden, wenn es darum geht, sich eine Wesenheit einzufangen. Die Tatsache, dass der gleiche Mechanismen jedes Mal abläuft, wenn ein Ei befruchtet wird und eine frühe Fehlgeburt stattfindet, ist wahrscheinlich ein Grund mehr, weshalb bei weiblichen Klienten eine derart hohe Prozentzahl von Wesenheiten im Bereich der Fortpflanzungsorgane gefunden wird.

Fallstudie 6.2: 24jährige Frau, Studentin. Sechs Wochen vor dieser Sitzung hatte sie einen Schwangerschaftsabbruch. Sie hatte sich in sehr trauriger Stimmung zu diesem Eingriff begeben. Danach fühlte sie sich total am Boden zerstört, und weinte die ganze Zeit, ohne zu verstehen weshalb. Ihre Menstruation setzte nicht wieder ein. Sie entwickelte ein mäßiges Fieber, zwischen 38 und 38,5 °C, für das keine Ursache gefunden werden konnte. Es wurden Antibiotika verschrieben, aber sie trugen nicht zur Verbesserung der Lage bei.
Zu Beginn der IST-Sitzung, wurde eine dunkle Wolke, die mit einer Wesenheit assoziiert war, im unteren Abdominalbereich identifiziert.

Was fühlen Sie? – Etwas ist in meiner Gebärmutter. Ich spüre, wie ein feindseliges Gefühl aus dieser Gegend kommt. Es ist schwarz und wütend auf mich. Es ist der Embryo, er steckt in mir fest und will mich bestrafen. Nicht nur wegen des Abbruchs, sondern wegen aller schlechten Dinge, die ich in meinem Leben getan habe. Es fühlt sich dunkel an, wie eine schwere Decke, und hinterlistig. Es ist wie ein Schrecken, dunkel. Nun kann ich eine Verbindung zu den dunklen Gefühlen herstellen, wie ich sie heute hatte. Es fühlt sich so an, als ob ich verängstigt wäre, aber es ist nicht meine Person, die Angst hat – es ist die Wolke.
Gibt es Speisen, die »es« gerne hat? – Anscheinend mag es Zucker, aus irgendeinem Grund. Zuletzt bin ich auf Schokolade und süße Dinge viel mehr als üblich abgefahren. Es kommt von da [der Wesenheit] her zu kommen.
Warum ist »es« so wütend auf Sie? – Es scheint keinen offensichtlichen Grund zu geben. Es fürchtet sich einfach sehr und manifestiert dies durch Wut und dadurch, dass es mich krank macht.

Die dunkle Wut, die von dem Fragment ausgeht, bedeutet nicht, dass das Baby zu einem Monster geworden wäre. Bei solch einem Fragment handelt es sich um nicht mehr als um ein abgebrochenes Teil des Astralkörpers des Embryos. Weil es von der Seele des Babys getrennt wurde, nahm das Fragment neue Eigenschaften an, die nicht notwendigerweise hervorgetreten wären, wenn es Teil der Seele des Babys geblieben wäre. Fragmente neigen häufig dazu, sich auf eine weitaus dunklere Art zu manifestieren, wenn sie für sich und abgesondert vom ganzen Astralkörper existieren, als wenn sie im Nahbereich eines Ego integriert sind.
Natürlich werden einige Leute einwenden, dass jede Frau nach der Belastung eines Schwangerschaftsabbruchs sehr wohl dunkle Wolken in ihrer Gebärmutter sehen kann. Aber abgesehen von der Tatsache, dass die junge Frau während des Klärungsprozesses, den ich durchführte, klar »etwas sehen konnte, das aus meinem Uterus hinaus nach oben stieg«, normalisierte sich ihre Körpertemperatur in den darauf folgenden Stunden. Sie wurde unmittelbar ruhiger und fühlte sich definitiv von einer Last befreit. Ihre Regelblutung stellte sich drei Tage danach wieder ein.

Fallstudie 6.3: 54jährige Frau, Sekretärin. Hier beschreibt sie, was sie empfand, als ein Fragment geklärt wurde, das von einem Schwangerschaftsabbruch stammte.
Plötzlich erinnerte ich mich wieder an den Schwangerschaftsabbruch, den ich im Alter von 17 Jahren durchmachte (das heißt vor 37 Jahren). Ich konnte damals und kann auch heute noch zu dieser Entscheidung stehen und empfand kein Bedauern darüber. Doch als ich die Anwesenheit der Seele, die abgetrieben worden war, zu fühlen begann (im Verlauf der IST), hatte ich den Eindruck, dass gewisse Dinge unausgesprochen geblieben waren. Ich empfand das Bedürfnis, dass ich die Probleme bedauere, die ich durch die Beendigung dieses Lebens geschaffen habe. Es war mir, als ob ich diese Seele sanft an meinem Herzen hielte und mit Liebe umgab, die tief von innen kam. Ich weinte und nahm Abschied, etwas, was ich schon vor vielen Jahren tun hätte sollen. Dann wurde die Seele erlöst und ging aufwärts ins Licht. Eine Woche später hatte ich eine Periode – zum ersten Mal seit über 4 Jahren. Diese Periode dauerte 5 Tage: guter Fluss, gute Farbe – als ob ich 17 Jahre alt wäre. Seitdem sind 18 Monate vergangen und ich hatte keine weitere Periode mehr.

Fallstudie 6.4: 43jährige erfolgreiche Geschäftsfrau. Seit vielen Jahren total frigide litt sie an hartnäckiger Verstopfung. Im IST-Zustand konnten wir einen »dunkleren, dichteren und schwereren Bereich« in der linken Hälfte des Unterleibs ausmachen.
Gibt es irgendwelche Emotionen oder Gefühle, die damit verbunden sind? – Es fühlt sich wie Druck an, als ob ich niedergehalten würde und nicht in der Lage wäre, mich zu bewegen.
Könnte es sein, dass Sie bestimmte Speisen essen, die »es« mag? – Zucker und Schokolade. Süße Sachen, Kekse und Kuchen.
Wenn »es« sich durch Sie äußern könnte, was würde es sagen? – »Komm mir nicht näher! Lass mich einfach zufrieden.« Es tut weh. Es ist zu schwer, es ist zuviel Druck. Es ist wie ein Baby. Darum will es auch nicht, dass ich Sex habe. Sex tut weh. Es ist wie ein Baby. [Weinend:] Es ist das Baby, das ich nicht bekommen habe. Als ich 22 Jahre alt war, hatte ich eine Abtreibung. Ich war allein in England. Es will noch immer geboren werden. Ich wollte immer schon eine Mutter sein, aber ich konnte es nicht. Ich habe einen Hund und der rollt sich die ganze Zeit hier auf meinem Bauch zusammen. Das Baby da drinnen will auch, dass ich meinen Bauch halte. »Es« ist groß und braucht Platz. »Es« ist halb so groß wie ein Baby. »Es« ist ein kleines Mädchen. Sie fühlt sich in meinem Bauch sicher und möchte nirgendwo anders hin. Sie wollte nicht geboren werden und hinausgehen. Sie wollte einfach sicher da drinnen bleiben. Sie erlaubt es mir nicht, Sex zu haben. Mein Ehemann ist stark gebaut und fügt dem Baby Schmerzen zu. [Die Klientin streichelt ihren Bauch, als ob sie schwanger wäre.] Sie erlaubte mir nicht, noch ein anderes Baby zu haben, weil sie dann keinen Platz mehr hätte. Sie war erschrocken, als ich heiratete, weil mein Mann und ich anfangs darüber sprachen, ein Kind haben zu wollen.
Spielte »sie« eine Rolle bei Ihrer Entscheidung, kein Baby zu bekommen? – [Weinend:] Ja. Als ich vor 25 Jahren ein Kind wollte, machte »sie«, dass ich krank wurde. Mein Bauch schwoll an und ich wurde sehr müde und krank.
Könnte es einen Teil von Ihnen geben, der an »ihr« hängt? – Oh ja! Ich möchte sie halten. Sie ist mein Baby. Ich empfinde viel Liebe für sie. [Die Klientin fährt dabei fort, ihren Bauch zu streicheln.] Ich liebe meinen Bauch. Ich kann dieses Baby nun wirklich spüren. Es ist stark und fest.
Sie meinen, Sie können »es« körperlich spüren? – Ja, fest. Sie ist in der Fetalposition zusammengerollt. Sie fühlt sich sehr wohl. Hier ist ihr Kopf und da sind ihre Füße. Sie will nicht, dass ich Gymnastik mache, weil sie dadurch gestört und aufgeweckt wird. Gymnastik zu machen ist immer ein Kampf für mich. Ich habe das gleiche Gefühle von Müdigkeit, wie zu der Zeit als ich schwanger war. [»Wie zu der Zeit als« war eine Fehlleistung: Die Klientin war – von dem Mal, das mit dem Abbruch endete, abgesehen – nie schwanger, und später überprüfte ich, dass sie sich nicht darauf bezog.]
Gibt es Personen in Ihrem Umfeld, die das »Baby« mag oder ablehnt? – Sie mag meinen Hund. Sie ist glücklich, wenn sich der Hund in ihrer Nähe zusammenrollt. Sie lehnt meinen Mann ab, weil er zu groß ist. Vor zwölf Jahren fand ich einen bestimmten Mann sehr attraktiv. Heute denke ich, dass das Baby ihn damals bewundert hat. Er war verheiratet. Es war sehr schwierig für mich, mit diesem Mann Schluss zu machen. Ich brauchte Monate, um mich davon zu erholen.
Was will das »Baby«? – Sie möchte schlafen. Sie möchte in Ruhe gelassen werden und schlafen. Jedes Mal, wenn ich mit einer Sache nichts zu tun haben möchte, gehe ich schlafen. Sie will nicht, dass ich meinen Körper zu intensiv spüre, denn wenn ich das tue, dann kann sie sich nicht so angenehm treiben lassen. Sie hasst es, wenn ich versuche, Gymnastik zu machen. Sie ist faul, sie will auch nicht ausgehen. Ich verlasse das Haus nur, wenn ich unbedingt muss. Wenn ich in meiner Wohnung bin, will ich niemals hinausgehen.

Dieser Fall zeigt ein Fragment, das sich – als Überbleibsel eines Schwangerschaftsabbruchs – zu einem Hauptstörfaktor im Leben der Klientin entwickelt hat. Am Ende der Sitzung sprach die Klientin über all die Probleme, die sie sich erspart haben könnte, wenn das ›Baby‹ sofort nach dem Abortus hätte geklärt werden können.
Zum Schluss dieses Abschnitts will ich noch einmal klarstellen, dass es nicht meine Absicht ist, Schwangerschaftsabbrüche zu befürworten oder abzulehnen, sondern einige spezifische Mechanismen zu beschreiben. Von der Perspektive der feinstofflichen Energien aus betrachtet, ist die Art, wie gegenwärtig Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden, unvollständig. Sie führt nicht nur zu vielfältigen psychologischen, sondern auch zu physischen Problemen – angefangen bei schmerzhaften Menstruationen bis hin zu bösartigen Tumoren. Ich schlage nicht vor, dass man die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen einstellen soll, sondern plädiere dafür, dass sie – wenn man solche Eingriffe in Betracht zieht – angemessen durchgeführt werden. Die energetische Dimension dieses Eingriffs sollte nicht vernachlässigt werden.
Ich könnte ein ganzes Buch mit Fallgeschichten von Klientinnen füllen, die eine Wesenheit im Gefolge eines Schwangerschaftsabbruchs hatten. Die damit zusammenhängenden gesundheitlichen Störungen sind manchmal unbedeutend, manchmal tragischer Natur – doch in jedem einzelnen Fall kann ich mich des Gedankens nicht erwehren: »Was für eine Verschwendung!« Wenn Sie einmal einen erfahrenen Klärer gefunden haben – und ich zweifle nicht daran, dass es deren in Zukunft mehr geben wird –, dann ist das Klären einer Wesenheit ein einfacher, schneller und schmerzloser Vorgang. Wenn in den Wochen, die einem Schwangerschaftsabbruch folgen, eine angemessene Klärung erfolgt, so können viele Probleme vermieden werden. Wenn sich jedoch im Verlauf der Jahre ein gynäkologisches Problem im Zusammenhang mit einer Wesenheit zu einer regelrechten Krankheit entwickelt hat, ist es nicht mehr ausgemacht, dass ein Klärungsprozess zur Lösung des Problems ausreicht. Obwohl das Klären hilfreich sein wird, gewinnt die physische Erkrankung ab einem bestimmten Entwicklungsgrad eine eigene Dynamik. Daher ist es in vielen Fällen nicht ausreichend, die Wesenheit zu klären, um die Klientin zu heilen, auch dann nicht, wenn eine Wesenheit die Krankheit ausgelöst hat.
Lassen Sie mich daher noch einmal betonen, dass jede Frau, die sich einem Schwangerschaftsabbruch unterzogen, eine Fehlgeburt erlitten oder eine Geburt erlebt hat, von einer Person überprüft werden sollte, die über feinstoffliche Energien Bescheid weiß und qualifiziert darin ist, Wesenheiten zu klären. Dadurch können unzählige Probleme vermieden werden.

Kapitel 7: Wesenheiten, Schwangerschaft und Gynäkologie: Die Geburt, der kritische Zeitpunkt

7.1 Wesenheiten und die Plazenta

Auf Latein bedeutet placenta ›Kuchen‹. Die Plazenta ist das schwammige, gefäßartige Organ, das den Fetus in der Gebärmutter umgibt und ernährt. Weil sie für die Aufrechterhaltung des Lebens des Embryos verantwortlich ist, transportiert die Plazenta nicht nur Sauerstoff und Nahrungsstoffe zum Fetus, sondern auch Lebenskraft. Hinsichtlich der feinstofflichen Körper bedeutet das, dass es sich bei der Plazenta nicht nur um eine physische Struktur handelt. Sie verfügt auch über eine wichtige ätherische Schicht, über die der Embryo während der Schwangerschaft Lebenskraft von seiner Mutter empfängt.
Nach der Geburt des Babys (oder nach einer späten Fehlgeburt) wird die Plazenta von der Gebärmutter abgestoßen. Noch einmal sei wiederholt, dass die Plazenta nicht nur aus physischer Substanz besteht – das bedeutet, dass ihre nicht-physischen Teile ebenfalls abgestoßen werden. Einige der ätherischen Teile werden schon am Anfang, zusammen mit der physischen Plazenta, abgestoßen. Andere ätherische Teile verbleiben im Mutterleib und werden in den folgenden Stunden, Tagen oder Wochen auf natürliche Weise eliminiert.
Manchmal passiert es jedoch, dass ätherische Teile der Plazenta im Inneren der Gebärmutter zurückbleiben. Sie können entweder als ätherische Teilchen zurückbleiben und sich wie eine perverse Energie auswirken oder sie können ein astrales Fragment anziehen und sich zu einer Wesenheit entwickeln. Jeder dieser Fälle bedeutet für die Mutter eine potentielle gesundheitliche Gefährdung, speziell wenn man in Betracht zieht, dass die Zeit unmittelbar nach der Entbindung häufig von einem großen Energiedefizit begleitet wird. Die Fragmente oder die perversen Energien können zu einer postnatale Depression führen oder eine solche verstärken; sie können aber auch verborgen und still jahrelang dahinvegetieren, bevor sie zu einer physischen Erkrankung führen.

Fallstudie 7.1: 22jährige Frau, Studentin. Vor 2 Jahren erlitt sie eine Fehlgeburt nach sechsmonatiger Schwangerschaft. Sie hat aufgezeichnet, wie sie die Sitzung erlebte:
Ich lag mit geschlossenen Augen entspannt da und begann zusammen mit Samuel die IST-Technik anzuwenden. Mein Atem wurde tiefer und langsamer. Die erste Sinnesempfindung, der ich gewahr wurde, war ein Gefühl von Spannung in meinem Sonnengeflecht. Die Anspannung begann sich über meinen Bauch auszubreiten. Mein Magen fühlte sich an, als würde er bis zur Schmerzgrenze ausgedehnt. Dann empfand ich ziehende Schmerzen in meinem Unterleib und im Bereich der Eierstöcke. Plötzlich veränderte sich mein Bauch von einer flachen Dehnung zu einer richtiggehenden Schwellung. Ich konnte sehen, wie gebläht er war. Ich hatte im sechsten Schwangerschaftsmonat eine Fehlgeburt erlitten, und mein Bauch war mindestens so groß wie damals. Die Schmerzen entwickelten sich zu wellenartigen Krämpfen, die stärker wurden, bis sie sich meine Wirbelsäule entlang zogen. Ich hätte wirklich laut losschreien können. Die Schmerzen waren genau wie Wehenschmerzen, und ich war von Panik erfüllt, weil ich mir diese Vorgänge nicht erklären konnte.
Der Muttermund kam mir schwer und offen vor, und ich spürte körperlich, wie sich etwas in meiner Vagina nach unten bewegte. Es war kein ungefährer Eindruck, sondern eine regelrechte körperliche Erfahrung. Ich merkte, wie ich in Gedanken ausrief: »Oh mein Gott! Schon wieder eine Fehlgeburt!« Ich fühlte mich wieder in der ganzen Intensität der gemischten Gefühle von damals gefangen. Es war wie eine körperliche Wiederholung der Geburtswehen, doch diesmal mit der Furcht verbunden, dass ich nicht wusste, was sich aus meinem Körper hinausbewegte. Mit jeder Krampfwelle bewegte sich diese Masse tiefer nach unten.
Ich kann mich noch erinnern, dass ich starke Hitze spürte. Als die Masse auftauchte, ›sah‹ ich für den Bruchteil einer Sekunde lang, dass sie wie ein Organ – ähnlich wie eine Leber – aussah. Plötzlich erkannte ich, dass es eine Plazenta war, aber viel größer als diejenige, die während meiner Fehlgeburt austrat, und sie war richtig schwarz.
Obwohl meine Augen noch geschlossen waren, konnte ich die Masse zwischen meinen Beinen ein paar Augenblicke lang sehen, oder eher ein wenig oberhalb meiner Beine. Dann wurde der Anblick undeutlich und schien zu verblassen. Doch ich kann mich noch gut an die Erschöpfung und an das großartige Gefühl der Befreiung und Entspannung erinnern. Mein Bauch fühlte sich leer und leicht an, ein Gefühl, das mir seit damals – in wechselnden Intensitätsgraden – geblieben ist.

Fallstudie 7.2: 36jährige Frau, Verkäuferin, Mutter zweier Kinder. 5 Jahre nach der Geburt ihres zweiten Kindes bekam sie Gebärmutterkrebs und wurde sowohl chirurgisch als auch chemotherapeutisch behandelt. 2 Jahre später, nachdem die Klientin eine Zeitlang geheilt schien, brach der Krebs erneut aus und wurde auf gleiche Weise wie zuvor behandelt, Als ich sie sah – 18 Monate nach der zweiten Krankheitsepisode –, hatte sich ihr Gesundheitszustand plötzlich zu verschlechtern begonnen. Sie benötigte zunehmende Dosen von Codein, um die Schmerzen im Unterleib zu bekämpfen, und sie konnte an sich selbst alle Anzeichen wiedererkennen, die die vorangehenden Ausbrüche der Krebserkrankung begleitet hatten. Zu diesem Zeitpunkt war sie sehr verzweifelt und spürte, wie ihre Lebenskräfte schwanden.
Was spüren Sie? – Ich spüre eine Art schwarzer Masse an der Stelle, wo meine Gebärmutter war.
Von welcher Größe etwa? – Ungefähr zwei bis drei Zentimeter.
Welche Emotionen oder Gefühle könnten damit verbunden sein? – Es wirkt verdorben und sehr gewalttätig ... wild. Es steht auf Leidenschaft, Sex, ungezügelten Sex. Es liebt Gewalt. Es mag es, wenn ich Schmerzen habe, denn es ernährt sich von Schmerzen. Und es mag auch Codein.
Was passiert damit, wenn Sie Codein nehmen? – Es wird stärker. Es kann mich besser kontrollieren. Es ist wild. Diese wilde Schwingung begann nach der Geburt meines zweiten Kindes. Ich kann mich jetzt daran erinnern, dem Arzt erzählt zu haben, dass ich damals gespürt habe, dass der Mutterkuchen nicht vollständig abgegangen war. Der Arzt checkte nach und sagte, dass alles in Ordnung sei. Aber ich fühlte noch immer, dass etwas drinnen zurückgeblieben war und dass es sich um dieselbe Schwingung handelte – aber inzwischen ist sie viel intensiver geworden. In den ersten paar Monaten nach der Geburt versuchte ich, nichts davon wahrzunehmen, indem ich so tat, als ob sie [die Schwingung] nicht existierte. So erlebte ich eine Lebensphase, in der ich mich unglaublich prüde und zimperlich verhielt, was eigentlich überhaupt nicht meine Art ist. Wenn eine Person in meiner Nähe einen erotischen Witz erzählte, wurde ich wütend. Mein Mann hasste mich damals.
Besteht eine Verbindung zwischen dieser schwarzen Masse und den Krebserkrankungen? – Sie [die Masse] ist der Krebs. Sie fühlt sich genau so an, wie ich mich fühlte, als ich Krebs hatte. [Weinend:] Und jetzt geht das Ganze wieder von vorne los. Dieses Ding wird mich noch umbringen.

Die Erleichterung, die diese Klärung – die von einer Anzahl intensiver IST-Sitzungen begleitet wurde – mit sich brachte, war spektakulär. Innerhalb weniger Tage wechselte die Klientin buchstäblich die Farbe, indem sie den düster-grünlichen Teint ihrer Haut verlor. Alle ihre Freunde bemerkten, wie strahlend sie aussah. Die Schmerzen verringerten sich, so dass die Codeindosis unmittelbar auf die Hälfte reduziert werden konnte. Nach und nach konnte die Klientin die Droge ganz weglassen. Innerhalb weniger Wochen wechselte sie vom Sterben zum Beginn eines neuen Lebens. Inzwischen sind 5 Jahre vergangen, und sie erscheint noch immer total geheilt.
Es ist nicht meine Absicht, die Leser über-enthusiastisch zu stimmen. Von ein paar Ausnahmefällen abgesehen, behaupte ich nicht, dass es genügt, Wesenheiten zu klären, um ernsthafte Krankheiten in den Griff zu bekommen. Erstens sind nicht alle Fälle von Krebs und sonstigen Erkrankungen auf Wesenheiten zurückzuführen. Zweitens kann zwar ein frühzeitiges Klären von Wesenheiten eine Anzahl von Krankheiten vermeiden helfen – doch sobald eine physische Krankheit einmal fest etabliert ist, ist die Situation eine ganz andere. Wenn eine Wesenheit für die Entstehung der Krankheit verantwortlich war, so wird eine Klärung dieser Wesenheit die Heilung der Krankheit erleichtern und das Risiko eines Rückfalls verkleinern. In den meisten Fällen jedoch werden Klienten nicht allein durch das Klären der Wesenheit geheilt, weil physische Krankheiten im Lauf der Zeit eine Art von Eigendynamik anzunehmen pflegen und daher auch dann weiterbestehen können, wenn ihre ursprünglichen Auslöser entfernt worden sind.
Das Klären von Wesenheiten sollte eher Teil der präventiven als Teil der kurativen Medizin sein. Die Wochen nach der Entbindung stellen eine kritische Phase dar, in der eine ›Überprüfung‹ nötig ist, speziell dann (aber nicht nur), wenn Verdacht besteht, dass ein nicht-physischer Teil der Plazenta zurückgeblieben ist.

7.2 Astrale Übertragungen während der Schwangerschaft

Betrachten wir nun einige außerordentliche Mechanismen, die mit der Schwangerschaft verbunden sind. Mutter, die französische Yogini, die viele Jahre lang den Sri-Aurobindo-Ashram in Pondicherry leitete, äußerte sich in ihrer Agenda über seltsame Verbindungen zwischen Eltern und Kindern.26 Sie hatte den Eindruck, dass während der Schwangerschaft eine Anzahl der durch die Mütter unterdrückten psychologischen Tendenzen dazu neigen, ›herauszukommen‹ und auf das Baby übergehen. Alle Arten schädlicher Instinkte und negativer Eigenschaften, die die betreffende Frau in ihrem Unterbewusstsein begraben und vergessen hatte, werden frei und auf das Kind übertragen. Mutter, die damals 91 Jahre alt war, erinnerte sich dann an einen Satz, den sie vor sehr langer Zeit gelesen hatte, möglicherweise bei dem französischen Autor Ernest Renan: »Hütet euch vor den Kindern von netten, anständigen Eltern, denn die Geburt ist eine Säuberung.« (Mutter lachte, als sie dies zitierte.) Der selbe französische Schriftsteller empfahl, dass man auch die Kinder richtig ›schlechter‹ Menschen sorgfältig beobachten sollte, weil diese Kinder sehr oft Anlagen zeigen, die denen ihrer Eltern diametral entgegengesetzt sind.

26 L'Agenda de Mère, Institut de Recherches Evolutives, Paris 1981, Band 10, 22. November 1969

Mutter war über das fürchterliche Temperament der Kinder gewisser gutbürgerlicher Eltern in ihrem Ashram erstaunt. So wandte sie ihre immense Beobachtungsgabe der Geburt von Kindern zu und kam zu der Schlussfolgerung, dass das Kinderkriegen für viele Leute ein Weg ist, um sich aller Dinge zu entledigen, die sie an sich nicht mögen, genau wie ein Reinigungsprozess. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, gewinnt das Sprichwort, dass Schwangerschaft viele Probleme der Mütter heilt, eine neue Dimension.
Hinsichtlich der feinstofflichen Körper korrespondiert dieser Mechanismus mit einer Übertragung gewisser Teile des Astralkörpers der Mutter auf den des Fetus. Dieser Transfer geschieht nicht einfach über Nacht. Es handelt sich um einen graduellen Prozess, wie eine fortschreitende Imprägnierung. Während der neunmonatigen Schwangerschaft werden mehr und mehr Teile des mütterlichen Astralkörpers vom Astralkörper des Babys angezogen. Solange sich das Baby innerhalb seiner Mutter aufhält, wird sie kaum einen Unterschied bemerken, weil der Astralkörper des Babys mit dem der Mutter eng verbunden ist.
Bei der Entbindung findet eine astrale Zersplitterung statt, nicht unähnlich der während des Todes, aber von geringerem Ausmaß. Einige Fragmente aus dem Astralkörper der Mutter trennen sich plötzlich und gehen auf das Baby über. Diese Fragmente werden im Baby nicht zu einer Wesenheit, sondern zu einem Bestandteil seines Astralkörpers.
Andere astrale Teile, sowohl von der Mutter wie auch vom Kind, werden freigesetzt und schaffen eine ›Fallout‹-Situation, die jener nach dem Tode ähnelt, jedoch nicht so intensiv ist. Natürlich ist die Plazenta das Hauptziel dieser verschiedenen astralen Fragmente. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb man sicher gehen sollte, dass die gesamte ätherische Plazenta in den Wochen nach der Geburt eliminiert wird.
Nun verstehen wir auch, weshalb in der indischen brahmanischen Tradition eine Familie nach einer Geburt für sutaka, unrein erklärt wird. Die sutaka der Geburt wiegt nicht so schwer wie die des Todes, aber auch sie bedarf ritueller Reinigungen.
Auch die jüdische Tradition erklärt eine Frau für unrein, wenn sie einem Kind das Leben geschenkt hat, wie dies im 3. Buch des Alten Testamentes klar ausgedrückt wird:
»Wenn eine Frau empfängt und ein männliches Kind gebiert, so wird sie sieben Tage (lang) unrein sein ... Und am achten Tag soll das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten werden. Und sie soll 33 Tage im Blut der Reinigung (daheim) bleiben. Nichts Heiliges soll sie anrühren und zum Heiligtum soll sie nicht kommen, bis die Tage ihrer Reinigung erfüllt sind. Und wenn sie ein weibliches Kind gebiert, so wird sie 2 Wochen unrein sein wie bei ihrer Absonderung. Und 66 Tage soll sie wegen des Blutes daheim bleiben.« (3. Mose 12, 2-5; Elberfelder)

Für das Ende dieser Zeit der Unreinheit wird ein Ritual zur endgültigen Reinigung vorgeschrieben. Wenn es von jemand durchgeführt wurde, der sich mit Wesenheiten auskannte – und es besteht kein Zweifel, dass dies bei einer Anzahl von Rabbis der Fall war – entsprach dieses Ritual der ›Überprüfung‹, die ich jeder frischgebackenen Mutter ein oder zwei Monate nach der Geburt empfehle.
Ein weiterer Effekt der kleinen astralen Zersplitterung, die nach der Geburt stattfindet, ist der Zustand der Leere oder sogar Depression, den die Mutter häufig um diese Zeit herum erlebt. Es wäre übertrieben, diese Zersplitterung als die einzige Ursache der nachgeburtlichen Depression zu bezeichnen. Eine Schwangerschaft ist ein ermüdendes Unternehmen, und man muss nicht hellsichtig sein, um zu verstehen, weshalb sich die Mutter nach der Geburt leer fühlt. Dennoch scheint es sich bei der Zersplitterung des Astralkörpers um einen bedeutenden Faktor zu handeln, der die emotionalen Reaktionen und die in weiterer Folge stattfinden psychologischen Veränderungen, die die Mutter durchzumachen hat, beeinflusst.
Die hauptsächliche Folge dieser astralen Übertragungen ist, dass die meisten menschlichen Wesen eine Anzahl unerwünschter Neigungen erben, während sie sich im Mutterleib befinden. Halten wir fest, dass dies nicht durch Zufall geschieht. Wenn wir die Mechanismen beobachten, nach denen sich wandernde Seelen ihre Eltern aussuchen, so bemerken wir, dass es für gewöhnlich gute Gründe dafür gibt, weshalb sich eine bestimmte Seele zu einer bestimmten Mutter hingezogen fühlt. In der Astralsphäre zieht Gleiches Gleiches an. Eine Art von Resonanz findet zwischen den Neigungen des zukünftigen Babys und denen seiner zukünftigen Mutter statt. Mit anderen Worten: Eine Seele fühlt sich zu Eltern hingezogen, deren Astralkörper eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Astralkörper der Seele aufweisen.
Es ist jedoch auch nicht selten, dass sich eine Seele zu einer Mutter hingezogen fühlt, weil diese über bestimmte Qualitäten verfügt und dann unerwartet einen ganzen Komplex anderer Eigenschaften erbt. Leute, die denken, dass beim Mechanismus der Wiedergeburt nichts dem Zufall überlassen bleibt, übersehen eine grundsätzliche Tatsache, nämlich die, dass die gegenwärtige Verfassung der menschlichen Astralkörpers einem totalen Chaos gleicht. Erinnern wir uns daran, dass wir auf der astralen Ebene nicht eine Person, sondern eine Horde sind. Sie bestehen aus einer Meute von Charakteren, und jeder von ihnen hat seine eigenen Anlagen und Begierden. Ein Baby mag sich wohl von Ihnen angezogen fühlen, weil Sie einen speziellen Charakter haben, und dann Wesenszüge erben, die mit diesem einen Charakter nichts zu tun haben, weil sie mit anderen Charakteren in Verbindung stehen. Eine wirkliche Lösung dieses Problems kann nur dann stattfinden, wenn sich Leute, die Eltern werden möchten, einer systematischen Reinigung ihres bewussten und unbewussten Geistes unterziehen, bevor sie ihre Kinder zeugen.27

27 Siehe Rückführung in frühere Leben – eine Therapie für Freiheit im Hier und Jetzt vom selben Verfasser.

7.3 Fehlgeburten als Reinigungen

Mehr als einmal konnte ich Frauen beobachten, die eine psychische Reinigung durch eine Fehlgeburt erfuhren, sogar dann, wenn die Fehlgeburt sich zu einem sehr frühen Zeitpunkt ereignete. Dieser Mechanismus ähnelt den soeben beschriebenen Prozessen. Ganze Teile des mütterlichen Astralkörpers werden auf den Embryo übertragen, und durch die Fehlgeburt wird alles ausgestoßen. Ich sah, wie dies mit gewissen Frauen geschah, die sehr schwere und dunkle Energien mit sich trugen. Diese Energien waren sehr tief in ihnen begraben oder so eng mit ihrer ganzen Persönlichkeit vermischt, dass eine Befreiung nahezu als aussichtslos schien. Unter schweren und dunklen Energien verstehe ich hier nicht Wesenheiten (die selten schwer loszuwerden sind, wenn ein qualifizierter Klärer verfügbar ist), sondern negative und zerstörerische psychologischen Neigungen, die dunkelsten Stellen des Astralkörpers. Dann wird – manchmal sehr unerwartet – die betreffende Frau schwanger und hat innerhalb weniger Wochen einen Abgang, und die dunklen Energien verschwinden wie durch ein Wunder. Jedes Mal, wenn ich Zeuge eines derartigen Vorganges werde, kann ich mich nur wundern, wie klug die Natur ist, indem sie uns in den verfahrensten Situationen Hilfestellung leistet.
Natürlich wird jede Frau, der eine Fehlgeburt widerfährt, sehr davon profitieren, wenn ihr diese Mechanismen erklärt werden. Dies macht es viel leichter, psychologisch mit der Fehlgeburt umzugehen. Darüber hinaus ermöglicht eine bewusste Wahrnehmung des Reinigungsprozesses der Frau, diesen zu intensivieren. Sie kann eine Anzahl innerer Probleme in den Wochen, die der Fehlgeburt folgen, willentlich fallen lassen. Und wenn der Schwangerschaftsabbruch chirurgisch durchgeführt werden muss, kann sie sich darauf vorbereiten und das beste aus dieser schwierigen Situation machen. Sie kann vor, während und unmittelbar nach dem Eingriff soviel Negativität wie möglich in den Fetus laden.
Nimm an, dass du eine Frau bist und in einer Gesellschaft lebst, in der du 15-20 Kinder haben wirst, wie es zum Beispiel in gewissen katholischen Gemeinden des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Kanada der Fall gewesen ist. Höchstwahrscheinlich wirst du in dieser Situation auch ein paar Fehlgeburten haben, einige davon wirst du nicht einmal bemerken, weil sie zu früh stattfinden, um mehr als einen guten Menstruationsfluss zu produzieren. Eine Schwangerschaft wird innerhalb weniger Tage beginnen und beendet sein, und du wirst sie nicht einmal zur Kenntnis genommen haben. Oder du wirst annehmen, dass du nur eine späte Periode hattest oder eine intensivere Periode als für gewöhnlich. Doch in Wirklichkeit hattest du nicht nur eine Fehlgeburt, du hast dich von einem kompletten astralen Teil befreit.
Die Tatsache, dass immer mehr Frauen systematisch zu kontrazeptiven Mitteln greifen, unterdrückt die natürliche Reinigung, die eine Folge zahlreicher Geburten und Fehlgeburten ist. Um es klarzustellen: Weder behaupte ich, dass Schwangerschaftsverhütung falsch ist noch empfehle ich, dass Frauen 20 Kinder haben sollten. Kinder zu kriegen ist nicht der eleganteste Weg, um sich selbst zu reinigen. Dennoch ist es ein kraftvoller Weg, und wenn er durch Empfängnisverhütung unterdrückt wird, sollte man nach Methoden Ausschau halten, ihn zu ersetzen, um auf andere Weise astrale Befreiungen zu ermöglichen.
Im Abschnitt über ›Packungen‹ des Kapitels 15 wird eine Reinigungstechnik mit Kräutern (›Vaginal-Zäpfchen‹ genannt) beschrieben. Obwohl auch die Vaginal-Zäpfchen nicht einmal den Bruchteil des Reinigungseffekts einer Schwangerschaft oder einer Fehlgeburt aufweisen können, bieten sie dennoch einen interessanten Reinigungseffekt. Ob nun Zäpfchen oder nicht: Es bleibt das Bedürfnis danach, neue Wege der Reinigung zu entdecken.
Während es sehr gescheit von einer Frau ist, ihre dunkle astrale Seite durch eine Fehlgeburt loszuwerden, ist es überhaupt nicht gescheit, dass Ärzte tote Embryos nur drei Räume vom OP-Saal entfernt in Flaschen aufzubewahren. Unter dem Gesichtspunkt feinstofflicher Körper und Energien neigt die moderne Medizin dazu, eine Vielzahl fataler Fehler zu begehen. Wegen der offensichtlichen Risiken einer Verbreitung astraler Fragmente sollten Embryos und Plazentas niemals in Spitälern oder in der Nähe verletzlicher Patienten aufbewahrt werden. Ein geeigneter Weg, sie zu entfernen, wäre es, sie an einem Ort mit geeigneter Energie zu begraben.28 Die Menschen sind sich des großen Leides nicht bewusst, das sie sich selbst und anderen zufügen können, wenn sie mit Dingen hantieren, die sie für bloße Fleischstücke halten, die jedoch in Wirklichkeit manchmal außerordentlich schädliche Energien enthalten.

28 Eine Erdlinienkreuzung in einem entlegenen Waldgebiet zum Beispiel. Siehe Kapitel 12 in Tor zu inneren Welten.

7.4 Pflege der Mutter nach der Entbindung

Die Leere, die der Entbindung folgt, macht eine Frau verletzlich und es besteht ein viel größeres Risiko als sonst, dass sie sich perverse Energien oder Wesenheiten einfängt. Darüber hinaus können die astrale Zersplitterung bei der Geburt und die möglichen Komplikationen, die die ätherische Plazenta betreffen, das Risiko, von einer Wesenheit parasitär befallen zu werden, zusätzlich erhöhen. Daraus ergibt sich, dass die Mutter so gut beschützt werden sollte wie es nur irgendwie möglich ist. Sie sollte ausruhen können und drinnen bleiben können, wobei letzteres im doppelten Sinne gilt: sowohl in der Geborgenheit des Hauses als auch in der Geborgenheit ihrer seelischen Sphäre. Zugluft und Kälte sollte sie strikt vermeiden. Wenn die betreffende Frau es als wohltuend empfindet, so kann sie ihrer Haut die Einreibung mit einem schützenden Massageöl angedeihen lassen.
Je schneller die Mutter ihre Energien wieder aufladen kann, desto sicherer wird sie sein. In dieser Phase unmittelbar nach der Geburt braucht sie am meisten Wärme, sowohl physisch wie auch emotional. Eine Technik aus der traditionellen chinesischen Medizin, die ich für sehr effektiv halte, besteht darin, Moxas in den Bereichen der Akupunkturpunkte Konzeption 5 (›Steintor‹ genannt) und Konzeption 6 (›Meer der Energie‹), die circa 2-3 cm unterhalb des Nabels liegen, zur Anwendung zu bringen.
Moxas sind ›Zigarren‹, die mit Beifußblättern (Artemisia vulgaris) gestopft sind. In der Akupunktur werden sie an Stelle von Nadeln benutzt, um die Akupunkturpunkte auf sanfte Art zu erwärmen. Man muss kein Akupunkteur sein, um diese sehr einfache Technik anzuwenden, weil Moxas einen ganzen Bereich erwärmen und daher keine präzise Lokalisation der Punkte nötig machen.
Diese Moxas bekommst du in chinesischen Kräuterläden. Es ist besser, wenn man sie mit einer Kerze anzündet statt mit einem Streichholz, weil es schon einen gewissen Zeitaufwand braucht, um solch eine dicke Zigarre anzubrennen. Danach verwendest du das Moxa, um den Bereich, der etwa 2-3 cm unterhalb des Nabels der Mutter liegt, aufzuwärmen. Halte die brennende Spitze der Moxa ungefähr 2-3 cm von der Haut entfernt.
Moxas werden aus zusammengepressten Kräutern hergestellt, die in dünnes Papier gehüllt werden. Man sollte das Papier etwa einen Millimeter vom gestopften Kraut entfernen, um ein gutes Glimmen zu gewährleisten. Wenn man dies nicht tut, wird das Moxa nicht richtig brennen. Wenn man jedoch zu viel Papier von der Kräuterfüllung entfernt, flammen die Kräuter auf und verbrennen.
Die angemessene Distanz des Moxa zur Hautoberfläche wird aufgrund des Feedbacks, das die behandelte Mutter gibt, eingestellt. Bei der Behandlung sollte das Gefühl einer angenehmen Wärme entstehen. Wenn die Mutter zuwenig Hitze spürt, dann bewege das brennende Ende der Moxa-Zigarre näher zur Haut hin. Wenn es unangenehm heiß wird, entferne das Moxa ein wenig – die Haut zu verbrennen bringt keinerlei Vorteil. Vergiss nicht, von Zeit zu Zeit die Asche in einen Aschenbecher abzustreifen, damit sie nicht herabfällt und die Haut verbrennt.
Setze diese Prozedur fünf bis zehn Minuten fort. Wiederhole sie zwei bis drei Mal pro Woche während des ersten Monats nach der Entbindung, und dann ein bis zwei Mal pro Woche während der nächsten zwei Monate. Wenn heißes Wetter herrscht, wiederhole die Behandlung nur ein bis zwei Mal pro Woche für die Dauer von zwei bis drei Wochen nach der Entbindung und höre dann auf damit. Moxas erzeugen Hitze im Körper, und man sollte während eines heißen Sommers mit ihrer Anwendung sehr vorsichtig sein. Ein Überschuss an Hitze kann Schaden verursachen.
Wegen ihrer Dicke können Moxas nicht wie Zigarettenstummel ausgedrückt werden. Man löscht sie, indem man ihre Spitze in einen mit Sand gefüllten Aschenbecher drückt oder einfach in die Erde einer Topfpflanze. Diese einfache Technik der Moxabehandlung ist für gewöhnlich sehr effektiv, um die Energien einer Mutter wieder herzustellen und um geringfügige Probleme zu beseitigen wie zum Beispiel exzessives Schwitzen nach der Entbindung.
Wenn wir schon beim Thema Moxa sind, sei uns eine kurze Abschweifung gestattet: Wenn die frischgebackene Mutter nicht stillen kann, weil keine Milch kommt, kann man ein Moxa benützen, um die Mitte des Brustbeinbereichs aufzuwärmen (Konzeption 17). Meinen Erfahrungen zufolge hat diese Maßnahme nie versagt.
Eine bemerkenswerte Technik, um die Energie des Bauchbereichs einer Mutter zu regenerieren, zeigte mir ein taoistischer Meister namens Tam Long aus Vietnam.
Warte ungefähr eine Woche nach der Entbindung und besorge dann ein halbes Dutzend Steine, von denen jeder ungefähr die Größe einer Faust hat. Erhitze die Steine in einem Ofen circa 45 Minuten lang auf 240 °C. Dann hülle die heißen Steine in eine Decke und lege das Bündel auf den Bauch der Mutter. Wickle die Mutter selbst in eine Anzahl von Decken und lasse sie die Wärme etwa eine dreiviertel Stunde lang genießen, bis die Steine lauwarm oder kalt werden. Während der Anwendung dieser Methode darf kein Gefühl des Brennens entstehen. Wenn die Felsbrocken zu heiß sind, so mag es notwendig sein, die Steine mit mehr als einer Decke zu umhüllen, um eine erträgliche Temperatur zu gewährleisten.
Es ist wichtig festzuhalten, dass eine Wärmflasche kein Ersatz für die Steine ist. Nach der chinesischen Lehre von den Elementen handelt es sich um eine ›Erd-Wärme‹, die durch diese Maßnahme vermittelt werden muss, und nicht um eine ›Wasser-Wärme‹.
Orientalische Schlafstellen sind meist nicht so hochentwickelt wie unsere Betten. Sie bestehen häufig aus einem einfachen Holzrahmen mit einem Netz aus Schnüren. Falls ein solches Bett zur Verfügung steht, kann man die komplette Technik zur Anwendung bringen, indem man heiße Holzkohlen und Asche darunter platziert, so dass die Hitze auch den Rücken der Mutter erreicht, während ihr Unterleib von den Steinen erwärmt wird. Der Effekt ist ausgesprochen angenehm und warm und lädt sowohl den Nierenbereich wie auch den Bauch gleichzeitig mit Energien auf.29

29 Eine ähnliche Praktik findet sich in der indischen Tradition, wo es Brauch war, heiße Asche und Holzkohlen unter die Schlafstelle der frischgebackenen Mutter zu platzieren, und zwar etwa zwei Stunden nach dem Ende der Entbindung. Aber es war bei diesem Vorgehen auch üblich, alle Fenster und Öffnungen der Behausung zu schließen, während man das Feuer zehn Tage lang am Brennen hielt, wodurch eine stickige Atmosphäre im Raum geschaffen wurde.

Wiederhole diese Maßnahme in 2 Wochen und nochmals 2 Wochen später. Gemäß den Taoisten, deren Wissenschaft des langen Lebens großartig ist, ist diese Methode ausgezeichnet geeignet, die Energien der Mutter wiederherzustellen und um Störungen und Erkrankungen, die sich aufgrund des nachgeburtlichen Leeregefühls einstellen können, vorzubeugen. Man schreibt dieser Technik auch zu, dass sie dazu beiträgt, dass die Muskeln und die Haut des Unterleibs sich wieder festigen und sich die Bildung von schwabbeligen Fettrollen um den Bauch in Grenzen hält.
Dieselbe Technik wird auch beim Wiederherstellen der Energien nach einer Fehlgeburt oder nach einem Schwangerschaftsabbruch behilflich sein. Nach Schwangerschaftsabbrüchen ist es nicht nötig, dass man eine Woche mit der Anwendung dieser Methode wartet. Wende in einem solchen Fall diese Technik zum ersten Mal noch am gleichen Tag oder an dem Tag an, der dem Eingriff folgt. Wiederhole die Behandlung in den folgenden Wochen ein bis zwei Mal.
Innerhalb eines zwei- bis dreimonatigen Zeitraums nach der Geburt sollte die Mutter – taoistischen Meistern zufolge – es gewissenhaft vermeiden, Austern, Schnecken und jede Art von Schalentieren zu essen. Auch der Genuss von Gurken und Wassermelonen sollte in dieser Zeit unterbleiben. Die Logik hinter diesen Diätempfehlungen ist einfach: die Mutter braucht dringend Wärme, und aus diesem Grund werden kalte und wässrige Nahrungsmittel als schädlich erachtet.
Beim Erörtern chinesischer Heiltechniken ist es von Interesse, den Akupunkturpunkt Zhu Bin (Niere 9) zu erwähnen. In der Akupunktur wird dieser Punkt – während der Schwangerschaft – systematisch angegangen, um Erb-Defekte zu korrigieren; mit anderen Worten, um zu verhindern, dass einige negative Eigenschaften der Mutter an das Kind weitergegeben werden. Ob dies nun auf astrale Übertragungen angewandt werden kann oder nicht: es macht (jedenfalls) Sinn, sich auf die Punkte von Zu Zhao Yin (Nierenmeridian) zu beziehen, um zu versuchen, die Unversehrtheit des Babys während der Zeit der Schwangerschaft aufrecht zu erhalten.

Kapitel 8: Wie fängt man sich eine Wesenheit ein?

8.1 Wie leicht wird das Verteidigungssystem durchbrochen?

So einfach wird das Verteidigungssystem nicht durchbrochen! Man fängt sich zum Beispiel keine Wesenheit dadurch ein, indem man in einem Restaurant eine Mahlzeit einnimmt oder einen Freund umarmt oder Omas Socken trägt. Auch durch die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel oder öffentlicher Toiletten oder gar durch einen nächtlichen Spaziergang über den Friedhof ist noch niemand von einer Wesenheit befallen worden. Es muss immer wieder betont werden, dass es einer starken Risikosituation und einer starken Anhäufung negativer Faktoren bedarf, damit sich eine Wesenheit Einlass verschaffen kann.
Auf der energetischen Ebene wird ein menschliches Wesen auf natürliche Weise von einer Anzahl von Mechanismen geschützt. Der Ätherkörper verfügt über seine eigenen Verteidigungsschichten. So wie der physische Körper ein Immunsystem und verschiedene andere Weisen hat, um seine Integrität aufrecht zu erhalten, so besitzt auch der Ätherkörper ein breites Spektrum energetischer Vorrichtungen, die ihn dauerhaft vor dem Eindringen fremder Energien und Dinge bewahren. Von ein paar Ausnahmefällen abgesehen, kann sich eine Wesenheit nur dann Einlass verschaffen, wenn diese natürlichen Verteidigungsmuster zeitweilig durch ein Trauma oder durch andere ungewöhnliche Umstände außer Kraft gesetzt worden sind.
Darum ziehen wir zwei Hauptkategorien von Gründen in Betracht, aus denen eine Wesenheit Einlass finden und zum Bewohner unseres Systems werden kann:

Wenn man nachforscht, wie ein Klient sich eine Wesenheit eingefangen hat, dann findet man für gewöhnlich eine Kombination dieser zwei Faktoren in unterschiedlichen Ausmaßen. Diese Feststellung trifft gewiss auf die beiden risikoträchtigen Situationen zu, die in den vergangenen Abschnitten beschrieben wurden: Nach dem Tod eines Angehörigen, und für eine Frau nach einem Schwangerschaftsabbruch, einer Fehlgeburt oder der Geburt eines Kindes. In diesem Kapitel werden wir einen Blick auf die anderen häufig vorkommenden Umstände werfen, in denen eine Wesenheit eindringen und sich festsetzen kann.

8.2 Im Mutterleib

Fallstudie 8.1: 44jährige Frau, katholische Nonne.
Was will es? – Es mag Neid. Es erschafft Neid nach Dingen, die ich nicht haben kann.
Was geschieht mit ihm, wenn Sie sich neidisch fühlen? – Es wird fett, und dann bekomme ich Kopfweh. Es ernährt sich von meiner Frustration.
Wenn es durch Sie sprechen könnte, was würde es sagen? – Hasse sie alle und ziehe dich in dein Schneckenhaus zurück.
[Die Klientin bewegt sich mit Hilfe der IST-Technik in der Zeit rückwärts.]
Ich erblicke mich selbst in einer Wiege. Das Baby hatte sie [die Wesenheit] und wurde überall blockiert durch sie. Und sie [die Wesenheit] verursachte Ekzeme. Sie ließ Frustration entstehen wie ein Jucken, und der Ausschlag war Teil davon. Dieses Ding ist wie ein Jucken ...
[Die Klientin rotiert wieder zurück. Irgendwann nimmt die Klientin dabei eine zusammengerollte Embryohaltung ein, ohne dass ihr gesagt worden wäre, sich so zu verhalten.]
Im Mutterleib. Es kam in den Mutterleib, weil meine Mutter durcheinander war. Es hat mit meiner Mutter zu tun. Es kam von meiner Mutter, zu Beginn der Schwangerschaft. Sie hat mich nicht gewollt, weil ich zu schnell nach meiner Schwester kam. Ich will [diese Situation] nicht ansehen. Sie war sehr durcheinander, und sie [die Wesenheit] gelangte von ihr [meiner Mutter] in mich.

Wie die Klienten selbst herausgefunden haben, scheint es, dass ein Baby im Mutterleib anfällig dafür ist, Opfer einer Wesenheit zu werden. Was sind die Gründe dafür?
Im letzten Kapitel betrachteten wir den ›Reinigungsprozess‹, durch welchen eine Mutter Teile ihres Astralkörpers an das Baby weitergibt. Vom Gesichtspunkt des Babys aus betrachtet, handelt es sich hier um einen Grenzfall zwischen dem Einfangen einer Wesenheit und dem ›Erben‹ eines unerwünschten astralen Teiles. Abgesehen davon ist das Baby im Mutterleib total von der Ernährung abhängig, die von der Mutter kommt. Unter dieser Ernährung verstehen wir nicht nur Sauerstoff und Nährstoffe, sondern auch die emotionale Ernährung. Das Baby ist den Emotionen der Mutter gegenüber total offen. Was auch immer von der Mutter kommen mag, wird vom Baby ohne Einschränkung aufgenommen. Als Erwachsene können wir uns kaum vorstellen, was dies bedeutet, weil wir all die Jahre hindurch Schichten emotionalen Schutzes um uns herum aufgebaut haben. Das Baby verfügt noch über nichts Derartiges, daher wird von ihm jede emotionale Welle, die von der Mutter stammt, tausend Mal intensiver empfangen, als wir das durch unsere Abwehrmechanismen hindurch zulassen.
Daraus folgt: Wenn die schwangere Frau sich in Frieden und Harmonie befindet und ihrem Baby liebevolle Gefühle zukommen lässt, dann fühlt sich das Baby ekstatisch, es nimmt ein Sonnenbad der Liebe und entwickelt dadurch die Wurzeln seines zukünftigen Selbstvertrauens. Im IST-Zustand entdecken Klienten häufig, dass Gewünscht- und Geliebtsein im Mutterleib die Grundlage für eine Anzahl späterer Lebensqualitäten ist, wie Selbstwertgefühl und Durchsetzungsvermögen, die Fähigkeit, sich seiner selbst sicher zu sein und in die eigenen persönlichen Ressourcen Vertrauen zu haben.
Wenn die schwangere Frau jedoch ihr Kind nicht wirklich wünscht, oder wenn sie durch andere Umstände belastet wird, so wird der Embryo die negativen emotionalen Wellen ohne Schutz empfangen. Diese Situation ist das Gegenstück zu dem, was wir Erwachsene für eine tiefe Depression halten – wenn wir uns von einem schwarzen Loch verschluckt fühlen. Obwohl der Fötus auf natürliche Weise energetisch außerordentlich gut geschützt ist, können negative emotionale Wellen Breschen in sein Verteidigungssystem schlagen und das Eindringen einer Wesenheit ermöglichen.
All dies findet in einer Phase statt, in der die verschiedenen Hüllen des Babys im Entstehen und in der Organisation begriffen sind (insbesondere sein physischer Körper und sein Ätherkörper). Die Tatsache, dass der ätherische Anteil des Fötus einer intensiven Gestaltungsarbeit unterzogen wird und daher notwendigerweise umfangreiche Energien aus seiner Umgebung beziehen muss, ist ein weiterer Grund, der das Baby anfälliger macht.

Fallstudie 8.2: 33jährige Frau, Masseuse.
Vor 7 Jahren war sie Prostituierte und heroinsüchtig. Wir ergründeten einen Bereich, der sich für die Klientin »dunkler, schwerer und dichter« anfühlte und sich auf ihrer linken Körperseite, hinter den Rippen, befand.
Was fühlen Sie gerade? – Die Präsenz ist wütend, weil ich über sie spreche. Sie haftet irgendwie meiner ganzen linken Körperseite an.
Fühlt sie sich eher wie etwas Fremdes oder eher wie ein Teil Ihrer selbst an? – Eher fremd. Sie fühlt sich anders an als der Rest von mir.
Was will sie? – Sie will, dass ich versage und leide. Sie ist nur mit Hass und Leiden beschäftigt und damit, mich zu bestrafen. Weil ich Dinge in meinem Leben verkehrt gemacht habe und auch, weil ich die Fähigkeit habe, sehr glücklich sein zu können. Sie will einfach die totale Zerstörung, den Holocaust: alles tot, ausgelöscht, entstellt. Verzweifelt und von bedingter Liebe abhängig. Sie will vor allem, dass ich leide, weil ich keine Drogen mehr nehme und nicht mehr versuche, mich selbst zu zerstören.
Wie sieht sie aus? – Durchsichtig. Sie hat Tentakel, die mit etwas Pilzähnlichem bedeckt sind. Wenn ich anfange, über sie zu sprechen, schlägt sie mit ihren Tentakeln um sich und versucht, mich unbeweglich zu machen und zum Schweigen zu bringen.
Haben Sie sie jemals zuvor gesehen? – Nein, niemals. Heute zum ersten Mal.
[Sie bewegt sich mit Hilfe der IST-Technik rückwärts in die Vergangenheit.] Ich bin ungefähr drei Jahre alt. Sie existiert schon. Sie bringt mich zum Weinen. Und sie bringt mich dazu, sonderbare Dinge zu tun, wie den kleinen Jungen zu terrorisieren, der gegenüber lebt.
[Sie bewegt sich nochmals rückwärts in die Vergangenheit.] Ich sehe meine Mutter. Sie ist schwanger mit mir, frühe Schwangerschaft. Sie ist sehr unglücklich. Sie trinkt Alkohol und raucht. Sie sieht derart blass und ungesund aus, fast wie tot! Mutter ist in ihren frühen Dreißigern. Ich habe sie noch nie in einer solchen Verfassung gesehen. Mein Vater schlägt sie. Er ist sehr gewalttätig. Ich sehe, dass sie schreckliche Angst hat. Das ist der Zeitpunkt, an dem sie [die Wesenheit] Eingang in mich fand. Plötzlich, eines Nachts, als Vater meine Mutter schlug. Die Wesenheit wartete im Zimmer und fuhr geradewegs in meine Mutter, in den Bauch, in mich hinein.

Obwohl die entdeckte Wesenheit der Klientin schon vor der Geburt anhaftete, identifizierte die Klientin die Wesenheit als etwas nicht zu ihr Gehöriges. Dasselbe widerfuhr der Klientin in Fallstudie 8.1.
In beiden Fällen (8.1 und 8.2) wurden die Wesenheiten gemäss der Methode, die in den Kapiteln 14 und 15 dargestellt wird, ergründet und geklärt. Vom Gesichtspunkt des Klärers aus betrachtet, bedeutet die Tatsache, dass die Präsenz seit einem derart frühen Entwicklungsstadium der betroffenen Person anhaftet, keine erhöhte Schwierigkeit im Klärungsvorgang. In Bezug auf die Klienten jedoch ist es klar, dass die Präsenz der Wesenheiten Ursache von bedeutenden emotionalen Problemen ist, die durch die Klärung der Wesenheit allein noch nicht gelöst werden und die tiefgreifende psychologischer Bearbeitung erfordern.

8.3 Zwillinge

Die Geburt von Zwillingen ist eine weitere wichtige Situation, in der ein Fötus Wesenheiten einfangen kann. Gegenwärtig sind rund ein Prozent der menschlichen Geburten Zwillingsgeburten. Jedoch ist die Anzahl von Schwangerschaften, die mit Zwillings-Embryonen beginnen, erheblich höher. Eines der beiden Embryos hört auf zu wachsen und ›stirbt‹ in den frühen Schwangerschaftsmonaten, und alles geht so weiter, als ob es sich lediglich um ein Baby handeln würde. Der körperliche Überrest des toten Embryos findet sich nach der Geburt in der Plazenta.30 Das Problem besteht darin, dass der Zwillingsembryo nicht nur aus Fleisch bestand. Die Situation gleicht in hohem Maße der bei Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüchen: Die nicht-physischen Teile des Zwillings verbleiben im Mutterleib und heften sich möglicherweise in Form einer Wesenheit dem (überlebenden) Baby an.

30 Wenn der Zwilling in sehr frühen Stadien der Schwangerschaft abgeht, kann es sich als außerordentlich schwierig erweisen, irgendeinen Überrest in der Plazenta zu finden, was es nicht leicht macht, angemessene Statistiken zu erstellen.

Fallstudie 8.3: 29jähriger Mann, Arzt. Seit Jahren empfand er eine »Schwere« im Bereich der Gallenblase, für die keine medizinische Erklärung gefunden werden konnte.
Wie sieht »das Ding« aus? – Es gleicht einem Fötus, circa 12-13 Zentimeter lang. Es besteht aus einer Art von graublauer, durchsichtiger Gelatine, genau wie ein Fötus. Es hängt an meiner rechten Seite, unter den Rippen; genau dort, wo ich die ganze Zeit dieses unangenehme Gefühl habe.
Wie beschreiben Sie die Verbindung zwischen dem Fötus und dem unangenehmen Gefühl? – Der Fötus nimmt den ganzen Raum in diesem Bereich ein. Ein 12 Zentimeter langer Fötus schläft in meiner Leber! Kein Wunder, dass ich mich unwohl fühle.
Was macht er? – Nichts, er schläft einfach. Manchmal bewegt er sich ein wenig, doch er ist durch eine Art von Schnur an meiner rechten Seite befestigt. Manchmal begibt er sich in meinen Kopf hinauf und ich bekomme diese furchtbaren Kopfschmerzen. Das Einzige, was ich dann tun kann, um sie zu beenden, ist, ins Bett zu gehen und einzuschlafen.
Gibt es irgendeine Emotion oder ein Gefühl, das mit der Wesenheit zusammenhängt? – Er ist zornig. Zornig auf mich. Wie eine Art von Neid.
[Der Klient bewegt sich mit Hilfe der IST-Technik rückwärts in die Vergangenheit.] Es herrscht Dunkelheit. Ein dunkler Raum. Im Mutterleib. Es war vor mir da. Es kam zuerst, ich kam nachher an. Wir haben beide dieselbe Größe und nehmen die gleiche Embryohaltung ein. Aber wir sind kleiner, als er es derzeit ist. Er befindet sich auf meiner rechten Seite, wie jetzt auch. Ich kann seine starke Präsenz an meiner rechten Seite spüren. Er ist eine kraftvolle Person, ein Kämpfertyp. Dann läuft irgendetwas schief mit ihm. Er beginnt zu verblassen. Er verschwindet. Aber sein [ätherischer] Embryonalkörper bleibt dicht bei mir. Er war damals nicht so groß, wie er es gegenwärtig ist. Im Lauf der Zeit ist er ein wenig gewachsen. Aber er ist leer, wie ein Schatten seiner selbst im Vergleich zu seiner vorigen Präsenz. Der Zorn kommt daher, weil ich seinen Platz eingenommen habe.

In einigen Fällen hatte ich Klienten, die einen Kampf zwischen sich und dem anderen Zwilling beschrieben. Der Kampf fand natürlich nicht auf der physischen Ebene statt, sondern auf der astralen Ebene.

Fallstudie 8.4: 35jähriger Mann, Künstler, der eine dunkle Präsenz spürte, die seinem Schulterbereich anhaftete.
Was bemerken Sie? – [Der Klient bewegt sich mit Hilfe der IST-Technik zurück in den Mutterleib.] Ich sehe eine andere Person in die Höhle kommen. Eine andere Seele. Ich will nicht, dass er hereinkommt. Nun sieht es so aus, als müsste ich den Platz mit ihm teilen. Doch scheinbar wachse ich schneller als er. Er zappelt und müht sich ab und unternimmt alles, was ihm möglich ist, um drinnen zu bleiben. Er schlägt und tritt mich sogar. Er versucht mich hinauszutreten. Aber er hat verloren. Ich wachse und er schrumpft. Deshalb versucht er, mich hinauszustoßen und meinen Körper zu nehmen und ich muss mich festhalten. Dieser Körper gehört mir, ich bin nicht bereit, ihn hineinzulassen. Er kann meinen Platz innerhalb des Körpers nicht einnehmen und deshalb klebt er an meinem Rücken.

In meiner Praxis hatte ich mit einer Anzahl von Klienten zu tun, die ähnliche Wesenheiten entdeckten, die von einem verlorenen Zwilling stammten, und die – unnötig dies zu betonen – diese Möglichkeit niemals in Betracht zogen, bis sie sich dem IST-Prozess unterzogen. Dies führt mich zu der Annahme, dass die Anzahl von Zwillingen, die in den ersten Phasen der Schwangerschaft abgehen, in Wirklichkeit höher sein könnte, als es die Ärzte derzeit glauben.

8.4 Drogen (Medikamente) und Chirurgie

Während des Schlafes bewegt sich der obere Komplex (Astralkörper und Ego) vom unteren Komplex (physischer Körper und Ätherkörper) fort und richtet seine Aktivitäten auf die astralen Welten hin aus. Während dies geschieht, ist der untere Komplex (physischer Körper und Ätherkörper) gewiss nicht ungeschützt. Jedoch sind die Abwehrkräfte des unteren Komplexes nicht unerschöpflich und es kann aus einer Anzahl von Gründen zu Verteidigungslücken kommen.
Zu den häufigsten Faktoren zählt der Konsum gewisser Drogen, die entweder aus medizinischen Gründen oder zu Rauschzwecken eingenommen werden. Alkohol, Schlaftabletten, Schmerzmittel, Anästhetica und der ganze weite Bereich von Betäubungsmitteln angefangen bei Marihuana bis hin zu Heroin: sie führen allesamt zu einer Störung des Verteidigungssystems und können Lücken darin verursachen.
Selbstverständlich haben nicht alle diese Mittel die gleiche desorganisierende Wirkung auf das feinstoffliche Verteidigungssystem. So ist zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit, sich durch den Genuss eines Glases Weins oder durch den Konsum einer Marihuana-Zigarette eine Wesenheit einzufangen, gleich Null. Andererseits verursacht die Anwendung der meisten in der Chirurgie zum Einsatz kommenden Anästhetika eine komplette Öffnung und somit Verletzlichkeit für das Eindringen einer Wesenheit.

Fallstudie 8.5: 52jähriger Mann, Schullehrer. Wir erforschten eine Wesenheit, die sich im Bereich des Unterleibs befand.
Wem sieht es ähnlich? – Es gleicht einem umherschleichenden schwarzen Panther, mit glänzenden braunen Augen. Der Panther sieht nicht in meine Richtung, sein Schwanz ist auf mich gerichtet.
Hat er eine Vorliebe für bestimmte Speisen? – Fleisch. Er bringt mich immer dazu, mehr Fleisch zu essen, als ich brauche.
Gibt es irgendwelche Emotionen oder Gefühle, die damit verbunden sind? – Er veranlasst mich, mich schüchtern zu fühlen. Er frisst meine Kraft auf. Er verzehrt meine Energie und mein Selbstvertrauen. Er will nicht, dass ich mein volles Potential zum Ausdruck bringe.
[Der Klient bewegt sich mittels der IST-Technik rückwärts.] Ich kann sehen, wie es in mich kam, als ich vier Jahre alt war. Das geschah, als ich wegen eines Leistenbruchs operiert wurde. Nach dieser Operation änderte sich meine Persönlichkeit total. Vor der Operation war ich ein lebhaftes, unbefangenes Kind. Nach dem Eingriff wurde ich sehr schüchtern. Der Panther brachte es mit sich, dass ich mein Vertrauen verlor. Ich begann, mich in mich zurückzuziehen.

Als praktizierender Mediziner hatte ich die Gelegenheit, unmittelbar beobachten zu können, wie leicht es Patienten widerfahren kann, während chirurgischer Eingriffe Wesenheiten einzufangen. Alle dies begünstigenden Umstände kommen zusammen: Zuerst treiben die Anästhesie-Medikamente den Patienten aus seinem Körper und legen das Verteidigungssystem lahm. Zweitens: Die durch den Schnitt mit dem Skalpell herbeigeführte Hautöffnung führt zu einer Lücke in den Verteidigungsschichten des Ätherkörpers und bildet einen idealen Eingang für das Eindringen einer Wesenheit. Drittens sind Operationssäle so gebaut, dass sie die Ansammlung von perversen Energien und von Wesenheiten geradezu begünstigen.
Als ich mein Medizinstudium begann, sah ich die letzten freundlichen Operationssäle mit offenen Fenstern. Bald danach wurden sie durch geschlossene, mit Klimaanlagen versehene Zellen ersetzt, die niemals vom Licht der Sonne erreicht werden können. Jeder Raum, der niemals Sonnenlicht empfängt und in dem die einzige Möglichkeit des Luftaustauschs in einer Klimaanlage besteht, ist hinsichtlich Wesenheiten ein sehr riskanter Ort: Er zieht sie an und bietet einen idealen Ort für ihr ungestörtes Verweilen. Wenn immer eine Wesenheit ihren Weg in einen OP findet, wird sie schwerlich einen Weg hinaus finden – es sei denn, sie bleibt an einem Patienten kleben oder an einem Mitglied des Personals.
Selbstverständlich behaupte ich nicht, dass alle Personen, die sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen, einer Wesenheit zum Opfer fallen. Die Mehrzahl der Patienten übersteht einen Eingriff energetisch intakt. Worauf ich hinauswill, ist, dass viele Personen, die sich im Verlauf eines chirurgischen Eingriffs eine Wesenheit oder eine fehlgeleitete (perverse) Energie einfangen, ein Opfer von Umständen geworden sind, die in den meisten Fällen hätten vermieden werden können. Die Probleme der energetischen Verunreinigung könnten gewiss durch einige einfache Maßnahmen begrenzt werden: indem man beispielsweise – wann immer möglich – mit Lokalanästhesie statt unter Vollnarkose arbeitet und indem man sorgfältig darauf achtet, auf welchem Grund und Boden OP-Säle errichtet werden. Außerdem sollten OP-Säle mit vielen Fenstern ausgestattet sein.31 Es ist durchaus möglich, die Fenster geöffnet zu lassen, wenn der OP-Saal nicht in Betrieb ist und sie aus Gründen der Sterilität zu schließen, wenn ein Eingriff angesagt ist.
Natürlich könnte ein weitaus höherer Grad an Schutz und Sicherheit gewährleistet werden, wenn in jedem Operationsteam eine Person anwesend wäre, die über Energien und Wesenheiten Bescheid weiß. In solch einem Fall könnte jedes Mal, wenn etwas Verdächtiges im Operationssaal wahrgenommen wird, eine Wesenheiten-Klärung durchgeführt werden.

31 Ein Operationssaal, der über einer (unterirdischen) Energiequelle errichtet wird, kann Wunder wirken. Siehe Kapitel 12 über Erdlinien in Tor zu inneren Welten vom selben Verfasser.

8.5 Emotionale und physische Schocks

Traumata verschiedener Art, sowohl emotionaler wie auch physischer Natur, können zu einem vorübergehenden Zusammenbruch des ätherisch-astralen Verteidigungssystems führen. Rufen wir uns in Erinnerung, wie die (alten) Chinesen einen großen emotionalen Aufruhr zu beschreiben pflegten: »Alle meine Po zappeln und meine Hun sind total durcheinander.« Der höchst chaotische innere Zustand, der auf gewisse Traumata folgt, kann das Eindringen einer Wesenheit begünstigen. Erinnern wir uns beispielsweise an die Fallstudie 1.5 (wo es um die Frau mit dem kleinen roten Affen ging, der Kaffee über alles liebte.) Es geschah während der Panik, die der Nachricht vom Tod ihres Vaters folgte, dass die Klientin von der Wesenheit befallen wurde.

Fallstudie 8.6: 44jähriger Mann, Bäcker.
Wie sieht es aus? – Es ist eine dunkle Wolke. Sie hat etwas mit dem Herzen zu tun. Es ist wie etwas, das auf meine Brust drückt, wie etwas, das mich zu ersticken oder zu erwürgen droht. Es hasst mich. Es will herumhängen und mich austrinken, entleeren.
Sie entleeren? – Es bezieht Energie von meinem Herzen, indem es mich traurig macht. Wenn ich traurig werde, so ernährt es sich davon, und dadurch werde ich gänzlich leer. Ich nasche von allen Torten und Kuchen und ich stopfe mich mit warmen Croissants und mit Patisserien voll.
Welche Art von Speisen mag die Wolke? – [Es folgt ein längeres Schweigen.] Zucker. Ich denke, es mag, wenn ich Zucker zu mir nehme.
Wie sieht es aus? – Es gleicht einem dunklen Klecks, es nimmt sich wie ein dunkler Fleck in der Energie rund um meinem Herzen aus. Aber es gehört nicht zu meiner Persönlichkeit, es ist nicht ich; es kommt von außen. Es ist in mir und doch auch wieder nicht, alles zur gleichen Zeit. Es ist die ganze Zeit bei mir; doch sein Einfluss wird stärker, wenn ich alleine bin. Es begann, als ich mich – vor vier Jahren – in Amerika aufhielt. Ich lebte in der Nähe eines Waldes. Ich hatte eine heftige Auseinandersetzung mit meiner Freundin. Ich zitterte am ganzen Körper. Dann ging ich in den Wald. Es war Nacht. Und etwas Unheimliches geschah. Ich könnte nicht wiedergeben, was es genau war. Doch einen Tag später spielte mein ganzer Rücken verrückt, ich konnte meine linke Körperhälfte nicht bewegen. So etwas war mir noch nie passiert. Damals bemerkte ich die Präsenz. Und danach wachte ich monatelang mitten in der Nacht auf und konnte die Präsenz, die mich umgab, fühlen. Dieselbe Präsenz wie in der Wolke. Manchmal war ich so erschrocken, dass ich nicht einmal um Hilfe rufen konnte und ich blieb bewegungslos wie ein Stein in meinem Bett liegen.

Auf ähnliche Weise können alle starken Emotionen, wie Panik, Wut und Verzweiflung einen Kollaps des Verteidigungssystems verursachen. Auch körperliche Schockzustände zählen zu den allgemeinen Ursachen, die es einer Wesenheit ermöglichen, einzudringen.

Fallstudie 8.7: 27jährige Frau, Sekretärin. Sie erforscht »einen dunkleren und dichteren Bereich« ihrer Energie mit Hilfe der IST-Technik.
Was will es? – Es will heraus. Es ist sehr zornig, in totaler Wut. Es ist zornig, weil es gefangen ist. Es will einfach frei sein. Deshalb weint es und schreit es. Es ist wütend darüber, dass ich es sehen kann.
[Bewegt sich mit Hilfe der IST-Technik in der Zeit zurück.] Es kam, als ich noch klein war, ein Jahr alt oder anderthalb. Ich verbrannte mir die Hand an einem heißen Ofen. Ich erlitt dadurch einen Schock und verließ meinen Körper. In diesem Augenblick kam es in mich. Es fühlt sich wie eine dunkle Präsenz an, die mich nicht mein Leben leben lassen will. Es will meinen Körper. Es will hier leben.
Gibt es Speisen, die es gerne hat? – Es mag Fleisch ... und schwere Speisen: Kuchen, Eiscreme und all das Zeug. Es sagt: »Du kannst es ohne mich nicht schaffen. Ohne mich wüsstest Du gar nicht, was Du tun solltest. Ich hab dich im Griff, du kannst nicht aufhören und du kannst mich nicht loswerden. Ich bin in dir und werde da bleiben. Ich hab dich im Griff.«
Was würde ihm passieren, wenn Sie tot wären? – Es würde ebenfalls sterben. Oder es würde jemand anders finden müssen.

8.6 Eine Wesenheit zu sich einladen

Fallstudie 8.8: 50jährige Frau, Hausfrau. Sie erforscht einen »dunkleren, dichteren und schwereren Bereich«, den sie an ihrer rechten Körperhälfte innerhalb der Rippen wahrgenommen hat.
Wie sieht »das Ding« aus? – Es sieht wie ein dunkler Klecks aus. Wie eine Art von Amöbe. Ungefähr sieben Zentimeter im Durchmesser.
Was will es? – Mich aussaugen. Sich meine Lebenskraft aneignen.
Wie profitiert es davon? – Ich bin sein Überlebens-Mittel. Durch mich fühlt es sich lebendig und bleibt am Leben. Es verursacht mir Kopfschmerzen. Es entzieht mir allen Lebensmut. Es bringt mich soweit, dass ich so grau werde, wie es selber grau ist.
Verursacht es manchmal Stimmen in Ihrem Kopf? – Aktuell nicht, aber früher schon, als ich noch ein Kind war. Es leistete mir Gesellschaft. Als Kind fühlte ich mich fürchterlich einsam. Ich betete immer wieder, dass jemand kommt, mir Gesellschaft leistet und mit mir spielt. Ich rief tagelang danach. Ich kann mich daran erinnern, dass ich eines Nachts in den Garten ging und zugleich wusste, dass dies ein Fehler war. Ich war damals ungefähr sieben oder acht Jahre alt. In dieser Nacht ereignete sich nichts Besonderes, aber ich fühlte, dass irgendetwas Falsches getan hatte. Und seit dieser Zeit begleitet mich diese Präsenz. Sie leistete mir Gesellschaft und beruhigte mich, wenn ich Angst hatte. Sie nahm sich meiner an, wenn ich weinte. Meine Mutter war nie zuhause, weil sie berufstätig war.

8.7 Kinder laden eine Wesenheit zu sich ein

Ich bin einigen Klienten begegnet, die sich – wie im zuvor präsentierten Fall – daran erinnerten, im Verlauf ihrer Kindheit willentlich ihre Wesenheiten an sich gezogen zu haben. In jedem einzelnen Fall handelt es sich mehr oder weniger um dasselbe Muster: das Kind ist einsam, unsicher, ängstlich oder will einfach seinen Spaß haben. Nachdem das Kind tage- oder wochenlang nach jemand gerufen oder verlangt hat, trifft eine Wesenheit ein. Erinnern wir uns daran, was wir in Bezug auf Fragmente erörtert haben: in den astralen Welten können Schwingungen von weither gefühlt werden und ihnen entsprechende Kräfte anziehen. Wenn du Unmengen von Bier trinkst, wirst du naturgemäß Fragmente von Biertrinkern anziehen. Wenn du verzweifelt nach Gesellschaft oder Schutz Ausschau hältst, neigst du dazu, Fragmente mit beschützenden Aspekten anzuziehen. Das muss natürlich nicht unweigerlich der Fall sein, aber manchmal geschieht es.
Für gewöhnlich werden Kinder von ihrem natürlichen Verteidigungssystem geschützt, wenn ein Fragment sich nähert. In einigen Fällen jedoch treibt das betreffende Kind das Spiel ein wenig zu weit, oder eine Art Unfall ereignet sich – und die Wesenheit ist drinnen!
In ähnlich gelagerten Fällen, die ich beobachtet habe, bezogen sich die Klienten darauf, dass sie anfangs ganz glücklich mit dem Umstand waren, die Präsenz bei sich zu haben. Sie leistete ihnen Gesellschaft. Manchmal spielte sie sogar mit ihnen. Sie vermittelte ihnen den Eindruck, dass jemand sich um sie kümmerte. Erst Jahre später wurde den Betroffenen klar, dass »das Ding« auch als ein Parasit agierte, indem es von ihrer Lebenskraft zehrte und die Sekundärsymptome hervorrief, die wir in den Kapiteln 1 und 2 beschrieben haben. Häufig hatten sie die Präsenz, die sie als Kind gespürt hatten, vollständig vergessen – und nur dadurch, dass sie sich dem IST-Prozess unterzogen, konnten sie die Verbindung zwischen ihren aktuellen Problemen und dem ›Spielgefährten‹ ihrer Kinderjahre wiederherstellen.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch kurz erwähnen, dass Personen, die mit Magie, Zauberei und so weiter zu tun haben, sich mit Leichtigkeit der Situation aussetzen können, »eine Wesenheit hereinzubitten‹, ob sie das nun begreifen oder nicht. Ein spektakuläres Beispiel dieser Art von Einladung wird uns im Kapitel über außergewöhnliche Wesenheiten (Fallstudie 13.3) begegnen.

8.8 Andere Faktoren

Lassen Sie uns nun ein paar andere traumatische Umstände betrachten, die zu einem Zusammenbruch des natürlichen Verteidigungssystems führen können und möglicherweise einer Wesenheit den Zugang öffnen:

Einige weitere Faktoren können zu einer langsamen Erschöpfung der ätherischen Schutzschichten beitragen und dadurch einer Wesenheit Einlass gewähren.

32 1991, nach Beendigung des Golfkrieges, in dessen Verlauf eine große Anzahl Iraker getötet wurden, wurde ich Zeuge auf astraler Ebene, wie eine phänomenale Menge von Fragmenten in Erscheinung trat. Darüber hinaus schien mir, dass die Wolken dunklen Rauchs, die durch die massiven Ölquellenbrände entstanden waren, einen unerwarteten Effekt erzeugten: Sie trugen zur Schaffung einer dichten und verworrenen Energie bei, welche die Fragmente verdichtete, die in diesem Bereich gefangen waren. Dieser Umstand war für eine Depression innerhalb der weltweiten Energiebilanz verantwortlich, welche monatelang anhielt. Außerdem kam es auch zu einer großen Menge von Problemen, die mit Wesenheiten zusammenhingen – nicht nur im Bereich des Kriegsschauplatzes, sondern auch in verschiedenen anderen Teilen der Welt. Insbesondere hatte meiner Wahrnehmung nach die in den darauf folgenden Monaten in Südamerika ausbrechende Choleraepidemie unmittelbar mit dieser Störung der Energie und der Freisetzung der Fragmente zu tun.
33 Siehe Kapitel 12 in Tor zu inneren Welten.

8.9 Kann man sich beim Geschlechtsverkehr Wesenheiten einfangen?

In den meisten Fällen nicht. Sexuelle Betätigung beinhaltet jedoch nicht nur einen Austausch von Emotionen und Körperflüssigkeiten, sondern auch einen Energieaustausch. Zwei Arten von Dingen können sich während des Geschlechtsverkehrs ereignen: Perverse Energien können von einem Partner auf den anderen übertragen werden; ferner ist es möglich, dass eine umherschwebende Wesenheit die Gunst des Augenblicks nützt und einen der Sexualpartner befällt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wesenheit während des Geschlechtsverkehrs von einem Partner auf den anderen überspringt, erscheint mir sehr gering, denn wenn eine Wesenheit sich einmal in einer Person eingenistet hat, geht sie nicht so leicht wieder von dort fort. Man muss eine sehr spezielle Technik zur Anwendung bringen, um sie zu vertreiben. Daher kann ich nicht einsehen, dass man sich dadurch von einer Wesenheit befreit, indem man sie während des Geschlechtsverkehrs in seinen Partner ›schickt‹.
Anders wiederum verhält es sich bei Personen, die häufig wechselnde Sexualpartner und ein wildes Sexleben haben. In diesem Fall kann die Erschöpfung wesentlicher Energien das Eindringen einer oder sogar mehrerer Wesenheiten begünstigen. (Je nach Ausrichtung ihres Begehrens werden Fragmente häufig von Personen angezogen, die ein besonders intensives Sexualleben führen.) Unter normalen Umständen jedoch besteht keine Ursache zur Überängstlichkeit, sich durch Sex eine Wesenheit einzufangen. Wieder sei gesagt, dass man sich gar nicht so einfach eine Wesenheit einfängt!
Die Situation verhält sich anders bei perversen Energien, d.h. Teilen schädlicher ätherischer Materie, die – im Unterschied zu Wesenheiten – über keinerlei astrale Bewusstheit verfügen. Wesenheiten dringen nicht so mir nichts – dir nichts ein. Sind sie jedoch einmal eingedrungen, so pflegen sie sich außerordentlich eigensinnig zu verhalten und geben ihren Gast für gewöhnlich nur dann auf, wenn eine entsprechend angemessene Klärung durchgeführt wird. Zahlreiche fehlgeleitete (›perverse‹) Energien hingegen können viel leichter in das menschliche System eindringen und es wieder verlassen. Daher ist es für Masseure ganz normal, dass sie sich perverse Energien einfangen, wenn sie ihre Klienten massieren (und nicht ungewöhnlich für Klienten, perverse Energien einzufangen, während sie massiert werden.) Wenn perverse Energien durch Massage übertragen werden können, ist es offensichtlich, dass dies bei Geschlechtsverkehr noch viel leichter der Fall sein kann. Besonders während und nach dem Orgasmus, aber auch während anderer Phasen des Geschlechtsverkehrs pflegt sich der Energiekörper auf bemerkenswerte Weise zu öffnen. Dies trägt zur sexuellen Erfahrung bei, doch es macht die Beteiligten auch anfälliger für perverse Energien.

8.10 Geschlechtsverkehr und taoistische Tage

Es ist nicht schwer festzustellen, dass der Geschlechtsverkehr an gewissen Tagen ermüdender wirkt als zu anderen Zeiten. Sex lässt dann die Partner (oder einen der Partner) mit einem Gefühl der Leere und der Müdigkeit zurück. Die Taoisten – Experten in der Kunst der Langlebigkeit – beobachteten diese Tatsache und bezogen sie auf ihr Verständnis der Energien. Ihrem System entsprechend variiert die Beschaffenheit der Energien mit den Mondphasen und dem Zyklus der Jahreszeiten. Die Taoisten schlossen daraus, dass die Ausübung von Sex zu speziellen Zeitpunkten innerhalb dieser Zyklen zu einer Erschöpfung essentieller Energien führen und dem Eindringen perverser Energien und sogar dem von Wesenheiten Türen und Tore öffnen kann.
Eine kritische Zeit ist Vollmond. Vom taoistischen Standpunkt aus gesehen, wird sexuelle Betätigung 24 Stunden vor und nach Vollmond als potentiell schädlich erachtet, sogar auch dann, wenn dabei keine Ejakulation oder kein Orgasmus zustande kommt.
Eine weitere kritische Zeit ist Neumond. Die prophylaktischen Einschränkungen sind sogar noch strenger, wenn Neu- oder Vollmond von einer Mondfinsternis begleitet werden.34
Hier muss noch erwähnt werden, dass nicht nur die alten Chinesen, sondern auch tibetische und indische Meister Sex an Neu- und Vollmonden als gefährlich erachten und sie daher zu vermeiden empfehlen. In Sanskrittexten findet man speziell auch klare Hinweise auf die Möglichkeit, sich eine Wesenheit einzufangen, wenn man an einem dieser Tage Geschlechtsverkehr hat und darauf, dass diese Gefahr an Tagen, die von einer Finsternis begleitet sind, noch größer ist.35 Die Tibeter nehmen an, dass die Mondstrahlung zu Vollmond in Bezug auf Energien und Wesenheiten möglicherweise gefährlich sein kann. Demzufolge sollte man während einer Vollmondnacht nicht im Freien schlafen. Darüber hinaus sollte der Einfluss des Mondlichtes durch (zugezogene) Vorhänge abgewehrt werden, auch dann sogar, wenn kein Sex ausgeübt wird.
Interessanterweise ist – nach taoistischer Perspektive – an Vollmond nicht nur Sex verboten, sondern auch die Durchführung der meisten therapeutischen Interventionen. Den Taoisten zufolge sollte zu Vollmond niemals eine Akupunkturnadel appliziert werden und weder ein chirurgischer Eingriff noch eine Zahnbehandlung durchgeführt werden. Denn zu Vollmond ist der Ätherkörper offener und zugänglicher als an irgendeinem anderen Tag des Mondzyklus. Daher kann jede Verletzung ein starkes Energieleck schaffen: deshalb die Restriktionen sowohl in Bezug auf die Durchführung von Behandlungen wie auch hinsichtlich des Geschlechtsverkehrs.36
Andere wichtige Zeitpunkte, die von den Taoisten als ungünstig für sexuelle Aktivitäten angesehen werden, sind die Sonnenwenden und die Tage vor, während und nach den Tag- und Nacht-Gleichen.
Eine weitere Zeitspanne, die sowohl die Chinesen wie auch die Hindus für gefährlich in Bezug auf Geschlechtsverkehr halten, ist die weibliche Menstruation. Ähnliche Restriktionen können in nahezu allen Kulturen der Gegenwart gefunden werden, angefangen bei der Kultur des Alten Testamentes (3. Mose 18, 19) bis hin zu der Kultur der Australischen Aborigines. Vom Gesichtspunkt der Lehre von den feinstofflichen Körpern aus betrachtet entledigen sich weibliche Wesen, wenn sie menstruieren, negativer ätherischer Energien. Dies hat zahlreiche Vorteile für die Gesundheit der Frau, doch allgemein wird angenommen, dass Geschlechtsverkehr in dieser Periode unvorteilhafte Konsequenzen für beide Partner nach sich ziehen kann. Bei einer Frau könnte es eine Störung des natürlichen Menstruationszyklus bedeuten. Und für den Mann besteht die Gefahr, sich negative Energien einzufangen.
Sollten diese Einschränkungen von Menschen des 21. Jahrhunderts ernst genommen werden? Die Clairvision School erhebt stets den Anspruch, der direkten Erfahrung mehr Aufmerksamkeit als der Theorie zu schenken. Es ist daher meine Absicht, die Aufmerksamkeit des Lesers auf Tatsachen zu lenken, die zwar ungewöhnlich scheinen, doch von einer großen Anzahl von Autoritäten unterschiedlicher Kulturen, die sich mit Energie beschäftigt haben, ausdrücklich betont worden sind. Es liegt am Leser dieser Zeilen, sich mit diesen Aussagen im Licht seiner eigenen Erfahrung auseinander zu setzen.

34 Mondfinsternisse können nur bei Neumond oder Vollmond auftreten.
35 Siehe zum Beispiel Caraka-Samhita, Nidanasthana VII.14.
36 Man sollte jedoch nicht vergessen, dass man dem Buddha nachsagt, sowohl an einem Vollmond empfangen wie auch geboren worden zu sein. Alle wichtigen Ereignisse in seinem Leben haben angeblich an Vollmondtagen stattgefunden: seine Entsagung, seine Erleuchtung, der Anfang seiner Lehrtätigkeit und schlussendlich auch das Verlassen seines Körpers. Wenn sich daher die Eltern des Buddha konsequent an die oben erwähnten Restriktionen gehalten hätten, wäre aus Siddhartha niemals ein Buddha geworden!

Kapitel 9: Wesenheiten verschiedener Art

9.1 Fragmente

In diesem Kapitel werden wir eine kurze Bestandsaufnahme der Hauptarten von Wesenheiten vornehmen, die sich den Menschen anheften können.
Anfangs untersuchten wir die Fragmente, das heißt die astralen Teile, die von den zersplitterten Astralkörpern Verstorbener abzubrechen pflegen. Danach studierten wir einige verschiedene Arten von Fragmenten, die nach einer Fehlgeburt, einem Schwangerschaftsabbruch oder nach einer Entbindung oder nach dem natürlichen ›Tod‹ eines Zwillings im Mutterleib zurückbleiben.
Bei Fragmenten handelt es sich nicht um die einzige Art von Wesenheiten, aber sie sind die, die bei weitem am häufigsten vorkommen. Sie können jedoch manchmal für Verwirrung sorgen, weil sie nicht notwendigerweise menschenähnlich aussehen, obwohl sie von menschlichen Wesen stammen. Wir sind einigen Fragmenten begegnet, die eine halb-menschliche Erscheinungsform angenommen hatten. In den Fallstudien sind wir jedoch auch auf Wesenheiten gestoßen, die den Klienten in Gestalt von Klecksen, Wolken, Amöben, Tintenfischen und verschiedenen anderen monströsen Formen erschienen sind. Bei den meisten dieser Phänomene handelt es sich auch um Fragmente. Ein weiterer Punkt, der Verwirrung stiftet, ist, dass Fragmente häufig viel schlimmer zu sein scheinen als die Menschen, von denen sie stammen. Ich habe eine Anzahl von Fällen gesehen, wo wirklich nahezu kein Zweifel bestehen konnte: Die Wesenheit war in den Wochen nach dem Tod eines nahen Verwandten erschienen, und ihre Gegenwart fühlte sich ähnlich an wie jene der verstorbenen Person zu Lebzeiten, und die besagte Wesenheit hatte mit der verstorbenen Person viele psychologische Wesenszüge gemeinsam, so dass an ihrem Ursprung kein Zweifel bestand. Einer der Klienten kommentierte: »Ich sehe ein, dass dieses Fragment von meiner verstorbenen Frau stammt, aber ich kann noch immer nicht begreifen, weshalb es sich derart wild und giftig verhält. So war sie nämlich nicht.«
Es muss demzufolge betont werden, dass Fragmente nur Fragmente sind, und keine Personen. Bei Fragmenten handelt es sich um Prägungen, Charaktere, die vom Astralkörper eines Menschen losgebrochen sind. Als sie noch mit dem Astralkörper verbunden waren, standen sie unter dem Einfluss der restlichen Persönlichkeit und wurden durch eine Anzahl von Faktoren unterdrückt. Die Fragmente traten nie so auf, wie sie eigentlich waren, weil sie in einer Meute anderer Charaktere mit anderen Neigungen und Veranlagungen untergingen.
Nimm einen Charakter, bei dem es sich um einen leidenschaftlichen Schokoladeesser handelt. Zu Lebzeiten schwelgte die betreffende Person wahrscheinlich von Zeit zu Zeit in dieser Leidenschaft, jedoch sicher nicht täglich von morgens bis abends. Unsere Gesellschaft errichtet gewisse Regeln und Begrenzungen, und die Leute können daher für gewöhnlich den Impulsen ihrer Astralkörper nicht uneingeschränkt nachgeben. Wenn sie jedoch einmal tot sind, zählt keine dieser Begrenzungen mehr. Das jeweilige Fragment wird von absolut nichts mehr eingeschränkt. Es wird zu einem Schokoladefresser, der im astralen Raum umherwandert und sein Verlangen ungehemmt herausschreit. Auf ähnliche Weise erscheinen andere Fragmente mit unterschiedlichen Emotionen oder Begehren plötzlich so, wie sie wirklich sind, was oft nicht sehr erfreulich ist. Aus denselben Gründen besitzen zahlreiche Fragmente nicht viel Ähnlichkeit mit der Person, von der sie stammen, und erscheinen in monströsen Formen.

9.2 Geister?

Lassen Sie uns hier eine grundlegende Frage angehen: Was ist ein Geist? Denken wir einmal an das überlieferte Klischee eines Geistes, der in einem Schloss haust. Der Geist erscheint jede Nacht genau zur selben Stunde. Er führt Nacht für Nacht genau dieselben Handlungen aus und zwar in exakt derselben Reihenfolge. Diese Beschreibung klingt sehr stark nach einem Fragment, das unaufhörlich wiederholt, was in seine Substanz eingeprägt wurde. Aus unserer Perspektive der Lehre von den feinstofflichen Körpern scheint es sich bei einem ›Geist‹ um ein außerordentlich stark kristallisiertes astrales Fragment zu handeln, das möglicherweise mit Schichten aus ätherischer Substanz umhüllt ist und das an eine Baulichkeit gebunden ist, anstatt einer Person anzuhaften.
Wenn eine Person in einem Schloss oder Herrenhaus geboren wurde, dort ihr ganzes Leben verbrachte und auch darin starb und irgendwo im Keller dieses Gebäudes begraben wurde, dann überrascht es nicht, wenn danach Fragmente dieser Person vorhanden sind. Wie wir gesehen haben, ist Wiederholung ein wesentlicher Faktor, um tiefe Prägungen in der Substanz des Astralkörpers zu schaffen. Die Tatsache, dass jemand sein ganzes Leben am selben Ort verbrachte – speziell, wenn diese Person den betreffenden Ort liebte oder hasste – trägt zur Bildung von außerordentlich stark kristallisierten Fragmenten bei.
Ich will den ›Poltergeist-Effekt‹, der einige der ›Geister‹-Fälle begleiten kann, nur kurz erwähnen, weil dies unter der relativ großen Anzahl von Wesenheitenfällen ziemlich selten ist. (Wenn man zu eingehend bei einigen wenigen spektakulären Fällen verweilt, kann es passieren, dass man falsche Ideen und Klischees entwickelt, die die Aufmerksamkeit von der Realität des jeweiligen Phänomens ablenken.) In den Begriffen der feinstofflichen Körper formuliert: Wie lässt sich erklären, dass gewisse Geistererscheinungen nicht nur auf der Ebene der ätherischen Energie und des astralen Bewusstseins stattfinden, sondern auch gewisse physische Phänomene beinhalten, wie zum Beispiel physische Geräusche oder Bewegungen grobstofflicher Objekte? Die Antwort liegt in der Tatsache, dass der Übergang zwischen physischen und ätherischen Schichten ein gradueller ist.
Lassen Sie uns hierzu als Beispiel die musikalische Tonleiter heranziehen: Die erste Oktave entspricht der physischen Welt, die zweite Oktave der ätherischen Ebene. Am Ende der ersten Oktave und am Beginn der zweiten finden wir ein paar Schichten, die halb-physischer, halb-ätherischer Natur sind. Sie gehören den allerfeinsten physischen und den dichtesten ätherischen Schichten an. Ähnliche Übergangsschichten finden wir zwischen den physischen Körpern und den Ätherkörpern. Dies sind die Ebenen, in denen das Phänomen des ›Poltergeist‹-Typs sich zu ereignen pflegt. Die dichtesten Schichten unseres Ätherkörpers sind nahezu ›physisch‹. Angenommen, ein Fragment hat ein sehr hohes Kristallisationsniveau erreicht: es mag dann sehr wohl in der Lage sein, einige dieser dichtesten ätherischen Substanzen um sich herum zu speichern (und zu erhalten).
Daher ist ein Geist, der ›Poltergeist‹-Erscheinungen hervorbringt, hinsichtlich seiner feinstofflichen Beschaffenheit ein außerordentlich stark kristallisiertes Fragment, das von dichtesten ätherischen Energien umgeben ist. Aufgrund dieser Schichten an der Grenzlinie zwischen ätherischer und physischer Welt können Fragmente manchmal physische Wirkungen ausüben und ›Poltergeist‹-Phänomene hervorrufen.

9.3 Perverse Energien und Wesenheiten

Von Fragmenten einmal abgesehen – was alles sonst noch kann sich wie eine Wesenheit verhalten und menschliche Wesen parasitär befallen? In Kapitel 3 diskutierten wir das Konzept der Xie Qi oder der fehlgeleiteten ›perversen‹ Energien. Hinsichtlich ihrer feinstofflichen Beschaffenheit ist eine perverse Energie ein Stück ätherischer Substanz, das in den menschlichen Ätherkörper eingedrungen ist und sich als schädlich für dessen Funktionieren erweist. Genau genommen handelt es sich bei einer fehlgeleiteten Energie um nicht mehr als um eine ätherische Substanz, wohingegen eine Wesenheit aus astraler Substanz besteht, mit oder ohne ätherische Substanz um sich herum. Auf Grund ihres astralen Anteils verfügt eine Wesenheit über ein gewisses Maß an eigenem Verstandesbewusstsein mit Gedanken und Emotionen, während eine perverse Energie keinen derartigen Organisationsgrad hat.
In der Praxis jedoch ist die Grenzlinie zwischen perversen Energien und Wesenheiten nicht annähernd so klar definiert. Es kommt nicht selten vor, dass gewisse perverse Energien sich mit Bruchstücken oder verdünnten Wolken astraler Materie verbinden. Dies stattet perverse Energien mit einer Art von schwacher und undeutlicher Präsenz aus. Sie können dadurch auch mit elementaren emotionalen Wellen belebt werden.
Wenn man so ein ›Ding‹ erforscht, bekommt der Klient für gewöhnlich nicht viel davon zu Gesicht oder spürt kaum etwas. Natürlich sollte man in der Praxis zuerst von der Annahme ausgehen, dass es sich hierbei um eine voll entwickelte Wesenheit handelt, die sich hinter einer nebeligen Wolke versteckt hält und den Klienten auffordern, beharrlich tiefer in den IST-Zustand hinein zu gehen, die entsprechenden Fragen stellen und so weiter. Doch es ist – wie die Chinesen sagen – sehr schwierig, eine schwarze Katze in einem dunklen Zimmer zu finden, und besonders dann, wenn sie sich gar nicht darin aufhält. Manchmal muss man akzeptieren, dass es sich bei dem ›Ding‹ um nicht mehr als um eine perverse Energie handelt. Wenn ich in einem Klienten so eine ›grenzgängerische‹ perverse Energie entdecke, neige ich dazu, sie auf dieselbe Art und Weise wie eine Wesenheit zu behandeln, einfach deshalb, weil sich dies bemerkenswert gut bewährt in Hinsicht auf den Zweck, der damit erreicht werden soll, nämlich das ›Ding‹ loszuwerden.

9.4 Elementar- und Naturgeister

Elementargeister sind nicht-physische kleine Lebewesen, die sich hinter Erde, Wasser, Luft oder Feuer befinden, oder hinter Blumen, Bäumen oder anderen Pflanzen. Sie können den verschiedenen Naturgeistern zugezählt werden, von denen nahezu alle Mythologien und volkstümlichen Überlieferungen auf unserem Planeten zu berichten wissen.

Fallstudie 9.1: 44jährige Frau, Geschäftsführerin. Sie spürte, dass in ihrer linken Schulter »etwas nicht stimmte«. Es war zwar kein Schmerz wahrnehmbar, jedoch ein mehr oder weniger andauerndes Gefühl der Schwere, so als ob ihre linke Schulter sich nicht so leicht wie ihre rechte bewegen ließe. Im IST-Zustand identifizierte sie plötzlich einen »dunkleren, dichteren, schwereren Fleck« auf ihrem Rücken nahe dem linken Schulterblatt.
Was spüren Sie? – Es ist wie ein entleerendes, erschöpfendes Gefühl.
Wie sieht es aus? – Auf der linken Seite der Wirbelsäule befindet sich ein dunkler Fleck. Er sieht aus wie eine dunkelbraune Walnuss mit einer rauen Oberfläche.
Was will es? – Es will mich lahmgelegt halten; damit hätte es dann einen Platz, um zu leben. Es saugt meine Energie aus. Es bringt mich dazu, mich lethargisch zu fühlen.
Gibt es bestimmte Speisen, die es schätzt? – Süßigkeiten, stärkereiche Nahrungsmittel. Und es treibt mich dazu, zuviel Brot zu essen. Es mag die Kälte nicht, es liebt die Sonne. Es mag nicht, wenn ausgehe. Es bringt mich dazu, mich von den Menschen zurückzuziehen und mich zu verstecken, daheim zu bleiben und nichts zu tun, vollgestopft mit Kummer und mit meiner Unfähigkeit zu kommunizieren.
Was befindet sich innerhalb der Walnuss? – Ich kann eine Menge ganz kleiner Personen sehen. Sie sind gekleidet wie zu biblischen Zeiten, mit langen Kleidern und Turbanen. Sie machen nichts Besonderes. Sie stehen einfach ruhig da.
Wenn die Walnuss Sie verlassen würde – wohin würde sie gehen? – Tief in die Erde hinein.

Indische, chinesische und tibetische Aufzeichnungen über Wesenheiten erwähnen alle die Möglichkeit, dass sich Elementargeister der Natur zuzeiten wie Wesenheiten verhalten und verschiedene körperliche oder geistige Störungen verursachen können. Wenn wir die von den Klienten berichteten Symptome analysieren, können wir sehen, dass sie sich alle auf Qualitäten beziehen, die – sowohl östliche wie auch westliche – alte medizinische Überlieferungen gebrauchten, um das Erdelement zu charakterisieren: Schwere, Lethargie, Trägheit, Kältegefühl und Sehnsucht nach Sonnenwärme usw. Die »kleinen Personen« stellen eine der Arten dar, wie Elementarwesen wahrgenommen werden können. Die Wesen, die hinter den Elementen stehen, haben den Ruf, dass man sie kaum zu Gesicht bekommt, da sie sich listenreich verhalten und sich zu verstecken lieben.
Wie es häufig der Fall ist, konnte diese Klientin während der Klärung sehen, wie sich die Walnuss nach oben bewegte und aus ihrem Körper verschwand. Das Schweregefühl in der rechten Schulter verschwand in den darauffolgenden Tagen und kehrte nicht wieder.
In Verbindung mit dem Thema der Elementar- und Naturgeister ist es von Interesse zu erwähnen, dass wir hier in Australien einige heilige Plätze und Orte mit besonders starken Erdenergien haben, mit denen die Kultur der Aborigines wohlvertraut war. Man muss nicht einmal eine Woche in die Wüste zu fahren, um sie zu finden. Man stößt überall auf solche Orte. Die ganze Umgebung von Sydney zum Beispiel ist voll derartiger Plätze. Einige dieser Stätten verfügen über eine wunderbar heilsame Energie. Andere sind mit menschlichem Leben total unvereinbar. Die Ureinwohner respektierten sie wegen ihrer überwältigenden Kraft, erklärten sie jedoch als für Menschen unbewohnbar.
Unglücklicherweise haben australische Architekten und Bauunternehmer diese energetische Geographie nicht berücksichtigt. Eine Anzahl von Wohnhäusern wurden an Orten errichtet, wo sich menschliche Wesen normalerweise überhaupt nicht aufhalten sollten. Ich habe derartige Häuser gesehen, deren Bewohner und Haustiere von einer Wesenheit nach der anderen befallen wurden und sich perverse Energien einfingen. Die jeweiligen Geister des Ortes betrieben eine regelrechte permanente Kriegsführung gegen die Bewohner, und die Resultate waren manchmal tragisch. Tiere wie auch Menschen wurden depressiv, geistig gestört und erkrankten schwer. Einige Personen begingen sogar Selbstmord. Solch ein Haus zu ›klären‹ macht in meinen Augen wenig Sinn. Verschiedene Plätze haben verschiedene Energien, und es liegt an uns, solche Orte zu bewohnen, die glücklich sind, wenn sie uns empfangen können und die unsere Lebenskraft unterstützen.
Einige Plätze mögen von Natur aus lebensförderlich wirken, jedoch vorübergehend von einem Fragment oder einer anderen Wesenheit parasitisch belastet sein. In solch einem Fall macht ein Klärungsvorgang Sinn. Wenn du jedoch an einem Ort lebst, der seinem Wesen nach ungeeignet für menschliches Leben ist, dann ist es besser, du ziehst weg, anstatt einen Krieg gegen die Geister dieser Gegend zu beginnen. Man gewinnt Gleichgewicht und Meisterschaft, wenn man sich selbst mit universellen Energien in Einklang bringt, Landenergien eingeschlossen – und nicht dadurch, dass man sie die ganze Zeit bekämpft.

Fallstudie 9.2: 30jährige Frau, Osteopathin. Sie erforschte eine schwarze Wolke, die sie in ihrer Leber spüren konnte.
Können Sie sich daran erinnern, als Sie »es« zum ersten Mal spürten? – Es war Nacht und wir waren stundenlang durch den Busch gewandert. Wir hatten uns komplett verirrt. Es war kein Mondschein und wir hatten keine Ahnung, wo wir uns befanden. So entschlossen wir uns, das Zelt aufzuschlagen und die Nacht an Ort und Stelle zu verbringen.
Die ganze Nacht lang litt ich unter Alpträumen von einer großen schwarzen Wolke, die auf mich herabkam. Ich konnte spüren, wie sie in mich eintrat und sich zurückzog und wieder eindrang. Ich wusste nicht, was es war. Sie fühlte sich nur einfach uralt an, eine alte, ehrfurchtgebietende Präsenz.
Als wir am Morgen aufwachten, stellten wir fest, dass wir am Fuße eines Felsmassivs mit steilen, über 100 Meter hohen Klippen geschlafen hatten. Ich konnte die ehrfurchtgebietende Präsenz dann nicht mehr spüren, aber ich hatte diese schwarze Wolke in meiner Leber. Sie ist seit damals dort verblieben.

Diese Wolke wurde problemlos wie jede andere Wesenheit geklärt. Nichtsdestotrotz hätte der ganze Vorfall vermieden werden können, wenn die Klientin fähig gewesen wäre, von ihrer Sensitivität Gebrauch zu machen und zu spüren, dass dieser spezielle Platz für ein Camping nicht geeignet war. Sie hätte nur ein paar hundert Meter weiter gehen und einen einladenderen Platz finden müssen, dann wäre nichts dergleichen passiert.

9.5 Andere Wesenheiten

›Wesenheit‹ ist ein sehr allgemeiner Ausdruck. Ich habe ihn in diesem Buch verwendet, um mich auf Präsenzen zu beziehen, die menschliche Wesen parasitär befallen können. Im weitesten Sinn jedoch kann das Wort ›Wesenheit‹ auf jedes Wesen angewendet werden, sei es nun physischer oder nicht-physischer Natur. So handelt es sich beim Leser dieser Zeilen um eine Wesenheit, der Verfasser ist eine Wesenheit und die Katze ist eine Wesenheit. Elefanten, Delphine, Elementargeister, Naturgeister und Engel können alle als ›Wesenheiten‹ bezeichnet werden.
Welche nicht-physischen Wesen aus der ganzen Vielfalt der Schöpfung können zu Parasiten des Menschen werden? Natürlich nicht alle, aber viele von ihnen. Lasst uns einen kurzen Blick auf die Wesen werfen, die im Hinduismus beschrieben werden. Ayurveda, die traditionelle indische Medizin, trifft eine klare Unterscheidung zwischen Fällen von geistigen Störungen, die durch innere Faktoren entstehen und solche, die durch den schädlichen Einfluss gewisser nicht-physischer Wesen verursacht wurden. [Anm. 37: Siehe Caraka-Samhita, Nidhanasthana, Kapitel 7.]
In einigen Fällen sagt man nicht-physischen Wesen nach, dass sie in Personen eindringen und so zu Parasiten werden, nach dem Muster der Wesenheiten, das in diesem Buch beschrieben wird. Es gibt eine spezielle Klasse von Wesen, die in Sanskrit pisacas genannt werden. Die pisacas werden als moralisch verdorbene, bösartige Wesen geschildert. Man nimmt an, dass sie sich an menschliche Wesen anhängen, indem sie auf die Schulter ihrer Opfer springen und sie dann wie Pferde reiten.
Einige andere Wesenheiten sind von zu hohem Format, um menschliche Wesen durch ihr Eindringen in sie zu beunruhigen. Die raksasas zum Beispiel, die Hunderte von Jahren alt werden können, sind grimmige Kreaturen mit außerordentlich intensiven Begierden, Leidenschaften und Instinkten. Sie machen Menschen verrückt, indem sie sie einfach den widrigen Geruch ihrer Körper riechen lassen.
Es sind nicht nur verdorbene kleine Wesenheiten oder monsterhaft große, die geistige Störungen in menschlichen Wesen verursachen können. Wenn sie beleidigt oder gekränkt werden, können selbst die Götter, die bei den Hindus äußerst respektiert und verehrt werden, ihre eigenen Verehrer schlagen. Sie verursachen Wahnsinn, Epilepsie oder andere Kümmernisse und Beschwerden, indem sie ihre Opfer einfach ansehen. Die gandharvas, eine Gattung halbgöttlicher Wesen, die sich der Musik und den Künsten hingeben, können Krankheit bei Menschenwesen durch einfache Berührung auslösen, und die pitrs oder Seelen der Vorfahren schaffen es, Menschen lediglich durch ihren Anblick erkranken zu lassen. Sogar die rishis, die erleuchteten Seher-Weisen, die in den höheren Sphären der Schöpfung beheimatet sind, können einen Menschen in den Wahnsinn stürzen, wenn sie einen Fluch herunterschicken.
Welche Bedeutung haben diese Mythologien heutzutage? Wie wir gesehen haben, handelt es sich bei Wesenheiten in der Mehrheit der Fälle um ganz einfache kleine Dinger. Wenn man nicht weiß, wie man mit ihnen umzugehen hat, können sie sicherlich verschiedene Probleme oder Krankheiten verursachen. Nichtsdestoweniger stellen sie kein großes Problem dar, wenn ein qualifizierter Klärer verfügbar ist: es braucht viel weniger Zeit und Anstrengung, eine Wesenheit zu klären als beim Zahnarzt einen Zahn zu behandeln. Außerdem ist es total schmerzlos. Für gewöhnlich ist eine Wesenheit nicht mehr als ein Fragment oder ein Elementargeist, der sich verirrt hat. Aber nicht immer! In Kapitel 13 (›Besessenheit und außergewöhnliche Wesenheiten‹) werden wir ein paar Fallstudien zu lesen bekommen, die nicht zu diesem einfachen Muster passen, und wo man vielleicht von dunklen Kräften sprechen oder einen Blick auf alte mythologische Geschichten werfen würde.
Hier ist eine Fallstudie, die nichts Aufsehenerregendes zum Inhalt hat, jedoch von einem Wesen handelt, das sich von anderen Fragmenten oder einfachen Naturgeistern unterscheidet:

Fallstudie 9.3: 26jähriger Mann, Taxifahrer, Ex-Heroinsüchtiger. Er kam zu mir, nachdem er vor ein paar Wochen einen Autounfall hatte. Er war schwer depressiv. Im ersten Teil der IST-Sitzung identifizierte er eine schwarze Wolke im Bereich seines physischen Herzens.
Gibt es irgendeine Emotion, die mit »dem Ding« verbunden ist? – Angst. Todesangst. Angst, dass es mich tötet.
Was will es? – Es möchte einfach leben. Es existiert im Geist von Menschen wie Kopfweh. Wenn du Kopfweh brauchst, wird es zu dir kommen und dir eins verpassen. Es weiß genau, wie es dich manipulieren muss, um dich krank zu machen, und es hat eine Menge Spaß daran.
Wie sieht es aus? – Wie ein boshaftes Kind. Um »es« herum fühlt sich mein Körper sehr schwer an. Und schwarz, pechschwarz. Ich denke, dass ich es zu mir eingeladen habe. Ich wollte mir selber wehtun. Nun kann ich mich erinnern, dass es passierte, als ich 12 Jahre alt war. Danach war es entzückt, als ich heroinsüchtig war (wurde). Dieses Ding fühlt sich schlimm an. Es will, dass du leidest, bevor du stirbst. Es will dir wehtun. Als ich noch Drogen nahm, war es sehr stark. Es genoss die Situation. Da fühlte es sich ausgefüllt. Als ich mit dem Drogenkonsum aufhörte, verschwand es, aber es war nicht gegangen, sondern schlief nur in mir. Der Autounfall hat es wieder aufgeweckt. Es brauchte den Unfall, um wieder von vorn zu beginnen. Es könnte sogar den Unfall ausgelöst haben.
Was würde es tun, wenn Sie sterben würden? – Zu jemanden anderen gehen. Es würde nur herumhängen und dann zu jemanden anderen gehen. Es bewegt sich von einer Person zur anderen.
Besteht irgendein Zusammenhang zwischen diesem Ding und Ihrer Depression? – Die Depression kommt von »ihm«. Es sondert die Depression wie eine dunkle Wolke in mein Herz hinein ab.

Das Klären dieser Wesenheit stellte kein Problem dar, aber ich konnte sehen, dass das, was ich entfernte, sich von den grob definierten Fragmenten, die für gewöhnlich angetroffen werden, deutlich unterschied. Es handelte sich um ein schlaues und böswilliges kleines Wesen, welches geradewegs in eine andere Person eingefahren wäre, wenn es nicht im Grossen Licht, mit dem Wesenheiten geklärt werden, einem ›Recycling‹ unterzogen worden wäre.
Hier handelt es sich um einen typischen Fall, in dem konventionelle Formen der Medizin total inadäquat sind. Hier zum Beispiel mit einer medikamentösen antidepressiven Behandlung zu beginnen, hätte das Problem in keiner Weise gelöst. Die Depression hätte weiterbestanden und wären die emotionalen Symptome unterdrückt worden, hätte das kleine Wesen sich vielleicht auf eine viel destruktivere Art spürbar gemacht.
Unmittelbar nach der Klärung sah für den Klienten sein Herz »klar, wie rosiges Fleisch, mit rosigem Blut« aus. Die Depression verschwand innerhalb von zwei Tagen.

9.6 Was Wesenheiten nicht sind

Nun ist es wichtig, darüber zu reden, was Wesenheiten nicht sind. Bei Wesenheiten handelt es sich nicht um voll entwickelte menschliche Geister, die von ihrem Weg abgekommen sind und sich einem lebenden Menschenwesen angehängt haben. Wenn Sie vier Wochen nach dem Tod Ihrer Tante eine Wesenheit in oder an sich bemerken, die sich wie sie anfühlt, ist es lediglich ein Fragment des Astralkörpers deiner Tante und nicht ihre unsterbliche Seele, die in Ihnen gefangen ist.
Es gibt verschiedene Gründe, die diese Feststellung unterstützen. Ein paar von ihnen haben wir bereits zur Kenntnis genommen. Erstens erscheinen Wesenheiten häufig viel schlimmer als die Leute, von denen sie stammen. So war Ihre Tante beispielsweise eine höchst erfreuliche alte Dame, und nach der Erforschung der Wesenheit stellt sich heraus, dass diese sich für nichts als Zucker, Sex und Gewalt interessiert. Obwohl sich die Präsenz der Wesenheit deutlich genauso anfühlt wie Ihre Tante, passt das Bild augenscheinlich nicht. Halten wir fest, dass dies zumeist nicht sofort ins Auge springt, weil Wesenheiten häufig versuchen, sich hinter einem Schleier guter Absichten, wenn nicht gar einem Anschein von Heiligkeit zu tarnen. Man braucht jedoch nicht sehr beharrlich zu sein, um ihre grundlegenden instinktiven Beweggründe zu enthüllen.
Viele chinesische Geschichten über Kuei vermitteln eine ähnliche Botschaft. Nehmen wir zum Beispiel die Geschichte eines Mannes, der sich um einen Freund kümmert, der im Sterben liegt. Der Freund scheidet dahin. In den folgenden Tagen wird der Mann vom Gespenst seines toten Freundes verfolgt. Anstatt Dankbarkeit zu bezeugen, jagt ihm das Gespenst Angst ein oder greift ihn sogar an. Der betroffene Mann konsultiert einen Weisen, und dieser erklärt, dass es sich bei dem Gespenst nicht um die unsterbliche Seele des Freundes handelt, sondern lediglich um seinen Kuei, dass es also ein Fragment ist. Deshalb war die Erscheinung so aggressiv und erschreckend. Dieses Fragment hatte nichts mit dem Freund selbst zu tun, das heißt, mit seinem Shen, das aufgebrochen war auf seine Reise in die spirituellen Welten.
Eine andere Tatsache, die wir beobachtet haben, ist, dass sich Wesenheiten für gewöhnlich ›monofokussiert‹, also in eine eingeschränkte Richtung polarisiert, zu verhalten pflegen, indem sie stets die gleichen Dinge begehren oder die gleichen Emotionen wiederholen. Dies weist ebenfalls darauf hin, dass es sich bei Wesenheiten nicht um die Ganzheit der verstorbenen Person handelt, sondern lediglich um ein Fragment, das mit einem speziellen Charakter des Verstorbenen zusammenhängt.
Von der Warte des Klärers aus betrachtet, sollte betont werden, dass nahezu all diese Wesenheiten nur unbedeutende kleine ›Dinger‹ darstellen. Während des Klärungsvorgangs kann man sie deutlich sehen. Keinesfalls können diese kleinen Abspaltungen astraler Materie voll entwickelten menschlichen Seelen gleichgesetzt werden. Das Licht und die Ausdehnung des Höheren Selbst sind unendlich viel größer und stehen in keinem Vergleich mit den Schwingungen und schwach organisierten Strukturen dieser Wesenheiten. Darüber hinaus würde es sowohl vom Standpunkt der christlichen Esoterik wie auch des Hinduismus eine metaphysische Absurdität bedeuten, anzunehmen, dass eine ewige menschliche Seele im Körper eines Verwandten oder gar in einem Schloss gefangen bleiben kann.
Das Wort ›Geist‹ (spirit) kann irreführend sein, weil es in zwei völlig unterschiedlichen Zusammenhängen Verwendung findet. Manchmal wird es gebraucht, um vom Höheren Ego oder Selbst zu sprechen, dem unsterblichen Teil jedes Menschenwesens. Das ist der transzendente Teil jedes Menschen, der immer mit dem Göttlichen vereint ist. Ansonsten aber bezieht sich das Wort ›Geist‹ auf Elementarwesen und verschiedene andere Arten nicht-physischer Geschöpfe. Weil sich Fragmente wie halbautonome ätherisch-astrale ›Geschöpfe‹ zu verhalten pflegen, kann man sie ebenfalls als ›Geister‹ bezeichnen, wenn einem der Sinn danach steht.
Der Geist ist die unsterbliche Flamme, der Teil, in dem metaphysische Freiheit ewig leuchtet. Man erlangt Erleuchtung nicht dadurch, dass man sein Höheres Selbst erleuchtet, sondern indem man es enthüllt. Denn der Geist oder das Höhere Selbst ist bereits völlig erleuchtet und mit dem Göttlichen verbunden. Für eine Person, die den Geist oder das Höhere Selbst kennt, klingt die Idee, dass es nach dem Tod in der materiellen Welt gefangen sein könnte, mehr als verrückt, denn wenn es einen Teil im Menschen gibt, der niemals verloren gehen kann, dann ist es genau das Höhere Selbst.

Kapitel 10: Wesenheiten und vergangene Leben

10.1. Der körperlose Kopf

Fallstudie 10.1: 27jähriger Mann, Bibliothekar. Er erforscht eine Wesenheit, die ihm das erste Mal während einer IST-Sitzung in Form einer dunklen Wolke, hinter den Rippen seiner linken Körperhälfte erschien.
Wie sieht »das Ding« aus? – Ich kann einen Kopf sehen. Er sieht aus wie der eines Chinesen, mit einem langen Schnurrbart.
Gibt es einen Körper, der mit dem Kopf verbunden ist? – Nein, einfach nur einen Kopf. Ein grotesk anmutender Kopf, wie eine Karikatur.
Haben Sie das jemals zuvor gesehen? – Nein, aber es fühlt sich vertraut an für mich.
Gibt es irgendwelche Emotionen oder Gefühle, die mit dem Kopf in Zusammenhang stehen? – Hass. Es hasst mich. Seine Augen sehen mich an, als ob es mich töten wollte. Es sagt »Ich werde dich umbringen. Es ist nur eine Frage der Zeit. Ich werde ein paar Männer herbeiziehen, die dich zusammenschlagen werden. Und ich werde dich krank machen, und du wirst sterben.«
[Der Klient beginnt sich mit der IST-Technik in der Zeit rückwärts zu bewegen.38 Er bleibt eine Zeitlang ruhig, eingetaucht in den inneren Raum und sagt dann:]
Ich kann Pferde sehen. Angst. Einige Männer wollen mich mitnehmen. Sie fesseln meine Hände auf den Rücken und bringen mich anschließend irgendwohin. Sie verhalten sich brutal dabei und ich befürchte, dass sie mich töten werden. Sie bringen mich zu einem Mann, der sich in einem Zelt aufhält. Dieser Mann hat den selben Kopf, jedoch mit einem vollentwickelten Körper verbunden, wie eine wirkliche Person. Sein Erscheinungsbild ist normal, wohingegen der Kopf grotesk, nahezu unmenschlich wirkt. Dieser Mann schlägt mich ins Gesicht. Er hat mich entführen lassen, um Druck auf meinen Vater auszuüben. Irgendwie scheint mein Vater irgendeine wichtige Person zu sein, und sie versuchen, ein Lösegeld oder eine bestimmte politische Entscheidung von ihm zu erpressen oder etwas ähnliches.
[Bewegt sich erneut in der Zeit:] Der Plan der Banditen ist schiefgelaufen. Die Männer meines Vaters kommen und befreien mich. Der Bandenchef wird besiegt und gefoltert. Und verstümmelt. Sie nehmen sein gesamtes Eigentum und jagen ihn davon. Er wird zu einem Ausgestoßenen, zu einem Landstreicher, der Lumpen trägt und sein Essen erbetteln muss. Er denkt weiterhin an mich und hasst mich. Er kann nicht vergessen. Es wird zu einer Besessenheit für ihn. Er betet darum, dass er eine Gelegenheit bekommt, um seine Rache zu üben. Bis an seinen letzten Lebenstag war er von diesem Hass besessen.
Was geschah nach seinem Tod? – Der Kopf wartete auf mich.
Wo war er? – Irgendwo in einem dunklen Bereich des Raumes wartet er auf meine Wiederkehr. Er entdeckte mich kurz nach meiner Geburt. Er war sehr glücklich, als er mich gefunden hatte. Er sagte: »Jetzt werde ich dafür sorgen, dass du eine wirklich harte Zeit erlebst.« In meiner Kindheit veranlasste er, dass ich mich im Dunklen grundlos fürchtete. Es war derselbe Kopf, einfach, dass ich ihn damals nicht sehen konnte.

38 Diese Bewegung in der Zeit, auch als ›wirbeln‹ oder ›drehen‹ bezeichnet, das bei vielen Fällen Erwähnung findet, bezieht sich auf keine körperliche Bewegung, sondern ist eine spezielle Technik, die im Raum des Bewusstseins während des IST-Prozesses zur Anwendung kommt. Nähere Einzelheiten siehe im praktischen Abschnitt von Rückführung in frühere Leben – eine Therapie für Freiheit im Hier und Jetzt vom selben Verfasser.

In einer Anzahl von Fällen, in denen Klienten Wesenheiten mit Hilfe der IST-Technik erforschen, erinnern sie sich an Begebenheiten, die sie für Ereignisse aus vergangenen Leben halten, und in denen der Schlüssel zu ihrem aktuellen Problem zu liegen scheint. Wenn wir unser Verständnis auf die oben gelieferte Fallstudie anwenden, so sehen wir, dass sich ein zorniges und rachedurstiges Fragment aus seinem Körper gelöst hatte und geduldig im astralen Raum wartete, bis es sein Opfer wiedergefunden hatte. Wie wir gesehen haben, erscheint dieses Fragment dem Klienten als eine groteske Karikatur des Gesichtes des chinesischen Bandenführers.
Man kann leicht nachvollziehen, dass der angesammelte Hass und die Gefühle der Bitterkeit des Bandenführers günstige Bedingungen darstellen, um ein äußerst stark kristallisiertes astrales Fragment zu erschaffen. Wenn ein Mensch jeden einzelnen Tag seines Lebens über Rache brütet, so kann die dementsprechende Gedankenform in seinem Astralkörper feste und scharfumrissene Prägung annehmen. Es ist daher wahrscheinlich, dass er zum Zeitpunkt seines Todes ein ziemlich kohärentes und schädliches Fragment entlässt. Stellt sich noch die Frage, weshalb das Fragment nicht direkt in den jungen Mann in China einfuhr, warum musste es so lange warten, bis er in Australien wiedergeboren wurde? Möglicherweise fand der junge Mann noch vor dem Bettler den Tod. Möglicherweise lebte er noch, als der Bettler starb, aber der Kopf konnte ihn damals nicht finden. Hier folgt nun eine weitere ähnliche Fallstudie.

10.2. Die Hexe, die niemals loslässt

Fallstudie 10.2: 34jährige Frau, Beraterin. Während sie die Furcht, ihre eigenen Kinder verletzen zu können, erforschte, wurde eine Wesenheit links im Bereich des Darmbeins lokalisiert.
Wie sieht »das Ding« aus? – Es sieht aus wie eine Hexe. Das Gelächter und das Hexengesicht erscheinen mir jedes Mal, wenn ich mich auf diese Präsenz einstimme. Sie sieht böse und sehr intelligent aus. Sie ist auf Rache aus. Sie hegt einen Groll gegen mich. Wie wenn ich ihr etwas angetan und sie mir das nie verziehen hätte. Es hat mit Macht zu tun. Sie will mich dominieren. Ich kann ihren Hass spüren. – Ich kann mich selbst sehen, wie ich auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, und sie hat das veranlasst. Es ist dieselbe Energie die ich wahrnehmen kann, wenn ich die Angst verspüre. Sie sieht mich mit demselben sadistischen Gelächter an und behauptet: »Ich bin stärker als du.«
[Die Klientin bewegt sich (›wirbelt‹) mit der IST-Technik rückwärts in der Zeit.] – Es spielt sich in einem Wald ab. Sie ist die Anführerin einer Gruppe von Leuten, und ich hatte einen gewissen Einfluss auf einige von ihnen. Nicht, dass ich das gewünscht oder irgendetwas in dieser Richtung unternommen hätte. Aber sie wurden von dem, was ich tat, angezogen. Und sie [die Hexe] fühlte sich bedroht. Es fühlt sich so an, als ob sich alles vor sehr langer Zeit ereignet hätte. Diese Leute tragen Roben mit Ledergürteln und Sandalen aus Leder. Sie leben in einem sehr dichten Wald.
Sie [die Hexe] kam, um mir zu drohen, doch ich schenkte ihr keine Aufmerksamkeit, weil ich an die Arbeit, die ich vollbrachte, glaubte. Alles fühlte sich sehr klar an; es gab keinen Grund, damit aufzuhören. Doch sie [die Hexe] sandte ein paar Leute aus, um meiner habhaft zu werden. Diese Leute wirken nicht richtiggehend gewalttätig oder zornig. Ihnen wurde keine Wahl gelassen, sie führen nur aus, was ihnen aufgetragen wurde. Ich leiste keinen Widerstand. Ich lasse zu, dass sie mich festnehmen, aber ich habe ein sonderbares Gefühl dabei. Ich fühle irgendetwas Seltsames, doch ich befinde mich zugleich in einem Zustand großen inneren Friedens.
Eine ungepflasterter Weg, sehr heiß, sehr feucht ... Sie nehmen mich in ein Lager mit. Und dann ... Es hat keinen Sinn zu kämpfen, alles ist verloren. Eine Reihe von Leuten. Ich gehe an ihnen vorbei. Ich fange an, mich zu fürchten. Je länger ich gehe, desto mehr spüre ich, dass etwas vor sich geht. Ich kann ihr Gelächter hören. Es ist dasselbe Gelächter wie das der Hexe. Nun wird sie die ganze Macht für sich alleine haben. Sie führen mich zu einem Scheiterhaufen, um den ich herumgehen muss.
[Weinend:] Ich fühle mich unendlich traurig. Ich verstehe nicht, weshalb ich so jung sterben muss, ohne meine begonnene Arbeit zu Ende führen zu können. Ich kann es einfach nicht fassen und ich fühle mich hoffnungslos. Und ich kann den Hass dieser Frau spüren. Sie lacht, während ich die Sprossen zum Scheiterhaufen hinaufsteige. Es ist dasselbe Gelächter. Ich empfinde Bedauern, keinen Hass; eher Indifferenz – und das irritiert sie noch mehr. Sie binden mich an einen Pfahl auf dem Scheiterhaufen und sie kommt näher, um mich anzuschauen. Es ist das selbe Gesicht. Sie sieht aus wie eine Hexe.
Ich kann mich von oben aus brennen sehen. Es ist, als ob ein Wesen versucht hätte, mich hochzuheben und vom Ort des Geschehens zu entfernen. Es herrscht kein Schmerz, aber irgendetwas hält mich dort, wie eine Anziehungskraft. Sie genießt es, mich brennen zu sehen. Die Intensität ihres Hasses schockiert mich. Es ist unglaublich, dass jemand soviel Hass empfinden kann – das überwältigt mich. Es wirkt wie ein Magnet auf mich. Es ist nicht mein Körper – es ist ihr Gesicht, das mich hier hält, ihr sadistisches Gelächter. Zwei Wesen sind gekommen, um mich von hier wegzuziehen. Sie verhalten sich sehr sanft, sehr freundlich. Aber ich bin so traurig.
Worin besteht die Verbindung zwischen dieser Frau und der Präsenz in Ihrer linken Körperhälfte? – Es ist das gleiche Gesicht, die gleiche Präsenz. Und das gleiche Gelächter. Es ist wie eine Vergeltung. Wie wenn sie nicht zufriedengestellt wäre und mehr verlangen würde, wie wenn es nicht genug wäre, mich verbrannt zu haben. Sie will mich noch tiefgehender verletzen.
Das erste Mal befiel mich diese Angst bald nach der Geburt meines Sohnes. Ich hatte soeben den Bart meines Mannes mit Hilfe einer Schere gestutzt und dachte mir: »Was wäre, wenn ich meinen Sohn mit der Schere verletzen würde?« Ich konnte diese Nacht nicht einschlafen. Ich befürchtete, dass ich aufstehen und mein Kind verletzen könnte. Es war sie, die gleiche Präsenz.
Wenn sie mir in den Sinn kommt, ereignet sich alles außerordentlich schnell, so, als ob ich keine Kontrolle über meine Gedanken mehr hätte. Es erzeugt in mir die Angst, verrückt zu werden, wie wenn ich nicht mehr ich selbst wäre.
Es kommt über mich, wenn ich allein bin. Sie wartet darauf, dass ich mich in einer verletzlichen Verfassung befinde. Es ist, als ob sie in mich eingedrungen wäre, was ihr großes Vergnügen bereitet. Es ist ihre Rache. Und es dreht sich immer um denselben Gedanken: in der Mitte der Nacht aufzuwachen, loszugehen und meine Kinder mit einem Messer zu töten. Nicht, sie zu erwürgen ... immer mit einem Messer, und Blut. Wenn ich ihre Präsenz fühle, kann ich stets das Gelächter hören.
Könnte es sein, dass es in Ihnen einen Teil gibt, der dieser Präsenz anhaftet? – Es ist seltsam, es ist, als ob ich Bedauern für sie empfinden würde, als ob ich sie beschützen oder retten wollte. Kann sein, dass es sich dabei um meine beschützerische Seite handelt.

Die Klientin verbrachte zehn Tage damit, die Präsenz der Hexe in sich zu beobachten, gemäss der Vorgehensweise, die in Kapitel 14 erläutert wird. Danach kam sie zurück und ich führte die gewöhnliche Klärung durch, nach der sowohl die Präsenz wie auch die Angst unmittelbar verschwanden.
Solche Beispiele demonstrieren, weshalb es ein gutes Zeichen ist, wenn man bei einer Arbeit an sich selbst auf eine Wesenheit stößt, vorausgesetzt, ein guter Klärer ist verfügbar. Angenommen, die intensive Angst der Klientin, ihre Kinder zu töten, wäre das Resultat eines frühkindlichen Traumas. Es hätte Monate, wenn nicht Jahre, in Anspruch genommen, dieses Trauma zu verarbeiten. Wohingegen es, nach den üblichen zehn Beobachtungstagen, 20 Minuten brauchte, um die Wesenheit zu klären, und dadurch die Angst loszuwerden und das Problem zu lösen.
In diesem Beispiel begegnen wir wiederum einem Klienten, der ein Opfer gewesen ist, und einem Fragment, das von dem Täter stammt. Wenn das Verhältnis umgekehrt wäre und der Klient der Täter gewesen wäre, so könnte man sich dazu verleitet fühlen, im parasitären Besetztwerden durch das Fragment eine Art von karmischer Rückzahlung zu sehen. Diese beiden Fallstudien jedoch zeigen klar, dass ein anderer Mechanismus abläuft: ein Fragment des Täters haftet dem Opfer durch eine Art von Resonanz oder Magnetismus an, und zwar infolge der intensiven emotionalen Verbindung zwischen den zwei Personen. Natürlich könnte man über frühere karmische Verbindungen zwischen ihnen spekulieren und sich Gründe vorstellen, warum die Dinge so gelaufen sind. Nichtsdestoweniger verhält es sich so, dass sich Fragmente, unabhängig von jedem karmischen Einfluss, ganz stereotyp und auf eine beschränkte Richtung fixiert zu verhalten pflegen. Sie versuchen auf sehr mechanische Art und Weise die Neigungen zu verfolgen, die ihrer astralen Substanz eingeprägt sind. Wenn sie sich nicht auflösen, wandern sie im Astralraum umher, bis sie eine Gelegenheit finden, um ihre Befriedigung zu erreichen.

10.3 Rache

Fallstudie 10.3.: 32jährige Frau, Kräuterspezialistin. Erforscht eine Wesenheit, die sich im linken Bereich zwischen Schulter und Hüfte befindet.
Was will es? – Es will mir Furcht einjagen und mich schwach und ängstlich halten. Es ist groß. Es hält sich in meiner linken Körperhälfte auf, aber es ist größer als ich. Es hält mich davon ab, irgendetwas Zweckvolles zu tun. Es gibt mir das Gefühl, als ob ich niemals etwas Sinnvolles mit meinem Leben anfangen könnte.
Wie sieht es aus? – Wie eine große, dicke Person, außerordentlich fettleibig ... Mauern von Fett. Es hat ein schweineähnliches Gesicht mit großen Lippen. Und einen großen Mund, richtig widerlich, mit sehr roten Lippen, wie mit Lippenstift bemalt. Es hat ein fürchterliches Lachen. Es sitzt wie ein kleiner Buddha auf einem Sessel. Rosige Haut. Über seinem Haar trägt es etwas Ähnliches wie einen Umhang. Der Nacken gleicht einem Stiernacken, weil er so fett ist. Zuerst hielt ich es für ein männliches Wesen, nun erkenne ich aber, dass es sich um ein weibliches Wesen handelt.
Es scheint etwas mit meinen Eingeweiden zu tun haben. Vor kurzem war ich so verstopft wie noch nie zuvor, doch ich habe seit meinem zehnten oder elften Lebensjahr Probleme mit meinen Gedärmen.
Es [die Wesenheit] behauptet, ich wüsste, woher sie käme ... aber es ist mir nicht bewusst. Es verhält sich nicht sehr kooperativ. Es ist so, als ob es mir irgendeine Sache heimzahlen wollte. Als ob ich ihm irgendetwas angetan hätte.
[Die Klientin wendet die Drehmethode der IST-Technik an.] Ich habe den Anblick eines Mannes mit denselben Augen wie die fette Frau [d.h. die Buddha-Wesenheit]. Ich sehe sie ... und dann sehe ich diesen Mann, einen sehr gepflegten Gentleman mit einem dieser großen buschigen Schnauzbärte. Er steht mir irgendwie nahe, etwa wie mein Ehemann, und er hat genauso einen Stiernacken. Aber er hat einen wilden Ausdruck in seinen Augen, wie wenn ich ihm irgendetwas Furchtbares und Vernichtendes angetan hätte. Oh! Oh! Ich sehe denselben Augenausdruck bei der Frau [der Wesenheit]. Ich muss ihm [dem Ehemann] wirklich etwas Verheerendes angetan haben, wie wenn ich ihn zerstört und Befriedigung daraus bezogen hätte. Oh! Oh! Sein Augenausdruck besagt in etwa: Ich werde dich erwischen! Ich weiß nicht, was ich dieser Person angetan haben soll, aber es scheint etwas ganz Verheerendes gewesen zu sein.
[Wendet die Drehtechnik an.] Es ist so ein furchtbarer Zorn. Sie [die Klientin selbst in einem vergangenen Leben] will den Mann töten. Sie hatte ein Baby, das ihr weggenommen wurde. Sie hatte einen Liebhaber und der Liebhaber wurde umgebracht. Und dann bekam sie ein Baby, und der Ehemann veranlasste, dass ihr das Baby weggenommen wurde. Eine Frau kam und nahm das Kind an sich, und sie sah es nie wieder.
Danach habe ich einem Kind etwas angetan. Aus Vergeltung, ganz kaltherzig. Dies hier ist sein Kind, nicht meines. Dieses Kind ist 6 oder 7 Jahre alt. Ich sehe den Mann mit einem derart wilden Ausdruck in seinen Augen. Ich weiß nicht, was ich ihm angetan habe, aber ich bin erstaunt, wie kaltblütig ich das durchgezogen habe.
Es ist das Kind dieses Mannes. Es wurde ins Wasser, in einen See gestoßen.
Wer stößt das Kind ins Wasser? – Die Frau. Ich. Sie ist sehr schlank. Sie sieht wie eine kultivierte Person aus. Aber sie ist furchtbar zornig. Alles, wonach der Sinn ihr steht, ist Rache. Dies ist die schlimmste Sache, die sie ihrem Ehemann antun kann.
Und was geschieht dann? – Sie ertränkt den Knaben. Und dann kann ich den Mann wieder sehen, mit dem wilden Ausdruck in seinen Augen. Die Frau ist zufriedengestellt, weil sie sich bewusst ist, dass sie ihm das Schlimmstmögliche angetan hat. Schlimmer als ihn selbst zu töten, weil er nun mit dem Schmerz um sein verlorenes Kind leben muss.

Bei diesem, ebenso wie bei den beiden vorhergehenden Beispielen, besteht keine Notwendigkeit, von Karma zu sprechen, um zu verstehen, wie das Fragment sich an die Klientin anheftete. Es wurde von ihr nach der gleichen Art von Polarität angezogen wie bei den beiden früheren Fallstudien. Ich sage dies nicht, um die Existenz von Karma zu leugnen, sondern um zu zeigen, dass in diesen Fällen einfachere Mechanismen im Spiel sind.
Bei diesem Fallbeispiel bemerken wir erneut, wie das Fragment wie eine groteske Karikatur seiner Ursprungsperson erscheint. Man kann hier eine Parallele ziehen zu der Art, in der die Künstler des Altertums z.B. in Griechenland menschliche Leidenschaften in Form von Masken darstellten. Dieses Verständnis von Fragmenten könnte uns bestimmt dazu führen, unsere Emotionen und Verlangen auf eine ganz neue Art zu betrachten.

10.4 Der fliegende Geist

Fallstudie 10.4: 24jähriger Mann, Masseur. Er erforscht eine Wesenheit im Bereich des Solarplexus.
Wie sieht das Ding aus? – Es ist schwarz, wie ein schwarzes Loch im Raum, es saugt meine Energie auf.
Gibt es irgendwelche Emotionen, die damit verbunden sind? – Hass und Furcht.
[Wirbelmethode der IST-Technik.] Ich bin gerade in einem großen dunklen Raum [das heißt im Mutterleib, doch das konnte der Klient nicht unmittelbar erkennen] gelandet. Sehr dunkel. Ich bewege mich darin. Ich bin allein. Der Raum ist groß. Gegenwärtig weiß ich nicht einmal, ob es ein Raum ist. Es ist einfach schwarz. Ich bewege mich in Kreisen und fühle mich verloren. Alles ist dunkel und leer. Ich fühle mich durch etwas erschreckt. Etwas beobachtet mich aus einer Distanz. Etwas ist mit mir zusammen in dem Raum gefangen. Es will heraus.
Wo würde es hingehen, wenn es den Raum verlassen könnte? – Es würde einfach davonfliegen, geradeaus hoch und sehr schnell ... Richtung Weltraum. Aber es kann den dunklen Raum nicht verlassen. Es ist darin gefangen.
Wie sieht das Ding aus? – Ein Fötus innerhalb einer Plazenta. Jedoch sehr intelligent. Es ist im Raum [das heißt im Mutterleib]. Der Raum ist fast wie Schlamm, ein morastiger Sumpf.
Können Sie irgendeine Verbindung zwischen diesem Fötus-Ding und Ihnen spüren? – Er weiß, dass ich da bin; das ist auch der Grund, weshalb er kam. Er ist ein Parasit. Er hält nach einem Lebenserhaltungssystem Ausschau.
Und wo findet er das? – In mir. Er hält nach Lebensenergie Ausschau. Er sieht wie ein Ballon aus und innen drin besteht er aus einem sehr kleinen Fötus. Er ist schwarz. Und er will mich töten. Er will mich töten, indem er all meine Energie aussaugt. Er hegt Groll gegen mich.
[Der Klient wirbelt in der Zeit zurück.] Ich befinde mich auf einer großen Ebene. Da sind Zelte, Hunderte von Zelten. Und schwarze Wolken am Himmel. Ich trage mit einem anderen Mann einen Kampf aus. Ich habe ein großes Schwert und ich haue den Mann in zwei Hälften. Er sah wie ein ziemlich großer Mann aus, aber ich bin sogar noch größer als er. Viel größer als ich jetzt bin. Er war mein Freund. Wir hatten eine Auseinandersetzung. Eine Art von Machtkampf. Er war der Anführer im Lager. Und nun bin ich es.
Es war ein meisterhafter Schwerthieb; ich habe ihn in zwei Hälften auseinandergeschlagen, und zwar hier [zeigt auf den Nabelbereich]. Und dann sah ich einen Geist aus ihm heraus in den Himmel fliegen. Ich war total erstaunt.
Nun kommen die Leute aus ihren Zelten, und sie erschrecken über mich. Sie sehen wie Mongolen oder Tibetaner aus, nach ihrem Gesicht zu urteilen. Und ich kann mich einfach nicht mehr bewegen, so überrascht bin ich über das, was ich gesehen hatte und ich starre intensiv dem Geist nach, der in den Himmel fliegt.
Wohin begab sich der Geist von dort aus? – Er wartete. Er wartete auf mich, irgendwo im Schlamm verborgen. Er formte einen Fötus im Schlamm. Und dann kam er in den dunklen Raum.
[Wirbelt.] Ich kann mich sehen, wie ich diesen Mann umarme. Er war mein bester Freund. Vor dem Kampf gab es viel Wärme zwischen uns.
Könnte es noch immer dieses Gefühl der Wärme zwischen dem Fötus und Ihnen geben? – Ja. Momentan überrascht mich dieses warme Gefühl. Nicht nur ich mag es [das Ding], es mag mich auch.

Beachten wir, dass die letzten Worte des Klienten enthüllen, dass es nicht nur Groll, sondern auch tiefe Freundschaft zwischen den beiden Männern war, die diese Verbindung schuf und damit die Anziehung, die das Fragment gegenüber dem Klienten empfand.

Die Art, auf welche das Fragment seinen Weg in den Mutterleib fand, ist wunderbar beschrieben. Wie in zahlreichen anderen Fällen erstaunte es mich, wie zusammenhängend die Beobachtungen von Klienten sein können. Praktisch keiner der Klienten, die in diesem Buch vorgestellt wurden, hatte vorher jemals von Wesenheiten gehört, bevor sie am IST-Prozess teilgenommen hatten. Bevor sie mit der Praxis begannen, wurde ihnen keine theoretische Erklärung gegeben. Wenn das Thema im Gespräch erwähnt worden wäre, hätten sie wahrscheinlich sehr stark an der Existenz von Wesenheiten gezweifelt. Doch durch die Sitzungen nahmen sie das, was sie sahen, auf ganz natürliche Weise zur Kenntnis. Sie erwähnten genaue und bedeutungsvolle Einzelheiten genau so, als ob sie dieses Buch gelesen hätten!

10.5 Der römische Deserteur

Fallstudie 10.5: 39jährige Frau, Köchin. Sie erforscht einen Schatten, den sie während des IST-Prozesses in ihrer linken Hüfte entdeckte.
Was sehen Sie? – Ein Bild, wo ich auf einem Kampfwagen bin. Ich sollte nicht dort sein. Ich sollte bei den Leuten sein. Ich sollte mit ihnen kämpfen. Aber ich lief davon und wurde durch einen Speer an der Hüfte verletzt. Sie haben mich dort einfach liegengelassen, damit ich dort sterbe. Es handelt sich um einen Soldaten, der sterbend in einem Kampfwagen zurückgelassen wird. Er [das ist die Klientin in einer vergangenen Existenz] sieht aus wie ein römischer Soldat, der vor den anderen Soldaten davongelaufen ist. Ein Söldner, aber die Menschen, die ich bekämpfen sollte, sind Personen, die ich seit meiner Kindheit gekannt habe. Deshalb lief ich davon und sie schleuderten mir den Speer nach. [In dieser australischen Existenz] Ich hatte stets ein wenig von einem Feigling an mir. Ich war immer ängstlich, erschreckt von jeder Art von Gewalt.39
Ich habe jedes Recht auf etwas Gutes verloren, weil ich mit ihnen [den Dorfbewohnern] sterben sollte, anstatt davon zu laufen. Ich wuchs in diesem Dorf auf und ich wurde Soldat, um in der Welt herumzukommen. Ich habe nie damit gerechnet, dass ich zurückkommen müsste, um diese Menschen zu töten. Ich fühle mich so beschämt über das, was ich getan habe. Ich sollte eigentlich an der Seite der Dorfbewohner sein, um mit ihnen zu sterben. Und in diesem Leben habe ich mich stets mit Leuten aus armen Ländern identifiziert. Ich habe stets gespürt, dass ich zu ihnen gehörte. Ich schäme mich über das, was ich getan habe.
Was ist die Verbindung zwischen dem Schatten und dem Soldaten? – Die Schatten existiert, um mich dafür zu strafen, was der Soldat beging. Ich hätte diese Menschen niemals verlassen dürfen. Darum versteckt sich der Schatten hinter einem Schirm von Schwäche und Fehlern. Ich bin niemals sicher, was richtig und was falsch ist. Mein Denken ist ein wenig durcheinander. Ich übernehme die Meinungen anderer Leute, weil das leichter ist als selber nachzudenken. Der Schatten will, dass ich überwältigt und schlecht behandelt werde. Er will mich ins Gefängnis stecken, mich einschränken, meinen Ausdruck begrenzen. Meine Eltern pflegten mich im Haus einzusperren. Ich wurde ein paar Male vergewaltigt, und der Schatten hat dazu beigetragen.
Woher kam der Schatten? – Er befand sich im Soldaten. Der Schatten war der Soldat. Der Soldat will, dass ich für die Fehler bezahle, die ich als Soldat begangen hatte.

39 Während der IST-Rückführung ist es üblich, dass Klienten zwischen der ersten und der dritten Person wechseln, wenn sie über sich selbst in einer Begebenheit aus einer vergangenen Existenz erzählen.

Diese Fallstudie präsentiert einen neuen Mechanismus: Eine Klientin wird von einem Fragment parasitär befallen, das in einem vergangenen Leben von ihrem eigenen Astralkörper abgebrochen ist. Mit Schuld als Bindeglied wird sie nun von einer Wesenheit gequält, die von ihr selbst aus ihrer eigenen Vergangenheit stammt.
In diesem speziellen Beispiel ist es schwierig, die Grenzlinie zwischen Samskara und Fragment-Wesenheit klar zu ziehen. Samskaras sind Prägungen, die von traumatischen und intensiven Erfahrungen in der Vergangenheit stammen, und die entweder in der gegenwärtigen Existenz oder in früheren Leben gesammelt wurden. Bei einem Fragment hingegen handelt es sich um ein Stück, das nach dem Tod vom Astralkörper abbricht und in diesem Leben wieder einem Astralkörper anhaftet.
In der Theorie mag die Unterscheidung zwischen Samskara und Wesenheit subtil erscheinen. In der Praxis gibt es jedoch einen bedeutenden Unterschied: Eine Wesenheit kann in 20 Minuten geklärt werden, ein Samskara jedoch nicht. Während der Klärung können die Klienten sehen, wie sich die Wesenheit plötzlich nach oben bewegt und ihren Körper verlässt. Wenn es jemand gäbe, der Samskaras auf diese Weise klären könnte, so wäre jeder Mensch innerhalb von ein paar Wochen erleuchtet.
Bemerkenswert auch, wie die Klientin einen direkten Zusammenhang zwischen dem Schatten und den mehrfachen Vergewaltigungen, die ihr widerfuhren, herstellen konnte. Für Klienten ist es nicht ungewöhnlich zu entdecken, dass ihre Wesenheiten verschiedene negative Lebensumstände ›angezogen‹ haben, die auch Unfälle und andere Formen physischer Gewalt beinhalten. Mehr als einmal hörte ich Klienten davon berichten, dass ihre Wesenheiten in einer kritischen Sekunde während des Autofahrens bei ihnen Blackouts herbeigeführt haben, die nahezu Unfälle verursacht haben. In anderen Fällen scheinen Wesenheiten das Verhalten der Klienten so zu verändern, dass sie Gewalt durch andere Menschen provozieren. In weiteren, noch rätselhafteren Fällen nahmen Klienten wahr, dass ihre Wesenheiten andere Leute direkt dahingehend manipulierten, sie anzugreifen.

10.6 Das enge Halsband

Fallstudie 10.6: 24jähriger Mann, der mit Computern arbeitet. Er war streng einer asketischen Form des Yoga zugetan und stand jeden Morgen um vier Uhr auf, um zu meditieren. Er war strikter Vegetarier, verweigerte sich den Mädchen und sah jedes Zugeständnis an die materielle Welt als unspirituell und schmutzig an. Obwohl er unter dem Eindruck stand, dass er alle Dinge richtig machte, fühlte er sich total gehemmt und von selbstzerstörerischen Emotionen erstickt.
Wie sieht es aus? – Es sieht wie eine rote Wolke aus, nahezu wie ein Halsband um meinem Nacken, das mich drückt und stranguliert. Es ist fast so, als ob es keinen Raum zum Atmen gibt. Es drückt fester und fester; es handelt sich um ein ziemlich bösartiges Ding.
Könnte da so etwas wie eine bewusste Anwesenheit dabei sein? – Seltsamerweise ja. Es scheint nahezu so, als ob es eine Art von Eigenleben führt.
Gibt es Speisen, die es mag? – Käse, und alles, was sauer schmeckt.
Was passiert mit der roten Wolke, wenn Sie diese Speisen essen? – Ich denke, sie wird stärker. Und ein wenig größer. Und das Gefühl der Anwesenheit um meinen Nacken wird ein wenig intensiver.
Was will sie? – Sie will spirituelle Dinge, wie Meditation zum Beispiel.
Was geschieht mit ihr, wenn Sie meditieren? – Sie wird intensiver, sie stranguliert mich stärker. Und sie hat mehr Kontrolle über mich.
Was will sie noch von Ihnen? – Sie will Fortschritt, spirituellen Fortschritt. Sie will die Kontrolle haben. Sie kontrolliert mich und übt Druck auf mich aus.
[Wirbelt.] Ich bin 2 Jahre alt und gehe mit meiner Mutter auf der Strasse. Die Wolke war schon da, jedoch kleiner, und hing an der Vorderseite meines Halses.
[Wirbelt.] Ein dunkler Raum...
[Wirbelt.] Ich setze mich in der Nähe eines Fensters nieder und schreibe. Es handelt sich dabei um einen älteren Mann, der einen Brief schreibt. Er hat Falten auf seiner Hand. Er ist so etwas wie ein Priester oder eine Person, die mit der Kirche zu tun hat. Er denkt eine Menge nach. Er ist nicht glücklich. Er fühlt sich beengt. Er hat eine Menge Erwartungen an sich selbst gestellt; Ideen darüber, was er sein sollte. Er denkt, er sollte mehr sein, als er aktuell ist. Er trägt einen Priesterkragen.
Was betrifft die Verbindung mit der roten Wolke? – Meine Wolke hat mit seinen Erwartungen zu tun, mit der hohen Idee davon, was er darstellen sollte. Wenn ich an seinen Kragen denke, fühlt sich das richtiggehend vertraut an. Es tut nicht wohl, aber es fühlt sich »richtig« an. Der Kragen repräsentiert für ihn eine Menge. Der Kragen gibt mir Gefühle darüber, wie ich mich verhalten sollte. Es ist wie eine Erwartung. Die Wolke ist eine Einschränkung. Sein Kragen war auch eine Restriktion. Es ist, als ob ich die Gegenwart des Priesters in der roten Wolke spüren könnte. Wenn ich die Wolke sehe, und wenn ich den Priester sehe, so ist das Gefühl wirklich ähnlich. Es ist der Fanatismus des Priesters, der die Wolke nährt.
Was ist die Verbindung zwischen Ihnen und dem Priester? – Der Priester ist mein voriges Ich. Und nun ist der Priester in der roten Wolke.

Endlich treffen wir eine Wesenheit, die Meditation liebt – unglücklicherweise nicht aus den richtigen Gründen! Wieder zeigt dieses Beispiel ein Fragment, das aus einem vergangenen Leben stammt. Die Lage ist komplex: Die Wesenheit ist auf verworrene und komplexe Art mit den Samskaras des Klienten vermischt, das heißt, mit seinen psychologischen Dispositionen. Allein an den Samskaras zu arbeiten, also sich einer Art von Psychotherapie zu unterziehen wäre gewiss nicht ausreichend, um das Fragment loszuwerden, weil Wesenheiten besonders hartnäckig sein zu pflegen. In Hunderten von Fällen konnte ich beobachten, dass sie nahezu niemals ihre Opfer verlassen; es sei denn, ein angemessener Klärungsprozess kommt zur Anwendung. Es ist jedoch nicht ausreichend, die Wesenheit zu klären, um alle Probleme des Klienten einer Lösung zuzuführen.
Wesenheiten sind wie das Schloss an einer Türe. Wenn die Wesenheit geklärt wird, entledigt man sich des Schlosses. Das ist noch nicht ausreichend, um die Türe zu öffnen, doch es macht bereits einen großen Unterschied aus. In zahlreichen Fällen, in denen Klienten eine Kombination von einer Wesenheit mit einer bedeutenden psychologischen Blockierung hatten, konnte ich beobachten, dass die Klienten unfähig waren, sich auf eine Lösung zuzubewegen, solange die Wesenheit existierte. War die Wesenheit einmal geklärt, war das Problem noch nicht verschwunden, aber die Klienten begannen häufig, die mit dem Problem verbundenen Samskaras aufzulösen.
Dieser Mechanismus sollte bedacht werden, wenn ein Klient total in einem Rückführungsprozess oder einer anderen Art psychologischer Arbeit ›steckengeblieben‹ ist. Es könnte der Fall eintreten, dass eine Wesenheit die Blockierung verfestigt oder verstärkt. In einem Fall wie diesem kann eine Klärung der Wesenheit einen schnellen und kraftvollen Weg darstellen, um einen Wandel zu erleichtern. Es wäre jedoch lächerlich, wenn man jedes Mal eine Wesenheit zum Sündenbock machen würde, wenn eine Person in ihrer Entwicklung behindert scheint, denn es gibt hundert Wege, um psychologische Wandlungen zu blockieren und ihnen zu widerstehen, die nichts mit Wesenheiten zu tun haben.

10.7 Die Indonesierin

Fallstudie 10.7: 38jähriger Mann, Politiker. Er erforscht eine dunkle Wolke auf seinen Schultern, die ihm wie ein Gewicht vorkommt, dass ihn aussaugt und psychologisch blockiert.
Was spüren Sie? – Ein durchgehendes Gefühl der Schwere überall in meinem Körper, physische Schwere, wie eine bedrohliche und dunkle Präsenz. Das Abbild einer älteren indonesischen Frau, die so wirkt, als ob sie erschöpft ist und ihren Höhepunkt schon überschritten hat. [Einige vorausgegangene Rückführungssitzungen hatten den Klienten zu der Erkenntnis geführt, dass diese Indonesierin ihn selbst in einer seiner vergangenen Existenzen darstellt.]
Sie sieht müde aus. Und wenn ich sie sehe und ihre Gegenwart fühle, dann macht sich mein Rücken bemerkbar. Sie ist dunkelhäutig und trägt einen aus irgendwelchem Gras gefertigten Rock.
Gibt es irgendwelche Gefühle, die mit ihrer Präsenz zusammenhängen? – Sie fühlt nichts wirklich. Sie ist bedrückt. Ein Gefühl der Schwere lastet wie ein Gewicht auf ihrem Rücken und auf ihren Schultern. Ich glaube nicht, dass sie weiß, wodurch sie sich bedrückt fühlt. Es ist wie eine Präsenz im Bereich ihres Rückens. Es ist, wie wenn sich diese Präsenz ans Leben klammern würde. Sie will ihre Lebensessenz. Ich sehe die Indonesierin als lebhafte junge Frau, und so etwas will die Präsenz. Sie klebt an ihrem Rücken, weil sie nach ihrer lieblichen Energie verlangt.
[Der Klient macht von der Wirbeltechnik Gebrauch.]
Ihr Mann war eifersüchtig und tötete ihren Liebhaber vor ihren Augen mit einer Machete. Und das hat sie zutiefst verletzt, gekränkt und gedemütigt. Ich sehe, wie der Liebhaber starb. Etwas in ihm wollte nicht sterben. Die Frau hatte schreckliche Angst.
Danach begann sie auf ihrem Rücken das Gewicht zu spüren. Das Gewicht ist die Präsenz des getöteten Liebhabers. Die Präsenz gleicht ihm, aber sie ist dennoch nicht genau wie er zu Lebzeiten. Als er noch lebte, war seine Energie in Ordnung. Doch der gute Aspekt seiner Energie, der zu Lebzeiten noch da war, scheint jetzt nicht mehr zu existieren. Eine Verdunkelung hat stattgefunden. Die Präsenz will die Frau einfach nur noch aussaugen. Sie liebt sie nicht mehr, sie missbraucht sie.
Die indonesische Frau kam zu einem Punkt, an dem sie so verfiel, dass sie zu einer Außenseiterin wurde. Ihr Ehemann wollte sie nicht mehr haben, und sie war zu erschöpft, um sich unter die Menschen zu begeben. Sie starb einsam.
Ich kann dieselbe Last und die Präsenz, die die Indonesierin zu tragen hatte, in meinem eigenen Körper spüren.
Was will sie in Ihrem Körper? – Meine guten Teile, meine positive Energie. Sie genießt die Lebenskraft stellvertretend. Sie zieht sie ab.
Gibt es Speisen, die sie genießt? – Schwere gebratene Speisen. Möglicherweise auch Süßigkeiten. Schwere Mahlzeiten.
Verursacht sie Störungen in Ihrem Sexualleben? – Sie steht mehr auf Sex als auf Liebe. Sie hat lieber Sex, weil Sex Leben bedeutet. Davon ernährt sie sich. Sie will mehr und immer mehr.

Diese Fallstudie zeigt einen neuen Mechanismus auf: Ein Klient trägt dieselbe Wesenheit von einer Existenz in eine andere. Nach unserem Modell der feinstofflichen Körper ist es leicht verständlich, weshalb dies passieren kann. Wenn Fragmente im Astralraum umherwandern, werden sie von Energien angezogen, mit denen sie sich vertraut fühlen. Wenn sich eine Wesenheit in einer vergangenen Existenz aus einem bestimmten Grund von Ihnen angezogen fühlte (nicht nur durch Biertrinken und Schokoladeessen) und nach Ihrem Tod nicht erlöst wurde, ist es logisch, dass sie weiterhin nach Ihnen Ausschau halten und auf Ihre Rückkehr warten kann.

10.8 Warum man mit Erfahrungen aus früheren Leben vorsichtig sein muss

Bevor wir dieses Kapitel über vergangene Leben und Wesenheiten abschließen, sollte ein Vorbehalt klar ausgedrückt werden. Die Tatsache, dass man während der Erforschung einer Wesenheit eine Begebenheit aus einem vergangenen Leben entdeckt, bedeutet nicht, dass der Klient dieses bestimmte vergangene Leben auch wirklich erlebt hat.
Fragmente sind keine sonderlich intelligenten Wesen. Sie haben ein ziemlich niedriges Organisationsniveau. Während sie im Astralraum umherwandern, wollen sie lediglich die Emotionen wiederholen, die in ihrer Substanz eingeprägt sind. Gleiches zieht Gleiches an. Fragmente halten nach Personen Ausschau, die ihre Begierden befriedigen können.
Angenommen, ein Fragment trägt das Verlangen in sich, sich an einer bestimmten Person rächen zu wollen. Es wird im Astralraum umherwandern und dabei nach dieser Person Ausschau halten. Es erinnert sich an die Beschaffenheit der Schwingung jener Person und sucht daher nach derselben Schwingungsqualität. Dies bedeutet jedoch noch nicht, dass das Fragment auch die gleiche Person wiederfindet. Vielleicht trifft sie auch nur auf einen Menschen, der über die gleiche Art von Schwingung verfügt. Wie wir uns erinnern, sind Fragmente grundsätzlich eher dumm. Alles, wozu sie in der Lage sind, ist, die gleichen emotionalen Reaktionen endlos zu wiederholen. Wir können nicht mit Sicherheit annehmen, dass sie unterscheidungsfähig genug sind, dieselbe Seele wieder ausfindig zu machen. Sie können sich durchaus auch irreführen lassen und sich an einen Menschen hängen, der ähnliche astrale Kennzeichen und ähnliche psychologische Dispositionen hat wie die eigentliche Zielperson.
Daher können all diese Erinnerungen, die sie über dieses vergangene Leben entdecken, bei den betroffenen Klienten Verwirrung hervorrufen. Letztendlich werden sie vielleicht schon daran glauben, dass es sich bei der Geschichte um eines ihrer vergangenen Leben handelt. Doch in Wirklichkeit hat diese Episode nichts mit ihrer eigenen Vergangenheit zu tun; es handelt sich einfach um eine Lebensgeschichte, die dem Fragment eingeprägt ist. Es ist das vergangene Leben einer anderen Person, das der Klient entdeckt. In manchen Fällen ist ein gewisses Maß an Scharfsinn erforderlich, um in der Lage zu sein zu erkennen, was woher stammt.

Kapitel 11: Schnüre

Schnüre sind ein faszinierender Bereich im Gebiet der Heilung zwischenmenschlicher Beziehungen. Wenn sie von jemandem behandelt werden, der sich auf das Klären von Wesenheiten versteht, lassen sie sich leicht entfernen. Ohne diese Kenntnis jedoch können sie sich als unglaublich widerstandsfähig erweisen. Sie können Beziehungen lebenslänglich stören oder zunichte machen.

11.1 Ein typischer Fall einer Schnur

Fallstudie 11.1: 22jährige Frau, Verkäuferin. Was sie mir zuerst erzählte, war: »Ich glaube nicht an die Existenz von Wesenheiten, aber ich kann ganz klar eine Energie spüren, die aus mir heraus will und die nicht zu mir gehört. Sie fühlt sich abgetrennt von mir an. Sie hängt mit der Energie meiner Mutter zusammen. [Die Mutter war noch am Leben.] Es hat bisher in mir gelebt, aber nun ist es an der Zeit, dass es geht.« Dann erzählte sie mir, dass diese fremde Energie sich auf eine außerordentlich gewalttätige Art auszudrücken pflegte, indem sie Angstattacken hervorrief. Sie übermittelte ihrem Verstand Bilder von »fürchterlichen Dingen«, die ihr widerfahren, etwa davon, sich selber in den Bauch zu stechen.
Was fühlen Sie? – Es ist, als ob ich in den Bauch gestochen würde [unterhalb des Nabels]. Es ist eine sehr kleine Stelle, fast wie ein Punkt.
Ist an dieser Stelle das Gefühl spürbar, als ob eine Präsenz damit verbunden wäre? – Nein, es fühlt sich nicht wie eine Präsenz an. Es will überhaupt nicht an die Oberfläche kommen. Es hält Verbindung zu meinem Kopf aufrecht und erzählt mir, dass es nicht dort ist. Es versucht die ganze Zeit über, mich zum Narren zu halten. [Tränenfluss] Es ist wie Verzweiflung, eine Menge Schmerzen und wiederum Verzweiflung. Es ist wie die Hoffnungslosigkeit einer absolut traurigen Wirklichkeit. Und es ist enttäuscht und wütend darüber, so unglücklich zu sein. Es möchte einfach nicht existieren. Daher konzentriere ich mich nicht darauf, hier zu sein, ich lebe nicht wirklich in dieser Welt. Es könnte mich in die Zerstörung treiben und mich dazu bringen, Selbstmord zu begehen.
Wohin würde es gehen, wenn Sie gestorben wären? – Es würde an mir, an meinem Bewusstsein hängen bleiben. Das ist der große Witz dabei: Es würde genauso unglücklich sein, aber nicht in einer physischen Form. [Klientin wirbelt mit der IST-Technik.] Nun bin ich im Alter von 3 Jahren. Die Energie ist schon vorhanden. Sie vermittelt mir das Gefühl, nicht sicher zu sein, nicht in meinem Körper gegründet zu sein, das Gefühl körperlicher Unsicherheit. Angst, Angst, nichts als Angst ... ich suche ständig Aufmerksamkeit, weil ich von jemandem beruhigt werden muss. [Wirbelt mit der IST-Technik weiter rückwärts in der Zeit.]
Es ist dunkel. Ich bin im Mutterleib. Die Energie ist auch schon da. Sie fühlt sich an, als ob sie mit meiner Mutter verbunden wäre. Sie wuchs hier in spürbarer Form heran, weil sie [die Mutter] so unglücklich war. Ich bin nicht gern im Mutterleib. Ich bin von diesem unglücklichen Gefühl umgeben, einfach deshalb, weil meine Mutter sich so unglücklich fühlt. Tatsächlich ist dieses Ding wie konzentriertes Unglücklichsein. Und im Verlauf meines Aufwachsens wurde es zu einem Teil meiner selbst.
Hat es eine Form? – Es sah aus wie eine Nabelschnur, und es wuchs in meinem Magen. Die Schnur ist noch immer da, auch jetzt noch [Tränenfluss]; aber nun ist sie schwarz und macht einen fürchterlichen Eindruck. Sie ist mit ihrem einen Ende mit meinem Nabel verbunden und mit dem anderen Ende mit meiner Mutter. Deshalb kann ich auch die ganze Zeit über die Energie meiner Mutter spüren. Ich kann ihre Anwesenheit jederzeit spüren, am anderen Ende der Nabelschnur. Es ist, als ob ich die ganze Zeit über hören könnte, wie sie sich darüber beklagt, wie unglücklich sie ist.
Woraus besteht die Nabelschnur? – Sie sieht wie totes Fleisch und getrocknetes Blut aus; es ist einfach schrecklich. Ich bin mir im Klaren darüber, dass meine Mutter von ihrer Existenz weiß, und dass es auch für sie schrecklich ist.

Sobald die Klärung durchgeführt wurde, spürte die Klientin die Präsenz ihrer Mutter nicht mehr um sich herum, und ihre Angstgefühle verringerten sich in einem bemerkenswerten Ausmaß. Die Krankengeschichte der jungen Frau beinhaltete die Diagnose Endometriosis, eine entzündliche Unterleibserkrankung. Außerdem wurden an beiden Eierstöcken insgesamt 50 Zysten entdeckt. Die Zysten sind operativ entfernt worden, doch aufgrund einer schlimmen Narbe war eine Woche später ein zweiter operativer Eingriff notwendig (was unmittelbar den Verdacht auf die Präsenz einer Wesenheit erweckt).40 Während der IST-Sitzungen bemerkte die Klientin wiederholt, dass die schwarze Schnur ein ähnliches Gefühl bei ihr hervorrief wie die Schmerzgefühle ihrer diversen Unterleibserkrankungen. Mit anderen Worten: Die Nabelschnur spielte wahrscheinlich eine Schlüsselrolle bei der Entstehung all dieser physischen Probleme.

40 Wie in Kapitel 8 (›Wie man sich eine Wesenheit einfängt‹) erörtert wurde, kann jede Art von chirurgischer Eingriff, speziell dann, wenn er unter Vollnarkose durchgeführt wird, eine Situation mit hohem Risiko für den Befall durch Wesenheiten darstellen. Postoperative Komplikationen weisen nicht notwendigerweise auf die Präsenz einer Wesenheit hin; nichtsdestoweniger sollte in Betracht gezogen werden, dass ein diesbezüglicher Verdacht nicht unberechtigt sein könnte.

11.2 Was ist eine Schnur?

Wie ist diese Schnur unter dem Gesichtspunkt feinstofflicher Körper zu verstehen? Die Nabelschnur, die eine Mutter mit ihrem Baby verbindet, transportiert nicht nur materielle Substanzen, sondern auch Lebenskraft, was ätherische Energie bedeutet. Die Nabelschnur ist daher nicht nur eine physische Struktur, sie hat auch eine ätherische Schicht, die sie umgibt. In den Kapiteln 6 und 7 beschrieben wir, dass es nicht immer ausreichend ist, den physischen Fetus bei einer Abtreibung oder die physische Plazenta nach einer Geburt loszuwerden, um deren ätherische Gegenstücke zu eliminieren. Auf ähnliche Weise bedeutet das Durchschneiden der physischen Nabelschnur nach einer Geburt noch nicht, dass dabei auch das ätherische Gegenstück durchtrennt wurde.
Während der ersten fünf Lebensjahre eines Kindes findet intensiver Austausch auf verschiedenen Ebenen mit seiner Mutter statt, von der ätherischen Energie bis hin zur Gefühlsebene. Der Zustand der Abhängigkeit des Kindes von seiner Mutter ist absolut normal, und es ist nicht notwendigerweise falsch, wenn eine Schnur ein paar Jahre lang existiert. Wenn jedoch eine Schnur zu lange verbleibt, so hält sie das betreffende Kind davon ab, sich seine eigene Autonomie zu erobern. Die Schnüre sorgen nicht nur für eine gestörte Beziehung, sie hindern die Kinder daran, ihre natürliche Entwicklung zu durchlaufen und menschliche Reife zu erreichen. Im weiteren Verlauf kann die Mutter unfähig werden, ihr Kind (das inzwischen kein Kind mehr ist) loszulassen, und das Kind kann auf abnormale Weise an seine Eltern gebunden bleiben oder eine andere Art gestörter Beziehung entwickeln.
Meinen Beobachtungen nach entsteht eine Anzahl von krankhaften Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern aufgrund derartiger Schnüre. Jedoch verfügten bis jetzt nur sehr wenige Leute über eine ausreichende Wahrnehmungsfähigkeit, um das Vorhandensein und die Natur dieser Schnüre zu erkennen und zu durchschauen. Durch die herkömmlichen Mittel der Erforschung dieser Beziehungsstörungen werden sich die betroffenen Personen nur des psychologischen Aspekts des Beziehungsproblems bewusst. Wenn sie versuchen, es in den Griff zu bekommen, dann nur mit Methoden der Psychotherapie, mit denen sie ihre Emotionen erforschen und lernen, besser damit umzugehen. Doch solange die ätherische Schnur mit ihrem ungeeigneten Transfer feinstofflicher Energien und Gefühle (in der betroffenen Person) verbleibt, ist es äußerst schwierig, eine wirkliche Lösung des Problems zu erreichen.
Meinen Erfahrungen zufolge können sich viele Schnüre als genauso hartnäckig wie Wesenheiten erweisen. Solange sie nicht auf dieselbe Art wie Wesenheiten einer Klärung zugeführt werden, können sie nicht entfernt werden. Daher können betroffene Personen 10 Jahre und länger daran arbeiten, ihre Probleme mit ihren Eltern (oder Kindern) zu erforschen, ohne jemals eine wirkliche Lösung zu erzielen.

11.3 Kann eine Schnur wirklich als Wesenheit bezeichnet werden?

Schnüre haben sicherlich eine Anzahl von Eigenschaften mit Wesenheiten gemeinsam. Sie saugen an der Lebenskraft der Klienten. Durch eine Schnur empfängt ein Klient eine Anzahl parasitärer Emotionen vom Elternteil oder vom Kind. Eine Schnur kann auch verantwortlich für Begierden und einige andere Mechanismen sein, die wir bei Wesenheiten beschrieben haben. Darüber hinaus ist eine Anzahl von Schnüren sehr schwierig abzutrennen oder zu entfernen, wenn man keine kompetente Klärung durchführt, wie es auch auf Wesenheiten angewendet wird. Kommt jedoch eine derartige Klärung zum Einsatz, so pflegt die Schnur unmittelbar zu verschwinden und nicht mehr wiederzukehren.
Es gibt einen weiteren guten Grund, weshalb Schnüre auf die gleiche Weise wie Wesenheiten behandelt werden sollten. Angenommen, jemand war clever und stark genug, um eine Schnur ohne kompetente Klärung abzuschneiden. Das Resultat dieser Aktion wäre ein ›Fallout‹ ätherischer und astraler Stücke und Teilchen, welche auf den Schnur-›Chirurgen‹ ebenso toxisch wirken würde wie auf den Klienten. Weiters verhält es sich so, dass eine teilweise Klärung, die Teile der Schnur übrig lässt, eine zukünftige Lösung der Situation sogar noch erschwert, wie dies auch bei Wesenheiten der Fall ist.
Schnüre haben jedoch – im Gegensatz zu Wesenheiten – kein Bewusstsein ihrer selbst. Daher vermitteln sie nicht das Gefühl einer Präsenz. So kann zum Beispiel eine Schnur an sich keine Stimmen im Kopf des Klienten entstehen lassen, obwohl sie jedoch dazu führen kann, dass der Klient von den Gedanken der Person am anderen Ende der Schnur beeinflusst respektive besessen werden kann. Bei einer Schnur handelt es sich nicht um individualisiertes Bewusstsein, sondern um eine Verbindung zu einer anderen Person.
In der zuvor präsentierten Fallstudie handelte es sich nicht um eine fremde Energie, die sich eines schönen Tages der Klientin anheftete (wie dies bei Wesenheiten der Fall ist), sondern um die abnormale Fortdauer einer normalen Struktur. Diese letzte Bemerkung trifft nicht auf alle Schnüre zu, wie wir später sehen werden. Doch alle Schnüre sind mehr oder weniger selbst durch die beiden Personen erschaffen, die sie miteinander verbinden, obwohl oft eine der beiden Personen bei der Etablierung der Schnur eine größere Rolle gespielt hat als die andere.
Zusammenfassend betrachtet, handelt es sich bei Schnüren nicht um Wesenheiten, obwohl der beste Weg mit ihnen umzugehen, darin besteht, sie wie solche zu behandeln. Dies impliziert Erforschen und Beobachten der Schnüre (vgl. Kapitel 14) und danach einen Klärungsvorgang wie bei Wesenheiten.
Soweit es die Heilung betrifft, sind die Ergebnisse des Klärungsvorgangs bei einer Schnur dieselben wie beim Klären einer Wesenheit. Es ist nicht damit getan, die Schnur zu klären, um die Beziehung und die mit ihr verbundenen Gefühle zu heilen. Eine Schnur ist wie ein Schloss an einer Tür. Sie verfestigt die Problematik und macht sie dadurch unlösbar. Solange die Schnur verbleibt, ist es für den Klienten außerordentlich schwierig, mit den damit verbundenen Gefühlen umzugehen. Ist die Klärung einmal durchgeführt, bleibt noch immer eine Menge Arbeit zu leisten. Jedoch wird alles viel leichter, und der Klient beginnt sich auf eine Lösung innerer und äußerer Konflikte zuzubewegen.
Wir leben heute in einer Zeit, in der ein bedeutender Anteil der Bevölkerung zur Wahrnehmung der feinstofflichen Ebene erwacht. Infolgedessen werden viele Leute diese Schnüre erkennen. Man bedenke dabei, dass Schnüre nichts Neues sind! Das neue Element dieser Situation besteht darin, dass zahlreiche Personen beginnen, Schnüre wahrzunehmen. Ich stelle die Prognose, dass die Arbeit an Schnüren in den kommenden Jahrzehnten große Popularität erreichen könnte, da sie ein bemerkenswert effizienter Weg ist, um problematische Eltern-Kind-Beziehungen zu verbessern, die zweifellos einem großen Anteil der zeitgenössischen Neurosen zu Grunde liegen.

Fallstudie 11.2: 26jährige Frau. Erforscht eine Liebe-Hass-Beziehung zu ihrer Mutter.
Was spüren Sie? – Da ist eine Schnur, wie eine Nabelschnur. Sie sieht wie verdrehte Haut aus, wie eben eine Nabelschnur aussieht. Sie ist rosa.
Was fließt durch die Schnur? – Blut ... und Zorn und Hass und Bitterkeit ... und Neid ... und Gram. Die Schnur war da seit meiner Geburt. Solange sie da ist, werde ich nicht frei sein. Ich werde nie fähig sein, eine Beziehung zu einem Mann zu haben. Sie verbraucht alle meine Energie. Ich habe keine Kraft mehr übrig.
Was befindet sich am anderen Ende der Schnur? – Meine Mutter. Sie saugt meine Energie auf. Und mit mir am anderen Ende der Schnur ist sie nie alleine. Sie hat immer Angst vor dem Alleinsein gehabt. Sie denkt, dass sie sterben muss, wenn sie allein ist.
Gibt es einen Teil in Ihnen, der es mag, dass die Schnur existiert? – Ja, weil ich auch nicht alleine bin. Es gibt einen Teil in mir, der glaubt, dass ich sterben könnte, wenn ich alleine wäre.

Fallstudie 11.3: 41jähriger Mann, Arzt. Hier sein Bericht von einer 42 Jahre dauernden Schnur-Verbindung:
Es war heimtückisch. Ich konnte einfach nicht glauben, dass dieses Ding all die Jahre da war, ohne dass ich es gesehen hätte. Aber es fühlte sich sehr real an; feinstofflich aber spürbar. Es begann unterhalb meines Nabels. Und am anderen Ende hing meine Mutter. Ich konnte nicht genau erkennen, wo die Schnur mit ihrem Körper verbunden war, aber ihre Präsenz fühlte sich sehr wirklich an. Es ist, als ob jemand am Telefon war und du vergessen hast, den Hörer aufzulegen.
Da gab es das Gefühl eines konstanten Energieabzugs durch diese Schnur. Als ich ein Kind war, verhielt sich meine Mutter sehr besitzergreifend. Und durch die Schnur war sie in der Lage, mich sogar noch zu halten, als ich schon erwachsen wurde. Sie mag sich dessen nicht bewusst gewesen sein, aber sie mochte es nicht, dass ich größer wurde – sie wollte immer, dass ich ihr kleiner Junge bleibe. So wirkte die Schnur wie ein Stöpsel, der mich begrenzte und der mein Selbstvertrauen zerstörte und meine Energie absaugte.
Obwohl ich die Schnur damals nicht sehen konnte, war es ihretwegen, dass ich so viel Ärger meiner Mutter gegenüber verspürte. Ich konnte fühlen, dass sie etwas dergleichen mit mir anstellte, doch ich wusste nicht genau, was. Und das frustrierte mich die ganze Zeit über und machte mich wütend. Ich hasste sie. Als ich Teenager war, focht ich die ganze Zeit über intensive Kämpfe mit ihr aus und einige Male erwog ich sogar ganz nüchtern, sie umzubringen. Ich konnte den Stöpsel nicht loswerden, deshalb wollte ich meine Mutter mit allen erdenklichen Mitteln loswerden.
Unglücklicherweise blieb der Stöpsel auch, als ich einmal von daheim wegging. Ich wollte seit sehr langer Zeit von meiner Mutter weg, und nun musste ich feststellen, dass ich sie nicht vergessen konnte. Nicht, dass ich sie vermisst hätte, aber sie tauchte immer noch zu häufig in meinem Geist auf und ich konnte keinen Grund dafür finden. Ich dachte, dass es sich einfach um Widerwillen handelte, aber es war die Schnur.
Sobald die Schnur geklärt wurde, fühlte sich ein Teil von mir um so Vieles leichter ... Ich konnte es fast nicht glauben. Ich begann auch, weniger Wut meiner Mutter gegenüber zu empfinden. Und ich konnte anfangen, Selbstvertrauen zu entwickeln und nach meiner Kraft Ausschau zu halten. Derzeit schätze ich meine Mutter immer noch nicht besonders, aber ich hasse sie nicht und kämpfe nicht mehr gegen sie.

11.4 Schnüre, die durch Beziehungen erschaffen wurden

Bisher haben wir nur eine Art von Schnüren in Betracht gezogen, Nabelschnüre, die abnormal lange fortbestehen. Im IST-Zustand beschreiben Klienten auch andere Schnüre ähnlicher Art, die jedoch aus Beziehungen herstammen, die anderer Natur sind als Eltern-Kind-Beziehungen.

Fallstudie 11.4: 31jährige Frau, Filmproduzentin. Ein Jahr, bevor sie mich konsultierte, beendete sie eine acht Jahre dauernde Beziehung. Obwohl sie es war, die die Partnerschaft beendete, war sie unfähig, ihren ehemaligen Lebensgefährten loszulassen. Sie blieb unentschieden; ein Teil von ihr wusste, dass die Beziehung ein Fehler war, ein anderer Teil wollte das Verhältnis aufrecht erhalten und von Neuem mit demselben Mann beginnen. Als sie mich aufsuchte, war sie sehr leidgeplagt und niedergeschlagen. Hier wird wiedergegeben, was sie entdeckte, während sie im IST-Zustand war:
Was fühlen Sie? – Ich spüre so etwas ... wie eine Nabelschnur.
Woraus besteht sie? – Aus Blutgefässen. Es ist eine große Schnur, wie ein großes Blutgefäss. Und es ist mit ihm verbunden.
Mit welchem Körperteil von ihm? – Mit dem Nabel. Ich fühle mich im gleichen Raum mit ihm, eingeschlossen in ihm. Die ganze Zeit über.
Gibt es irgendetwas, was durch die Nabelschnur hindurchgeht? – Es ist wie Energie, wie Liebe, Blut, und Luft, Lebenskraft. Es ist so, als ob er [der frühere Partner] mit seinem Verstand die Entscheidung getroffen hätte, mich zu verlassen, aber die Schnur ist nicht durchgetrennt.
Wie gelangte diese Schnur hierhin? – Sie entwickelte sich im Laufe der Zeit, als wir zusammen lebten; durch die Liebe, die wir miteinander teilten.

Wenn sie sich im IST-Zustand der erweiterten Wahrnehmung befinden, erfassen einige Klienten plötzlich, dass sie mit einer anderen Person durch eine Schnur verbunden sind. Die Person am anderen Ende ist nahezu immer ein Mensch, zu dem sie eine intensive emotionale Beziehung hatten.
Klienten beschreiben diese Schnüre auf unterschiedliche Arten; der meistgebrauchte Ausdruck ist ›Nabelschnur‹, doch ist diese nicht notwendigerweise mit ihrem Nabel verbunden. Der zweithäufigste Ort, an dem die Schnur befestigt sein kann, scheint im Bereich des Herzens zu liegen, entweder auf der linken Seite der Brust oder im Herzzentrum in der Mitte. Manchmal beschreiben Klienten die Schnur mit netten Ausdrücken, wie »ein schöner Strom von Energie, die unsere Herzen verbindet« oder »ein sternenbeschienener Regenbogen, der meine Nabelschnur mit meiner Tochter verbindet«. In anderen Fällen ist die Erscheinungsform (der Schnüre) viel weniger attraktiv: »Es sieht aus wie totes Fleisch, es wirkt krank«, oder: »Es sieht aus wie eine alte verfaulte Wurst, alles schwarz, abscheulich und stinkend.«
Auch hier muss betont werden, dass ich – wie im Falle von Wesenheiten – niemals den Ausdruck ›Schnur‹ verwende, bevor die Klienten ihre Schnüre nicht selbst gesehen haben. Ebenso wenig suggeriere ich ihnen die Möglichkeit der Existenz einer solchen Schnur durch irgendeine Art von indirekter Frage. In all den Beispielen, die ich hier vorgestellt habe, waren die Klienten absolut unvoreingenommen, da die Annahme einer Nabelschnur, die einen etwa mit einem Partner verbindet, für den westlich erzogenen Verstand normalerweise ziemlich fremd ist. Und dennoch wird in der westlichen Kultur so viel Energie in Beziehungen investiert! Demzufolge scheinen Schnüre ein entscheidendes Thema zu sein, denn ohne sie kann man nicht wirklich verstehen, was in gewissen Beziehungen auf feinstofflicher Ebene stattfindet.
Bevor wir ihre Mechanismen eingehender untersuchen, müssen wir einen Punkt über Schnüre ganz klarstellen: sie sind keine Einbildung. Weder handelt es sich bei ihnen um eine Illusion noch um eine Art von Halluzination, nicht einmal um einen unbewussten Archetypen, der vom Klienten erträumt wird. Schnüre sind sehr real und greifbar, denn sie bestehen aus ätherischer und astraler Substanz. Die IST-Techniken haben nichts mit Hypnose oder Suggestion zu tun. Wenn sie einmal entdeckt sind, können Klienten ihre Schnüre außerdem nicht nur während IST-Sitzungen sehen oder spüren, sondern zu jeder Zeit während ihrer Alltagsaktivitäten. Bei der Klärung sehen die Klienten häufig, wie die Schnur entfernt und hinauf ins Licht bewegt wird. Sobald die Klärung durchgeführt wurde, fühlen sie sich bemerkenswert besser. Wie bei allen Fällen, die mit Wesenheiten zu tun haben, sollte die psychologische Beratung danach fortgesetzt und abgeschlossen werden, doch sie wird durch die vorangegangene Klärung signifikant erleichtert.
Hinsichtlich ihrer feinstofflichen Natur handelt es sich bei einer Schnur um eine Art von ätherisch-astralem Rohr, durch das Energien und Emotionen mehr oder weniger ständig zirkulieren. Auf der astralen Ebene sind Emotionen keine abstrakten Dinge, sondern Formen und Wellen, die aus allerlei astralen Substanzen bestehen. Jeder emotionale Austausch zwischen zwei Personen erschafft ein Fliessen astraler Energien. Eine Schnur ist jedoch mehr als ein Fluss, es handelt sich dabei um eine permanente Zirkulation, die beide Personen verbindet. Eine Schnur übermittelt nicht nur emotionale Wellen, sondern auch Lebenskraft, das heißt ätherische Energien.
Wenn Mann und Frau zusammenleben, so sorgt ihr andauernder emotionaler Austausch für die Voraussetzungen, um eine Schnur entstehen zu lassen. Jahrelanges Schlafen im gemeinsamen Bett trägt dazu bei, dass sich ätherische Energien vermischen. Geschlechtsverkehr stellt ebenfalls eine Form tiefen Austauschs dar, in dem eine Menge von Lebenskraft involviert ist. Wenn eine Frau mit einem Mann ein Kind hat, so bedeutet das, dass sie 9 Monate lang seine Chromosomen in sich trägt, das heißt, die persönliche Blaupause seiner ätherischen Lebenskraft, und auch dies schafft ein starkes Band von Energie. Einfach durch das Schwangerwerden – auch dann, wenn ein Schwangerschaftsabbruch erfolgt – trägt eine Frau die Chromosomen eines Mannes in sich solange der Embryo in ihr verbleibt, und dies hinterlässt eine Prägung in ihrer Energie.
Es wäre ein faszinierendes Unterfangen, die Hochzeitsrituale verschiedener Religionen oder Zivilisationen eingehend zu untersuchen, um zu bestimmen, welche Art spiritueller oder sogar okkulter Kräfte in ihnen involviert sind. Augenfällig ist, dass sie alle entworfen wurden, um das Band zwischen Mann und Frau zu verstärken, und dass sie dies dadurch versuchen, indem sie ihnen eine Art spirituellen Einflusses einzuprägen versuchen.
Keiner der verbindenden Faktoren, die ich eben beschrieben habe, ist neu. Was neu ist, ist, dass ein großer Prozentsatz von Ehen in einer Scheidung endet. Eine zunehmende Anzahl von Menschen, die jahrelang außerordentlich tiefe Verbindungen zwischen einander hergestellt haben, entschließen sich zur Trennung. Da sie nicht wissen, wie sie die energetischen Verbindungen, die zwischen ihnen bestehen, lösen können, durchleben sie schwierige und schmerzhafte Zeiten. Von meinem Standpunkt sage ich sicherlich nicht, dass an einer Scheidung oder Trennung etwas Falsches ist, aber dass eine Menge an Leiden vermieden werden könnte, wenn diese energetischen Bindungen erkannt und geklärt werden könnten.

Fallstudie 11.5: 38jährige Frau, Mutter von zwei Kindern im Teenager-Alter, ist dabei, sich von ihrem Ehemann scheiden zu lassen, der sie sieben Monate vor dieser Sitzung verlassen hatte.
Was fühlen Sie? – Die Schnur schmerzt. Ich weiß, es ist dumm, weil ich nicht mehr mit ihm [dem früheren Ehemann] leben möchte. Ich fühle keine Spur von Liebe mehr. Ich bin auch nicht mehr wütend auf ihn. Aber jedes Mal, wenn ich ihn sehe, fängt es in meinem Bauch zu schmerzen an, an der Stelle, wo die Schnur befestigt ist. Es ist wie ein Schlag, es trifft mich, und ich verliere mein Selbstvertrauen. Und dann werde ich emotional. Es ist dumm, aber jedes Mal, wenn ich ihn sehe, brauche ich 3 Tage, um darüber hinwegzukommen.
Wie sieht die Schnur aus? – Wie Gelatine. Eine Mischung von blau und rosa. Manchmal ist es, als ob ein elektrischer Stromkreis da durchgeht. Ich weiß, dass es ihm ebenso ergeht. Er ist einfach nur besser darin, so zu tun, als ob da nichts wäre.

11.5 Andere Schnüre

Lassen Sie uns nun einen Blick auf andere Arten von Schnüren werfen.

Fallstudie 11.6: 49jährige Frau, medizinische Sekretärin. Die folgende Erforschung wurde über fünf Jahre nach dem Tod ihrer Mutter durchgeführt.
Ich konnte eine Schnur im Raum dahintreiben sehen. Ich folgte der Schnur. Ich wirbelte [mit der IST-Technik] einen langen Weg zurück. Ich überquerte eine Barriere in eine andere Art von Raum. Er war dichter und ich war mir verschiedener Präsenzen bewusst, die hier existierten. Ich konnte keine von ihnen klar definieren: es war, als ob sie verhüllt wären. Es existierte Schmerz, Verlust und Traurigkeit – all diese Qualitäten fühle ich in meinem Raum.
Die Schnur führte mich zu einer Präsenz. Ich spürte, dass es sich um meine Mutter handelte und hatte Angst, hinzuschauen. Aber sie war nicht wirklich dort. Es war nur eine Schale [d.h. ein Fragment] von ihr. Sie selbst war irgendwoanders hin gegangen. Ich wusste nicht, was dies bedeutete. Es gab eine Menge anderer Schnüre in diesem Raum, wie ein Netzwerk – aber sie gehörten anderen Personen. Zu mir gehörten sie nicht.
Durch diese Schnur zehrt meine Mutter an mir, und zwar auf die gleiche Weise, wie sie es tat, als sie noch am Leben war. Ich kann dieses verzweifelte Bedürfnis spüren und weiß, dass es nicht zu mir gehört; es stammt von ihr. Es ist, als ob meine Mutter nach mir greift und an mir zieht, weil sie den Kontakt nicht verlieren will. Natürlich liebe ich sie und will sie nicht verletzen.
Die Schnur ist am äußeren oberen Bereich meiner linken Brust angemacht. Es erinnert mich an die Art und Weise, wie eine Nabelschnur an einer Plazenta befestigt ist. Es sieht genau gleich aus. Ich kann körperlich ein richtiggehendes Ziehen spüren, das von der Schnur ausgeht. Sie zieht Energie in sich hinein.
Ist meine Depression eigentlich die meiner Mutter? Nein, insgesamt betrachtet nicht. Ich hatte meine eigene Depression, doch diese sehr enge Verbindung hat mich dazu befähigt, ihren Schmerz und ihre Traurigkeit auch zu spüren und die ganze Sache ist nun durcheinandergeraten. Es ist ein wenig so, als ob der Schmerz meiner Mutter auch mein Schmerz geworden ist und als ob mein Schmerz den ihren genährt hat. Schmerz war eines der Dinge, die meine Mutter und ich gemeinsam hatten – Schmerz und Depression.
[Nach dem Klären der Schnur:]
Als die Schnur entfernt war, konnte ich spüren, wie tief sie mich durchdrungen hatte. Es handelte sich um eine dicke, fette, gesunde Schnur, die viel in Gebrauch war. Ihre Wurzeln reichten sehr tief, besonders an einer Stelle in meinem Herzen. Sie bedeckte ein sehr umfangreiches Areal, das bis tief unter meine Achsel reichte. Als sie entfernt war, hinterließ sie ein großes Loch, den Raum, den sie ausgefüllt hatte.
An dem Tag, der der Klärung folgte, empfand ich ein richtiggehendes Gefühl der Befreiung. Es war, als ob ich mein Leben lang Gefangene gewesen wäre, ohne dies zu wissen und nun war ich plötzlich frei.

Wenn wir diese Fallstudie in Hinblick auf das feinstoffliche Geschehen analysieren, so haben wir eine Person vor uns, die durch eine Schnur mit ihrer Mutter verbunden zu sein pflegte. Diese Schnur könnte entweder ein Fortentwicklung der Nabelschnur gewesen sein, die sich im Lauf der Jahre vom Nabel zum Herzen hin entwickelt hat, oder es könnte sich um eine neue Schnur gehandelt haben, die im Herzen der Klientin angefangen hat, wegen der Beziehung, in der die beiden Frauen zueinander standen.
Als die Mutter starb, blieb die Schnur übrig. Die Klientin war nicht mehr mit ihrer Mutter verbunden, sondern mit einem Fragment. Nach dem Tod erlebte der Astralkörper der Mutter die übliche Zersplitterung. Der astrale Teil der Mutter, der mit der Klientin durch die Schnur verbunden war, blieb im astralen Raum hängen, als ob sich nichts geändert hätte. Das Fragment brauchte nicht im astralen Raum umherzuwandern und nach jemand Ausschau zu halten, der ihm die benötigte Befriedigung gewähren würde. Das Teil konnte damit fortfahren, durch die seit langem bestehende Schnur Energie zu beziehen. All der negative Austausch, der die Klientin parasitär beeinflusste, blieb so gut wie unverändert. Dies zeigt, dass der Tod der Person am anderen Ende einer Schnur nicht notwendigerweise genügt, um die Verbindung zu unterbrechen.
Dieser Sachverhalt stellt uns auch ein wichtiges Konzept dar: Eine Schnur verbindet nicht notwendigerweise mit einer Person, sie kann auch mit einem Fragment verbunden sein.
Sehen wir uns nun einen Fall an, in den eine andere Art von Schnur involviert ist.

Fallbeispiel 11.7.: 27jähriger Mann, Musiker. Erforscht eine Schnur auf der linken Seite seines Nabels.
Was fühlen Sie? – Es fühlt sich an wie ein Whirlpool. Da wirbelt eine Energiespirale im Pool. Sie hat eine dunkle schwarzgraue Farbe.
Was befindet sich am anderen Ende der Schnur? – Ein ganzer Raum, ein dunkler Raum mit all diesen kleinen Wesen, die Gremlins nicht unähnlich sind. Sie leben in einer Orgie der Selbstbefriedigung und nehmen jede Art von Vergnügen, das sie durch mich bekommen können. Sie blühen und gedeihen durch all die niedrigen Emotionen. Nun kann ich sie sehen. Sie warten stets auf die nächste Fütterung, warten darauf, durch meinen nächsten Gefühlsausbruch befriedigt zu werden. Und sobald dies geschieht, ist es, als ob Fütterungszeit im Zoo wäre.
Um diese Schnur herum gibt es so etwas wie eine Videothek mit all meinen Sexualerfahrungen, mit all den Frauen, mit denen ich Sex hatte. Das liefert den kleinen Wesen einen Nervenkitzel. Je mehr Junk Food ich esse oder je mehr Alkohol ich konsumiere, desto aktiver werden sie. Dann geraten ihre Energien außer Kontrolle. Es sind groteske kleine Wesen, die sich in einer unaufhörlichen Orgie befinden; sie kennen kein Ende. Jedes Mal, wenn ich in irgendeiner Form von Genuss schwelge, geraten sie total in Hektik und beginnen mit einer Orgie. Letzte Nacht hatte ich einen Traum voller sexueller Bilder, und als ich aufwachte, konnte ich feststellen, dass die geradewegs von ihnen [den kleinen Wesen] kamen.
Gibt es manchmal Stimmen, die mit der Schnur zu tun haben? – Manchmal fordern mich die kleinen Wesen auf: »Trinke noch etwas!« oder »Iss mehr von dem Zeug!« oder »Sprich doch das Mädchen dort drüben an!« Sie sind gierig nach all diesen Dingen. Ihre Befriedigung wird nur durch mich gewährleistet. Sie bekommen sie von der physischen Ebene und sie brauchen dazu eine Verbindung. Sie selbst halten sich in einem Raum auf, in dem es alle diese Dinge nicht gibt. Sie können sich von dort aus, wo sie existieren, keine Befriedigung verschaffen, aber sie wissen, wo sie finden können, was sie brauchen. Es ist einfach eine Frage, wie man durch jemand eine Verbindung herstellt. Und das gelingt ihnen durch mich. Sie geben mir das Gefühl, als ob ich ein Süchtiger wäre, süchtig nach den euphorischen Gefühlen, die der Alkohol hervorruft oder süchtig danach, was ich von Frauen bekommen kann. So halte ich an den kleinen Wesen fest, damit ich meine Sucht befriedigen kann.
Warum brauchen Sie sie? – Weil sie meine Gefühle intensivieren und ich das liebe.

In den meisten Fällen genügt eine Klärung nicht, um die Sucht loszuwerden, auch wo eine Sucht direkt auf eine Wesenheit oder eine Schnur bezogen ist. Solange jedoch ein Klient wie dieser durch eine Schnur mit einer niederen astralen Ebene verbunden ist, ist es unendlich viel schwieriger, das Problem zu lösen.
Wie ich in Dutzenden von ähnlichen Fällen beobachten konnte, ist es bei Menschen, die an Süchten leiden – angefangen bei Alkoholabhängigkeit bis hin zu Betäubungsmitteln – ziemlich verbreitet, dass sie in Verbindung mit einer niederen astralen Ebene in Verbindung stehen, ob das jetzt durch eine Schnur verursacht wird oder nicht. Die selbe Situation besteht auch bei Personen, die ein außerordentlich intensives Sexualleben haben. Wie der Klient des letzten Fallbeispiels klar schildert, sehnen sich die Wesen, die diese astralen Räume bevölkern, nach verschiedenartigen Sinnesgenüssen, obwohl sie unfähig sind, sie von dort, wo sie existieren, aus zu erlangen. Sie brauchen eine Verbindung mit der physischen Ebene. In astralen Räumen zieht Gleiches Gleiches an. Wesen dieser Art fühlen sich infolgedessen von Personen angezogen, die sich intensive Sinnesvergnügen zum Lebensmittelpunkt erkoren haben. Ein Mensch, der regelmäßig Drogen, von Alkohol bis zu Heroin konsumiert, ist für diese Wesen ebenfalls besonders attraktiv.
Lasst uns diesen Kapitel mit dem Beispiel einer höherentwickelten Form von Schnur beschließen, die von einer Reinkarnation zu einer anderen wieder aufzutauchen scheint.

Fallstudie 11.8.: 36jähriger Mann, Universitätsdozent. Nachdem er sich vor wenigen Monaten von seiner Frau getrennt hat, fällt ihm das Loslassen fürchterlich schwer; allerdings nicht der Abschied von seiner Frau, sondern von seiner siebenjährigen Tochter. Er sieht das Mädchen zwei Mal pro Woche, doch sein Leiden scheint auch im Verlauf der Zeit nicht geringer zu werden. Der Mann erkennt, dass er in ungesunder Weise an seiner Tochter hängt, wenn er mit ihr zusammen ist. Obwohl er sich dessen bewusst ist, dass etwas Abnormales in ihm vorgeht, scheint er nicht in der Lage zu sein, etwas dagegen unternehmen zu können.
Was fühlen Sie? – Schmerz, Schmerz in meinem Herzen. Es ist wie ein Faden oder wie eine Schnur, die an meiner Tochter befestigt ist. Sie beginnt hier, in meinem Herzen. Es ist, als ob ich nicht wüsste, ob dieser Teil meines Herzens meiner oder der ihre ist, als ob ich dies nicht unterscheiden könnte. Und in diesem Bereich kann ich etwas sehr Schweres und Altes fühlen. Etwas, das nicht frisch und nicht lebendig ist. Es sieht wie ein altes Hühnerbein aus, total verschrumpelt und schuppig. So ist die Schnur beschaffen, die uns verbindet. Es fühlt sich falsch an; da fließt nichts. Es sollte nicht existieren, es ist unnatürlich und belastend.
Steht es in Beziehung zu den Schmerzen in ihrem Herzen? – Ja, als ob die Schnur um mein Herz gebunden wäre. Sie drückt mein Herz und erstickt es. Ich bin sicher, dass hier eine Verbindung zu meinem Asthma besteht. Als ob die Schnur die Übermacht hätte und alles kontrollieren wollte [ein Merkmal einer Wesenheit]. Als ob meine Tochter und ich beide Gefangene von ihr wären. Jeder von uns beiden ist mit der Schnur verbunden. Es ist, als ob ein Teil von meiner Tochter sich in mir befände. Ein Teil ihres Herzens. Genau hier, in der Mitte meiner Brust.
[Wirbeltechnik:] Zwei Personen, die mit Blumen und Blättern arbeiten, wie Botaniker oder Forscher. Sie ist meine Assistentin. Es besteht eine wundervolle Verbindung im Herzen. Ein starkes Band. Ich denke, dass ich in sie verliebt war, aber ich war älter als sie, mindestens 10 oder 15 Jahre älter, und ich wollte ihr meine Liebe nicht gestehen. Die Schnur war bereits vorhanden, aber noch nicht so stark. Sie sah aus wie eine Leitung mit Schuppen, aber nicht wie ein Hühnerbein, viel elastischer. Sie begann in meinem Herzen, aber ich sehe, dass sie [die Leitung oder Schnur] in den Kopf der Assistentin führt, und nicht in ihr Herz. Sie war bereits ein wenig schwer, glich mehr einer Kette als etwas anderem. Sie hinderte mich daran, mit ihr gut zu kommunizieren.
[Wirbeltechnik] Sie verbrachten zusammen viel Zeit auf Reisen; aber ihre Art, miteinander umzugehen, blieb die gleiche. Sie blieben für sehr lange Zeit zusammen. Sie empfand eine Menge hingebungsvoller Gefühle für ihn, doch sie blieben unausgesprochen.
[Wirbeltechnik] Er ist es, der zuerst stirbt. Er ertrinkt, es war ein Unfall. Die Schnur reißt und bleibt bei der Frau. Sie führt ein einsames Leben und empfindet noch immer die Anhänglichkeit, die sie daran hindert, sich einer anderen Person zu öffnen. Jeder von ihnen beiden hat einen Teil der Schnur, doch die Schnur wurde gedehnt, als er starb, und riss entzwei.
Nach der Geburt meiner Tochter war ich viele Tage lang in einem fantastischen Zustand. Ich wollte, dass es die perfekte Liebe wäre. Es ist, als ob die Schnur wieder verbunden wäre. Ich dachte, dass wir einander ergänzen würden, aber in Wirklichkeit wurden die Enden der Schnur wieder verknüpft. Doch jetzt sieht die Schnur alt und verschrumpelt aus. Sie fühlt sich falsch an, sie muss weg. Sie wirkt auf mich wie ein alter Bootsanker, schwer und verrostet.
Und ein Teil von mir steckt in dem Herzen meiner Tochter. Dieser Sachverhalt existierte bereits zwischen den beiden Botanikern. Als ob ein Teil von mir durch das Hühnerbein in sie gelangt wäre, und als ob ein Teil von ihr in mich geraten wäre. Deshalb reagierte ich auch so heftig, als meine Tochter geboren wurde. Durch sie und mit ihr füllte ich mich vollständig, sehr stark, unbesiegbar und unwiderstehlich.

Vom Standpunkt der feinstofflichen Körper aus betrachtet, sehen wir in diesem Fallbeispiel mehr als nur eine Schnur zwischen Vater und Tochter. Diese beiden Menschen haben Teile ihrer Astralkörper ausgetauscht – ähnlich wie zwei Fußballspieler, die nach dem Match ihre Leibchen tauschen. Infolgedessen bleiben sie miteinander verbunden, was eine Menge Leid mit sich bringt. Man kann sich leicht vorstellen, dass so eine enge Verbindung die psychologische Entwicklung der Tochter kaum begünstigt hat.
In einer Anzahl von Fällen, die mit Schnüren zu tun haben, ist es schwierig zu unterscheiden, ob lediglich ein Austausch von Energien und Gefühlen zwischen zwei Menschen stattfindet, oder ob sie wirklich Teile ihrer beiden Astralkörper ausgetauscht haben. Wenn man zum Beispiel die Fallstudie 11.1 sorgfältig wieder durchliest, wirst man erkennen, dass solch ein astraler Austausch zwischen dem dortigen Klienten und seiner Mutter stattgefunden haben könnte.
Die Mechanismen, durch die viele Mütter sich während ihrer Schwangerschaft reinigen, indem sie astrale Teile ihrer selbst in den Fetus schicken, begünstigen einen derartigen astralen Austausch gewiss. Meinen Beobachtungen zufolge nehme ich an, dass vielen schwierigen Problemen, die Eltern mit ihren Kindern haben, ein ähnlicher Mechanismus zu Grunde liegt. Ein astraler Teil des Kindes befindet sich noch in der Mutter oder ein Teil der Mutter existiert im Kind, und eine starke Schnur verbindet die Beiden. Dass ein Teil des eigenen Astralkörpers in einem Kind oder einem Elternteil gefangen ist, ist jedoch nicht die einzige mögliche Art, in der ein astrales Teil fehlen kann. Dies wird das Thema des nächsten Kapitels sein.

Kapitel 12: Fehlende Teile

12.1 Was sind fehlende Teile?

Fallstudie 12.1: 46jährige Frau, arbeitslos. Sie leidet an chronischer Ermüdung, Kopfschmerzen und Motivationsmangel. Sie würde gerne wieder arbeiten, aber sie kämpft gegen große Trägheit an, und es scheint, als ob es sie nicht beunruhigen würde, arbeitslos zu sein.
Während sie sich mittels der IST-Technik in die Vergangenheit bewegte, gab sie die folgende Beschreibung:
Ich bin traurig. Ungefähr 8 Jahre alt. Ich habe einen Wutanfall. Im Badezimmer eingeschlossen. Die Haushälterin sperrte mich ins Badezimmer ein, weil ich mich schlimm benommen habe. Ich bin aufgeregt und weine und trete um mich. Und dann hörte ich ganz plötzlich auf zu kämpfen. Etwas zerreißt. Ich werde ruhig, aber stumpf. Etwas hat mich verlassen.
Ein Teil von mir verließ mich, während ich im Badezimmer war. Ging aus mir heraus. Und dann war dieser Teil nicht mehr bei mir. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich ein sehr eigenwilliges Kind. Ich verlor meine Charakterstärke. Ich wurde richtig träge.
Es ist so lange her, als dieser Teil bei mir war. Nun ist er kein Teil mehr von mir. Es ist wie ein Teil eines Puzzle-Spieles. Ich kann ihn in meiner Nähe sehen, aber er befindet sich nicht in mir.
Wie sah der fehlende Teil aus? – Er besteht aus Farben, ein wenig Purpur und ein wenig Gelb. Und er ist durch eine Schnur mit meinem Herzen verbunden. Er fühlt sich weich und warm an, wie ein Kissen. Er ist etwas, das ich brauche. Andernfalls kann ich nicht wirklich ich selbst sein.

In gewisser Weise können fehlende Teile als das Gegenteil von Wesenheiten betrachtet werden. Eine Wesenheit ist eine fremde Energie, die einem anhaftet und wie ein Parasit an einer Person hängt. Ein fehlender Teil ist ein Teil Ihrer selbst, ein Teil Ihrer eigenen Energie, welcher aus dem einen oder anderen Grund ausgestoßen wurde. Mit den Worten eines Klienten: »Es ist wie ein fehlender Teil in deinem eigenen Puzzle-Spiel.«
Unter dem Gesichtspunkt der feinstofflichen Körper handelt es sich bei einem fehlenden Teil um einen Teil deines Astralkörpers, der abgetrennt wurde und in einem entfernten astralen Raum sozusagen im Exil lebt. Durch eine Schnur bleibt er mit deinem Astralkörper verbunden, ähnlich wie es im vorangegangenen Kapitel beschrieben wurde.
Der Astralkörper besteht aus einigen eher gröberen Teilen, die damit befasst sind, Grundfunktionen des Lebens ablaufen zu lassen, und auch aus feineren und spirituellen Teilen. Man verliert die gröberen Teile seines Astralkörpers nicht allzu leicht. Normalerweise muss sich ein bemerkenswertes Trauma ereignen, damit eine Abtrennung stattfinden kann. Dieses Trauma erzeugt eine Lücke in Ihrer Energie, einen vorübergehenden Zusammenbruch Ihrer ätherischen und astralen Verteidigungsmechanismen, die es dem Teil gestatten, davonzutreiben – ebenso wie eine Wesenheit eine Lücke in Ihrer Energie benötigt, um in Ihr System eindringen zu können.
Der Astralkörper ist die Schicht der Gedanken und der Emotionen. Wenn ein astrales Stück sich entfernt, verliert die betroffene Person in vielen Fällen sehr viel mehr als nur einen Teil ihrer mentalen Kapazitäten. Wenn wir auf unser vierfältiges Schema der feinstofflichen Körper zurückgreifen (physisch, ätherisch, astral und Ego), sehen wir, dass der Ätherkörper ein Vermittler zwischen dem physischen Körper und dem Astralkörper ist. Der Ätherkörper übermittelt astrale Impulse an den physischen Körper. Er fungiert als Verbindung. Auf ähnliche Art, jedoch auf einer höheren Oktave, fungiert der Astralkörper als eine Art von Brücke zwischen dem Ego (dem Höheren Selbst) und dem Ätherkörper und dem physischen Körper. Wenn ein wesentlicher Teil des Astralkörpers verloren geht, kann das Resultat darin bestehen, dass das Ego im Ätherkörper und physischen Körper nicht mehr die völlige Präsenz entfaltet und daher auch nicht mehr in das gewöhnliches Verstandesbewusstsein hinein wirkt. Mit anderen Worten: Das Ego kann am Ihrem täglichen Leben nicht mehr völlig teilnehmen. Das Ergebnis ist eine ›Absenz‹. Wesenheiten hingegen fügen ihre astrale Präsenz der Ihren hinzu.
Allgemeine Symptome, die dem Fehlen eines astralen Teils entsprechen, sind: Müdigkeit, Energiemangel, Mangel an Durchhaltevermögen, Motivationsmangel, Mangel an Sinnhaftigkeit (im Leben), Mangel an der ›inneren Flamme‹, Mangel an Elan, Mangel an Selbstvertrauen und Courage, Mangel an Freude ... eine Menge von ›Mängeln‹. Die Klienten haben das Gefühl, ein leeres Leben zu führen und sich wie Zombies durch ihre verschiedenen Aktivitäten zu bewegen. Abgesehen von diesen zentralen Symptomen können sich verschiedene psychologische und physische Störungen entwickeln, entsprechend den Dispositionen und den Lebensumständen der jeweiligen Klienten. Ich habe zum Beispiel verschiedene hartnäckige krankhafte Störungen der Haut wie Psoriasis (Schuppenflechte) beobachten können, die praktisch allen herkömmlichen Therapieformen widerstehen. Natürlich sind nur wenige Hauterkrankungen die Folge eines fehlenden astralen Teils, und oft verursachen fehlende Teile keine körperlichen Leiden.

12.2 Die Rückkehr

Fallstudie 12.2: 40jährige Frau, Sozialarbeiterin. Die folgende Passage beschreibt die Rückkehr eines fehlenden Teiles, das der Klientin möglicherweise im Alter von fünf Jahren verloren ging, als sie von einem Cocker-Spaniel, der sie anbellte, fürchterlich erschreckt wurde. Es waren eine Menge Arbeit, Erforschung und Klärung erforderlich, um in Kontakt mit dem fehlenden Teil zu kommen.
Da kriecht etwas auf dem höchsten Punkt meines Kopfes herum, und das versucht, hineinzugelangen. Es handelt sich um etwas Dunkles, das jedoch nicht erschreckend wirkt. Es hat Angst davor, hereinzukommen. Es gleicht einer dunkeln Wolke, ähnlich einem kleinen Geist. Es weiß nicht sicher, ob es eintreten soll oder nicht, aber es fühlt sich irgendwie hineingezogen. Es ist sehr zögerlich. Aus irgendeinem Grund wünscht mein Körper, dass es eintreten möge. Es scheint eine Art Kampf zu geben, weil es nicht daran gewöhnt ist, hier zu sein. Der Kampf verursacht Spannung in meinem Kopf. Ich weiß, dass es sich um eine gute Energie handelt, aber ich weiß nicht, wie ich sie hineinziehen soll, und das erschöpft mich. Es verursacht Schmerz in meinem Kopf und in meinem ganzen Körper, wenn es versucht, hereinzukommen.
Ich fühle mich ein wenig zittrig. Ich kann den Kampf fühlen. Es betritt meinen Körper auch durch meine Arme, nicht nur durch meinen Kopf. Es ist, als ob es hereinkommen und die Kontrolle übernehmen müsste. Der Körper braucht es, um kontrolliert zu werden, aber es schreckt davor zurück, die Kontrolle zu übernehmen. Und der Körper schreckt davor zurück, kontrolliert zu werden. Es ist sehr energetisierend. Ich spüre so viel Energie, dass ich deswegen schreien möchte. Es ist fast zuviel für meinen Körper und macht, dass ich mich zittrig fühle. Ich bin nicht sicher, ob ich bereit dafür bin und fühle mich überwältigt. Ich glaube, dass es ein wenig gefährlich ist, all diese Energie zu haben. Und es ist aufregend, auch wenn ich nicht weiß, weshalb. Dieses Ding musste meinem Körper näherkommen, weil ich dies wünschte, doch es ist ein wenig überwältigend, weil es so stark ist.
Die Wolke beginnt klarer zu werden. Sie sieht aus wie Gold. Wie ein goldener Nebelschleier. Es hat seine Dunkelheit verloren. Es wirkt wie eine männliche, eine Yang-Energie, die hereinkommt. [Die Klientin zittert und schwitzt.] Es ist wie ein erstaunlicher Kampf. Einige Teile von mir wollen es und andere wieder wollen es nicht. Es ist sehr viel Zeit vergangen, seit ich es bei mir hatte. Ich hasse es, daran zu denken, dass es so lange Zeit weg war. Es hat sich im Verlauf der Zeit immer weiter von mir weg bewegt. Es ist so lange von mir getrennt gewesen. Es ist für mich ungewohnt geworden. Nun kehrt es zurück, als ob ich es gerufen hätte. Es fühlt sich so wirklich an, es ist unglaublich. Es fühlt sich so aufregend richtig an. Es sieht aus wie eine weiße Wolke mit einem goldenen Rand. Zuerst hat es versucht, hineinzukriechen, aber nun sieht es anders aus, wie ein Nebelschleier von Energie über von mir. Es hat sein erschreckendes Gefühl verloren. Es handelt sich um eine starke Energie, und es ist wirklich meine! Wenn ich das 35 Jahre lang nicht mehr in meinem Körper gehabt habe, kein Wunder, dass es mir an Energie gefehlt hat!

In den Wochen, die dieser Sitzung folgten, gewann die Klientin viel von ihrem Selbstvertrauen zurück. Die Energie, die sie während dieser Sitzung zurückgewann, blieb bei ihr, und die Klientin war unmittelbar in der Lage, ihre Tätigkeiten mit mehr Autorität anzugehen. Sie ging zu ihrem Chef und teilte ihm mit, was sie von ihm hielt, gab ihre Stelle auf und bekam eine bessere und so weiter. Vom medizinischen Standpunkt her gesehen begann sich die Psoriasis zu bessern, an der die Klientin viele Jahre gelitten hatte und die auf keine Behandlung ansprach.
Der Umgang mit fehlenden astralen Teilen erfordert viel mehr Fingerspitzengefühl als der mit Wesenheiten. Diese Einsicht stimmt mit einem allgemeinen Prinzip der chinesischen Medizin überein, welches besagt, dass es leichter ist, etwas loszuwerden, das im Übermaß vorhanden ist, als etwas wiederzugewinnen, das verlorengegangen ist. Die meisten Wesenheiten meiner Klienten konnten nach zwei bis vier Wochen geklärt werden, das heißt nach zwei bis drei Sitzungen. Jedoch braucht es für gewöhnlich viel länger, bis ein Klient Klarheit über ein fehlendes Teil gewinnt und sich wieder mit ihm verbindet. Der diesbezügliche Prozess beinhaltet gewisse Praktiken, die dem Klären einer Wesenheit ähnlich sind, aber auch eine Menge an Rückführungsarbeit mit IST, um die Wurzeln der Trennung zu erforschen.

12.3 Der Osiris-Prozess

Fallstudie 12.3: 42jähriger Mann.
Ich habe da dieses Bild von meiner Brust, meiner physischen Brust, In ihrer Mitte befindet sich ein großes Loch mit unregelmäßigen Konturen. Auf der anderen Seite des Loches ist ein Raum, ein dunkler Raum voller Sterne. Es ist, als ob einige Teile meines Herzens unter den Sternen verstreut wären, wie glänzende kleine Glasstückchen, und jedes davon ist mit mir durch eine Schnur verbunden. Das Loch in meiner Brust präsentiert sich wie eine Art von Tor und jenseits dieses Tores sind die Sterne mit all diesen Teilen von mir.

Das Fehlen von astralen Teilen kommt nicht selten vor; wir alle haben viele Teile verloren. Die Fallbeispiele 12.1. und 12.2. sind außergewöhnliche, extreme Fälle. Dadurch, dass sie wichtige Teile ihrer Astralkörper verloren haben, waren diese Klienten unfähig, angemessen zu funktionieren und den Herausforderungen des Alltags zu begegnen. Doch wir alle leiden unter dem Verlust astraler Teile, mit dem Unterschied, dass diese Teile feiner beschaffen sind. Der Verlust dieser Teile beeinträchtigt nicht das fundamentale physische oder materielle Überleben, sondern eher spirituelle Schwingungen und Funktionen. Ihre Abwesenheit hat heimtückische Folgen und bleibt von der großen Mehrheit der Menschen unentdeckt.
Wie kam es dazu, dass wir diese astralen Teile verloren? Viele von ihnen gingen durch traumatische Schocks verschiedener Art verloren. Viele andere fehlende Teile wurden schlicht und einfach irgendwo im astralen Raum durch uns vergessen. Sie wurden nicht gewaltsam von uns getrennt; wir waren einfach nie wirklich darum bemüht, sie mit uns auf den irdischen Plan herunter zu bringen.
Wenn Sie damit anfangen, sich mit diesen fehlenden Teilen wieder zu verbinden, werden Sie zu der Auffassung neigen, dass Sie bis jetzt noch nie wirklich auf diesem Planeten verkörpert waren. Sie dachten wohl, Sie seien körperlich anwesend, doch zieht man die Totalität Ihres Seins in Betracht, waren Sie kaum jemals richtig hier. Sie waren buchstäblich über den ganzen Weltraum verteilt. Das Ergebnis bestand darin, dass Sie Ihr Leben schlafend verbracht haben anstatt es zu leben. Nur wenn ein Sammeln aller Teile innerhalb Ihres Herzens stattgefunden hat, wird es Ihnen gelingen, voll präsent zu sein und den wahren Zweck Ihres Erdendaseins zu erkennen.
Eine klassische Art, wie Zen-Meister ihre Erleuchtung zu beschreiben pflegen, lautet: »Wenn ich gehe, gehe ich. Wenn ich esse, esse ich.« Das klingt natürlich sehr einfach, besonders wenn man weiß, dass sie für gewöhnlich ein paar Jahrzehnte dafür gebraucht haben, um diese Stufe der Erkenntnis zu erreichen. Nachdem wir jedoch das Thema der fehlenden astralen Teile erörtert haben, nimmt diese Aussage eine neue Bedeutung an: »Was ich auch immer tue, ich tue es hier und vollständig.« Die Gesamtheit des Wesens ist versammelt, es existieren keine fehlenden Teile mehr. Ein Zustand absoluter Gegenwärtigkeit ist erreicht worden, und das Leben ist zu einer Fülle des Selbst geworden.
In John Bormans Film Excalibur, einer schönen Nacherzählung der Artus-Legende, bringt Parzival den Gral zu Artus, der sich am Rande des Todes befindet. Artus trinkt aus der Schale und ist plötzlich wiederbelebt und ruft aus: »Ich wusste nicht, wie leer meine Seele war – bis sie gefüllt wurde!« Dann machte er sich auf, um seine letzte Schlacht zu gewinnen. Artus' überraschte Einsicht beschreibt sehr genau den erhebenden Erleuchtungszustand und die Fülle des Geistes, die sich einstellen, wenn ein Mensch alle seine fehlenden Teile wieder einsammelt.
Im Zusammenhang mit diesem Buch dient dieser Abschnitt dazu, grundlegende Tatsachen über fehlende astrale Teile darzustellen, als einem der verschiedenen Mechanismen, die sich auf Fragmente beziehen. Auf einer fortgeschritteneren Stufe der Clairvision-Techniken innerer Alchemie wird dieses Thema auf einer höheren Ebene wieder aufgegriffen. Ebenso wie gewisse Praktiken zur Anwendung kommen, um jede einzelne Wesenheit loszuwerden, die als latenter Keim in Ihrem Astralkörper existieren kann, kommen andere Techniken zum Einsatz, um jede einzelne astrale Schnur, die Ihnen anhängen mag, zu finden und zu erforschen. Dieser Prozess findet seinen Höhepunkt im Einsammeln aller fehlenden Teile und ihrer Reintegration in Ihr Selbst, genau so, wie die Teile des ägyptischen Sonnengottes Osiris – der von Seth zerstückelt wurde – von IST eingesammelt und wieder zusammengefügt wurden.

Kapitel 13: Besessenheit und außergewöhnliche Wesenheiten

13.1 Grenzlinien

Bisher waren alle Wesenheiten, die wir in unseren Ausführungen beschrieben haben, nicht mehr als Parasiten. Ihr Funktionieren erfolgte recht mechanisch. Bei den meisten von ihnen handelte es sich nur um astrale Fragmente verstorbener Personen. Der Schaden, der den Klienten zugefügt wurde, rührte zumeist von der parasitären Funktion der Wesenheit her, nicht von einer bewussten Absicht, jemandem zu schaden. Wenn einige Wesenheiten – wie der rachsüchtige chinesische Banditenkopf aus Fallgeschichte 10.1. – versuchten, Schaden zuzufügen, dann nur deshalb, weil es die Natur von Fragmenten ist, endlos das zu wiederholen, was ihrer Substanz eingeprägt ist. Somit ist ihr schädlicher Charakter einfach nur die Fortsetzung der bösartigen Emotionen der Personen, von denen sie stammen.
Ich wiederhole noch einmal, dass all diese Vorgänge rein mechanisch ablaufen. Durch den Zerfall des Astralkörpers nach dem Tod wird eine Anzahl von Fragmenten freigesetzt, von denen einige schädliche Wirkungen haben. Es ist nichts Schlechtes oder Dämonisches an ihnen, keine zerstörerische Absicht irgendeiner dunklen Macht – einfach nur der automatische Ablauf gewisser Naturgesetze.
Aus der Sicht der Klärer sind Fragmente und verschiedene andere Wesenheiten, mit denen wir uns bisher befasst haben, unbedeutend. Wenn ein Mensch eine angemessene Schulung durchgemacht hat, so ist das Entfernen von Wesenheiten so leicht wie das Entfernen eines Kieselsteines aus einem Eimer. Wenn der Klient die Wesenheit ein paar Tage lang beobachtet hat, wie dies in Kapitel 14 erläutert wird, nimmt die Klärung nicht mehr als ein paar Minuten Zeit in Anspruch. Danach wird die Wesenheit auf eine Art und Weise entsorgt, die verhindert, dass sie andere Lebewesen befällt. Wenn ein qualifizierter Klärer zur Stelle ist, ist das Befallensein von einer Wesenheit gegenüber Rückenschmerzen vorzuziehen: die Behandlung verläuft schnell und schmerzlos; und einmal geklärte Wesenheiten kommen nicht mehr zurück. Aus diesem Grund bevorzuge ich das Wort ›Klärung‹ (Clearing) gegenüber dem Wort ›Exorzismus‹ (›Austreibung‹), weil der letztere Begriff von Legenden umgeben ist, die im Zusammenhang mit diesem Buch total irrelevant sind. Schließlich ist absolut nichts Dämonisches an diesen unbedeutenden Parasiten. In 99 Prozent aller Fälle könnte man eine Wesenheit nicht als ›schlecht‹ bezeichnen. Sie ist lediglich eine Energie am falschen Ort, wie Bakterien, die zum Beispiel in einem Komposthaufen schön, aber in unseren Eingeweiden absolut unerwünscht sind. Warum nennen wir sie schlecht, wenn sie sich in unseren Gedärmen aufhalten, wo wir sie im Komposthaufen doch gut finden? In diesem 13. Kapitel des Buches jedoch werfen wir einen Blick auf das restliche eine Prozent, nämlich auf jene Wesenheiten, die nicht einfach nur als Parasiten bezeichnet werden können.

Fallstudie 13.1: »Ein Bandwurm von Warschau bis Sydney«. 31jährige Frau, die als Kind polnischer Eltern in Australien geboren wurde. Sie arbeitet in der Filmindustrie. Sie litt am ›Fehlenden Teil‹-Syndrom, das im vorigen Kapitel beschrieben wurde: Energiemangel, Motivationsmangel, Mangel an Präsenz in ihren alltäglichen Aktivitäten und so weiter.
Was fühlen Sie? – Da kommt etwas aus meinem Herzen. Es ist wie ein Gewächs oder wie Räude. Es will herauskommen. Es hängt an meinem Herzen, aber es ist fremd. Es könnte sogar ein Parasit sein. Vorher noch war es ganz in meinem Herzen. Aber jetzt versucht es herauszukommen.
Was will es? – Es will Blut. Es konsumiert Blut und wächst dadurch. Es liebt melancholische Gefühle und Stimmungen, Traurigkeit, Depression und Unterdrückung. Es will, dass ich meine Emotionen unterdrücke, weil es durch unterdrückte Gemütsbewegungen wächst. Innerhalb meines Herzens sieht es wie ein Bandwurm aus. Das Gewächs, das ins Blut austritt, ist wie ein Abfallprodukt. Es macht, dass ich mich niemals gegenwärtig bei dem fühle, was ich gerade tue, sondern immer mit dem Kopf in den Wolken bin. Es versucht sich auszubreiten. Es schickt nicht nur ein Abfallprodukt in mein Blut, sondern auch Baby-Bandwürmer. Ich sehe mich selber, wie ich verseucht bin, es ist eklig.
Gibt es einen Teil in Ihnen, der das genießt? – Nein!
Sie glauben, dass Sie keinen Teil in sich haben, der Traurigsein genießt? – Oh ja! Es liegt eine Art von Trost darin, melancholisch zu sein. Es ist wie Konditionierung. Es ist eine Art von Resignation: Du brauchst dir über gar nichts mehr Sorgen zu machen. Der Wurm fördert das, er mag das. Der Wurm nimmt meine Energie, er nimmt mein Leben und meine Liebe. Er saugt. Er saugt alles, was er kriegen kann. Er macht mich unsicher in Bezug auf mich selbst und meine Grenzen. Er sorgt dafür, dass ich in einem sehr undefinierten Zustand lebe.
Könnte es sein, dass Sie einige Speisen essen, die der Wurm mag? – Nein. Er ist mit meinem Blutstrom verbunden. Alles, was er braucht, bekommt er durch mein Blut. Der Wurm ist bei uns Tradition. Ich bekam ihn von meiner Mutter, und sie gab ihn auch an meine Schwestern weiter. Ich kann ihn auch in ihren Blutströmen sehen. Ihre Lebensbegeisterung ist vorbei. Sie finden nichts mehr fantastisch.
[Klientin wirbelt mit der IST-Technik in der Zeit zurück.]
Es ist, als ob ich meine Vorfahren sehe, in Polen, in einem mittelalterlichen Schloss. Eine Frau spricht mit drei Rittern, und ein Glasbehälter steht in der Nähe. Jemand hat ihn ihr gegeben. Der Wurm befindet sich darin. Er liegt in einer Flüssigkeit und lebt. Das Gefäß ist verschlossen. Die Frau steht kurz davor, geköpft zu werden und kann sich nicht mehr um das Gefäß kümmern. Es scheint fast so, dass sie die Beschützerin des Wurms ist. Nachdem die Frau enthauptet wurde, entbrennt ein Kampf im Schloss. Das Gefäß landet dabei auf dem Fußboden in der Nähe eines Kamins, und zerbricht. Der Wurm ist frei und am Leben. Er verschwindet im Boden und wächst dort irgendwie weiter und findet seinen Weg in einige Menschen. Wenn Personen von dem Wurm befallen werden, werden sie zuerst krank, doch dann erholen sie sich wieder und sind okay. Aber sie leben nicht mehr, sie existieren nur noch irgendwie. Ihr Feuer ist verloren gegangen. Der Wurm ist nicht nur in mir, er steckt in vielen Leuten.
Glauben Sie, dass ähnliche Würmer wie Ihrer in anderen Personen sind? – Nein, es handelt sich um denselben Wurm, der zur gleichen Zeit in allen von uns existiert. Er breitet sich langsam auf immer mehr Personen aus – nicht nur auf Menschen aus Polen, auch auf Australier.

In der anthroposophischen Medizin wird Blut für den körperlichen Träger für das Leben des Ego gehalten. Wie Goethe es im Faust ausdrückt, bedeutet Blut mehr als nur eine körperliche Substanz: »Blut ist ein ganz besonderer Saft.« Insbesondere haftet am Blut eine ganz spezielle ätherische Schicht.
Die ätherische Energie des Blutes ist außerordentlich gut geschützt, doch wenn es einem ätherischen Parasiten gelingt, ins Blut einzudringen, kann er einen Zustand hervorrufen, in dem das Ego mehr oder weniger getrennt von der physischen Existenz ist. Dieser Zustand hat ähnliche Symptome zur Folge, wie wir sie beim ›Fehlenden Teil‹-Syndrom beschrieben haben. Die Klientin fasst dies ganz gut zusammen, wenn sie sagt, dass für ihre Schwestern nichts mehr fantastisch sei. Andere Anzeichen, wie zum Beispiel in einem undefinierten Zustand zu sein, unsicher darüber, wer man ist und wo die eigenen Grenzen liegen, sind ebenfalls klare Indikationen dafür, dass das Ego der Klientin sich nicht mehr angemessen in ihrem Leben ausdrücken kann.
Der übliche Klärungsprozess wirkte bei dieser jungen Frau Wunder. Sie konnte die Präsenz des Wurmes nicht mehr länger in ihrem Blut spüren und sie gewann schnell Energie und Begeisterung zurück. Doch falls ihre Wahrnehmung richtig war (und von dem her, was ich sehen konnte, könnte dies sehr wohl der Fall sein), löste ihre Heilung nicht das Problem all der anderen Menschen, in denen der Wurm sich vermehrt hatte.

13.2 Schwarze Magie und Besessenheit

Fallstudie 13.2: »Scheidung auf Indonesisch«: 42jährige Frau, Rezeptionistin. Sie ist eine Australierin, die einen indonesischen Mann geheiratet hatte und mit ihm zurück in seine Heimat ging. Von der Familie ihres Mannes wurde sie sehr schlecht empfangen. Nach wenigen Wochen fühlte sie sich so depressiv, dass sie allein nach Australien zurückkehrte. Sie litt an permanenter Angst und ein Schmerz trat in der rechten Seite ihrer Brust auf. Der Schmerz in ihrer Brust war derart schlimm, dass sie ständig an Krebs dachte, obwohl wiederholte medizinische Untersuchungen nichts finden konnten, das diesen Verdacht bestätigte. Die Depression der Klientin wurde immer schlimmer, und sie wurde immer aufgeregter und konnte nachts nicht mehr schlafen. Dann wurde sie von einem ihrer Schwager gewarnt, dass der indonesische Zweig der Familie »einen Zauberer bezahlt hatte, um sie loszuwerden.« Zuerst hielt sie diese Information für Blödsinn, bis ihr ein weiterer Schwager das Gleiche erzählte. Durch die IST-Technik fand sie folgendes heraus:
Es fühlt sich kalt, leer und erschreckend an. Es ist wie ein schwarzes Loch auf der rechten Seite meiner Brust. Das schwarze Loch kam in mich, als ich in Indonesien war, einen Monat nach meiner Ankunft. Ich war total erschrocken. Alles war so anders, und meine Schwiegermutter hasste mich richtig.
Es sieht aus wie eine Grube, und darin befindet sich eine aus Lehm geformte menschliche Figur. Sie hat einen Körper, der rund ist und aussieht, als hätte man Lehmklumpen ganz grob zusammengeklatscht. Kopf, Körper und Arme sind rund. Sie hat Augen, doch keinen Mund, keine Zehen und Finger. Sie springt umher und stellt sich mir in den Weg. Sie lässt mich nicht an sich vorbei. Sie duckt sich, doch sie springt auch und lacht mich aus. Sie ist wie eine Barrikade. Dieses Ding fühlt sich böse an. Je mehr ich es betrachte, desto bewusster wird mir, dass der Schmerz in der Brust von ihr stammt. Sie sieht aus wie eine Lehmpuppe.
Wie groß ist die Puppe? – Sie ist klein. Aber ich bin auch klein. Sie ist kleiner als ich, aber sehr stark. Sie will, dass ich sterbe. Sie hasst mich und ich weiß nicht, weshalb.
Wo wird sie hingehen, wenn sie Sie verlässt? – Sie wird der Vergessenheit anheimfallen. In den Weltraum, in die Dunkelheit. Aber sie will mich nicht verlassen. Sie wächst hier, sie wird ein Teil von mir. Sie fühlt sich nicht wie ich an, sondern anders; aber sie versucht, ein Teil von mir zu werden. Nun ist sie nicht gerade glücklich, weil ich weiß, dass sie existiert. Sie ist hässlich und ernst, und sie lacht. Sie kommt mir vor wie ein schwarzes Loch, in das ich hineingehen kann. Sie ist wie Lehm, der in mir wächst, mit dieser schwarzen Person darin.
Gibt es irgendwelche Speisen, die sie gerne mag? – Nein. Sie ernährt sich von den Emotionen der Menschen. Vor allem von den traurigen und von verletzenden Gefühlen. Von allem, das zerstörerisch wirkt.

Nach meinen Beobachtungen könnte diese Wesenheit sehr wohl durch bewusste Böswilligkeit von jemand, der durch die Schwiegerfamilie der Klientin angeheuert wurde, auf die Klientin projiziert worden sein. Von Sydney aus reisen Menschen häufig nach Bali, Fidschi oder Indonesien, um Geschäfts- oder Urlaubsreisen zu unternehmen. Ich habe eine Anzahl von Klienten gesehen, die soeben von diesen Gebieten zurückgekommen sind und verschiedene Beschwerden sowohl psychologischer wie auch körperlicher Natur aufwiesen, und die berichteten, dass ein Magier dafür bezahlt wurde, ihnen Schaden zuzufügen. In vielen dieser Fälle konnte ich ähnliche schädliche kleine Wesen entdecken und klären, die im Innern dieser Personen Schaden anrichteten.
Zuerst war ich sehr skeptisch, was die Behauptung von Zauberei betraf. Obwohl sie jedoch von den Klienten auf sehr unterschiedliche Art beschrieben wurden, konnte ich starke Übereinstimmungen zwischen diesen speziellen Wesenheiten feststellen. Während des Klärungsvorganges beobachtete ich sie sorgfältig. Ich kam zu der Schlussfolgerung, dass alle diese Wesen auf mehr oder weniger dieselbe Art hergestellt wurden – zwar nicht sehr clever, jedoch äußerst effizient –, und dass diese Wesen gewisse leicht erkennbare Zeichen aufwiesen. Dies führte mich zu dem Schluss, dass es wahrscheinlich war, dass diese Wesenheiten bewusst in die feinstofflichen Körper der Klienten projiziert worden waren, und zwar von einheimischen Personen, die über etwas okkultes Wissen verfügten. Die Wesenheit in der vorigen Fallstudie präsentierte gewiss charakteristische Anzeichen, dass sie von einem dieser sogenannten Zauberer ausgesandt worden war.
Das Klären stellte kein Problem dar, und die Erholung der Klientin verlief schnell und vollständig. Eine gute Technik ermöglicht es, diese schwarzmagischen Wesenheiten problemlos loszuwerden, genauso wie bei all den anderen Wesenheiten, die bisher vorgestellt wurden. Doch wenn die Opfer nicht das Glück haben, einen qualifizierten Klärer zu treffen, wird ihre Lage tragisch. Diese kleinen Wesenheiten sind äußerst hartnäckig und erweisen sich jeder herkömmlichen Behandlungsmethode gegenüber als resistent.
Lassen Sie uns nun das Missgeschick eines Zauberlehrlings betrachten:

Fallstudie 13.3: »Gesichtsschmerzen«. 50jährige Frau, Musiklehrerin. Vor fünf Jahren verließ ihr Ehemann sie nach über 15jähriger Ehe wegen einer anderen Frau. Danach versuchte sie ihre Rivalin auf okkultem Weg zu attackieren. Klientin: »Ich dachte immer wieder an sie und spaltete ihren Kopf mit einer Axt und schnitt sie in Stücke und pflegte sie »Gesichtsschmerz« zu nennen [eine Einzelheit, die sich später als bedeutsam erweisen wird]. Ich hatte ein Buch über Hexenzauber und bedachte sie [die Rivalin] mit einem Zauberspruch. Ich stellte mir mich selbst als ein Skelett mit einem schwarzen Umhang vor, das sie in Stücke spaltet.«
Interessanterweise sah die Klientin weder wie eine Hexe noch wie ein Okkult-Freak aus. Sie war eine ziemlich distinguiert aussehende Dame, respektierliche Mutter von vier Kindern im Teenageralter, die einen ausgezeichneten Ruf als Lehrerin genoss. Jedem, der sie kannte, dürfte es schwer fallen, sich vorzustellen, wie sie ein Zauberbuch liest. Ihre diesbezüglichen Anstrengungen waren auch nicht sehr erfolgreich. Weder ihr Ehemann noch dessen Freundin kamen zu Schaden. Doch sie selbst begann danach, äußerst heftige Zahnschmerzen zu bekommen. Das alles ereignete sich vier Jahre, bevor sie mich konsultierte. Sobald der schmerzende Zahn von einem Zahnarzt behandelt worden war, kehrte der Schmerz in Form einer fürchterlichen Neuralgie auf der rechten Seite ihres Kopfes wieder. Dann litt sie an unerträglichen Schmerzen, die nur vorübergehend durch die Einnahme sehr starker Schmerzmedikamente gestoppt werden konnten. Immer dann, wenn der Schmerz wiederzukehren pflegte, hörte sie ein Klingeln in ihrem Kopf.
Was spüren Sie? – Eine schwarze Wolke auf der rechten Seite meines Kopfes. Darin kann ich eine große gelbe Spinne sehen. Wenn ich die Spinne ansehe, höre ich ein Klingeln in meinem Kopf – wie jedes Mal, wenn ich wieder Kopfweh bekomme. Die Spinne liegt auf meinem Kopf, auf der rechten Seite. Das Ganze sieht sehr ominös und gar nicht freundlich aus.
Haben Sie diese Spinne jemals zuvor gesehen? – Nein, niemals. Doch manchmal, wenn ich den Gesichtsschmerz bekomme, sehe ich sie. Nun sagt die Spinne »Ich will dich haben!«
Weshalb? – Sie sagt »Einfach, weil ich das will«. Es ist abscheulich, aber ich bin daran gewöhnt. Ich weiß einfach, dass sie da ist und dass ich mit ihr leben muss. Und da ist noch ein kleiner Ball in meinem Kiefer, ungefähr ein Zentimeter oder mehr im Durchmesser. Es ist eine der Stellen, die Schmerz bereiten. Es ist ein Ei. Das ist es: Im Ei befindet sich ein Spinnen-Baby. Ein blaues, und kein schwarzes. Und da ist eine weitere große blaue Spinne. Ihr Körper befindet sich auf meinem Wangenknochen.
Und diese ... was will diese Spinne? – Das Gleiche. Sie will mich kriegen, mich töten. Diese Spinnen beißen mich. Sie bringen Gift in meinen Kopf und dieses Gift ist es, das schmerzt. Kaum haben sie mich gebissen, wird mein Verstand stumpf und die Schmerzen beginnen. Wenn ich Alkohol trinke, beißen sie mich sofort.
Von Alkohol mal abgesehen: was mögen die Spinnen? – Alles Negative. Sie ernähren sich durch meine Negativität.

Ich weiß nicht, was weiter mit dieser Klientin geschah, denn sie erschien nicht zum nächsten vereinbarten Termin. Dies war überraschend, weil sie vier Jahre lang vergeblich versucht hatte, durch alle möglichen Behandlungen ihrer Schmerzen Herr zu werden – und zum ersten Mal hatte sie das Gefühl, dass sie sich den Wurzeln ihres Problems näherte. Doch ich hörte nie wieder von ihr. Klienten mit Wesenheiten haben eine hohe Ausfallrate und finden häufig die ausgefallensten Vorwände, um zu spät zu den vereinbarten Sitzungen zu kommen.

Fallstudie 13.4: »Verhängnisvolle Erdbeeren«. 26jährige Frau. Vor zwei Jahren, als sie den Libanon besuchte, wurde sie von einem sonderbaren Mann angesprochen, der angeblich in magische Praktiken involviert war. Er bot ihr Erdbeeren an und bestand darauf, dass sie diese in seiner Gegenwart verspeiste. Er selber rührte die Erdbeeren nicht an. Die Sache endete damit, dass sie mit dem Mann Sex hatte. Dann ging sie zurück nach Australien und sah ihn niemals wieder.
In den folgenden Monaten begann sie seltsame Träume zu haben. Sie konnte in ihrem Schlafzimmer, in dem sie allein schlief, auch Stimmen hören und die Gegenwart von Wesen wahrnehmen. Die Wesenheiten gaben sich als eine Art von Geistführer zu erkennen und wollten sie in okkulter Weisheit und Mysterien unterweisen. Immer häufiger hörte sie Geräusche von Gegenständen, die nachts rund um sie umherbewegt wurden. Am Morgen wachte sie häufig auf, um festzustellen, dass ihr Körper scheinbar ohne jeden Grund blaue Flecken aufwies.
Können Sie die Präsenz im Augenblick spüren? – Ja. Sie weist mich an, einige Änderungen in meinem Leben herbeizuführen. Meine Arbeit zu wechseln.
Welche Art von Arbeit sollten Sie ausüben? – Kinder betreuen.
Was will es? – Es beobachtet mich und belehrt mich.
Ja, aber wenn Sie sich auf es einstimmen, was will es dann? – Es ist sehr schwach. Es spricht Arabisch und sagt, dass es mir Weisheit vermitteln will und dass ich unterrichten soll, was ich gelernt habe. Und andere Menschen lehren soll, Vertrauen zu haben.
Fühlt es sich mehr wie eine männliche oder wie eine weibliche Präsenz an? – Männlich. Zwei Männer.
Gibt es Speisen, die sie gerne mögen? – Es ist meine Kraft, die sie mögen.
Was beziehen sie aus Ihrer Kraft? – Sie sagen »Vertraue uns!« Ich denke, dass diese Kraft, auf die sie sich beziehen, Sexualenergie ist. Sie erfüllen sich ihre eigenen sexuellen Interessen.
Was wollen sie? – Sie versuchen mir zu sagen, dass ich mich promiskuitiv verhalten soll. Es befindet sich auch ein anderes Wesen hier, aber es kommuniziert nicht.
Was hätten die Wesen davon, wenn Sie sich promiskuitiv verhalten würden? – Das interessiert sie. Sie genießen es, wenn ich Geschlechtsverkehr habe. Ich fühle, wie sie mich die ganze Zeit über beobachten. Sie beobachten meine Brüste und meine Genitalien. Es ist, als ob ich ihren Druck auf meinen Brüsten spüren könnte. Sie berühren meine Brüste. Und sie berühren mein Sexualorgan. Sie wollen mich erregen. Und es gefällt ihnen, meine Aura zu beobachten, meine Farben und meinen Geist. Sie mögen die Energie, die entsteht, wenn ich erregt bin.
Können sie Sie in Erregung versetzen? – Ja. Ich spüre dann, wie ich berührt werde. Es ist körperlich und sie sagen, dass es meine Schuld ist, weil ich mit gespreizten Beinen schlafe. Im vergangenen Jahr hatte ich oft das Gefühl, dass ich während des Schlafes gekniffen wurde, und als ich aufwachte, hatte ich Druckstellen an meinen Hüften. Das Gefühl der Anwesenheit war dasselbe wie jetzt. Einmal war ich sehr betrunken und da war es, als ob ich während des Schlafes Geschlechtsverkehr mit ihnen hatte. Ich spürte, dass ich gestoßen und geschlagen wurde und erwachte mit einem Orgasmus. Sie wollen beide Geschlechtsverkehr mit mir haben. Seit dieser Nacht geschah es sehr häufig, dass ich nachts mit ihnen Sex hatte und mit einem Orgasmus aufgewacht bin.

Die Auffassung, dass es Wesenheiten gibt, die mit Menschen Geschlechtsverkehr haben, ist durchaus nicht neu. Sie wurde bereits im mittelalterlichen Europa diskutiert und man benutzte die lateinischen Bezeichnungen succubi und incubi, um diese Wesen zu beschreiben. Incubus kommt vom lateinischen Wort incubare, was ›darauf liegen‹ bedeutet. Unter einem Incubus verstand man eine männliche Wesenheit, die kommt, um während sie schlafen, Geschlechtsverkehr mit Frauen auszuüben.
Succubus kommt vom Lateinischen sub, unter, und cubare, liegen. Bei einem Succubus handelt es sich um einen weiblichen Geist, der kommt, um mit Männern während des Schlafes Sex zu machen und manchmal feuchte Träume verursacht.
In einer chinesischen taoistischen Abhandlung über Sexualität, dem Su Nu Jing, finden ähnliche Wesenheiten Erwähnung. Am Ende des ersten Buches beschreibt das Su Nu Jing, wie manche Personen mit einem Geist koitieren, entweder in Ermangelung eines menschlichen Partners oder aus exzessiver Veranlagung heraus. Die Abhandlung fügt hinzu, dass das Vergnügen an solchem sexuellen Umgang viel intensiver zu sein und süchtiger zu machen pflegt als der herkömmliche Geschlechtsakt. Das Su Nu Jing ist daher der Auffassung, dass es sich dabei um eine Krankheit handelt und vermutet, dass die betreffende Person, wenn sie nicht geheilt wird, nach einigen Jahren sterben wird. Interessanterweise lautet die angezeigte Behandlungsmethode folgendermaßen: Der Patient muss mehrere Tage lang ununterbrochenen Geschlechtsakt ohne Ejakulation praktizieren. Nach einer maximalen Kurdauer von 7 Tagen ist die positive Wirkung der Kur garantiert.
Dieser sehr respektable taoistische Text schildert im Folgenden, wie Skeptiker sich selbst von der Realität dieser Krankheit überzeugen können: Sie sollen im Frühling oder Herbst aufbrechen, um in den Bergen oder in den Wäldern umherzuwandern, und dabei an nichts anderes als an Sex denken. Nach drei Tagen ununterbrochener Übung werden sie abwechselnde Fieber und Kälte erleben, sowie Angstgefühle haben und Visionen sehen (Männer sehen Frauen und Frauen sehen Männer). Das Vergnügen, welches man aus dem Verkehr mit solchen Visionen bezieht, sei viel intensiver als beim Verkehr mit menschlichen Wesen. Der Text schließt mit der Feststellung, dass diese Krankheit äußerst schwierig zu heilen ist – aber geht nicht darauf ein, ob der Skeptiker nach diesem dreitägigen Experiment sich die Krankheit zugezogen haben wird oder nicht.
In Wagners Oper Tannhäuser geht es um eine ähnliche Geschichte. Tannhäuser hat eine Liebesaffäre mit einer nicht-physischen Wesenheit, in diesem Fall mit Venus persönlich. Die Oper schildert all die Schwierigkeiten, die Tannhäuser durchzumachen hat im Versuch, sich von den Verlockungen der Venushöhle zu befreien. Wagners Behandlung jedoch unterscheidet sich wesentlich von der taoistischen Methode: Er befürwortet Gebete und Busse.

13.3 Pseudo-Geistführer

In Fallstudie 13.4 tauchte eine wichtige Einzelheit auf: Die Wesenheiten versuchten, der Klientin als ihre Geistführer zu erscheinen. Verwenden wir mehr Zeit darauf, diesen tückischen Mechanismus zu analysieren.

Fallstudie 13.5: »Nimm mich mit nach Indien«. 42jährige Frau, im öffentlichen Dienst beschäftigt; verheiratet und Mutter von drei Kindern. Seit Kurzem ist sie in Kontakt mit einem ›Geistführer‹, der ihr Information und Führung in Bezug auf sich selbst, ihre Zukunft und bezüglich des Lebens im allgemeinen zukommen lässt. Der Führer will, dass die Klientin ihren Job und ihre Familie aufgibt und sich nach Indien begibt, damit dort ihr spirituelles Selbst aufblühen kann. Die Klientin ist sehr aufgeregt über den Kontakt zu diesem Führer, sie ›channelt‹ ihn die ganze Zeit über.
Einer ihrer Freunde, der von all diesen Visionen nicht überzeugt war, riet ihr dazu, zu mir zu kommen, um die Angelegenheit mit mir zu erörtern. Hier kann man lesen, was sich ereignete, als wir uns den Geistführer während einer IST-Sitzung ansahen:
Weshalb genau ist er bei Ihnen? – Er will nicht wiedergeboren werden. Er hat das nicht nötig. Er hat auch Angst vor den Leiden, die das Leben mit sich bringt. Und es gefällt ihm, sich in meiner Nähe aufzuhalten.
Mag er es, wenn Sie Sex haben? – Ja, er bezieht Energie daraus. Er beobachtet. Er ist die ganze Zeit bei mir. Er sagt, dass er kein schlechter Kerl ist. Er kümmert sich um mich und er will mir helfen. Er sagt, dass er mich auch sexuell mag. Er will nicht, dass ich bei meinem Mann bin, er will mich ganz für sich allein haben.
Haben Sie mit diesem Geistführer jemals Liebe gemacht? – Das ist ein paar Mal vorgekommen. Aber er sagt, es sollte nicht mehr vorkommen. Ich soll mich einfach daran erinnern.
Gibt es bestimmte Speisen, die er mag? – Schokolade.
Drängt er Sie manchmal dazu, Schokolade zu essen? – Gelegentlich. Aber nun möchte er, dass ich eine gesündere Diät befolge.
Was will er denn? – Er will bei mir bleiben, weil er sich um mich kümmert. Er sagt, dass ich seinen Schutz brauche. Er sagt, dass die Zeit kommen wird, in der ich erfüllt habe, was ich an ihm zu erfüllen habe, aber im Augenblick brauche ich ihn noch.
Übrigens: woraus bezieht er seine Energie? – Aus mir. Aus meinem Herzen.
Lassen Sie uns zusammenfassen: Sie haben einen Geistführer, der Sie dazu drängt, Schokolade zu essen und der Sie beobachtet, wenn Sie Sex machen. Er will nicht, dass Sie bei Ihrem Mann bleiben, weil er eifersüchtig ist, und er will, dass Sie sich selbst befriedigen, während Sie an ihn denken. Darüber hinaus nimmt er seine Energie aus Ihrem Herzen. Alles zusammen betrachtet – ist das nicht ein wenig verdächtig? – Ja, kann schon sein.
Ist es angenehm, seine Gegenwart um sich zu spüren? – Ich mag es wirklich. Ich fühle mich dadurch stärker. Ich spüre dann, dass ich einfach mein Leben führen kann, ohne die falschen Dinge zu tun. Er hilft mir, Entscheidungen zu treffen, weil ich sie alleine nicht treffen kann. Er denkt, dass Sie eine falsche Ansicht von ihm haben. Er glaubt, dass er OK ist. Sie machen ihm Schwierigkeiten.

Dieses Kapitel ist ›Außergewöhnliche Wesenheiten‹ betitelt. Unglücklicherweise befürchte ich, dass überhaupt nichts Außergewöhnliches daran ist, eine Wesenheit mit einem Geistführer zu verwechseln. Heutzutage ist es nur allzu gebräuchlich geworden, »mit seinen Geistführern zu sprechen«, denn dies wird zunehmend für ein Statussymbol gehalten, genauso wie dies beim Besitz einer Kreditkarte oder mit der Mitgliedschaft in gewissen Clubs der Fall ist. Meine Wahrnehmung ist, dass zahlreiche Menschen, die derzeit glauben, in Kontakt mit einem Geistführer zu stehen, in Wirklichkeit lediglich mit einer Wesenheit kommunizieren.
In den meisten dieser Fälle (wie zum Beispiel in der zuletzt präsentierten Geschichte) handelt es sich beim sogenannten Geistführer um ein Fragment, um ein astrales Teil, das aus dem zersplitterten Astralkörper einer verstorbenen Person stammt. In solch einem Fall zapft der ›Geistführer‹ den Klienten genauso an, wie es alle vorher besprochenen Fragmente taten. Er bedient sich an der Lebensenergie seines Wirtes, verursacht starkes Verlangen nach speziellen Speisen und nach sexuellen Fantasien und fügt die eigenen Emotionen denen des Klienten hinzu.
Die Klientin des zuletzt behandelten Fallbeispiels mochte es nicht, was sich über ihren ›Geistführer‹ gezeigt hatte. Sie kam nicht mehr wieder.
Sehen wir uns ein weiteres ähnliches Beispiel an.

Fallstudie 13.6: »Die schwarze Nonne«. 26jährige Frau, Krankenschwester. Sie hatte 15 Jahre lang über 20 Zigaretten pro Tag geraucht. Drei Jahre vor dieser Sitzung hatte sie eine Beziehung beendet und war seitdem unfähig gewesen, eine neue einzugehen. Sie fühlte sich blockiert, als ob sie Barrieren gegen jedermann aufbauen würde, der sich ihr näherte. Während der ersten Minuten der IST-Sitzung schien die junge Frau äußerst verlegen über das, was sie zu Gesicht bekam. Danach erklärte sie:
Da ist eine Nonne in mir! Ich kann sie sehen. Da ist irgendetwas Geheimnisvolles, denn sie will ihr Gesicht nicht zeigen.
Wie sieht sie aus? – Dunkel. Ich kann die schwarz-weiße Tracht ganz deutlich sehen. Aber anstatt eines Gesichtes hat sie ein dunkles Loch. Sie hält ihren Kopf gebeugt. Im Augenblick sieht sie ein wenig bedrückt aus, weil wir uns mit ihr beschäftigen.
Haben Sie sie jemals zuvor gesehen? – Ja, ich sah sie ein paar Mal, als ich meditierte. Aber ich dachte, sie wäre in meiner Nähe, ich wusste nicht, dass sie sich in mir aufhielt. Sie ist meine Geistführerin. Ich war mir häufig ihrer heiteren Anwesenheit bewusst. Ich mag sie und fühle mich wohl mit ihr. Ich arbeite gerne mit ihr.
Mag sie es, wenn Sie als Krankenschwester arbeiten? – Ja, sehr. Sie half mir bei der Entscheidung, die Krankenpflegeausbildung zu machen. Es machte sie sehr glücklich, als diese Entscheidung getroffen war.
Wie fühlen Sie sich, wenn Sie sich auf sie einstimmen? – Ich will mein Gesicht nicht zeigen. Ich möchte sehr gerne allein sein.
Wer ist gerne allein: Sie oder die Nonne? – Ich oder vielleicht sie. Oder vielleicht bin ich gerne allein, weil ich dann mit ihr kommunizieren kann. Oder ... Ich denke, sie ist gerne allein. Aber sie arbeitet gerne mit mir zusammen mit Menschen. Sie tut gerne alles für sie, was sie kann. Weil sie große Liebe für sie empfindet, gibt sie, was nur möglich ist.
Wie reagiert sie, wenn sich Männer in Ihrer Nähe aufhalten? – Sie mag es nicht, wenn ich mich in Angelegenheiten mit Männern verwickeln lasse, weil sie an die Reinheit glaubt. Aber vielleicht fürchtet sie sich in Wirklichkeit. Ja, das ist es: Sie hat Angst vor Männern.
Haben Sie manchmal das gleiche Empfinden? – Oh ja!
Wer fürchtet sich in Wirklichkeit: Sie oder die Nonne? – Hm! [Die Klientin wirkt irritiert.] Ich denke, sie ist das Hindernis. Ich glaube, sie manipuliert die Männer weg.
Mit welchem Bereich Ihres Körpers ist sie am stärksten verbunden? – Mit meinem Herzen. Sie lebt dort. Das ist auch der Grund, weshalb sie ihr Gesicht nicht zeigen will. Denn sie hat Schuldgefühle, dort zu sein und alles zu blockieren. Weil sie Angst vor der Welt hat, versteckt sie sich in mir.
Fühlt sie sich da drinnen manchmal gelangweilt? – Ja, häufig.
Warum bleibt sie dann? – Weil sie sich dort sicher fühlt. Sie sagt, sie möchte Ihnen einfach Liebe schicken, etwas anderes verlangt sie nicht.

Diese letzte Antwort klang wie eine schamlose Lüge, sowohl für die Klientin als auch für mich.
Nach dieser Sitzung war die Reaktion der Klientin ganz anders als die jener Klientin in der vorangegangenen Fallgeschichte. Die Klientin erkannte plötzlich, dass sie betrogen worden war, und dass die ›innere Stimme‹, der sie zu vertrauen pflegte, nicht ihre Geistführerin war, sondern ein erheblich weniger edles Wesen, das wie ein Parasit in ihr lebte. Der Schleier von Heiterkeit und Heiligkeit, der die Nonne bisher umgab, wurde von der Klientin nun als zynische Maskerade durchschaut und als Ursprung der Barriere zwischen ihr und der Welt.
Nachdem die Klientin diese Wesenheit die üblichen 10-15 Tage lang beobachtet hatte, führte ich die Klärung durch. Während der Klärung konnte die Klientin interessanterweise das Gesicht der Nonne sehen. Sie beschrieb es als »Totenkopf unter der Nonnenhaube, der sich mit den Händen die Ohren zuhielt, um nicht die Töne hören zu müssen, die die Klärung begleiteten.«
Überraschenderweise gab die junge Frau innerhalb der zehn Tage, die der Klärung folgten, komplett das Rauchen auf. Ihre Art des Umgangs mit männlichen Wesen änderte sich nach und nach und sie begann, sich wieder für die Welt zu öffnen.

13.4 Dunkle Kräfte

Fallstudie 13.7: »Hochstimmung in Thailand«. 29jähriger Mann, Ingenieur. Er hatte noch nie Meditation betrieben oder irgendwelche Arbeit an sich selbst geleistet. Er hatte auch niemals Drogen genommen, noch sah er sich mit irgendwelchen psychiatrischen Problemen konfrontiert. Er war Zeit seines Lebens eine rational und wissenschaftlich orientierte Person gewesen, jemand, der stets mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität stand und seinem Hausverstand Folge leistete.
Er reiste im Urlaub nach Thailand und erlebte, während er einen großen Palast in Bangkok besuchte, »das unheimlichste Gefühl meines Lebens«. Obwohl er nicht genau definieren konnte, was sich ereignet hatte, fühlte er sich plötzlich in eine absolut neue Dimension seiner selbst versetzt. In der Nacht darauf machte er im Hotel seine erste außerkörperliche Erfahrung. »Ein böser Geist kam zu mir und versprach mir ewiges Leben. Aber ich konnte sehen, dass es in Wirklichkeit ewigen Tod bedeuten würde.« Der Klient berichtete, dass dieser Geist ihn auf Reisen in den Raum mitnahm, auf denen er zukünftige Ereignisse und seine ganze nächste Existenz sehen konnte, und auf denen er sowohl den Himmel wie auch andere Welten besuchte und von den Göttern begrüßt wurde. Alles entwickelte sich außerordentlich schnell und verursachte ein Gefühl von Überbewusstsein. Tagelang fühlte sich der Mann äußerst euphorisch und angetrieben und war nachts nicht in der Lage zu schlafen. Wiederholt hatte er auch den Eindruck, über seinem Bett zu schweben.
Dieser maniforme Zustand hielt auch an, als er nach Australien zurückgekehrt war. Er konnte die Gedanken anderer Menschen lesen und wusste im Voraus, wer an seiner Türglocke läutete oder das Haus betrat, und sah auch nicht-physische Wesen. Unfähig, mit der Intensität des Erlebten umzugehen, versuchte er sogar zwei Mal, sich umzubringen.
Als Arzt hatte ich wiederholt mit schizophrenen Patienten zu tun, aber dieser Mann machte auf mich nicht den Eindruck, an Schizophrenie erkrankt zu sein. Darüber hinaus umgab ihn eine starke und konzentrierte Aura von Energie, als er bei mir eintraf.
Können Sie es sehen? – Es ist schwarz und hat die Form eines ovalen Balles. Und es hat eine Art von Gesicht, die mir total unbekannt ist. Wenn es wie etwas aussieht, dann wie ein Panther.
Mit welchem Ihrer Körperteile steht es am engsten in Beziehung? – Mit dem Bereich meines Nabels. Es scheint mich einfach zu beobachten und versucht, mich zu beruhigen. Es fühlt sich schwärzer als nur schwarz an. Es scheint mich zu beobachten und auf den günstigsten Zeitpunkt zu warten, um meinen Geist in Besitz zu nehmen. Es gleicht einer großen schwarzen Katze. Es wirkt nicht unfreundlich, aber es will meinen Geist.
Was würde es mit Ihrem Geist anfangen? – Ihn kontrollieren. Ihn durch seine Kraft in Besitz nehmen.
Könnte es das wirklich tun? – Möglicherweise ja. Oder vielleicht auch nicht, aber es macht einen glauben, das es dazu fähig wäre. Es gibt einem das Gefühl, dass es einen sterben lassen könnte, dass es das Leben aus dem Körper fahren lassen könnte, um es zu übernehmen und für ewig zu besitzen. Dasselbe Empfinden hatte ich in Bangkok. Ein unglaubliches Ausmaß an Lebenskraft scheint in dieser Katze gebündelt zu sein. Sie ruft eine sehr starke Euphorie in mir hervor. Mein Körper fühlt sich total aufgedreht an und zugleich äußerst ›cool‹. Ich kann wochenlang ohne Schlaf auskommen. Kein Stress, keine Müdigkeit, einfach nur Kraft, pure Kraft. Ich fühle mich fantastisch und kann eine Menge leisten. Alles, was ich anfasse, gelingt mir.

Der zweite Teil der Geschichte war weitaus weniger aufregend als der erste. Ich klärte die Katze, und der Spuk hatte ein Ende. Der Klient wurde wieder zu einer vernünftigen und grundsoliden Person – vielleicht mit mehr Interesse an übernatürlichen Phänomenen. Die Tatsache, dass die Klärung der Wesenheit den Fluss nicht-physischer Wahrnehmung beendete, war auch ein Indiz dafür, dass es sich bei diesem Klienten um keine schizophrene Person handelte. Bei Schizophrenen reicht eine Klärung bedauerlicherweise nicht aus, um das seelische Gleichgewicht wieder herzustellen.
Bei dieser Wesenheit handelte es sich nicht um ein Fragment.

Fallstudie 13.8: »Folge mir«. 40jährige Frau.
Was ist das für ein »Ding«? – Es ist wie eine überwältigende, sehr autoritär auftretende Art von Präsenz. Sie will mich demütigen. Sie ist niemals glücklich. Sie sagt mir, dass ich wertlos bin, dass ich nicht mehr als eine verwöhnte Göre bin und dass ich keinerlei Rechte habe. Sie zieht mich in den Schmutz hinunter.
Wie profitiert sie davon? – Sie setzt sich ins Recht. Wenn ich unten bin, ist sie um eine Klasse besser. Wenn ich dann total am Boden bin, kann sie die Kontrolle übernehmen, kann sie erstarken und sich ausbreiten. In eine Menge Personen.
Wie sieht sie aus? – Sie ist dunkel, sie sieht wie eine menschliche Form aus, ein menschliches Gesicht. Sie trägt eine Kopfbedeckung, die wie eine Art von Helm aussieht. Ihr Gesicht befindet sich vor mir und hinter ihr ist Licht. Bevor sie vor mir auftauchte, war ihr Gesicht in diesem Licht. Das Gesicht tauchte vor ein paar Wochen daraus auf.
Was fühlen Sie, wenn Sie sich auf dieses Licht einstimmen? – Etwas wirklich Schlimmes. Es ist wie goldenes Licht, aber nicht auf gesunde Art, und rundherum ist Schwärze. Dieses Licht ist falsch. Es ruft nach mir. [Unter Tränen:] Es will, dass ich da hineingehe.
Was würden Sie gewinnen, wenn Sie in dieses Licht gingen? – Ich würde nicht mehr unglücklich sein, ich wäre aus dem ganzen Dreck heraus. Ich würde anfangen wie dieses Licht zu glänzen. Es würde mich unterstützen und mich sehr kraftvoll machen. Es ist furchtbar, da ist etwas falsch und verzerrt, etwas Böses. Und es ist unglaublich mächtig. Es ist wie ein Weg. Es hat es nicht nur auf mich abgesehen. Es will auch, dass Sie da hineingehen. Es ist hinter Ihnen her, es will Ihre Schule zerstören.
Wie würde es das anstellen? – Wenn Sie oder einer der Menschen um Sie in das Licht hineingingen. Es ist wie ein Pilz, es breitet sich aus. Es ist etwas, das Menschen vergiftet. Aber es kann sie so mächtig machen, dass sie zögern würden, Nein zu sagen.

Und wieder einmal verlief das Ende dieser Geschichte auf die übliche Art: Ich klärte das ›Gesicht‹ und das schädliche Licht, und alles war vorüber. Aber auch diese Wesenheit war kein Fragment. Nach der Klärung erklärte die Klientin: »Das war die schrecklichste Sache, die ich je gesehen habe.«
Das Thema der außergewöhnlichen Wesenheiten ist weitläufig und bunt, und man könnte ganze Bücher damit füllen. Doch es ist ungünstig, sich allzu stark darauf zu konzentrieren. Wie der Leser aufgrund des Überblicks, den die in diesem Buch vorgestellten Fallbeispiele bieten, selbst urteilen kann, handelt es sich bei der großen Mehrheit der Wesenheiten einfach um Fragmente, das heißt um schlichte Parasiten, die mechanisch regieren und nichts Böses an sich haben. Wenn man ein paar auffällige Fälle überbewertet, kann man die Neigung fördern, falsche Vorstellungen zu entwickeln. All die Klischees und Legendenbildungen, die den Exorzismus umgeben, sind dafür verantwortlich, ernsthaft Interessierte von einem wichtigen Thema abzulenken. Das Wissen von den Wesenheiten kann Erlösung von so viel Leiden bringen, dass man nur bedauern kann, dass gegenwärtig so wenig Personen Bescheid wissen, wie man angemessene Klärungen durchführt.

Kapitel 14: Eine Wesenheit erforschen

14.1 Mit einer Wesenheit wird in 3 Phasen umgegangen

Die Vorgangsweise der Clairvision School in Bezug auf Wesenheiten ist in drei Phasen gegliedert:
Erstens die Entdeckung. Während einer oder mehrerer IST-Sitzungen wird sich der Klient der Existenz der Wesenheit bewusst. Nun verfügt der Klient über den Raum, um die Wesenheit zu sehen und zu spüren und um zu erforschen, was sie will und woher sie stammt.
Zweitens die Beobachtung. Für die Dauer von 10-15 Tagen (oder manchmal auch länger) beobachtet der Klient seine Wesenheit weiterhin im Verlauf seiner alltäglichen Aktivitäten. Ziel dieser Beobachtung ist es, die Aktionen der Wesenheit zu erkennen, die bisher für den Klienten unsichtbar war. Die Klienten werden aufgefordert, ihre Emotionen, Gedanken und Reaktionen auf ihre Umgebung sorgfältig zu beobachten, um zu unterscheiden zwischen dem, was von der Wesenheit stammt und dem, was von den verschiedenen Teilen der Klienten selbst herrührt.
Drittens die Klärung. Die Wesenheit wird aus dem Klienten entfernt und in eine sehr spezielle Lichtfrequenz geschickt, in der sie verarbeitet und wiederverwertet wird.
Absicht dieses Kapitels ist es, die Gründe und Methoden der ersten beiden Phasen zu erläutern, nämlich Entdeckung und Beobachtung.

14.2. Eine ausdrückliche Warnung

Bevor wir beginnen, muss eine ausdrückliche Warnung ausgesprochen werden: Der Umgang mit Wesenheiten erfordert ein erhebliches technisches Wissen. Um ein Wesenheiten-Klärer zu werden, bedarf es einer Menge an Zeit und Anstrengung. Nur dann, wenn die Technik einwandfrei ist, wird der Prozess sicher sein, sowohl für den Klärer wie für den Klienten. Eine Anzahl von Pannen, von denen einige im nächsten Kapitel umrissen werden, kann auftreten und zu Katastrophen führen. Ich weise die Leser deshalb dringend darauf hin, es nicht zu versuchen, Wesenheiten zu erforschen oder zu behandeln, bevor sie sich nicht einer Spezialausbildung und einer Initiation, die sie zu diesem Handeln befähigen, unterzogen haben.
An der Clairvision School bieten wir wirkungsvolle Techniken an und ermutigen die Schüler, das Erlernte so intensiv wie möglich zu praktizieren. Deshalb hat die Schule das Wissen der intensiven IST-Technik der Rückführung Hunderten von Menschen zur freien Verwendung vermittelt. Zu dem Zeitpunkt, als dieses Buch geschrieben wurde, waren jedoch nur eine Handvoll Personen darin unterrichtet worden, Wesenheiten zu klären. Ich wiederhole erneut, dass das Klären von Wesenheiten möglicherweise gefährlich sein kann und daher nur von Praktikern durchgeführt werden sollte, die eine abgeschlossene Ausbildung darin absolviert haben. Der Zweck dieses und des folgenden Kapitels besteht nicht darin, zu lehren, wie man Wesenheiten erforscht und klärt, sondern soll dem Erwerb eines besseren Verständnisses von Wesenheiten dienen, indem die Leser in gewisse Aspekte des Klärungsvorganges Einblick erhalten.
Manchmal wird die Frage gestellt, weshalb man sich dadurch beunruhigen soll, die Wesenheit zu erforschen, warum nimmt sie der Klärer nicht einfach und schickt sie ins Licht und Schwamm drüber? Die allgemeine Perspektive der Clairvision-Techniken ist es, Menschen zu befähigen, sich selbst erkennen zu lernen. Wenn immer ein Problem auftaucht, dann geschieht dies aus einem bestimmten Grund – und man kann daraus etwas lernen. Durch das Erforschen einer Wesenheit lernt man mit Sicherheit eine Menge. Zuerst lernt man etwas über Wesenheiten an sich und über den Raum, aus dem sie kommen, was nur zur geistigen Offenheit beitragen kann. Zweitens kommen Wesenheiten nicht durch Zufall. Wenn sie sich an dich anheften, dann nur deshalb, weil sie sich durch etwas in dir angezogen fühlten und weil ihnen eine Lücke in deinem Verteidigungssystem das Eindringen ermöglicht hat. Würde man eine Wesenheit klären, ohne sie erforscht zu haben, wäre das, als ob man darauf verzichten würde, den schwachen Punkt zu sehen, welcher der Wesenheit Einlass gewährte. Es wäre eine Art, das Problem verleugnen zu wollen. Andererseits kann man durch das genaue Wissen darüber, was vorging, an der Bereinigung dieses gestörten Gleichgewichts arbeiten und sich selbst vor weiteren Problemen bewahren.

14.3 Die Entdeckungsphase

Die Entdeckung findet hauptsächlich durch die IST-Technik statt, die wir im ersten Kapitel kurz erörtert haben.
Das erste wichtige Prinzip ist, Klienten niemals zu erzählen, dass sie eine Wesenheit haben. Es ist vorzuziehen, sie den IST-Zustand erreichen zu lassen und sie dazu zu bringen, die Wesenheit selbst zu sehen. Dafür gibt es ein paar einleuchtende Gründe.
Zuallererst besteht der Wunsch nach Objektivität. Offensichtlich hat jede Art von innerer Arbeit mit subjektiver Erfahrung zu tun. Daher: Je objektiver eine Person bleiben kann, während sie solche Erfahrungen erforscht, desto besser. Bei Wesenheiten handelt es sich nicht um fließende und wechselnde Erfahrungen wie beispielsweise Träume, sondern sie sind ›Dinge‹, die aus ätherischer und astraler Materie bestehen. Klienten werden ermutigt, bewusstseinsmäßig auf das konzentriert zu bleiben, was sie sehen und fühlen und dabei nichts zu erfinden. Die IST-Techniken machen niemals von Hypnose, Suggestion, positiven Affirmationen oder kreativem Visualisieren Gebrauch. Sie führen eine Öffnung der Wahrnehmung durch eine unmittelbare Aktivierung des Energiekörpers herbei. Sie zielen darauf ab, die Welt so wahrzunehmen, wie sie ist und nicht so, wie wir sie zu sehen wünschen. Solange die Klienten ihre Wesenheiten nicht sehen oder ihre Präsenz nicht fühlen, erwähne ich gar nichts über sie. Nur dann, wenn sowohl die Klienten wie auch ich »das Ding« wahrgenommen haben, kommt das Vorhandensein der Wesenheit zur Sprache.
Es gibt einen weiteren guten Grund, weshalb es vorzuziehen ist, Personen nicht zu erzählen, dass sie eine Wesenheit haben. Angenommen ich erzähle einem Klienten: »Ich sehe dieses schwarze tintenfischähnliche Wesen, das an Ihrem Rücken klebt. Seine Fangarme sind um Ihren Nacken geschlungen. Es saugt Ihre Lebensenergie auf und möchte, dass Sie eines langsamen und qualvollen Todes sterben. Aber machen Sie sich keine Sorgen, es ist alles OK; es handelt sich bloß um eine Wesenheit.« Wie würde der Klient da reagieren? Ich treffe jedoch regelmäßig Personen, denen ähnliche Dinge von Medien während Aura-Readings mitgeteilt werden.
Andererseits zeigt die Erfahrung, dass Klienten – vorausgesetzt sie haben das Vorhandensein einer Wesenheit selbst festgestellt –, bemerkenswert gut mit dieser Tatsache umgehen können. Der IST-Zustand schafft eine innere Öffnung und führt eine Annäherung an das Selbst herbei. IST bringt Klienten in Berührung mit tiefen Seelenkräften, daher können sie einen gewissen Grad an Gleichmut aufrechterhalten, was auch immer sie zu Gesicht bekommen oder fühlen mögen. Wenn sie in Kontakt mit einer Wesenheit geraten, erfassen sie unmittelbar, dass sie schon lange Zeit mit ihnen ist. Die Tatsache des Sehens der Wesenheit an sich verschlimmert die Dinge nicht, sondern versetzt die Klienten eher in die Lage zu verstehen, was sich in ihrem Inneren ereignet und befähigt sie, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Klienten sogar dann, wenn sie sich der Präsenz ihrer Wesenheit nicht bewusst sind, doch auf einer unbewussten Ebene sehr wohl über deren Existenz Bescheid zu wissen pflegen. IST bringt die Klienten mit dem Teil ihrer selbst in Berührung, der es weiß. Daher entfaltet sich dieses Wissen für die Betroffenen ganz einfach und natürlich. Man muss nichts unternehmen, um sie zu beruhigen. Sie müssen einzig ihre eigene Gewissheit und Weisheit für sich arbeiten lassen, um festzustellen, dass sie sicher sind. Da ist schließlich bloß eine Wesenheit.
Während des IST-Prozesses habe ich sowohl sensitiv veranlagte wie auch streng materialistisch eingestellte Klienten getroffen, die mit schwindelerregenden Wesenheiten-Stories aufwarteten, die mit entsetzlichen Einzelheiten gespickt waren und dabei dennoch ruhig und unbeteiligt blieben. In all den Jahren meiner Praxis ist kein Klient der Panik anheim gefallen oder hat darum gebeten, die Sitzung zu unterbrechen, weil er nicht mit der Wesenheit umgehen konnte, die er entdeckt hatte. Wenn die betroffenen Personen etwas Ähnliches im Fernsehen gesehen hätten, hätte es sie wahrscheinlich schockiert. Aber in der reineren Bewusstheit und dem Wissen des IST-Zustandes waren sie in der Lage zu akzeptieren, was sie über sich selber sahen, ohne wirklich betroffen zu sein.
Ein weiteres Prinzip in dieser Arbeit ist, dass der Klärer niemals sagt, wie er die Wesenheit sieht, solange der Klärungsvorgang noch nicht abgeschlossen ist. Andernfalls würde er die Spontaneität des Klienten durch seine eigene Projektionen verunreinigen. Es ist eine Haltung des Respekts dem Klienten gegenüber, ihn mit eigenen Worten beschreiben zu lassen, was er fühlt und was er sieht. Wenn alles vorbei ist, können Eindrücke gegenseitig ungehindert ausgetauscht werden. Jedoch in den meisten Fällen ist das Material, das Klienten selbst entdecken, derart präzise und klar, dass sie nicht einmal daran denken, nach der Meinung des Klärers zu fragen, beispielsweise, was »das Ding« sein könnte oder wie es aussieht.

14.4 Mit der Wesenheit in Berührung kommen

Während der ersten Minuten der Sitzung werden die Klienten mit dem IST-Zustand verbunden. Die Methode, die für diesen Zweck zur Anwendung kommt, wurde in meinem Buch Rückführung, Therapie vergangener Leben für Freiheit im Hier und Jetzt beschrieben. Sie besteht darin, das dritte Auge des Klienten zu aktivieren und in Berührung mit dem inneren Raum des Bewusstseins zu bringen.
Ist dies einmal erreicht, besteht der nächste Schritt darin, mit der Wesenheit in Kontakt zu treten. In gewissen Fällen geschieht dies unmittelbar. Die Wesenheit ist auf augenfällige Art in die Energie des Klienten eingebettet, so dass sie – sobald der Blick nach innen gerichtet wird – automatisch in Erscheinung tritt. In zahlreichen anderen Fällen wird die Wesenheit zufällig entdeckt, zum Beispiel, während man einen Rückführungsprozess durchläuft.
Wenn eine Wesenheit vermutet wird, der Klient sich jedoch ihrer nicht bewusst ist, kann die folgende Methode angewendet werden, um in Berührung mit der Wesenheit zu kommen. Angenommen, die Wesenheit befindet sich in der Brust, so weist man den Klienten an:
»Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Brust. Erfühlen Sie den Bereich Ihrer Brust vom Raum zwischen Ihren Augenbrauen aus.«
Nach einer Minute lautet die nächste Anweisung:
»Vergleichen Sie die linke und die rechte Hälfte Ihrer Brust. Welcher Bereich fühlt sich schwerer an?«
Nachdem der Klient eine Antwort gegeben hat, stellt man die nächste Frage:
»Welche Seite fühlt sich dunkler an, die linke oder die rechte Seite?«
Dann fragt man weiter:
»Welche Seite fühlt sich dicker (oder dichter) an, die linke oder die rechte?«
Die Reihenfolge, in der die 3 Fragen (dunkler, dicker, schwerer) gestellt werden, spielt keine bedeutende Rolle. Dieselbe Befragungsmethode kann auf jeden Körperbereich angewendet werden.
Wenn Klienten während des IST-Zustands in einem gewissen Teil ihres Körpers eine Wesenheit wahrnehmen, dann empfinden sie diesen Teil in der Mehrheit der Fälle als schwerer, dicker und dunkler. Das ist jedoch kein absoluter Maßstab. Gewisse Fälle lassen eines dieser drei Charakteristika vermissen. Ein Klient mag vielleicht einen betroffenen Bereich als schwerer und dicker, jedoch nicht als dunkler erleben. In anderen Fällen kann es sein, dass eines der Merkmale gegenteilig wahrgenommen wird. So kann dem Klienten der betroffene Bereich schwerer und dicker, jedoch heller als die andere Seite vorkommen. Oder das Wahrgenommene mag eine substanzlose Dunkelheit sein und über nicht soviel Energie wie die andere Seite verfügen, und sich demzufolge leichter anfühlen. Grundsätzlich handelt es sich bei Wesenheiten um etwas, das der Energie des Klienten hinzugefügt ist. Daher ist die häufigste Erfahrung, die Klienten machen, dass sich der von einer Wesenheit befallene Körperbereich im allgemeinen schwerer und dicker anfühlt.
Während der allerersten Minuten der Sitzung ist es für Klienten nicht ungewöhnlich, das sie desorientiert darüber sind, auf welcher Seite sich die Wesenheit befindet. Beispielsweise mögen sie die Präsenz zuerst auf der linken Seite ihrer Brust spüren und dann ihre Meinung ändern und sich dafür entscheiden, dass sie auf der rechten Seite etwas wahrnehmen. Danach jedoch pflegt in den meisten Fällen die Lokalisierung der Präsenz bis zum Ende des Klärungsprozesses stabil zu bleiben.
Die nächste Anweisung lautet:
»Verweile mit dem Bewusstsein im Raum in der Mitte der Augenbrauen und stimme Dich von dort aus in den Bereich ein, der dunkler, dichter und dicker ist« (oder welche Adjektive auch immer von den Klienten selbst verwendet werden).
Dann:
»Wie groß fühlt es sich an?«
An diesem Punkt kann es geschehen, dass der Klient bereits in vollen Kontakt mit der Wesenheit geraten ist, indem er ihre Präsenz fühlt und sieht, wie sie aussieht. In diesem Fall setzt man die Erforschung mit den anderen Fragen auf der Liste fort. Wenn der Klient nur eine ungewisse dunkle Wolke empfindet, so reicht das häufig aus, um voranzuschreiten, und die Wesenheit wird im Verlauf der weiteren Befragung zunehmend klarer wahrgenommen. In anderen Fällen jedoch empfindet der Klient nichts anderes als einen »dunkleren, dickeren und schwereren« Bereich und einige weitere Minuten sind nötig, um in Kontakt mit der Wesenheit zu treten.
Es fällt nicht schwer herauszufinden, ob der Klient Kontakt mit der Wesenheit hat oder nicht. Falls nicht, ist es ihm üblicherweise unmöglich, auf die folgenden Fragen zu antworten, oder die Antworten klingen vage und unzusammenhängend.
Wenn der Klient zwischen seinen beiden Körperseiten in diesem speziellen Bereich keinen Unterschied feststellen und keine der weiteren Fragen beantworten kann, ist es vorzuziehen, für die restliche Zeit der Sitzung aufzuhören. Man benützt dann die verbleibende IST-Zeit, um eher konkrete Probleme zu ergründen und kommt auf die mögliche Wesenheit ein anderes Mal zurück. Bei dieser Methode sollte man nur zugeben, dass eine Wesenheit vorhanden ist, wenn die Klienten sie selbst wahrnehmen.

14.5 Die Wesenheit erforschen

Die Ziele der Erforschungsphase sind:

Sehen wir uns nun die Liste der Fragen an, die benutzt werden kann, um diese Ziele zu erreichen.
Hat der Klient die Präsenz eines dunkleren und schwereren Bereichs während des IST-Zustands erkannt, kann die Erforschung gut wie folgt fortgesetzt werden:
»Welche Emotionen oder Gefühle könnten sich auf diesen dunkleren, schwereren (oder andere vom Klienten benutzte Adjektive) Bereich beziehen?«
Üblicherweise können Klienten diese Frage, die ihnen hilft, in engeren Kontakt mit der Wesenheit zu kommen, leicht beantworten.
»Hat sie eine Form?«
Zuerst sieht der Klient seine Wesenheit häufig als eine undeutliche dunkle Wolke. Die endgültige Form wird erst nach einigen weiter führenden Fragen wahrgenommen. Das ist auch der Grund dafür, warum diese Frage ein wenig vage (offen) formuliert wurde. Erst viel später in der Sitzung sollte die Frage gestellt werden:
»Wie sieht sie aus?«
Es ist nicht unüblich, dass der allererste Eindruck, den man von einer Wesenheit gewinnt, undeutlich und verzerrt ist. Ein paar Sekunden später wird ein neues Bild wahrgenommen, das für gewöhnlich bis zum Abschluss der Klärung unverändert bleibt.
»Haben Sie sie jemals zuvor gesehen?«
»Können Sie fühlen, dass ihr irgend etwas wie eine Präsenz anhaftet?«
Einige Klienten finden es schwierig zu verstehen, was mit ›Präsenz‹ gemeint ist. Wenn sie auf diese Frage nicht antworten können, ist es besser, nicht zu stark auf einer Antwort zu bestehen. Man kann später auf diese Frage zurückkommen, wenn mehr Aspekte der Situation zur Wahrnehmung gelangt sind.
»Fühlt es sich an wie etwas Fremdes oder wie ein Teil von Ihnen?«
Wenn der Klient zu zögern scheint, kann man sich genauer äußern:
»Denken Sie nicht nach, sondern sagen Sie einfach, was Sie fühlen.«
Gewisse Klienten haben einen geistigen Hintergrund, der ihnen die Annahme nicht erlaubt, dass irgendetwas in ihnen etwas anderes sein könnte als ein Teil ihrer selbst. Es ist wesentlich, dass Klienten für die Dauer des IST-Zustandes genau das schildern, was sie wahrnehmen, anstatt mit ihrem Verstand zu operieren und über eine kluge Antwort nachzudenken. Aus diesem Grunde ist es in IST auch nicht sinnvoll, auf einer Antwort zu bestehen, wenn man bemerkt, dass der Klient bei einer Frage zu zögern scheint. Andernfalls kann es passieren, dass einige Klienten bedeutungslose Antworten liefern.
»Was will es?«
Hierbei handelt es sich um eine Schlüsselfrage, die im Verlauf der Sitzung wiederholt gestellt wird.
Wenn man sich auf die Wesenheit bezieht, ist es vorzuziehen, dieselben Wörter zu gebrauchen, die die Klienten verwendet haben, um sie zu beschreiben, zum Beispiel ›die Wolke‹, ›die Präsenz‹ oder ›das Ding‹. In den folgenden Fragen werde ich die Umschreibung ›das Ding‹ benützen, doch man sollte in Erinnerung behalten, dass in der Praxis die Worte des Klienten gebraucht werden sollten.
»Könnte es sein, dass Sie bestimmte Speisen essen, die »das Ding« gerne hat?«
Falls die Antwort »Ja« lautet, fährt man mit folgenden Fragen fort:
»Was passiert mit »dem Ding«, wenn Sie diese Speisen essen?«
»Erzeugt »das Ding« manchmal starke Lust, einen Heißhunger auf diese speziellen Speisen?«
»Abgesehen davon ...
(von dem, was der Klient genannt hat), was mag es?«
»Was passiert mit »dem Ding«, wenn Sie rauchen?«
»Was passiert mit »dem Ding«, wenn Sie (Alkohol) trinken?«
»Kann es sein, dass es Sie manchmal dazu treibt, (Alkohol) zu trinken oder zu rauchen?«
»Stört es manchmal ihre sexuellen Aktivitäten oder Begehren?«
Wenn die Antwort »Ja« lautet, »Wie?«
»Was mag es noch alles?«
Diese Frage – ähnlich wie die Frage »Was mag es?« – hilft dem Klienten dabei, die Natur der Wesenheit zu erkennen. Diese Frage kann (im Verlauf des Prozesses) mehr als einmal gestellt werden, weil Klienten häufig neue Aspekte der ›Persönlichkeit‹ der Wesenheit entdecken, sobald der Prozess voranschreitet.
Wann auch immer der Klient etwas über Dinge herausfindet, die die Wesenheit mag, wird die folgende Frage gestellt:
»Was passiert mit »dem Ding«, wenn Sie dies haben / machen?«
Eine weitere ähnlich klingende Frage, die gebraucht werden kann, um die Beweggründe der Wesenheit zu erforschen, lautet:
»Gibt es unter Ihren Aktivitäten und verschiedenen Dingen, die Sie zu tun pflegen, einige, die »dem Ding« Spaß machen (oder: Lust bereiten)?«
gefolgt von:
»Was passiert mit »dem Ding«, wenn Sie das machen?«
Man kann auch so fragen:
»Gibt es andere Dinge, von denen es will, dass Sie sie tun?«
oder:
»Missbilligt es bestimmte Sachen, die Sie tun?«
Abhängig von der jeweiligen Situation, kann man diese Fragen durch andere ergänzen, wie etwa:
»Mag es bestimmte Personen in Ihrer Nähe oder gibt es Menschen in Ihrer Nähe, die es ablehnt?«
»Wie reagiert es auf Ihren Ehemann / auf Ihre Frau / auf Ihren Freund / auf Ihre Freundin?«, »Wie reagiert es auf Ihre Kinder?«,
usw.
Und manchmal auch:
»Möchte es, dass Sie bestimmte Kleidung oder eine spezielle Farbe tragen?«
»Was (für einen Vorteil) hat es davon, in Ihnen zu existieren?«
oder:
»Was hat es von Ihnen?« (»Auf welche Weise profitiert es von Ihnen?«)
oder:
»Wie lebt es? Woher bezieht es seine Energie?«
Einige Klienten finden es leichter zu verstehen, was der Ausdruck ›Präsenz‹ bedeutet, nachdem sie die wichtige Frage beantwortet haben:
»Haben Sie manchmal das Gefühl, dass »das Ding« Sie beobachtet?«
»Erzeugt es manchmal Stimmen in Ihrem Kopf?«
Wenn die Antwort »Ja« lautet:
»Was sagen die Stimmen?«
Eine sehr aufschlussreiche Frage lautet:
»Wie reagiert »das Ding«, wenn wir es beobachten?«
Dies ist eine gute Gelegenheit, um die essentielle Frage zu wiederholen:
»Was will es?«
»Wenn »das Ding« durch Sie sprechen könnte, was würde es sagen?«
Eine weitere aufschlussreiche Frage ist diese:
»Was würde geschehen, wenn »das Ding« die Kontrolle über Sie übernehmen könnte?«
Folgefrage:
»Passiert es manchmal, dass es die Kontrolle über Sie gewinnt?«
Wenn »Ja«:
»Was passiert dann?«
»Wie sieht es aus?«
Wenn der Klient in dieser eher fortgeschrittenen Phase des Prozesses nun in enger Berührung mit »dem Ding« steht, bieten sich günstigere Voraussetzungen für eine detaillierte Beschreibung der Wesenheit. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle pflegt sich das Aussehen einer Wesenheit bis zum Abschluss der Klärung nicht mehr signifikant zu ändern. Während der Phase der Beobachtung kann »es« seine Größe geringfügig verändern. Es kann ein wenig größer werden, vor allem dann, wenn der Klient ungesunde Nahrung oder Drogen konsumiert. Diese Veränderungen bleiben jedoch im Rahmen, und eine Spinne pflegt für gewöhnlich eine Spinne zu bleiben, ein Kopf bleibt ein Kopf usw. Von ein paar außerordentlichen Fällen abgesehen, scheint es sich bei einer Wesenheit, die die ganze Zeit über ihr Aussehen und ihre Form verändert (vom Tintenfisch zu einer kleinen Person und dann zu einem Insekt beispielsweise), mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit eher um eine Fantasieproduktion als um eine echte Wesenheit zu handeln.
»Bewegt sich »das Ding« manchmal oder verweilt es stets am gleichen Ort?«
Wenn es sich bewegt, folgt diese Frage:
»Was geschieht mit Ihnen, wenn »es« sich bewegt?«
»Hängt »das Ding« mit einem Ihrer inneren Organe zusammen?«
Viele Klienten haben nicht die leiseste Ahnung oder Wahrnehmung, wo ihre inneren Organe sich befinden. Wann immer dies der Fall sein sollte, ist die oben gestellte Frage natürlich irrelevant.
»Fühlt sich »das Ding« eher männlich, weiblich oder weder-noch an?«
Von speziellen Fällen abgesehen, ist diese Frage nach dem Geschlecht (der Wesenheit) von geringem Interesse, weil sich die Klienten nur schwer darauf beziehen können und häufig eine andere Antwort geben, wenn die Frage ein paar Minuten später erneut gestellt wird.
Als Schlüsselfragen gelten noch:
»Gibt es in Ihnen Anteile, die von der Anwesenheit (Präsenz) »des Dings« profitieren?« (»...denen die Anwesenheit »des Dings« wohltut?«)
»Worin bestehen (welcher Art sind) die angenehmen Auswirkungen, die Sie von der Anwesenheit (Präsenz) »des Dings« beziehen?«
Die Antworten auf diese Fragen offenbaren häufig, weshalb diese spezielle Wesenheit sich an den Klienten hängte. Die Bearbeitung dieser Probleme würde nicht ausreichen, um die Wesenheit zu klären, aber sie erweist sich doch als hilfreich, um an einigen der hauptsächlichen Schwachstellen des Klienten Fortschritte zu machen.
Herauszufinden wann, wie und warum die Wesenheit den Klienten okkupierte, ist ein wichtiger Abschnitt der Erforschung, auch dann, wenn es in vielen Fällen nicht möglich ist, mehr als vage Hinweise zu bekommen. Zuerst können einige einfache Fragen wie die folgenden gestellt werden:
»Fühlt es sich so an, als ob »das Ding« schon lange bei Ihnen ist?«
»Wann kam es zu Ihnen?«
Da sich diese Frage oft als unzureichend erweist, kommen die IST-Rückführungstechniken zum Einsatz, speziell die Wirbeltechniken. Eine Möglichkeit besteht darin, den Klienten zu motivieren, in der Zeit zurückzuwirbeln und wiederzuerleben, wie sein Körper vor zehn Jahren aussah und sich anfühlte, um festzustellen, ob »das Ding« damals schon in ihm war. Wenn der Ursprung dann noch nicht gefunden wurde, bewegt man sich weiter in 5- oder 10-Jahresschritten rückwärts in der Zeit, bis der Zustand im Mutterleib erreicht ist. Da der Zustand im Mutterleib eine kritische Zeit ist, in der man sich leicht Wesenheiten einfängt, erforscht man diese Phase im Detail. Dann bewegt man sich, sofern notwendig, noch weiter in der Zeit zurück.
Ist die Zeit des Eindringens der Wesenheit einmal ergründet, erweist es sich als wertvoll, festzustellen, ob ein Teil des Klienten aktiv darum bemüht war, die Wesenheit anzuziehen und den Grund dafür herauszufinden. Auch die Erforschung aller anderen damit in Zusammenhang stehenden Umstände ist von Wert.
Auch wenn kein Ursprung ergründet werden kann, finden es Klienten häufig leicht, die folgende Frage zu beantworten:
»Wo hielt sich ›das Ding‹ auf, bevor es zu Ihnen kam?« (»...in Ihnen war?«)
Diese Frage löst häufig faszinierende Antworten aus, weil man dadurch den Klienten dazu bringt, die Erinnerungen abzuzapfen, die der Wesenheit eingeschrieben sind.
Man kann die Erforschung mit folgenden Fragen beschließen:
»Wenn Sie sterben müssten, was würde mit ›dem Ding‹ geschehen?«
»Wenn ›das Ding‹ Sie verlassen müsste, wohin würde es sich begeben?«
»Würde es sich eher in die Erde oder in das Wasser oder in den Wind oder in das Feuer oder in den Weltraum begeben?«
Der Gedankengang, der hinter der letzten Frage steht, beruht darauf, dass Wesenheiten eine Affinität zu dem Element haben, auf das sie sich am meisten beziehen: erdhafte Wesenheiten (Wesenheiten des Erdelements) streben eine Rückkehr zur Erde an, und so weiter.
Manchmal ist es auch angebracht, folgende schwierige Frage zu stellen:
»Von Ihnen mal abgesehen: Hängt ›das Ding‹ gleichzeitig auch an einer anderen Person (Lebewesen)?«
Die Reihenfolge, in der die Fragen gestellt werden, kann natürlich gemäss den individuellen Eigenschaften der jeweiligen Wesenheit und des Klienten modifiziert werden. Ein wichtiges Prinzip in IST lautet, nur solche Fragen zu stellen, die von Klienten beantwortet werden können. Geschieht das nicht, so sind die Klienten gezwungen, ihren Alltagsverstand zu benutzen, um eine Antwort zu konstruieren – und dieses Bemühen lässt sie aus ihrem Zustand der erweiterten Wahrnehmung heraustreten. Speziell zu Beginn der Sitzung sind Klienten nicht dicht genug in Berührung mit ihren Wesenheiten, um umständlich formulierte Fragen zielführend beantworten zu können. Aus diesem Grund ist es angebracht, eingangs grundlegende Fragen zu stellen wie »Wie groß fühlt es sich an?« oder »Hat es eine Form?« Diese Art des Vorgehens gestattet es dem Klienten, nach und nach mit ›dem Ding‹ enger in Kontakt zu treten. Erst wenn dies geschehen ist, macht es Sinn, die komplizierter formulierten Fragen der Liste zu stellen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass es keinen Sinn machen würde, irgendeine dieser Fragen in einer normalen Konversation oder in einem Interview zu stellen, ohne dabei bewusstseinsmäßig im inneren Raum – wie er durch die IST-Technik erlebt wird – zu sein. Nur auf der Grundlage einer erweiterten Wahrnehmung kann solch ein Ergründen zu bedeutsamen Ergebnissen führen. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, wird sich der Klient anstrengen, um die Antworten auf die Fragen zu erraten, womit die ganze Angelegenheit sich in ein Spiel des Verstandes verwandeln und somit eine nutzlose Maskerade darstellen würde.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, dass es nicht genügt, eine Wesenheit zu ergründen, um von ihr befreit zu werden. Für die Befreiung von einer Wesenheit bedarf es eines angemessenen Klärungsprozesses (Clearing). Ein Vorgang des Erforschens, der nicht durch einen regelrechten und gründlichen Klärungsprozess abgeschlossen wird, kann die Situation des Klienten sogar verschlimmern, weil eventuell die durch die Wesenheit verursachten Symptome verschärft werden. Es ist in Ordnung, zu entdecken, dass man eine astrale Spinne im Nacken sitzen hat und diese zu beobachten, solange man mit Sicherheit weiß, dass ›das Ding‹ innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen geklärt wird (wie dies der Fall ist, wenn ein erfahrener Klärer verfügbar ist). Ist dem nicht so, kann sich die Situation leicht in einen Alptraum verwandeln. Ich wiederhole noch einmal, dass nur erfahrene Klärer mit Wesenheiten umgehen sollten; andernfalls kann alles Mögliche passieren.

14.6 Abschluss der Erforschungs-Sitzung

Nach der IST-Sitzung und bevor man die Instruktionen gibt, die sich auf die Beobachtungsphase beziehen, kann es sich als hilfreich erweisen, dem Klienten einige theoretische Punkte zu erläutern. Zahlreiche Personen haben vorgefasste Vorstellungen und Meinungen über Wesenheiten und Exorzismus. Daher ist es nötig, die Situation zu entdramatisieren, indem man den Betroffenen einiges von der Information anbietet, die in diesem Buch entwickelt wird.
Insbesondere muss betont werden, dass es sich bei Wesenheiten um nichts anderes als um Parasiten handelt und dass nichts Außergewöhnliches oder Böses daran ist. Den Klienten sollte klar gemacht werden, dass sie nicht ›besessen‹ sind, und dass der Klärungsprozess einfach und schnell verlaufen wird. Für gewöhnlich verursacht das keine Probleme. In der einfachen Klarheit des IST-Zustandes sind Klienten selbst in der Lage zu sehen, was mit ›dem Ding‹ wirklich los ist. Darum ist es auch selten, dass sie die Sitzung beunruhigt verlassen. Es mag auch wohltuend wirken, wenn betont wird, dass die Entdeckung einer Wesenheit ein ziemlich gutes Zeichen ist – so widerwärtig oder unerfreulich das auch klingen mag. Die Wesenheit wird innerhalb kurzer Zeit geklärt werden, was einem erlaubt, Fortschritte zu machen und zu einer deutlichen Besserung der inneren Situation beiträgt. Man möge bedenken, dass es Jahre der (therapeutischen) Arbeit bedarf, um beispielsweise ein frühkindliches Trauma zu heilen. Hingegen ist die große Mehrzahl von Wesenheiten nach einem Maximum von drei Wochen geklärt, vorausgesetzt, man folgt dem hier beschriebenen Prozess. Und sie kommen nicht mehr zurück.
Gleichzeitig sollte man auch sorgfältig darauf achten, dass Klienten ihre Wesenheiten nicht als ›Sündenböcke‹ benützen, die an all ihren Schwierigkeiten schuld sind. Für einige Personen stellen Wesenheiten einen einfachen Weg dar, um der Verantwortung für ihre Probleme auszuweichen. Ich hatte Klienten, die immer dann, wenn sie etwas über sich selbst herausfanden, was ihnen missfiel, sich mit der Frage an mich wandten: »Sind Sie sicher, dass es sich dabei um keine Wesenheit handelt?« Oder einige Leute, die – wenn sie eine Wesenheit entdecken, die sich auf eine unerfreuliche Emotion von ihnen bezieht – sofort ausrufen: »Oh Gott! Das bin nicht ich, das ist die Wesenheit!« Solch eine Haltung vermeidet Verantwortung und ist wirklichem Fortschritt nicht zuträglich. Diese Klienten müssen zuallererst daran erinnert werden, dass ›das Ding‹ nicht durch Zufall bei ihnen eingetroffen ist. Außerdem spricht die Tatsache, dass sich die Wesenheit den Klienten ausgesucht hat, dafür, dass grundsätzlich eine Disposition vorhanden ist, die der Klient mit der Wesenheit gemeinsam hat. Zweitens wird man psychologische Probleme nicht einfach los, indem man bloß eine Wesenheit klärt. Die Klärung einer Wesenheit wird die Arbeit begünstigen, die danach zu folgen hat, aber sie kann sie auf keinen Fall ersetzen.

14.7 Die Beobachtungsphase

Nach der IST-Sitzung, in der die Wesenheit entdeckt und erforscht wurde, steht dem Klienten eine Phase der Beobachtung bevor. Folgende Anweisungen werden hierfür erteilt:
Erstens: Unternimm keinen Versuch, die Wesenheit beiseite zu schieben und bitte sie nicht, zu verschwinden. Die Wesenheit haust seit langer Zeit in dir, und wenn es genügen würde, ihr zu sagen, sie solle gehen, so wäre sie schon längst gegangen. Es ist eines der Grundmerkmale von Wesenheiten, dass sie nicht so einfach verschwinden.
Darüber hinaus würde die Bitte an die Wesenheit, zu verschwinden oder der Versuch, sie auszutreiben, sie veranlassen, sich zu verstecken, was den Prozess nur komplizieren und verlangsamen würde. Meiner Erfahrung zufolge gibt es zwei Gründe, wenn ein Klient nach ein oder zwei Wochen nach Entdeckung einer Wesenheit zurückkommt und behauptet, ›das Ding‹ sei verschwunden. Entweder war ›das Ding‹ keine Wesenheit, sondern eine geistige Illusion irgendwelcher Art, oder es handelte sich um eine richtige Wesenheit, die dann in 99% der Fälle nicht fortgegangen ist, sondern sich versteckt hat.
Die bestmögliche Haltung, die gegenüber einer Wesenheit eingenommen werden kann, ist die der Neutralität. Wenn man einer Wesenheit negative Gedanken entgegenbringt, stärkt es sie in vielen Fällen, weil sich Wesenheiten, wie wir gesehen haben, für gewöhnlich von der Negativität der Klienten ernähren. Ihr hingegen liebevolle Gedanken zu schicken, würde genauso wenig helfen, weil auch dies die Wesenheit nährt und die emotionalen Bindungen zum Klienten verstärkt. Die Anweisung, die man den Klienten geben sollte, lautet:
Sei dir der Wesenheit gewahr, beobachte sie einfach, aber beobachte sie wirklich! Sei dir ihrer Präsenz so häufig wie möglich bewusst. Verhalte dich wie ein Zoologe, der das Verhalten irgendeiner Kreatur beobachtet. Zögere nicht, dir Aufzeichnungen zu machen und deine Gefühle zu analysieren. Wenn dies sorgfältig durchgeführt wird, kann es für dich eine sehr lehrreiche Erfahrung bedeuten – nicht nur in Bezug auf ›das Ding‹, sondern auch über dich selbst. Besonders dann, wenn in dir Emotionen, Begierden oder starke Wünsche auftauchen, solltest du unmittelbar in dich gehen und herausfinden, ob sie von der Wesenheit verursacht werden oder ob sie von einem Teil deiner selbst stammen. Wenn du einmal in Kontakt mit der Wesenheit gekommen bist, fällt die Befolgung dieser Anweisungen für gewöhnlich nicht sehr schwer. Derartige Beobachtung gibt dir die Möglichkeit klar zu unterscheiden, welche Störungen durch ›das Ding‹ hervorgerufen werden.
Wenn ein starkes Begehren oder eine Emotion spürbar ist, ist der Klient aufgefordert, sie nicht zu unterdrücken, sondern nach ihrer Wurzel zu suchen. Von der Warte des Prozesses aus betrachtet, liegt das Problem nicht darin, ob die Schokolade nun verzehrt wird oder nicht, sondern es geht darum herauszufinden, ob das Verlangen danach von der Wesenheit kommt. Dasselbe Prinzip lässt sich auf Emotionen und Reaktionen aller Art anwenden.
Die Arbeit der Beobachtung sollte auf alle Daseinsaspekte der Klienten ausgedehnt werden – die Beschäftigungen, denen sie nachgehen und die Personen, mit denen sie leben und Umgang haben, wie auch ihre Freizeitaktivitäten, ihren Gesundheitszustand und ihre physischen Krankheitssymptome, ihre Essgewohnheiten usw. Die Arbeit der Beobachtung sollte dazu führen, mit Sicherheit zu wissen:

Sobald diese Arbeit abgeschlossen ist, ist der Klient für den Klärungsvorgang reif.

Kapitel 15: Wesenheiten klären

»Das große Licht, welches das Herz Gottes ist ...«
(Jacob Böhme, Aurora)

15.1 Welche Probleme können beim Klären einer Wesenheit auftreten?

Viele. Das erste Problem besteht darin, dass es sich bei Wesenheiten um hartnäckige Geschöpfe handelt. Sie lassen sich nicht klären, wenn nicht einige spezielle Prozeduren zur Anwendung kommen. Die Idee, dass sich eine Person einer Wesenheit entledigen könnte, indem sie ihr einfach befiehlt zu gehen oder indem sie sie hinwegvisualisiert, erscheint mir absolut realitätsfremd. Wenn gewisse Klärer auf diese Art vorzugehen scheinen, dann deshalb, weil sie durch eine besondere Energie im Hintergrund unterstützt werden, eine Kraft, die die Klärung vollzieht, während sie ihre Worte sprechen oder ihre Visualisation durchführen. Wenn eine Person jedoch nur versucht, einer Wesenheit zu befehlen, sie solle sich entfernen und verschwinden oder versucht, sie hinweg zu visualisieren, ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Wesenheit verschwindet. Wenn die Wesenheit nach dieser Übung nicht mehr gesehen oder gefühlt wird, dann in 99% der Fälle deshalb, weil sich ›das Ding‹ versteckt hat, und nicht, weil es geklärt wurde.
Ein Prozess, der nur auf der psychologischen Ebene arbeitet, indem versucht wird, den Klienten zu motivieren, die Wesenheit ›loszulassen‹, ist genauso unangemessen. Bevor ich wusste, wie man Wesenheiten klärt, hielt ich mit einem Klienten wegen einer speziellen Wesenheit 25 Sitzungen ab. Bei dieser Wesenheit handelte es sich nicht einmal um etwas Schwieriges, es war lediglich ein kleines Fragment. Wir erforschten wieder und immer wieder, wie und weshalb die Wesenheit in den Klienten gelangt war. Wir entdeckten und lösten verschiedene Traumata aus vergangenen Leben, welche die Schwachstelle verursacht hatten, die die Wesenheit angezogen und sie eingelassen haben könnte. Der Klient erreichte einen Zustand von Neutralität in bezug auf ›das Ding‹, der darin bestand, dass er es weder liebte noch ablehnte. Doch die Wesenheit verblieb weiterhin im Klienten, als ob es der erste Tag wäre, an dem wir sie zu Gesicht bekamen und verhielt sich unseren Anstrengungen gegenüber absolut unempfänglich und entschlossen, sich weiter an den Klienten zu klammern.
Die Gründe dafür sind offensichtlich. Zuerst einmal wird die Wesenheit den Klienten nicht loslassen, auch wenn man den Klienten dazu bringen kann, die Wesenheit loszulassen. Die Wesenheit ist für ihr Überleben auf den Klienten angewiesen. Eine Wesenheit zu bitten, den Klienten loszulassen ist, wie wenn man irgendein Tier bitten würde »Bitte stelle das Atmen ein und stirb.« Zweitens: sogar dann, wenn die Wesenheit bereit wäre, den Klienten loszulassen, ist sie doch auf komplizierte Art im ätherischen und astralen Körper der betroffenen Person verstrickt. Ja, sie wird buchstäblich in der Struktur des Klienten gefangengehalten. Eine spezielle Kraft ist vonnöten, um die Wesenheit aus der Energie des Klienten hinauszuziehen. Dies muss voll und in angemessener Art durchgeführt werden, denn eine teilweise Klärung ist schlimmer als überhaupt keine Klärung. Wesenheiten, denen es gelingt, einem Klärungsprozess (auch einem partiellen) zu widerstehen, pflegen oft noch verhärteter zu werden und sind später noch mühsamer zu klären.
Außerdem ist es nicht genug, die Wesenheit aus dem System des Klienten zu entfernen, denn wohin würde sich die Wesenheit danach begeben? Eine Wesenheit, die unter Zwang ihren Wirt verlassen musste, erweist sich als sehr ansteckend. Sie wird tun, was sie nur kann, um sich jemandem anzuheften, der sich in ihrer Nähe aufhält. Vielleicht wird sie sofort in den Klärer springen (das ist es, was sie für gewöhnlich zuerst versuchen). Oder sie wird sich vielleicht auch unter dem Sofa verstecken, wo sie auf den nächsten Klienten wartet oder auf das nächste Nickerchen des Klärers, um dann in ihn zu schlüpfen. Vielleicht hat sie auch bei den Kindern Glück, die im angrenzenden Zimmer sind oder beim Wohnungsnachbarn.
Diesen Gefahren zu begegnen impliziert, dass der Klärer – abgesehen davon, dass er über die Kraft verfügt, die Wesenheit auszutreiben – auch den Zugang zu einem (nicht-physischen) sicheren Ort hat, wo die Wesenheit entsorgt und auf eine Art behandelt werden kann, die sie unschädlich macht.
Sogar wenn die Technik des Klärers unfehlbar scheint: in dem Augenblick, in dem die Wesenheit entfernt wird, kommt es nicht selten vor, dass ätherische und astrale Teile freigesetzt werden. Die meisten dieser Teile und Teilchen gehen direkt in den Klärer. Es ist unumgänglich, dass der Klärer über genug Wahrnehmungsvermögen verfügt, um zu erkennen, wann dies stattfindet und weiß, wie er diese Teile oder Teilchen eliminieren kann. Andernfalls sammeln sich diese kleinen Fragmente an und auf lange Sicht können sie dann Ursache für Gesundheitsschädigungen und möglicherweise schwerwiegende Erkrankungen sein.
Abgesehen davon kann der Klärer durch Wesenheiten bedroht werden. Die Leser kennen vielleicht gewisse Hunde, die äußerst süß und zahm wirken und niemals irgendjemand beißen würden. Eines Tages trifft so ein Hund auf eine Person, die sich vor ihm fürchtet und plötzlich wird er wild. Er beginnt zu knurren und zeigt seine Zähne und ist bereit anzugreifen, als ob es ihm eine Menge Spaß bereiten würde, seinem Opfer Angst einzujagen. Wenn nun die betroffene Person sich ihrer Furcht sofort entledigen könnte und fähig wäre, aufzustehen und »Platz!« zu rufen, würde solch ein Hund wohl meistens ganz plötzlich seinen Tiger-Charakter verlieren und mit dummem Blick davonschleichen. Doch solange für den Hund die Angst des Menschen spürbar ist, kann sich der allerunschuldigste Pudel in ein gefährliches Biest verwandeln.
Zahlreiche Wesenheiten legen ein ähnliches Verhalten an den Tag, indem sie versuchen, den Klärer auf die eine oder andere Weise einzuschüchtern. Es geschieht, dass Klienten Aussagen wie »Die Wesenheit will Sie angreifen«, »Es sagt, dass es Ihnen Krebs schicken wird«, »Es will Ihre Kinder verletzen« oder »Wenn es mich verlässt, wird es sich geradewegs in Ihre nächste Mahlzeit begeben und dann werden Sie es bereuen« berichten. Wenn der Klärer darauf reagiert und auch nur leicht beunruhigt wird, kann die Situation ziemlich schnell seiner Kontrolle entgleiten. Und sowohl er wie auch der Klient sind dann in Gefahr. Wesenheiten sind einigermaßen medial begabt. Sie werden unmittelbar Schwachstellen im Klärer herausfinden und versuchen, von ihnen Gebrauch zu machen.

15.2 Anforderungen, die ein Klärer erfüllen muss

Aus dem bisher Gesagten folgt, dass die Rolle eines Klärers nicht nur spezielle Kenntnisse erfordert, sondern auch bestimmte Qualitäten oder Fähigkeiten voraussetzt. Eine ausreichende spirituelle Wahrnehmungsfähigkeit ist notwendig. Wenn man keine klare Vision dessen hat, was in ›dem Ding‹ geschieht, ist es unmöglich, die Erforschung von Wesenheiten und Klärungsprozesse angemessen zu überwachen. Besonders zu dem Zeitpunkt, an dem die Wesenheit aus Klienten ausgestoßen wird, ist es wesentlich zu sehen, wohin sich ›das Ding‹ begibt und ob sich astrale Teile losgelöst haben. Die Wahrnehmung allein genügt jedoch nicht. Es braucht auch eine Kraft, um die Wesenheit emporzuheben, damit sie aus dem Energiefeld des Klienten getilgt wird. Zu diesem Zweck ist Sehen und Fühlen nicht ausreichend; man muss auch wissen, wie man eine Kraft zu gebrauchen hat.
Da das Herauslösen einer Wesenheit aus dem Energiefeld des Klienten in die Atmosphäre mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bedeutet, dass ›das Ding‹ direkt in den nächsten verfügbaren Wirt hineinschlüpfen wird, muss der Klärer mit einer besonderen Frequenz spirituellen Lichts in Berührung sein, in dem die Wesenheit behandelt wird. Dies schließt die Zusammenarbeit mit bestimmten spirituellen Wesen ein. Der Klärer muss infolgedessen mit nicht-physischen Führern oder Engeln in Verbindung stehen, die beim Wesenheiten-Prozess assistieren. Diese Kooperation kann nicht improvisiert werden und erfordert, dass der Klärer von diesen Wesen ermächtigt wurde, diese Arbeit auszuführen; es handelt sich sozusagen um eine ›Lizenz zum Klären‹. Natürlich muss es sich bei diesen Wesen um echte Führer oder Engel handeln und nicht um Wesenheiten, die versuchen, Eindruck zu schinden, indem sie eine Menge Schwingungen verursachen und zweifelhaftes Licht auf Ihr Haupt regnen lassen.
Ferner muss ein Klärer einen klaren Kopf behalten können und über emotionale Stabilität verfügen, indem er ohne zu reagieren allerlei Drohungen durch die Wesenheiten auszuhalten imstande ist. Dies setzt voraus, dass man sich als Klärer einer eingehenden Arbeit der Erforschung seiner eigenen Emotionen unterzieht, wobei man systematisch unbewusste Traumata und Schwächen enthüllt. In der Sprache der Clairvision School formuliert, bedeutet das, dass ein Klärer mehr oder weniger ›ausregrediert‹ sein sollte.
Ein Klärer sollte sich außerdem guter Gesundheit erfreuen. Wenn man sich fit und energiegeladen fühlt, führt einem das Klären von Wesenheiten sogar noch mehr Energie zu. Wenn man hingegen schwach, krank, traurig und gefühlsbeladen ist oder ein Energieleck im eigenen System hat, dann wird Klären zu einer gefährlichen, belastenden Übung und man läuft Gefahr, sich feinstofflichen Abfall einzufangen.
Eine weitere Anforderung, die sich stellt, ist solide Erfahrung mit verschiedenen Situationen zu haben, die bei medialer Arbeit auftreten können. Dabei handelt es sich um den ›Nicht-von-Gestern-sein‹-Flair, der sehr hilfreich im Umgang mit jenen 99% von Wesenheiten ist, die nur scherzen, wenn sie behaupten, sie werden dich töten oder etwas anderes gegen dich unternehmen.
Wie verhält es sich nun mit dem restlichen einen Prozent der Wesenheiten, die mit ihren Drohungen nicht scherzen? Die Stärke des Klärers ist die Kraft der Energie, die hinter ihm wirksam ist. Wenn der Zweck ihres Tuns der Wahrheit dient und wenn ihre Herzen eins sind mit der spirituellen Hierarchie, die sie gelehrt hat, dann brauchen sie sich um nichts zu sorgen. Wenn dem nicht so ist, ist es vorzuziehen, dass sie eine starke physische Person haben, an die sie sich wenden können, falls sich größere Probleme ergeben.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass das Klären von Wesenheiten nicht nur eine Frage der Bewusstseinsebene darstellt. Der Klärungsprozess setzt präzise technische Kenntnisse voraus. In Indien habe ich mehr als einen berühmten Guru getroffen, der unfähig war, Wesenheiten zu klären. Die Voraussetzung, adäquat mit Wesenheiten umgehen zu können, besteht nicht darin, einen erleuchteten spirituellen Lehrer zu haben. Wenn Sie in einem Ihrer Zähne ein Loch haben, gehen Sie auch nicht zu Ihrem Guru, um es behandeln zu lassen – egal, wie hochgradig erleuchtet er auch sein mag. Sie begeben sich zu einem Zahnarzt. Gleichermaßen wirst du einen Wesenheiten-Klärer konsultieren müssen, wenn du von einer Wesenheit befreit sein willst.

15.3 Der Klärungsprozess:

Nachdem ich soviel über Klären gesprochen habe, wäre es nicht fair, wenn ich nicht Rechenschaft darüber ablegen würde, wie ich Wesenheiten zu klären pflege. Natürlich versetzen die im Folgenden gegebenen Hinweise eine Person niemals in die Lage, eine Wesenheit zu klären, und es sollte nicht nötig sein, nochmals darauf hinzuweisen, wie gefährlich es sein kann, einen Klärungsprozess nur aufgrund der Lektüre eines Buches zu improvisieren. Die folgenden Punkte werden lediglich deshalb erwähnt, damit sich der Leser ein besseres Verständnis der Mechanismen, die sich auf unser Thema beziehen, erwerben kann.
Um den ›Fallout‹ unter Kontrolle zu halten, der von ätherischen und astralen Teilchen und Stücken verursacht wird, ist das Klären als streng individuelle Praxis zu handhaben: ein Klient, ein Klärer und niemand sonst im Zimmer. Keine Tiere dürfen sich hier aufhalten und möglichst auch keine Topfpflanzen. [Anm. 41: Weil Pflanzen einen Ätherkörper haben, könnten Wesenheiten sich ihnen anheften.]
Der Klärungsprozess sollte innerhalb eines Gebäudes durchgeführt werden, und zwar in einem sorgfältig ausgewählten Raum mit angenehmer Atmosphäre (und nicht auf einer schädlichen Erdlinie). Es ist immer zu empfehlen, eine Kerze brennen zu haben, wenn man Wesenheiten erforscht oder klärt.
Der Klient legt sich auf eine Matratze und hält seine Augen geschlossen. Er oder sie befindet sich weder in einem Hypnosezustand, noch wird der Klient gebeten, irgendeine Technik oder eine spezielle Form der Atmung anzuwenden; er soll einfach entspannt bleiben und hat nichts anderes zu tun, als sein Gewahrsein auf die Wesenheit zu richten. Der Klärer sitzt nahe beim Klienten.
Die Wesenheit sollte inzwischen voll erforscht worden sein, so dass der Klient leicht in Kontakt mit ihr treten kann. Wenn der Klient nur eine unklare und entfernte Wahrnehmung der Wesenheit hat, wenn er nicht genau spüren kann, wo sie sich aufhält, wenn er sie nicht auf die Art beobachtet hat, wie im letzten Kapitel erläutert wurde, dann ist es besser, die Klärung zu verschieben. Denn eine unvollendete Klärung kann starken Widerstand hervorrufen und ist letztendlich schlechter als gar kein Klärungsprozess.
Der Klärer intoniert bestimmte Töne, um das Schwingungsniveau der Aura des Klienten zu erhöhen. Die dabei produzierten Worte oder Töne an sich sind nicht wesentlich; was zählt ist eine spezielle Energie in der Stimme des Klärers. Der Klient fungiert dabei als Vermittler zwischen den Tönen und der Wesenheit. Mit anderen Worten: der Klient lässt die Töne durch sich hindurch die Wesenheit erreichen.
Der Klärer stellt Verbindung zu seinen nicht-physischen Helfern, den Führern oder Engeln, her, die die Wesenheit behandeln werden.
Der Klärer öffnet ›das Grosse Licht‹, eine außerordentlich kraftvolle Qualität (nicht-physischen) Lichts über seinem Kopf. In dieser Phase des Prozesses registrieren Klienten häufig, dass sich die Energie rund um sie verändert. Einige Klienten nehmen sogar so viel Licht wahr, dass sie nachher die Frage stellen: »Haben Sie ein Licht vor mein Gesicht gehalten?«
Der Klärer entfernt die Wesenheit aus dem Klienten und befördert sie in das ›Grosse Licht‹. Dieser Vorgang kann nicht erklärt werden – nicht aus Gründen der Geheimhaltung, sondern weil es hier nichts zu erklären gibt. Entweder man kann es oder man kann es nicht: Es ist eine Kraft und sie hat nichts mit dem analytischen Verstand zu tun. An diesem Punkt des Prozesses sehen oder fühlen die Klienten häufig, wie sich die Wesenheit nach oben und aus ihnen hinaus bewegt, während tiefgreifende Veränderungen in ihren Energiekörpern stattfinden.
Die Führer oder Engel ›heilen‹ die Wesenheit, indem sie sie auf eine Art behandeln, die ihre potentielle Schädlichkeit außerordentlich verringert. Dies dauert kaum einen Sekundenbruchteil. Sobald die Wesenheit das Licht erreicht, scheint sie ihre Form zu ändern. Sie wird zum Beispiel häufig klarer und leichter, sie verliert ihren düsteren oder unheimlichen Aspekt oder beginnt zu lächeln.
Die Führer geleiten die Wesenheit zu ihrem neuen Wohnsitz. Sie dirigieren ›das Ding‹ in einen Raum, wo es eine angemessene Existenz führen kann und nicht länger als Parasit tätig ist. Wenn es sich um ein Fragment handelt, bringen sie es an einen Ort, wo es aufgelöst wird. Oder der Klärer kann das Fragment auch im Grossen Licht explodieren lassen, wo es sich in Staub verwandelt oder in undifferenziertes astrales Licht.
Klient und Klärer verweilen ein paar Minuten lang bewegungslos im Glanz des wundervollen Grossen Lichts.
Der Klient wird sanft in die Gegenwart zurückgerufen, öffnet die Augen, und das war es. Der ganze Prozess nimmt weniger als 20 Minuten Zeit in Anspruch. In keiner Phase des Vorgangs findet physischer Kontakt zwischen Klient und Klärer statt.
Es gibt noch verschiedene andere Wege, Wesenheiten zu klären, manche davon gefährlicher als andere. Welche Methode auch immer Verwendung findet: Die Vorschriften, die die Person des Klärers betreffen, bleiben aufrecht.
Die Kraft, Wesenheiten zu klären, ist keine Begabung, die nur einige Menschen von Geburt an haben. Alle erforderlichen Fähigkeiten und Eigenschaften können erworben werden. Die Clairvision School bietet ausgedehnte erfahrungsorientierte Ausbildungen in der IST-Technik und in anderen Methoden, Zugang zu höheren Bewusstseinszuständen zu erlangen.

15.4 Gefährdung durch Abfall

Sogar dann, wenn man alles richtig gemacht hat, ist es nicht ungewöhnlich, dass im Augenblick der Ausstoßung der Wesenheit ätherischer Abfall freigesetzt wird, während die Wesenheit vom Klienten weg ins Grosse Licht geschickt wird. Diese Freisetzung ätherischen Mülls ist nichts Ungewöhnliches. Es ist so, wie wenn es Spritzer beim Händewaschen gibt. Doch es bedeutet auch, dass ätherische (und manchmal auch astrale) Stücke und Teilchen in den Ätherkörper des Klärers gelangen. Diese Freisetzung ätherischen Fallouts findet auch beim Klären von Schnüren statt – was ein weiterer Grund ist, weshalb Schnüre auf dieselbe Art wie Wesenheiten behandelt werden sollten.
Ich kannte ein paar Wesenheiten-Klärer, die sich dieses Mechanismus absolut nicht bewusst waren und die schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden, ja sogar erkrankten, weil diese Klumpen feinstofflicher Art sich in ihrem eigenen System ansammelten. Dieser Fallout ist ein feinstoffliches Phänomen. Wenn eine Person nicht außerordentlich achtsam oder sich dieser möglichen Gefährdung bewusst ist, kann sie leicht übersehen, was vor sich geht.
Ein einfacher Tipp kann gegeben werden, um die mit Fallout verbundene Gefährdung zu minimieren: Man lenkt den freigesetzten Müll in etwas anderes um. Was mögen Wesenheiten gerne? Die Mehrzahl der darüber befragten Klienten antwortete sofort: »Zucker!« Der Trick ist einfach: Man legt einen Klumpen weißen Zuckers auf ein Tuch in der Nähe des Klienten, bevor man den Klärungsprozess beginnt. Kurz vor der Ausstoßung der Wesenheit stimmt sich der Klärer auf sie ein und bietet ihr den Zucker an, indem er ein paar Worte der Darreichung spricht. Dieses Vorgehen wirkt bemerkenswert gut. Eine ansehnliche Anzahl der kleinen Teile, die das Grosse Licht nicht erreichen, landen im Zucker. Der Zuckerklumpen darf nur einmal benutzt werden und muss dann entsorgt werden; idealerweise begräbt man ihn, aber nicht im eigenen Gemüsebeet! Man kann auch andere süße Sachen offerieren, doch vorzugsweise nicht solche, wie sie der Klärer kürzlich zu sich genommen hat, um eine Verwirrung der Wesenheit zu vermeiden. Diese Praxis ist nicht neu. Man findet sie als Teil von Ritualen in allen Traditionen auf unserem Planeten wieder.
Einmal führte ich in einem französischen Haus ein Ritual durch, das auf Sanskrit yajna heißt. Es wird angewendet, um die Energie eines Ortes zu aktivieren und beinhaltet eine lange Rezitation von Mantras. In einer Phase des yajna wird eine Operation praktiziert, die bhuta-shuddhi heißt. Bhuta bedeutet sowohl Element wie auch Wesenheit und shuddhi heißt Reinigung. Bhuta-shuddhi ist eine Reinigung der elementalen Schicht, und hat manchmal eine Auswirkung, die der des Wesenheiten-Klärens ähnlich ist. In der bhutha-shuddhi-Praxis findet irgendeine Art von Konfekt oder süßer Sachen Verwendung, die den bhutas vor der Klärung offeriert wird. Am Ende des Rituals wird die Süßigkeit in ein Blatt eingewickelt und begraben. An diesem besagten Tag verwendete ich ein Stück Schokolade.
In diesem Haus lebte auch ein 18 Jahre alter Hund, der eine Verfassung erreicht hatte, in der er mehr oder weniger dahinvegetierte. Morgens bis abends schlief er in seinem Korb, bellte niemals und wurde durch die Vitaminpräparate künstlich am Leben erhalten, die sein Frauchen an ihn verfütterte. Sobald ich die bhuta-shuddhi beendet hatte und die Schokolade auf das Blatt legte, geschah etwas zutiefst Unglaubliches. Der Hund sprang plötzlich aus seinem Korb und raste auf die Schokolade zu. Zu meinem großen Erstaunen, und bevor ich mich bewegen konnte, verschlang der Hund die Gabe an die bhutas. Niemand konnte verstehen, was geschehen war, da dieser Hund niemals um Futter gebettelt hatte. Für gewöhnlich musste man ihn aufwecken, damit er gefüttert werden konnte.
Plötzlich verhielt sich der Hund wieder springlebendig! Er rannte durch das Haus und bellte sogar, als ob er zehn Jahre jünger wäre. Dieser euphorische Zustand dauerte drei Tage lang, nach deren Ablauf der Hund wieder langsam in sein Dahinvegetieren zurückfiel. Und er starb, aber erst sechs Monate später, und wahrscheinlich nicht aufgrund meiner yajna. Dieser Hund hatte mir eine Lektion erteilt, indem er mir die Bedeutung und Macht, die im Anbieten von Zucker liegen, vor Augen führte. Ich hatte diesen Teil bis anhin als einen unbedeutenden und nicht wirklich nützlichen Teil dieser Praxis unterschätzt.
In bestimmten Klärungs-Ritualen der Indianer findet Fleisch anstatt von Zucker Verwendung. Nach dem Ritual wird das Fleischstück verbrannt, nicht begraben. Wenn man mit Wesenheiten zu tun hat, die nach Fleisch Verlangen zeigen, macht dieses Vorgehen Sinn. Die Tatsache, dass das Stück Fleisch danach verbrannt wird, stimmt mit der feurigen Natur nach Fleisch verlangender Wesenheiten überein, die üblicherweise auch scharfe Gewürze und Alkohol mögen und die mit zornigen und aggressiven Neigungen zu tun haben.
Wenn wir Rituale erwähnen, ist es von Interesse, eine Anmerkung über Tieropfer zu machen. In Indien traf ich verschiedene Ritual-Experten, die überzeugt davon waren, dass die Tieropfer, die in alten Sanskrittexten Erwähnung finden, sich ursprünglich nicht auf das Töten physischer Tiere bezogen, sondern auf das Klären von Elementargeistern und Wesenheiten. Diese ›Tiere‹ in vedischen Texten waren nichts anderes als die Fragmente und Wesenheiten, die in diesem Buch beschrieben wurden. Das ›Feuer‹ bezieht sich auf das Grosse Licht. Dieser Ansicht zufolge war es erst, als das ursprüngliche Wissen sich zu verlieren begann, dass diese Texte buchstäblich interpretiert wurden und das Schlachten von Tieren zum Bestandteil von Ritualen wurde.
Kehren wir nun zum wichtigen Thema des Fallouts, der bei der Entfernung einer Wesenheit freigesetzt wird, zurück. Die Verwendung von Zucker ist hilfreich, aber nicht ausreichend, um sich des Fallouts anzunehmen. Einiges von dem ätherischen Müll wird sich wahrscheinlich dennoch an den Klärer anheften. Es ist daher wichtig zu erkennen, wenn dies passiert. Noch einmal gesagt: der Fallout ist feinstofflicher Natur. Wenn man sich im Umgang damit nicht äußerst wachsam und vorsichtig verhält, kann dieses Problem leicht unbemerkt bleiben.
Es gibt ein interessantes kleines Anzeichen, das Klärer an sich selbst erkennen lernen müssen, und zwar handelt es sich um ein schwaches Muskelzucken, das in jedem Körperteil stattfinden kann. Es geht hier um die leichte Kontraktion eines Muskels, die nur einen Sekundenbruchteil dauert und welche sich scheinbar ohne jeden Anlass ereignet. Manchmal ist es nicht einmal ein physisches Zucken, sondern ein leichtes Zucken des Ätherkörpers.
Wenn dieses Zucken in den Minuten nach der Ausstoßung einer Wesenheit auftritt, muss der Klärer seine Aufmerksamkeit unverzüglich auf den betreffenden Bereich des Körpers richten. Denn nun könnte es gut sein, dass ein gewisses Ausmaß ätherischen Fallouts gewissermaßen auf ihn ›herabgetropft‹ und in eine seiner Energieleitbahnen eingedrungen ist. Dies wird durch die Wahrnehmung bestätigt, dass sich die Energie im befallenen Bereich gewissermaßen dicht anfühlt. Zur normalen örtlichen Schwingung, die in diesem Bereich herrscht, ist nun noch eine zusätzliche ätherische Schwingung hinzugekommen.
Wenn dies unmittelbar erkannt wird, kann man mit solch einem ›ätherischen Tropfen‹ leicht umgehen. Der Klärer wird dann die fremde ätherische Energie durch den Kanal, in dem sie sich befindet, nach oben führen. Sobald die fremde Energie den höchsten Punkt des Kopfes erreicht hat, wird sie einfach ausgestoßen und dabei vorzugsweise in das Grosse Licht geschickt. Dieses Vorgehen erfordert keinerlei physische Bewegung und nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Es kann durch die Kanalöffnungstechniken bewerkstelligt werden, wie sie in Tor zu inneren Welten beschrieben sind.42
Wenn solch eine Kanalöffnung direkt und vollständig angewendet werden kann, wird dies sofort einen starken Reinigungseffekt auf den Klärer haben. Es wird dabei nicht nur die fremde Energie entfernt; durch den ›Flaschenbürsten-Effekt‹ der energetischen Aufwärtsbewegung wird die jeweilige Energieleitbahn in einen sauberen und glänzenden Zustand versetzt, und der Meridian wirkt dann viel strahlender erscheinen als sein Gegenstück in der anderen Körperhälfte.
Wenn derartige fremde Energien unentdeckt und im System der betroffenen Person bleiben, werden sie zu ›perversen Energien‹. Sie können kurzfristig zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und verschiedenen anderen gesundheitlichen Problemen führen, sie können aber auch in einem latenten Zustand verharren und unerkannt bleiben. Auf längere Sicht, besonders wenn sich mehr und mehr derartiger Energien ansammeln, können sie sowohl die körperliche wie auch die seelische Gesundheit des Klärers in starkem Masse beeinträchtigen.

42 Dabei findet die Technik der ›kleinen Hände‹ Verwendung, durch die die betroffene Person die Bewegung innerhalb der Meridiane aktiviert. Das Ganze gleicht in etwa der peristaltischen Bewegung der Eingeweide. Das Geheimnis dabei ist: Stoße die Energie nicht, sondern ziehe sie. Es sollte kein Reiben und keine Art körperlicher Bewegung dabei stattfinden.

15.5 Wickel und Packungen nach dem Klärungsprozess

Unmittelbar nach einer Klärung ist es vorzuziehen, mit dem Ergründen für kürzere Zeit zu pausieren. Es macht keinen Sinn, herausfinden zu wollen, ob die Wesenheit noch da ist oder nicht, weil das Klären starke Umstellungen innerhalb des Energiesystems des Klienten hervorruft, und man infolgedessen ein bis zwei Tage lang nichts Eindeutiges wahrnehmen kann. Der Klient wird daher angehalten, die Beobachtungsarbeit zu beenden, die bis dahin betrieben worden ist. Es ist am besten, sich einige Tage lang um überhaupt nichts zu kümmern.
Um den Klärungsprozess abzuschließen, verwendet der Klient in den folgenden Tagen eine Packung oder eine Art von Wickel. Die Klärung entfernt den astralen Teil (indem er ins Grosse Licht geschickt wird) und auch einen großen Teil des ätherischen Anteils der Wesenheit. Es kann jedoch passieren, dass einige Reste ätherischer Energie, die Teil der Wesenheit waren, im System des Klienten verbleiben. Dies stellt nicht notwendigerweise ein Problem dar, da es dieser fremden ätherischen Energie ohne den astralen Kern der Wesenheit viel schwerer fällt, im System des Klienten zu überdauern. Sie wird wahrscheinlich auf natürlichem Wege ausgeschieden werden. Die Klärung erzeugt auch eine starke Aktivierung der klienteneigenen Energien – eine Dynamik, die diese ätherischen Überreste auszuscheiden hilft. Dennoch ist es empfehlenswert, dem System des Klienten dabei behilflich zu sein, die Ausschaffung der Fremdenergie mittels einer einfachen jedoch wirkungsvollen Maßnahme abzuschließen: mit Packungen, Umschlägen oder Wickeln.
Nachdem ich mit den verschiedenartigsten Substanzen – unter ihnen einige seltene und kostspielige Materialien – herumprobiert habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass nichts deutlich besser wirkt als die Verwendung billiger herkömmlicher Kartoffeln, um Energien nach einer Klärung aus dem System des Klienten herauszuziehen.
Die Technik ist einfach und elementar. Nehmen Sie drei bis vier rohe Kartoffeln. Sie können sie schälen, was die Technik ein weniger sauberer macht, da die Kartoffelschale häufig mit Erdresten behaftet ist. Das Entfernen der Kartoffelschale hat jedoch keinen Einfluss auf die ›Ziehkraft‹ der Erdäpfel. Die Kartoffeln werden nicht gekocht. Zerreiben Sie sie und pressen Sie den Saft aus. Dann tragen Sie die geriebenen rohen Kartoffeln in einer einen Zentimeter dicken Schicht auf der Haut auf und zwar in dem Bereich, in dem die Wesenheit vor dem Klären wahrgenommen wurde. Belassen Sie den Kartoffelumschlag drei Stunden auf dieser Stelle; die letzte Stunde ist die wichtigste.
Es ist fast unmöglich, die Kartoffelpackung auf der Stelle der Haut zu behalten, für die sie vorgesehen war, wenn man nicht einigermaßen bewegungslos liegen bleibt, für gewöhnlich auf einem Bett oder einer Couch. Sogar wenn Sie eine clevere Methode fänden, den Wickel oder Umschlag zu befestigen, wäre das nicht günstig, weil Bewegung den Ausleitungsprozess beeinträchtigen würde. Es ist besser, drei Stunden ruhig liegen zu bleiben. In dieser Zeit können Sie lesen oder ein Fernsehprogramm ansehen; doch es ist vorzuziehen, hierbei nicht einzuschlafen. Stimmen Sie sich von Zeit zu Zeit auf die Packung ein, um selbst festzustellen, ob Sie wahrnehmen können, dass irgendetwas aus Ihrem Körper herausgezogen wurde. Häufig passiert es innerhalb der dritten Stunde, dass der Zieheffekt seine maximale Wirksamkeit erreicht.
Nicht empfehlenswert ist es, die Packung länger als 3 Stunden auf dem Körper zu lassen, weil sie sonst eine zehrende Wirkung auf die essentiellen Energien des Klienten haben könnte. Aus genau diesem Grund sollte ein Wickel oder Umschlag im Bereich des Herzens, der Stirn oder auf der Schädeldecke nicht länger als 90-120 Minuten angewendet werden.
Drei Kartoffelpackungen oder -umschläge sollten nach einer Wesenheiten-Klärung zur Anwendung kommen. Die eine wird noch am Tag der Klärung aufgelegt, die zweite zwei bis drei Tage später, und die letzte folgt ein paar Tage nach dem zweiten Umschlag (die Zeitabstände kann man in diesem großen Rahmen ein wenig flexibel handhaben). Hat sich die Wesenheit im Bereich des Herzens, der Stirne oder auf der Schädeldecke aufgehalten, sollte nur eine Wickelbehandlung durchgeführt werden.
Umschläge, Wickel oder Packungen dieser Art erweisen sich als bemerkenswert wirksam beim Entfernen ätherischer Überreste aus dem System des Klienten nach einer Wesenheiten-Klärung. Wie erklärt sich ihre Wirkung?

Wenn sie es mit einer Pflanze zu tun haben, unterscheiden Alchemisten drei Prozesse, die sie Schwefel, Salz und Quecksilber nennen.
Vergleichen wir hier einmal die Funktionen der Blume und der Wurzeln. Die Blume strahlt Farben und Duft aus. Es ist auch die Blume, die Pollenkörner freisetzt. Die Wurzeln wiederum erblicken niemals das Licht und ziehen Mineralstoffe und Wasser in die Pflanze hinein. Die Alchemisten erkannten daher zwei entgegengesetzte Gruppen von Funktionen in der Pflanze:

Als Vermittler zwischen Schwefel und Salz fungiert der Quecksilber-Prozess, der durch den Stängel und durch die Blätter der Pflanze repräsentiert wird.
Diese drei Prinzipien – Schwefel, Salz und Quecksilber – werden von Alchemisten nicht nur an Pflanzen unterschieden, sondern an allen Erscheinungsformen der Natur. Da es sich bei Alchemie um eine facettenreiche Wissenschaft handelt, werden diese drei Funktionen manchmal auf verschiedene Weise verstanden. Nichtsdestoweniger ist es ein wesentlicher Punkt, dass Schwefel, Salz und Quecksilber Prozesse sind und keine chemischen Elemente. Im Besonderen haben sie nichts mit den Substanzen zu tun, die Schwefel, Salz oder Quecksilber genannt werden.
Wenn wir nun wieder unsere Kartoffeln näher betrachten, sehen wir, dass sie – obgleich es sich bei ihnen nicht eindeutig um Wurzeln handelt – dennoch zum Salz-Prozess gehören, der aus alchemistischer Sicht in der Fähigkeit besteht, ätherische Energien zu ziehen. Entsprechend dieses Gedankenganges experimentierten wir in der Clairvision School mit Umschlägen und Wickeln verschiedener Wurzel- und Pflanzenarten, darunter auch aufwändigen exotischen. Wir haben auch auf alchemistischem Weg gewonnene Aschen verwendet, ein hochkonzentriertes Salz-Prinzip, indem wir Kräuter in einem Schmelztiegel bis zu 60 Stunden lang einem Kalzinationsprozess aussetzten. Offen gestanden haben wir – von einigen Ausnahmen abgesehen – dabei nichts gefunden, das für das Herausziehen von Energien deutlich effektiver gewesen wäre als der gute alte Kartoffelwickel aus den billigsten nicht-biologisch gezogenen Erdäpfeln vom Markt.
Es gibt eine wesentliche Einschränkung, die die Anwendung von Wickeln betrifft: Sie sollten erst nach dem Klären der Wesenheit angewendet werden. Nach all dem, was hier über Wesenheiten erzählt wurde, ist es leicht einzusehen, dass sie sich nicht durch eine simple Wickelanwendung entfernen lassen. Sogar wenn es möglich wäre, Wesenheiten durch Wickel auszutreiben: wohin würden sie sich danach begeben? Daher ist eine gründliche Klärung angesagt.
Wenn jemand versuchen sollte, eine Wesenheit durch Wickel zu vertreiben, geht er außerdem das Risiko ein, die Wesenheit zu destabilisieren. Ich konnte ein paar Mal beobachten, dass die Anwendung von Wickeln eine Wesenheit eines Teils ihrer ätherischen Hüllen beraubte und somit ihrer Verankerung. Die Wesenheit begab sich daraufhin an eine andere Stelle im Klienten, was das Klären um Einiges problematischer machte.
Ich erinnere mich an eine Klientin, die eine undeutliche Wesenheit in ihrer Brust hatte, und die Mühe hatte, in Kontakt mit ihr zu treten. Alles war verschwommen und schwierig zu interpretieren. Da es sich bei der Klientin um eine einigermaßen medial begabte Person handelte, entschied ich, dass wir die Situation vielleicht meistern könnten, wenn wir an Stelle einer Klärung geradewegs mit Wickeln intervenierten. Das stellte sich als großer Fehler heraus. Denn 24 Stunden nach der Wickelbehandlung verschwand die Wesenheit aus der Brust der Frau, jedoch begann einer ihrer Zähne höllisch zu schmerzen. Die darauf folgende Entzündung machte eine komplizierte zahnärztliche Behandlung erforderlich. Weitere IST-Sitzungen ergaben, dass die Wesenheit sich direkt in den Zahn-Bereich begeben hatte. Dieses Erlebnis führte mich zu der Schlussfolgerung, dass der Klient unnötigen Gefahren ausgesetzt wird, wenn man in Bezug auf Wesenheiten mit anderen Methoden interveniert als mit einer ordnungsmäßigen Klärung. Im Anschluss an den Klärungsprozess sind Kartoffelwickel ein unerwartet wirkungsvolles und einfaches Heilmittel um sich perverser Energien zu entledigen. Man kann Wickel auch in verschiedenen anderen Situationen verwenden (nicht nur nach einem Klärungsprozess), um fehlgeleitete Energien aus dem Körper zu ziehen.
Die einzigen Einschränkungen bestehen darin, dass es aus den oben erörterten Gründen gefährlich sein kann, einen Wickel anzuwenden, wenn das Problem durch eine Wesenheit verursacht wurde und es sich nicht einfach um eine fehlgeleitete Energie handelt. (Der Unterschied zwischen einer Wesenheit und einer perversen Energie besteht darin, dass fehlgeleitete Energie nicht mehr als ein Stück ätherischer Substanz darstellt, während eine Wesenheit außerdem einen astralen Teil hat und daher über etwas Bewusstsein mit Emotionen und Begierden verfügt.) Zweitens sollte man sorgfältig darauf achten, nicht zuviel Wickel zur Anwendung kommen zu lassen, weil man sonst dem Körper wesentliche Energien entziehen kann. Insbesondere sollte man bei der Anwendung von Wickeln im Bereich des Herzens, der Stirn und der Schädeldecke vorsichtig sein.

15.6 Vaginal-Zäpfchen

Das Vaginal-Zäpfchen ist ein bemerkenswertes Heilmittel, das mit den Packungen und Wickeln vergleichbar ist. So weit mir bekannt ist, stammt er von einem Naturheilarzt namens Dr. Christopher. Es handelt sich um eine Art inneren Wickel, der aus Kräutern und Kokosnussbutter angefertigt und in die Vagina eingeführt wird. In der Art, in der ich ihn beschreibe, besteht das Zäpfchen zu gleichen Teilen aus folgenden Heilkräutern: Rebhuhnbeere (Mitchella repens), Krauser Ampfer (Rumex crispus, Wurzel), Beinwell (Symphytum officinalis, Wurzel), Eibisch (Althaea officinalis, Wurzel), Vogelmiere (Stellaria media), Kanadische Gelbwurz (Hydrastis canadensis, Wurzel), Königskerze (Verbascum thapsus, Blätter). Zu diesem Sieben-Kräuter-Rezept fügt man im gleichen Verhältnis Slippery Elm (Ulmus rubra, Amerikanische Ulme, Rinde) hinzu. Alle Kräuter müssen fein pulverisiert und gut miteinander vermischt sein.
Dann schmilzt man feste Kokosnussölbutter und vermischt sie mit dem Kräuterpulver, bis die Zutaten zu einer teigigen Paste werden. Forme die Paste zu fingerdicken Rollen, die ungefähr zwei Zentimeter lang sind. Bewahre diese Rollen im Kühlschrank auf, wo sie fester werden.
An einem Montagmorgen führe drei Rollen in die Vagina ein. Die Rollen oder Zäpfchen werden bis Dienstag Nacht in der Vagina belassen. In der Dienstagnacht entferne die Zäpfchen, und spüle die Scheide sorgfältig mit einer Tasse Krauser Ampfer- oder Kletten-Tee. Dann führe unmittelbar danach drei neue Zäpfchen für zwei Tage, das heißt bis Donnerstag Nacht, ein.
In der Nacht am Donnerstag wiederhole sorgfältig dieselbe Spülung wie Dienstag Nacht und führe wiederum drei neue Zäpfchen für zwei Tage (das heißt bis Samstag Nacht) ein.
In der Nacht am Samstag entferne die Zäpfchen und wende wieder die Scheidenspülung an; führe diesmal jedoch bis zum Montag keine Zäpfchen ein. Für Sonntag ist nichts geplant, es sollte ein Tag Pause sein.
Am Montag beginne wieder von vorne auf genau dieselbe Art. Führe diesen Prozess – je nach deinem Durchhaltevermögen – drei bis sechs Wochen durch.
Um die Zäpfchen in der Scheide zu halten, fertige eine Art von Tampon aus einem Stück natürlichen Meeresschwammes an. Befestige daran einen Faden, damit man den Tampon leicht entfernen kann. Richtige Tampons sind für die Zäpfchen nicht notwendig, da es sich nicht um eine Flüssigkeit, sondern um eine Paste handelt. Das Stück Meeresschwamm ist hinreichend, um die Scheidenöffnung zu verschließen.
Wenn immer möglich, setzt man die Zäpfchen-Prozedur während der Menstruation fort. Wenn nicht, beginnt man wieder, sobald der Fluss hinreichend nachgelassen hat.
Es besteht keine Kontraindikation gegen Geschlechtsverkehr, während man die Vaginalzäpfchen-Technik durchführt. Entferne einfach die Rollen vor dem Sexualakt und führe frische Rollen nach dem Geschlechtsverkehr ein; setze ansonsten die Prozedur im Montag-, Dienstag- und Donnerstag-Rhythmus fort, als ob nichts geschehen wäre.
Das Zäpfchen ist eine wirkungsvolles Mittel, das benutzt werden kann, nachdem eine Wesenheit innerhalb oder im Bereich der Vagina, der Gebärmutter oder der Eierstöcke geklärt worden ist. Abgesehen davon ist er ein interessantes Heilmittel für zahlreiche gynäkologische Störungen, ob sie nun durch eine Wesenheit hervorgerufen wurden oder nicht. Es ist nicht selten, dass sich zu irgendeinem Zeitpunkt während der empfohlenen drei bis sechs Wochen starke Absonderungen oder faule Gerüche entwickeln. Nach dieser Phase pflegen gewisse Probleme einfach zu verschwinden, ohne dass die Schulmedizin irgendeine Erklärung dafür liefern könnte.

15.7 Wesenheiten kehren nicht mehr zurück

Wenn sie einmal angemessen geklärt wurden, kehren Wesenheiten nicht mehr zurück. Wenn die Wesenheit nach dem Klärungsvorgang noch immer beim Klienten auftaucht, so hat dies meiner Erfahrung zufolge damit zu tun, dass die Wesenheit nicht verschwunden ist und nicht, weil sie verschwand und wieder zurückkehrte. Beim Klären von Wesenheiten gibt es eine hohe Erfolgsrate, denn wenn man die Technik einmal beherrscht, ist es ein ganz mechanischer Vorgang; ähnlich, wie wenn man Kieselsteine aus einem Eimer entfernen würde.
Was können – dieser Analogie entsprechend – die Hauptgründe für Fehler sein? Zuerst – und das ist bei weitem der häufigste Fehler – handelt es sich beim Kieselstein um keinen Kieselstein. Die Wesenheit war keine Wesenheit, sondern irgendeine Art geistiger Einbildung oder Illusion. Wenn eine Klärung durchgeführt wurde und sich danach nichts geändert hat, dann einfach deshalb, weil es nichts zu klären gab. Die Probleme des Klienten wurden nicht durch eine Wesenheit hervorgerufen.
Zweite Möglichkeit: Im Eimer befanden sich zwei oder mehrere Kieselsteine. Wenn man nach einem Klärungsprozess feststellt, dass der Klient noch immer eine Wesenheit hat, dann waren von Anfang an zwei Wesenheiten im Spiel. Dies kann Verwirrung stiften, besonders dann, wenn man es mit einem Klienten zu tun hat, der von ein- und derselben verstorbenen Person, zum Beispiel von einem nahen Verwandten, verschiedene Fragmente eingefangen hat. Ein Fragment wird geklärt und dann findet man ein neues. Die Situation ist verwirrend, weil die verschiedenen Fragmente alle von derselben Person stammen und sie sich deshalb in ihren Äußerungen und Umtrieben ähnlich sind. Man wird ein Fragment los und entdeckst ein weiteres, das dem ersten derart gleicht, dass man zögert und denkt: »Vielleicht ist das eine Fragment, das ich geklärt habe, wieder zurück gekommen.« In einigen außerordentlichen Fällen kann es sein, dass man mehr als ein halbes Dutzend Fragmente nacheinander klären muss, bis sich nichts mehr bemerkbar macht.
Dritte Möglichkeit: Ein neuer Kieselstein taucht im Eimer auf. Obwohl solch ein Fall eher unüblich ist, passiert es manchmal, dass ein Klient in den Wochen, die auf den Klärungsprozess folgen, sich eine neue Wesenheit einfängt. Besonders dann, wenn ein naher Angehöriger vor kurzem verstorben ist, kann es sein, dass ein Klient ein Fragment einfängt, dieses geklärt wird und dann ein weiteres in den folgenden Tagen oder Wochen auftaucht. Wie wir jedoch gesehen haben, fängt man sich – außer in zeitweiligen Hochrisikosituationen – nicht so leicht Wesenheiten ein. Klienten, die sich wiederholt Wesenheiten zuziehen, machen für gewöhnlich auf ihrer Energieebene etwas falsch, wie zum Beispiel:

All diese Möglichkeiten sind eher selten und in der großen Mehrheit der Fälle ist nach einem zwanzigminütigen Klärungsprozess keine fremde Präsenz mehr vorhanden. Natürlich bedeutet das nicht, dass alle Probleme des Klienten nun gelöst sind. Doch das Entfernen eines Kieselsteines reicht manchmal aus, um ein Schicksal zu ändern.

Schlussbemerkung

Die hauptsächlichen Botschaften dieses Buches sind einfach.
Wesenheiten existieren! In einem erweiterten Bewusstseinszustand werden sich Hunderte von Personen, die noch niemals von der Möglichkeit gehört haben, einer fremden Präsenz bewusst, die ihnen parasitenhaft anhängt. Außerdem beschreiben sie die Aktionen dieser Parasiten in bemerkenswert übereinstimmender und gleichbleibender Art und Weise. Wenn man die Aussagen, die von Klienten gemacht werden, analysiert, erscheint klar und deutlich ein ›Wesenheiten-Syndrom‹.
In der Mehrheit aller Fälle erweisen sich die üblichen Klischees über Besessenheit und Exorzismus als vollkommen irrelevant. Wesenheiten sind beinahe immer Parasiten und mehr nicht. An ihnen ist nichts Schlechtes oder furchtbar Schreckliches; besonders dann, wenn man weiß, dass sie mit Leichtigkeit innerhalb weniger Wochen geklärt werden können.
Es gibt sehr strikte Regeln, die sich auf Personen beziehen, die Wesenheiten sicher klären können. Wenn nicht eine Reihe von Anforderungen erfüllt werden, kann der Klärer mit seinen Aktionen Unheil anrichten. Man sollte stets im Bewusstsein behalten, dass für verschiedene andere Formen technischer Kenntnisse das Gleiche gilt, wie zum Beispiel vom Steuern von Flugzeugen oder von der zahnärztlichen Kunst.
Es existieren einige wenige Situationen mit einem hohen Risiko, sich Wesenheiten einzufangen: nach dem Tod eines nahen Angehörigen oder für Frauen nach Fehlgeburten, Abtreibungen oder Entbindungen. Viele Probleme können vermieden werden, wenn man sich einem systematischen ›Wesenheiten-Checkup‹ unterzieht, das durch einen qualifizierten Klärer in den Wochen oder Monaten, die solchen Ereignissen folgen, durchgeführt wird.
Wesenheiten existieren, aber sie sind nicht überall! Darüber hinaus fängt man sich eine Wesenheit nicht ohne Grund ein. Lassen Sie uns daher keine ›Wesenheiten-Paranoia‹ entwickeln oder uns in permanente Schutzmassnahmen gegen etwas flüchten, was uns abgesehen von Ausnahmefällen nichts anhaben kann.
Ein wesentlicher Punkt ist, dass das Wissen über Wesenheiten vielfältige therapeutische Perspektiven eröffnet. Zahlreiche Klienten, die ein ›Wesenheiten-Syndrom‹ aufweisen, sind von Therapeut zu Therapeut gegangen, ohne Erleichterung zu erfahren, da konventionelle Therapieformen sich in ihrem Fall als absolut ineffektiv erwiesen haben. Andererseits kann ein angemessener Klärungsprozess zu unmittelbaren Resultaten führen. Der Prozess löst natürlich nicht alle Probleme des Klienten, aber er öffnet die Situation und gestattet ihnen, sich in Richtung der Lösung des Problems fortzubewegen – egal, ob es sich nun um emotionale oder um physische Probleme handelt.
Wesenheiten sind nichts Neues. Neu dabei ist, dass immer mehr Menschen auf diesem Planeten beginnen, sie wahrzunehmen. Dies wird zweifelsohne wichtige Rückwirkungen auf viele Bereiche menschlicher Aktivität haben.